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Bedürfnisse-Gefühle-Sucht

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ratzfatz
Gast






BeitragVerfasst am: 30.01.2013, 23:11    Titel: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Nys,
vielen Dank für deine Antwort.
Du schreibst so klar und durchschaust viele Denkstrukturen. Hast du eine Therapie gemacht? Und noch eine Frage: Tut es nicht noch mehr weh, diese Gefühle immer wieder hervorzuholen und sich dessen bewusst zu sein, dass man immer noch bedürftig ist? Ist es nicht wie ein ständiges "Aufkratzen der Wunde" ?
Danke für´s Lesen,
ratzfatz
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ratzfatz hat zum Thema: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht geschrieben
Nys
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BeitragVerfasst am: 31.01.2013, 03:06    Titel: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

meine Besuche bei einem Heilpraktiker (Coach) und bei einem Psychologen liegen einige Monate zurück und waren eher der Paartherapie bzw. der Bewältigung des Trennungsschmerzes von XY gewidmet.

Die Aufarbeitung meiner Kindheit begleitet mich bereits mein ganzes Leben. Bislang ohne Therapie hierzu. Lediglich die Aversion gegen meine Mutter hat der Heilpraktiker ganz gut in ein respektvolles Miteinander verwandelt.
Die neuen Blickwinkel und Lösungsansätze bzgl. meiner Defizite habe ich durch Anstöße im Forum und durch Bücher von Hans Peter Röhr gewonnen. Viel in mich reingefühlt beim Lesen und mich hinterfragt. Eigentlich hat das mehr gebracht als alle bisherigen "Therapie-Sitzungen" - aber vllt. ist es mir auch nur wg. der Vorarbeit der Psych. so gut gelungen, jetzt die richtigen Ansätze zu finden.

Nein es reißt die Wunde nicht auf. Ich bin so geworden wie ich bin und ich freue mich, endlich ein Ja zu mir incl. meiner Bedürftigkeit gefunden zu haben. Bis zur Lektüre von "Wege aus dem Chaos" habe ich meine Bedürftigkeit weder akzeptieren noch verstehen können. Ich dachte immer ich sei irgendwie nicht normal und habe mich manchmal dafür geschämt. Jetzt bin ich zum ersten Mal in der glücklichen Lage bedürftig sein zu dürfen. Ich habe es mir erlaubt und finde es eine schützenswerte Eigenart von mir, die behutsam behandelt werden will wie ein Baby. Es hält mich somit auch davon ab, mich wieder einem Menschen auszuliefern, der mit seinem Leben selbst nicht klar kommt. Abhängig von einem "Gesunden" will ich natürlich auch nicht sein aber da stellt sich diese Beziehungs(Symbiose)-Sucht bei mir auch gar nicht ein. Es gibt trotzdem noch viel zu bearbeiten und alte Muster sind allgegenwärtig. Ich gehe, aber komme noch manchmal ins Stocken - oder muß mich abstützen. Jetzt versuche ich die Stützen bewußt und sinnvoll zu wählen. Das Ziel ist, irgendwann ohne Hilfe flüssig gehen zu können.

LG und eine gute Nacht, Nys
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Nys hat zum Thema: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht geschrieben
Manfred
sehr aktiver Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 03.02.2013, 17:43    Titel: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Nys,
es hat sehr lange bei mir gedauert bis ich mich mit dem Thema „Meine Bedürfnisse“ tiefer gehender beschäftigt habe.

Ich wusste zwar schon seit längerer Zeit von meinem un-glücklichen Start ins Leben (wochenlange Trennung von der Mutter nach der Geburt), aber welche Bedürfnisse und auch Ängste sich daraus für mein weiteres Leben entwickelten, das habe ich erst nach und nach spüren können.

Lange Zeit habe ich die Bedürfnisse und Ängste mit Alkohol zugeschüttet.
Auch seit ich trocken bin, habe ich lange Zeit Vieles verdrängt und abgewehrt.
Z.B. durch übermäßiges berufliches Engagement, aber auch durch eine zu häufige ironische und/oder sarkastische Haltung mir selbst und anderen gegenüber.

Insbesondere durch eine Traumatherapie (die ich vor 2 Jahren begann und die jetzt langsam ausläuft) konnte ich den Kontakt zu bestimmten Bedürfnissen und Ängsten auch mal zulassen, ohne sofort die alten, verinnerlichten Abwehrmuster zu aktivieren.

Was mir im Umgang mit all meinen Mangelerlebnissen immer geholfen hat, dass war und ist mein Bewusstsein für meine Ressourcen.
Insbesondere im Verlauf meiner Trockenheit habe ich erlebt und erfahren, dass ich auch sehr schwierige Lebenssituationen gestalten kann, vielleicht auch gerade wegen dem schwierigen Start ins Leben.
Wenn es mir als kleiner Säugling gelungen ist, mich ohne Kontakt zur Mutter gegen den drohenden Erstickungstod (Fruchtwasser in der Lunge) zu wehren, dann gibt es da offensichtlich Ressourcen in mir, die leben und lebendig sein wollen.
Diese Ressourcen wahrzunehmen und ihnen einen (geschützten) Rahmen zur Entfaltung zu geben, dass betrachte ich heute als meine Aufgabe.

