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Ich will mit dem Trinken aufhören.

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MarkusM
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 23.08.2006
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 24.08.2006, 08:36    Titel: Ich will mit dem Trinken aufhören. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Leute
Ich bin neu hier und möchte mich zuerst kurz vorstellen.
Ich bin Mitte 40, verheiratet und habe drei ganz liebe Kinder im Schulalter.
Seit ich mit 20 eine eigene Wohnung hatte, habe ich immer Alkohol konsumiert. Damals war es einfach ab und zu, dass ich Kollegen einlud und ein paar Drinks mischte. Im Laufe der Zeit hat sich der Konsum auf Wein verlagert, mal mehr, mal weniger. Zur Zeit trinke ich an etwa vier bis fünf Tagen pro Woche. Meistens eine Flasche Wein (7,5dl). Meine Frau trinkt eigentlich nur an Wochenenden mit, und ist jedesmal danach verärgert.
Ich habe keine Probleme, jeweils am anderen Tag rechtzeitig zur Arbeit zu erscheinen, auch wenn ich oft starke Kopfschmerzen habe. Ich rauche nicht, nehme auch keine anderen Suchtmittel oder Medikamente.

Nun habe ich mich entschlossen, mit dem Alkohol aufzuhören. Dies aus folgenden Gründen:
- Körperlich fühle ich mich nicht mehr "auf der Höhe". So wache ich z.T. mit schmerzenden, steifen Fingern auf. Auch habe ich schon Kribbeln in den Beinen verspürt und bin allgemein etwas Müde.
- Am Sonntag Morgen trinke ich mit meiner Frau zusammen eine Flasche Sekt. Zum Mittagessen dann noch Wein. Danach ist der Tag "gelaufen", d.h. ich mag nichts mehr "anpacken" oder mit den Kindern spielen.
- Ich habe das Gefühl, wenn ich jetzt nicht aufhöre, verpasse ich das Leben.
- Wie kann ich einmal meinen Kindern die Gefahr des Alkohols erklären, wenn ich selber trinke?

Wenn ich die einschlägigen Alkoholiker-Tests so anschaue, muss ich mich wohl als Alkoholiker bezeichnen. (Dies war mir zwar schon vorher bewusst, habe es aber immer wieder verdrängt.)

Am Sonntag habe ich wieder etwas zuviel getrunken. Montag habe ich den Entschluss gefasst, damit aufzuhören. Am Dienstag Morgen - unser Hochzeitstag - habe ich meiner Frau gesagt, dass ich lieber ohne Sekt feiern möchte, und vorläufig keinen Alkohol mehr trinken möchte. Am Abend hat Sie mich dann doch zu einem Glas Wein überredet, allerdings wurde aus anderen Gründen nichts daraus. Ich habe also seit Sonntag keinen Tropfen mehr getrunken.

Gestern, Mittwoch, hatte ich starke Kopfschmerzen. Heute, Donnertag Morgen, fühle ich mich innerlich unruhig. Sind das jetzt Entzugserscheinungen?

Ich habe einige Beiträge hier gelesen. Daraus schliesse ich, dass ein "ab und zu ein Glas" wohl nicht funktioniert. Also muss ich mich damit abfinden, ganz auf den Wein zu verzichten (meine Frau hat erst vor kurzem einen Vorrat eine spez. Weines zugelegt)?

Ich würde mich auf eine Antwort sehr freuen. Ich möchte nicht mit einem Arzt darüber sprechen.

Grüsse, Markus
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MarkusM hat zum Thema: Ich will mit dem Trinken aufhören. geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 46343
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 24.08.2006, 08:54    Titel: Re: Ich will mit dem Trinken aufhören. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Markus und Willkommen,

sicher sind es Entzugserscheinungen. Du hast regelmäßig konsumiert und Dein Körper hat sich daran gewöhnt. Nun bekommt er keinen Alkohol mehr und muß sich erst wieder daran gewöhnen.

Das diese Entzugserscheinen und ein kalter Alkoholentzug zu Hause auch gefährlich sein können, hast Du sicher auch gelesen.
Darum rate ich Dir, einen Arzt aufzusuchen, der ja seiner Schweigepflicht unterliegt, wenn es Dir noch unangenehm sein sollte, offen über Dein Alkoholproblem zu sprechen.

Hinzu kommt, dass ein alkoholfreies Zuhause sehr wichtig ist. Wenn Deine Frau Dir ständig oder auch unregelmäßig etwas vortrinkt, wiirst Du auf Dauer nicht wiederstehen können. Das Umfeld sollte mit Dir mitziehen.
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Karsten hat zum Thema: Re: Ich will mit dem Trinken aufhören. geschrieben
MarkusM
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 23.08.2006
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 24.08.2006, 09:14    Titel: Re: Ich will mit dem Trinken aufhören. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten

Vielen Dank für Deine Antwort.

