In vielen Therapieeinrichtungen gibt es am Anfang für eine bestimmte Zeit eine sogenannte
Kontaktsperre. Diese Kontaktsperre bezieht sich auf den persönlichen Kontakt von
Angehörigen oder anderen Menschen aus dem sozialen
Umfeld, wie auch auf andere Kommunikationsmittel, wie Briefe, Telefon oder Internet beziehungsweise E-Mail.
Welchen Zweck erfüllt einen Kontaktsperre?
Wenn der oder die Alkoholkranke die Einsicht in die Alkoholkrankheit gewonnen hat, heißt es ja auch, dass man für sich und nur für sich ein
nüchternes Leben führen möchte. Findet oder hat man andere
Gründe, warm man ein
Leben ohne Alkohol beginnen möchte, ist die
Rückfallgefahr viel höher, wenn diese Gründe, ob es nun für den Erhalt des Arbeitsplatzes, für eine
Beziehung oder Ehe, also für den jeweiligen
Partner oder andere Gründe, wegfallen.
Um sich bei der Therapie voll auf sich selbst, ohne äußere Einflüsse, konzentrieren zu können, wird der Kontakt in den ersten Wochen meist unterbunden. Bei eigenen
Kindern wird manchmal eine Ausnahme gemacht, damit die Kinder den Kontakt nicht verlieren.
Haben Angehörige keinen Einblick während der Kontaktsperre?
In vielen Therapieeinrichtungen können sich Angehörige bei der Klinikleitung oder dem behandelnden Personal über den Probanden informieren, um zu wissen, welche
Entwicklung schon vollzogen wurde oder auch um Dinge in bürokratischer oder arbeitstechnischer Sicht zu klären.
Die Kontaktsperre ist als keine Strafe, wie es manchmal angefragt oder empfunden wird, sondern hilft bei der Therapie, sich auf sich zu konzentrieren. Nach einer gewissen Zeit, die unterschiedlich lang ist, wird der Kontakt zu Angehörigen und
Freunden langsam wieder aufgebaut, so dass dann auch Informationen kommen, die nach der Therapie für den Einzelnen wichtig sind.