LG Manfred
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Manfred hat zum Thema: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht geschrieben
Nys
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BeitragVerfasst am: 03.02.2013, 18:25    Titel: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Manfred

ja - der Überlebenswille - die Resourcen? Oft spüre ich sie nicht mehr.
Dann doch...wieder.. (meine Geburt fand 5 Tage nach dem Verlust des Fruchtwassers statt.... man sah es mir und meiner Haut an. Eigentlich ein Wunder das ich lebend zur Welt kam.)

bei mir sind auch so Abwehrmechanismen da und es kommt noch schlimmer:

Je mehr ich über die Trauma-Bewältigung bei den EKA's lese, um so mehr
alte Erinnerungen tauchen bei mir auf. Ich denke über eine Therapie nach. Habe aber erstens Angst und beruflich gerade so viel Druck, daß ich das unmöglich auch noch hinbekomme.

Wenn ich lese, wie mißhandelte Kinder heute als Erwachsene denken und fühlen. So dieses Nicht-fühlen und dann wieder unkontrolliert etwas fühlen, das garnicht zum augenblicklichen Alltag gehört sondern so irgendwo herkommt... .. he ich dachte immer das sei bei mir halt so... so ganz langsam bekomme ich ne Ahnung woher das kommt.


Kann man leben ohne das aufarbeiten zu müssen?
Ich will da irgendwie nicht ran? Mit den Augen rollen Frage Mit den Augen rollen

LG Nys
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Nys hat zum Thema: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht geschrieben
Manfred
sehr aktiver Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 04.02.2013, 19:44    Titel: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Nys,

Zitat:
Kann man leben ohne das aufarbeiten zu müssen?
Ich will da irgendwie nicht ran?


Das, was Aurora dazu in Deinem Thread geschrieben hat, sehe ich genauso.

Bevor ich mich mit den traumatischen Erlebnissen meiner Kindheit intensiver beschäftigt habe war ich ja schon über 20 Jahre trocken.
Und in den 20 Jahren (und auch vorher) habe ich ja auch gelebt.

Dass ich vor ca. 2 Jahren dann eine Traumatherapie begonnen habe, hängt sicher auch damit zusammen, dass ich seit längerer Zeit keine berufsbezogene Arbeit mehr habe.
Und da ich auch keine eigene Familie habe, hatte und habe ich sehr viel freie Zeit um über mein Leben zu reflektieren bzw. so etwas wie „Biographiearbeit“ zu leisten.
Es hat sich nach und nach so ergeben (auch durch das viele Lesen im Forum), dass mein Blick sich mehr und mehr nach Innen gerichtet hat, aus dem sich dann Fragen wie diese formuliert haben:

Was sind meine Bedürfnisse?
Und wodurch werden sie bestimmt/ beeinflusst?

Was mich zur Zeit am meisten beschäftigt, dass ist mein Bedürfnis nach Zugehörigkeit/Verbundenheit.
Darüber werde ich demnächst mal etwas ausführlicher schreiben.

LG Manfred
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Manfred hat zum Thema: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht geschrieben
Nys
sehr aktiver Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 04.02.2013, 20:51    Titel: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Manfred

Zitat:
Darüber werde ich demnächst mal etwas ausführlicher schreiben.


da freu ich mich jetzt schon drauf!

.... und laß mir mit meiner Geschichte noch die notwendige Zeit.

LG Nys
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Nys hat zum Thema: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht geschrieben
Paddy
aktiver Teilnehmer


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Beiträge: 518

BeitragVerfasst am: 09.03.2013, 17:11    Titel: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo ihr lieben,
hat man nicht auch bedürfnisse ohne irgendwelche mängel in der kindheit erlitten zu haben? ich denke doch, dass jeder mensch ein bedürfnis nach liebe, schutz, zuneigung usw hat. ich empfinde es eher als gestört, wenn jemand das nicht hat und sich zum beispiel nicht streicheln, anfassen, umarmen lassen will. oder habe ich da was falsch verstanden?
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Paddy hat zum Thema: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht geschrieben
Manfred
sehr aktiver Teilnehmer


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Beiträge: 1536
Alter: 56
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BeitragVerfasst am: 10.03.2013, 16:15    Titel: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Paddy,
selbstverständlich hat jeder Mensch Bedürfnisse.
Ein gewisser Herr Maslow hat diese einmal in einer Pyramide zusammengestellt.

Mir ging es bei diesem Thread darum über folgende Fragen zu reflektieren:

- Welche meiner Bedürfnisse sind mir bewusst?
- Mit welchem Verhalten versuche ich welche Bedürfnisse zu erfüllen? Gibt es da einen Unterschied zur (nassen) Vergangenheit?
- Kann ich auch unerfüllte Bedürfnisse mal aushalten?
- Wieviele und welche Bedürfnisse kann ich mir auch unabhängig von anderen Menschen erfüllen?

„Gestört“ ist bei mir häufiger der Kontakt zu meinen Bedürfnissen.
„Gestört“ ist bei mir auch das Maß, mit welchem Verhalten ich mir meine Bedürfnisse erfülle.

Als süchtiger Mensch neige ich zu folgendem Motto: Viel vom selben hilft auch viel.

@ Nys
Den Beitrag über mein Bedürfnis nach Zugehörigkeit/Verbundenheit habe ich erstmal „auf Eis gelegt“.
Da arbeitet es noch in mir ...

LG Manfred
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Manfred hat zum Thema: Re: Bedürfnisse-Gefühle-Sucht geschrieben

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