Zitat:
Wenn Deine Frau Dir ständig oder auch unregelmäßig etwas vortrinkt, wiirst Du auf Dauer nicht wiederstehen können. Das Umfeld sollte mit Dir mitziehen.


Ja, das befürchte ich auch. Ich muss aber sagen, dass je länger ich mich mit dieser "Krankheit" auseinandersetze, mein Wille sich festigt, es auch durchzuziehen.

Ich kann meiner Frau einfach nicht sagen, dass ich Alkoholiker bin. Ich befürchte, sie würde das nicht verstehen. Sie weiss aber, dass ich zu viel trinke, es kamen auch schon kleine Bemerkungen in diese Richtung. (So in der Art: War's so schlimm bei der Arbeit?) Sie ist aber der Meinung, dass Alkohol, in Grenzen konsumiert, zu unserer Kultur und zum Leben dazu gehört.

Zitat:
Das diese Entzugserscheinen und ein kalter Alkoholentzug zu Hause auch gefährlich sein können...


Ja, ich habe davon gehört. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das in meinem Fall auch so ist und was genau daran gefählich ist.

Gruss, Markus
Und nochmals ganz herzlichen Dank für Deine Zeilen.
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MarkusM hat zum Thema: Re: Ich will mit dem Trinken aufhören. geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 46343
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 24.08.2006, 09:19    Titel: Re: Ich will mit dem Trinken aufhören. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Markus

ich bin immer für Ehrlichkeit und Offenheit. In einer Beziehung setzte ich das voraus.

Entzugserscheinungen können gefährlich werden, weil es zu einem Krampfanfall oder auch einem Delirium kommen kann.
Dies hat man auch nicht unter Kontrolle. Die Gefahr solche Entzugserscheinung zu bekommen, kann aber durch Medikamente minimiert werden. Diese gibt es aber nur im Krankenhaus unter ärztlicher Kontrolle.
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Karsten hat zum Thema: Re: Ich will mit dem Trinken aufhören. geschrieben
0prozent
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 19.07.2006
Beiträge: 41

BeitragVerfasst am: 24.08.2006, 13:05    Titel: Re: Ich will mit dem Trinken aufhören. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi Markus,

ich hatte in den letzten Wochen feststellen müssen, dass mein Onkel und meine Schwester immer noch denken ich habe nur "ein Problem" mit Alkohol, da gab es zB auf der Geburtstagsfeier den Spruch "nicht mal ein Glas Sekt zum anstoßen?". Ich musste sie nun mal richtig zur Brust nehmen und ihnen sagen, dass ich Alkoholiker bin, ohne wenn und aber, in dem Moment wo ich ihnen das mit aller Intensität gesagt hatte, gab es für mich selber nochmal so einen innerlichen Ruck, der mir Angst gemacht hat. Was gut ist, denn es nochmal laut auszusprechen und sich wirklich vor Augen zu halten, als es nur hier zu posten, ist meiner Meinung nach nochmal etwas völlig anderes. Ich glaube, wenn du nicht 100% tacheles mit deiner Frau redest, wird das daheim zur Hölle, dann stehen da immer die Flaschen, Frau trinkt, respektiert evtl. deine derzeitige Abstinenz, aber Dein "Problem" steht nicht als Krankheit im Raum.

Ich finde auch, dass du vor deiner Frau enorme Stärke zeigst wenn du ihr klarmachst, dass du dir dein schönes Leben mit den Kindern nicht mehr länger durch blöde Besäufnisse verderben willst.
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0prozent hat zum Thema: Re: Ich will mit dem Trinken aufhören. geschrieben
Annika
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.12.2005
Beiträge: 3837
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 24.08.2006, 13:32    Titel: re Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Markus

und ein herzlich willkommen von mir hier im Forum.

Dein Entschluß finde ich gut und scheint die einzige Lösung zu sein deine Gesundheit nicht weiter zu ruinieren und ein freies Leben zu führen

aber

Zitat:
Am Sonntag Morgen trinke ich mit meiner Frau zusammen eine Flasche Sekt. Zum Mittagessen dann noch Wein.


Ein lieb gewordenes Ritual, kenne ich zur Genüge

deine Frau muß dieses Ritual auch mit aufgeben. Nicht einfach, zu verstehen, wenn man kein Alkoholiker ist. Aber deswegen leicht von ihr durchzuführen dieses aufzugeben, wenn sie nicht süchtig ist.

