Ist Alkoholismus eine Krankheit?
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| Diese Frage stellen sich viele Menschen, die sich
nicht in einem alkholabhängigen Menschen hineinversetzen
können oder wollen.
Alkoholismus ist eine anerkannte
Krankheit, die auch so
angesehen werden sollte. Der Betroffene kann für sein Verhalten
nichts. Die Abhängigkeit des Körpers vom
Alkohol setzt alle
Vernunft aus. Die Angst ohne Alkohol nicht leben zu können, die
Angst vor möglichen Entzugserscheinungen ist so groß, dass ein
Alkoholiker alles unternimmt, um sich sein Suchtmittel zu
besorgen. |
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| weitere Forenmeinungen |
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Hallo,
Alkoholismus ist eine "offiziell" anerkannte Krankheit.
Die Kosten für die Behandlung der Krankheit werden von den
Krankenkassen und den
Rentenversicherern getragen.
Unsere Gesellschaft akzeptiert diese Krankheit vielleicht immer noch nicht zufriedenstellend.
Sie wird immer noch gerne als "Charakterschwäche" angesehen, aber es nimmt sich wohl keiner für sein Leben vor Alkoholiker zu werden. Man trägt also keine
Schuld an seiner Erkrankung.
Alkoholismus lässt sich aber nicht behandeln wie eine "übliche" Krankheit.
Es helfen keine Tabletten, keine Salbe, man kann keinen Verband drum tun und wegoperieren lässt sie sich auch nicht.
Der Betroffene muss immer selber handeln.
Die Krankheit Alkoholismus kann nur zum Stillstand gebracht werden.
Geheilt wird man nie. Man bleibt sein Leben lang Alkoholiker.
Joachim |
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Hallo,
wenn es keine krankheit ist, warum muss die krankheit behandelt werden?
Alkoholismus ist eine Geisteskrankheit und alles was mit unserem
Gehirn zu tun hat, ist unzureichend erforscht.
wenn es keine krankheit ist, muss es ja schwäche sein. aber so viel ich weiß sind auch viele mit sehr
festen willen betroffen. sicherlich verstecken sich manche auch dahinter. aber es ist doch in
Ordnung wenn jeder seine Meinung dazu hat.
für mich ist es eine krankheit weil es ohne Behandlung nicht möglich ist sie zu stoppen. auch
Gruppengespräche und Therapie ist Behandlung,
Behandlung für die
Seele.
vor allem wird sie nicht gestoppt, führt sie zum Tode.
Gruss
schorni67 |
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Hallo,
Alkoholismus ist unter anderem aber auch als Krankheit anerkannt worden, weil man von einer schuldhaften Herbeiführung eben nicht ausgehen kann.
LG Joachim |
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Hallo,
Alkoholismus ist eine von WHO anerkannte Krankheit. Das hat mit irgendwelchen Abrechnungsgründen nur bedingt was zu tun, da die große Mehrheit der Alkoholkranken auf dieser Welt, die Behandlung ihrer Krankheit voll und ganz selbst bezahlen müssen.
Wenn es keine Krankheit wäre, sondern vielleicht nur eine schlechte
Angewohnheit, wären Alkoholkranke z. B. in der Lage kontrolliert zu trinken. Er müßten sich dann also einfach nur
zusammenreißen.
Alkoholiker trinken, weil sie süchtig sind. Raucher rauchen, weil sie süchtig sind. Im Gegensatz zum Nikotinkonsum verändert der wiederholte
Alkoholmissbrauch und die spätere Abhängigkeit die Persönlichkeit des Süchtigen im erheblichen Maße. Deshalb zählt Alkoholismus zu den psychischen Erkrankungen. Die körperlichen und psychischen Entzugserscheinungen sind bei einem Nikotinsüchtigen lächerlich gering im Vergleich zu den Entzugserscheinungen des Alkoholabhängigen.
Auch aus diesem Grund fällt es "nur" Nikotinsüchtigen um vieles leichter ihre Sucht zu stoppen, als einem Alkoholiker seine Krankheit zu stoppen.
Wenn man von einer "selbstverschuldeten" Krankheit sprechen will, muß man z. B. den heute querschnittsgelähmten Autofahrer, der 25 Jahre unfallfrei am Steuer saß und an einem bestimmten Tag an einem Stauende stand, als ein eingenickter LKW-Fahrer auf seinen Wagen auffuhr, auch erklären, er sei schließlich selbst schuld daran, dass er heute so krank ist. Es besteht nun mal ein Unfallrisiko, wenn man am Straßenverkehr teilnimmt. Aber natürlich würde ihm das niemand vorwerfen, er selbst am allerwenigstens. Das wäre absurd!
Es besteht ein Risiko abhängig zu werden, wenn man wiederholt Alkohol mißbraucht. Trotzdem gehen fast alle Menschen in unserem Kulturkreis dieses Risiko
ein. Einige sehr selten, andere sehr oft. Nur einige wenige werden dann vom Alkohol abhängig. Die überwiegende Mehrzahl wird es glücklicherweise nicht.
Alkoholiker werfen es sich jedoch lange selbst vor, eine "selbstverschuldete" Krankheit zu haben. Dabei ist es genauso absurd! Sie lassen es sich auch lange nicht ausreden, dieses absurde Schuldanerkenntnis.
Ärzte bestätigen es ihnen, dass sie nicht schuld sind,
Therapeuten arbeiten daran, dass sie endlich begreifen, nicht schuld zu sein. Doch das zu
akzeptieren, fällt vielen fast noch schwerer, als die
Tatsache Alkoholiker zu sein.
Jetzt könnte sich natürlich jeder Alkoholiker auch noch vorwerfen, dass er als Kind oder
Jugendlicher noch nicht die starke
Persönlichkeit war, die es ihm ermöglicht hätte, das erste
Glas stehen zu
lassen. Oder warum er nicht auf seine Eltern oder andere Bezugspersonen gehört hat, die ihn doch so eindringlich auf die
Gefahren des Alkoholmißbrauchs gewarnt haben. Oder haben die vielleicht selbst getrunken? Und unter welchen
Bedingungen muß ein Mensch eigentlich
aufwachsen, um eine starke Persönlichkeit zu werden?
Ich bin heute der festen Überzeugung, dass jeder Alkoholiker für sich selbst zu der
Erkenntnis gelangen muß, er ist krank und es ist nicht seine schuld. Oder er hat sie eben auch nicht solange er lebt. Das wäre aber keinen Betroffenen zu wünschen, denn wo Schuld empfunden wird, ist die
Scham ganz in der
Nähe.
lg
Simone, Alkoholikerin (nicht meine Schuld!) |