Die Angst alleine zu sein

Bei vielen alkoholkranken Menschen geht die Angst hervor, sie würden ihr soziales Leben verlieren, wenn sie sich zu ihrer Alkoholabhängigkeit öffentlich bekennen. Sie haben Angst, dann alle ihre Freunde und eventuell auch einen Teil ihrer Familie und eventuell auch die Arbeit zu verlieren.


Ganz unbegründet sind die Vorstellungen nicht, denn ein Alkoholiker wird von vielen Menschen der Gesellschaft immer noch als schwach, Willenlos angesehen. Auch wenn die Alkoholsucht als Krankheit anerkannt ist, ist sie in der Gesellschaft noch lange nicht angekommen, im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Depressionen oder Bulimie. Alkoholiker/innen haben mit sehr vielen Vorurteilen zu kämpfen, die auch der Motivation, sich behandeln zu lassen und die notwendige Hilfe in Anspruch zu nehmen, entgegen steht.

Trockene Alkoholiker, die schon viele Jahre ein alkoholfreies Leben führen, sehen das rückwirkend ähnlich. Dennoch haben sie durch ihre Abstinenz gezeigt, dass auch alkoholkranke Menschen wieder zu einem normalen Leben kommen können, wenn sie ihre Alkoholabhängigkeit zum Stillstand gebracht haben.

Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass es bei vielen Menschen, sogar Behörden und Institutionen, einen sehr großen Unterschied macht, ob man sagt, ich will trocken werden oder ich bin seit so und so vielen Jahren trocken.


Trotz alles diese von der Gesellschaft gegebenen Umstände, ist es für jeden Betroffenen der Alkoholsucht wichtig, sich nicht nur Hilfe zu holen, sondern auch einen offenen Umgang mit der Krankheit zu pflegen. Jeder, der weiß, dass ich alkoholkrank bin, hilft mir direkt oder indirekt, wenn es zu riskanten Situationen kommen kann.

Niemand ist auch wirklich alleine, selbst wenn sich scheinbare Freunde wegen der Offenheit von einem abwenden. Wahre Freunde stehen auch in schwierigen Situationen zueinander. Freunde sind eben Freunde, weil sie den Menschen schätzen und sich gerne gegenseitig helfen. Am Anfang mag das als ungewöhnlich erscheinen und mit Verzichtsgedanken verbunden sein.

Hier sollte man sich aber immer Gedanken machen, dass, egal welches Alkoholkonsumverhalten man gegenwärtig hat oder hatte, die Sucht sich immer weiter ins eigene Leben einschleichen wird. So werden sich mit der Zeit auch viele Menschen von einen abwenden, die es nicht gut finden, dass jemand so viel Alkohol trinkt. Das soziale Umfeld wird sich immer weiter danach ausrichten, dass man ständig trinken kann, nach Möglichkeit nicht auf den vielen Alkoholkonsum angesprochen wird, was letztendlich auch zur völligen sozialen Isolation führen kann.

Auch wenn wir es selbst nicht wahrhaben wollen, das direkte Umfeld bekommt es schon mit, dass wir dem Alkohol mehr zugeneigt sind, als andere Menschen. Angesprochen darauf werden zwar die Wenigsten, aber es fällt auf.

Um zum Titel zu kommen, in die Einsamkeit manövriert man sich so oder so. Durch die Annahme von Hilfe, die zu einem alkoholfreien Leben führen kann, kann man sich aber wieder ein zufriedenes Leben aufbauen, was auch echte Freunde beinhaltet, die einem bei dem abstinentem Leben auch unterstützen, weil man ihnen als Mensch wichtig ist.

Ein Gedanke zu „Die Angst alleine zu sein

  1. Es ist aber auch leider so, der Ehepartner wird weggestoßen und bekommt das Gefühl aussortiert zu sein! Man ist nicht mehr erwünscht! Du bekommst das Gefühl und auch die Worte: Hau doch ab!

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