Das eigene Leben wert schätzen

Für Angehörige und Familienmitglieder ist es oft sehr schwer, sich mit der Alkoholabhängigkeit einen Angehörigen auseinander setzen zu müssen. Ein alkoholkranker Mensch war ja nicht immer so, dass er oder sie den Alkoholkonsum in seinem täglichen Leben brauchte. Oft und gern erinnern sich Partner an die schöne Zeit, als das Leben noch in Ordnung war. Betroffene des Alkoholismus verändern sich nicht von heute auf morgen, sondern diese Verhaltensveränderungen ziehen sich oft sehr viele Jahre hin. Angehörige bemerken es meist selbst nicht, weil sie sich im Laufe der Jahre auch verändern. Oft wird das eigene Verhalten und die eigenen Handlungen auch auf die Bedürfnisse des alkoholkranken Menschen hin ausgerichtet. Nicht selten endet es dann in eine Co-Abhängigkeit, wo das eigene Leben dem Leben des Alkoholikers untergeordnet wird.

Die Grenzen für Angehörige sind hier genauso fließend, wie für das Einschleichen der Alkoholsucht für den Betroffenen. Irgendwann kommen aber auch Angehörige und Partner an ihre Grenzen und erreichen ihren persönlichen Tiefpunkt. Sie möchten so nicht mehr weiter leben und wollen das Leben zurück, was sie vor vielen Jahren gemeinsam gelebt haben.

Wie bei anderen Beziehungsproblemen auch, möchte man ja eine Partnerschaft nicht einfach so beenden und versucht im gemeinsamen Gespräch Lösungen zu finden. Von eventuellen Trennungsschmerzen geplagt, sind es meistens die Angehörigen, die so ein Gespräch suchen. Alkoholiker selbst suchen eher weniger solche Kommunikation, weil sie wissen, sie müssten dann etwas an ihrem Alkoholkonsum ändern. Ist aber eine Einsicht in eine Alkoholsucht nicht vorhanden, wollen sie keine Konfrontation, sondern Verständnis, dass sie verhilft, weiter Alkohol konsumieren zu können.

Nicht jede Beziehung oder Partnerschaft muss beendet werden, wenn einer von Beiden alkoholsüchtig ist. Es gibt Paare, die sich dem Alkoholismus gestellt haben und wieder ein glückliches Leben zusammen führen. Dazu müssen aber beide Partner einsehen, dass sie sich verändern müssen und wieder ein neues Vertrauensverhältnis aufbauen. Leider ist die Rückfallquote bei abhängigen Menschen sehr hoch. Dadurch vergehen oft auch viele Jahre des gegenseitigen Versprechens und der Versuche, einen Neuanfang zu wagen.

Die Angst vor der Zukunft ist oft der Grund, warum es oft sehr, sehr lange dauert, bis eine Seite endlich einen Schlussstrich zieht, weil das Leben immer unerträglicher wird und Zukunftsangst sehr verbreitet ist. Das eigene Leben sollte einen trotz aller Liebe am meisten Wert sein. Eine Partnerschaft funktioniert ja nur, weil beide Partner das gleiche Ziel und die gleichen Vorstellungen davon haben, wie das gemeinsame Leben aussehen soll.

Fügt oder unterwirft sich eine Seite nur, wird es zur Unzufriedenheit im eigenen Leben kommen.

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