Mein Mann hat von Stund an auch keinen Tropfen mehr getruken. Er braucht keinen Alkohol. So war es für ihn selbstverständlich.

Kopfschütteln darüber, dass deine Frau es nicht längst erkannt hat.
So blind kann man nicht durch eine Ehe gehen.
Führe mal das Gespräch, vielleicht ahnte sie es immer schon.

Also Regel Nummer Sehr Wichtig :L

Alkoholfreies Zu hause, alkoholfreie Ehefrau, sonst wird es nichts.
Sei konsequent auf deinem neuen Weg.

Ganz viel kraft wünscht Annika
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Annika hat zum Thema: re geschrieben
MarkusM
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 23.08.2006
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 24.08.2006, 13:54    Titel: Re: Ich will mit dem Trinken aufhören. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Leute

@Karsten
Danke für Deine Erläuterungen. Ich werde in den nächsten Tagen sehr vorsichtig sein und wenn nötig einen Arzt aufsuchen.

@0prozent
Danke auch Dir.
Zitat:
... denn es nochmal laut auszusprechen und sich wirklich vor Augen zu halten, als es nur hier zu posten, ist meiner Meinung nach nochmal etwas völlig anderes...

Ja, genau davor habe ich Angst. Ich hoffe, dass ich nach einigen Tagen trocken es meiner Frau sagen kann. Dann sieht Sie auch, dass ich es Ernst meine.

Es ist schon grausam: Überall wird getrunken. Meine Nachbarn zur linken und rechten trinken, man schenkt sich eine Flasche Wein zu jedem "Pseudo-Anlass" usw.

Ich habe (hatte) auch heimlich Wein getrunken, damit meine Frau keine Bemerkung darüber macht. Dazu hatte ich jeweils in der Aktenmappe eine Flasche ins Haus "geschmuggelt", und diese in der Garage im Werkzeugkoffer, oder im Büro irgendwo versteckt.
Heute (Donnerstag) Abend bin ich allein zu Hause. An diesen Abenden habe ich immer eine Flasche Wein getrunken. Ich kann mich aber gut verstellen, und habe, da ich für die Familie das Essen vorbereite, einfach etwas scharfes gegessen. So konnte man auch nichts riechen.

Heute muss ich da durch! Koste es, was es wolle.

Ich habe schon früher versucht, den Alkoholkonsum zu verringern. Musste aber feststellen, dass - nachdem ich vielleicht eine Woche trocken war - ich gleich danach sehr viel mehr konsumierte.
Darum steht für mich jetzt auch fest: ICH WERDE KEINEN TROPFEN ALKOHOL MEHR TRINKEN.

Ihr habt mir hier schon sehr geholfen.

Grüsse, Markus
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MarkusM hat zum Thema: Re: Ich will mit dem Trinken aufhören. geschrieben
MarkusM
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 23.08.2006
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 24.08.2006, 14:13    Titel: Re: Ich will mit dem Trinken aufhören. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Annika
Zitat:
Ein lieb gewordenes Ritual, kenne ich zur Genüge

Ja, es ist ein Ritual. Wir nennen es auch so. Früher, als wir noch rauchten, war das ein Ritual. Nach dem Essen auf den Balkon und eine Rauchen.
Meine Frau hat dann den Entschluss gefasst, mit dem Rauchen aufzuhören. An diesem Tag habe ich alle Zigaretten entsorgt. Mit externer Hilfe und Medikamenten hat sie es dann geschafft. Ich war nie abhängig und habe eigentlich nur mit ihr zusammen geraucht. Klar, dass ich dann auch aufgehört habe.

Jetzt scheint es umgekehrt. Darum verstehe ich genau wie Du das meinst.

Zitat:
Führe mal das Gespräch, vielleicht ahnte sie es immer schon.

Es war schon (xxx) schwer, mir das selber einzugestehen. Ich brauche einfach noch etwas Zeit, um es ihr zu sagen. Ich habe keine Ahnung, wie sie darauf reagieren wird.

Zitat:
Alkoholfreies Zu hause,...

Offen gesagt, sehe ich das auch so.
Ich muss mir dazu noch neue Kochrezepte austüffteln, da ich gerne mit Wein oder Cognac koche. Überhaupt ist das kochen immer auch so eine Gelegenheit, einen Schluck zu trinken.

Es tut gut, hier meine Gedanken niederschreiben zu können. Ich hoffe, ich gehe Euch damit nicht zu sehr auf den Wecker.

Gruss, Markus
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MarkusM hat zum Thema: Re: Ich will mit dem Trinken aufhören. geschrieben

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