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Der Soldat und das Waldkind

 
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Nys
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Anmeldungsdatum: 14.12.2012
Beiträge: 1540
Alter: 45

BeitragVerfasst am: 24.01.2013, 11:24    Titel: Der Soldat und das Waldkind Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Es war einmal ein Kind, das lebte in einer Ruine im Wald allein. Die Eltern waren schon
so lange tot, daß es sich nichtmehr erinnern konnte, ob es jemals Eltern gehabt hatte.
In der Ruine war es kalt.
Es wuchs dort lediglich ein Baum, dessen Blätter im Sommer ein Dach bildeten.
So ging das Kind oft in den Wald hinaus, um dort Schutz vor der Einsamkeit und
Kälte zu suchen.

Eines Tages fand das Kind einen Soldaten am Wegesrand liegen. Das Kind beugte sich
zu dem Soldaten und fragte: Warum kannst Du nicht aufstehen? Der Soldat sagte:
Ach wenn ich doch Hilfe bekommen könnte! Ich bin verwundet.Ich kann auch kaum stehen.
Schon seit Jahren bekomme ich in meiner Truppe kein warmes Essen mehr zugeteilt.

Das Kind lief schnell und holte Wasser, die Wunden zu waschen und brachte Essen
und sagte: Jetzt iss und komme wieder zu Kräften. Dann wollen wir sehen, ob Du
zurück zu der Truppe willst oder ob Du bei mir im Wald wohnen bleibst.

So ging das viele Monate lang. Der Soldat kam zu Kräften und wärmte das Kind und
war glücklich, daß ihn jemand gefunden hatte. Er sprach zu dem Kind: Ich hab dich
so lieb ich will daß wir zusammen bleiben. - Das Kind war überglücklich aber auch
nachdenklich weil es wußte,
daß der Soldat zu seiner Truppe gehörte. So sprach es zu ihm: Steh auf - nimm Dein
Glück in die Hand und kehre ohne mich zurück. Doch der Soldat wollte sich darauf nicht
einlassen. Er bat das Kind mit ihm zu kommen. Er würde ihm den Panzer zu fahren beibringen
und es nie mehr verlassen. Das Kind war voller Glück und folgte dem Soldaten hinaus aus dem
Wald.

Der Soldat hielt sein Versprechen und die beiden fuhren den Panzer und der Soldat
küßte das Kind voller Glück und hielt es fest in seinen Armen. Da Kind fürchtete
sich vor der Truppe, doch der Soldat küsste es und meinte, es solle nur keine Angst haben.

Als sie im Lager der Truppe ankamen, wurde der Soldat zur Rede gestellt. Ihm wurden
schwere Vorwürfe wegen des Kindes gemacht und man drohte ihn zu entlassen.
Er solle wählen: Das Kind oder den Dienst. Das Kind flehte den General an, er solle den Soldaten nicht strafen.Alles
sei seine, des Kindes Schuld, gewesen. Es habe sich einsam gefühlt und bei dem Soldaten bleiben wollen.
Der Soldat war wie versteinert und schickte das Kind zurück in den Wald. Ohne ihm nachzusehen,
ging er zur Truppe.

Das Kind aber ging traurig davon. Es war wieder kalt geworden - aber es war noch stark genug um den
Heimweg zu finden.
Das Kind war kaum in seiner Ruine angekommen, da kam ihm der Soldat nachgelaufen.
Das Kind sagte: Was tust Du hier? Du hast Dich für Deinen Dienst entschieden.
Der Soldat sagte: Ich wollte das nicht. Wir gehören zusammen, bitte laß mich Dich
wenigstens immer wieder besuchen kommen. Das Kind war sehr traurig und schickte ihn fort.
Doch er kam immer wieder und flehte das Kind an, sein Schicksal zu verstehen.

Es war aber in der Truppe aufgefallen, daß der Soldat fehlte und so war man ihm nachgegangen
und fand ihn, als er so mit dem Kind redete. Der General verlangte vom Soldaten das Kind
zu erschießen. Der Soldat nahm das Gewehr, zielte und rief "Lauf so schnell Du kannst"
dann schoß er und verfehlte sein Ziel absichtlich - aber nur knapp. Das Kind floh und verbarg sich
im Baum seiner Ruine. Doch des nachts kam
der Soldat heimlich zu ihm und flüsterte: Geh weg von hier - tiefer in den Wald - ich werde
mir bald meinen Sold auszahlen lassen und werde zu Dir kommen. Du mußt Dich aber noch
eine Weile gedulden.

Das Kind überlegte lange und weil es den Soldaten so liebte und weil es ihm immer noch vertraute
verließ es seine Ruine und ging tief in den Wald in eine einsame Höhle.

Es dauerte nicht lange, da kam der Soldat vorbei. Er herzte das Kind - nahm es in die
Arme und weinte vor Glück und sagte: Hast Du mir etwas zu Essen? Das Kind kochte
und gab ihm alles was er begehrte. Nach dem Mahl saß der Soldat grimmig da und
warf einen bösen Blick auf das Kind. Das Kind war verunsichert und fragte:
Was hast Du? Der Soldat schüttelte den Kopf und fing an zu klagen: Ach ich gelte so garnichts
mehr in meiner Truppe. Ich wäre so gern Leutnant geworden.

Das Kind sah ihn flehend an und sagte: Ich habe Dir mein letztes Essen gegeben, ich habe auf Dich
gewartet, wie Du gesagt hast und ich habe geglaubt, Du kämst zu mir, um mich zu holen? Der Soldat warf
die Teller und Schüsseln vom Tisch und fuhr das Kind barsch an: Ich weiß was ich gesagt habe.
Dann wurde er wieder freundlich und versprach morgen wieder zu kommen und etwas zu Essen zu bringen.

So saß das Kind vor der Höhle und wartete. Den ganzen kommenden Tag und die darauffolgende Nacht
den danach folgenden Morgen, den Mittag und den Abend und wieder die ganze Nacht. Als der Soldat
nichtmehr zu kommen schien, ging es frei im Wald umher und suchte einen neuen Platz um zu leben.
Am dritten Tage begegnete es dem Soldaten, der tat als sei nichts geschehen und bat das Kind auf seinen
Schoß zu kommen. Doch das Kind blickte nur stumm zu Boden, drehte sich um und verschwand.

Viele Monate gingen ins Land. Da war ein großes Getöße im Wald zu hören. Man kam mit Panzern
und Hubschraubern, das Kind zu suchen. Das Kind hatte Hoffnung - es würde vielleicht doch vom
Soldaten geholt und aufgenommen werden. Doch bald schon war es umstellt und wieder war der Befehl
gegeben: Der Soldat der damals wegen dem Kind die Truppe verlassen hatte, solle das Kind nun endlich erschießen.
Der Soldat sagte: Gebt mir das Gewehr! Dann ließ er die Waffe sinken und sprach:- Nein - ich mache das nicht.
Da trat der General hervor und schrie: Dann mache ich es!
Der Soldat schlug dem General das Gewehr aus der Hand und schrie zurück
Du machst das auch nicht.

Das Kind konnte fliehen. Man sagt, der Soldat sei vor die Wahl gestellt worden: Selbstmord oder Entlassung.
Er habe sich für einen qualvollen, langsamen Selbstmord entschieden.
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Nys hat zum Thema: Der Soldat und das Waldkind geschrieben

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