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Mein Alkohlikerdasein VOR der Therapie.....

 
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skydog
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Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 30.12.2007
Beiträge: 32
Alter: 40
Wohnort: Bad Schönborn

BeitragVerfasst am: 06.01.2008, 14:38    Titel: Mein Alkohlikerdasein VOR der Therapie..... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo liebe Foren-User,
nun möchte ich mich mal näher vorstellen.
Ich heiße Tom, lebe im nördlichen Landkreis Karlsruhe. Am besten erst mal die wichtigsten Eckdaten zu meinem Alkoholischen Lebenslauf. Sehr gerne und auch definitiv „unkontrolliert“ Konsumiert habe ich schon seit meinem 14 oder 15 Lebensjahr, wenn man sich unter Kumpels getroffen hatte, dann wurde auch getrunken, meistens eben bis zum abwinken, überwiegend von Freitagmittag bis Sonntagmittag. Dieses Trinkverhalten behielt so in etwa bei bis 98. Dann kam der erste große Knick in meinem Leben, eine (für mich) wirklich schmerzhafte Trennung, damit Verbunden, habe ich mich dann in eine andere Stadt (nur zum arbeiten) versetzen lassen, auf eine Position die mir im Nachhinein so wirklich gar nichts gebracht hat. Im Februar 99 war es dann soweit, nach einem recht Feuchtfröhlichen Abend kam die Kelle und das Zeichen zum rechts ran fahren. Damit war mein Job auch futsch, aber damals war mir das glaube ich eh so ziemlich wurscht. Der Zufall wollte es, dass ich nen alten Schulfreund traf, er arbeitet nebenher in einer Bierkneipe und da suchten Sie noch jemanden für 2-3-mal die Woche abends. Mit der Wirtin kam ich von Anfang an klar, denn wir hatten das gleiche Hobby, langsam anfangen und sich dann steigernd „weg beamen“. Den Job hatte ich, mittlerweile konsumierte ich sowieso täglich, mal mehr mal weniger, nun ja, jetzt konnte ich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, Geld verdienen, an der Quelle sein und nix dafür zahlen müssen, denn mit dem Wirtsehepaar hatten sich sehr sehr schnell familienähnliche Bande ergeben. Kurz darauf fand ich dann wieder reguläre Arbeit, machte aber trotzdem meine 2-3 Schichten abends in der Kneipe, naja eigentlich 6 Schichten, denn auch wenn ich nicht hinter dem Tresen stand, saß ich an den freien Tagen eben davor. Im Spätherbst kam ich dann mit meiner jetzigen „Noch“-Ehefrau (die Scheidung) läuft zusammen und war hellauf begeistert, denn auch Sie trank gerne und ich musste mein Leben nicht großartig ändern. Ihr könnt Euch sicher denken, dass der Alkohol schon von Anfang an das dominierende ding in unserer Beziehung/Ehe war. Es gab immer mal lichte Momente den Alkohol zu reduzieren, aber einer von beiden kippte immer schon nach kurzer Zeit um. Die folgenden Jahre bestanden aus streiten und versöhnen, ausbrechen/trennen und es wieder versuchen usw. usw. Im Gegensatz zu Ihr, schaffte ich es aber sehr schnell nicht mehr ein ordentliches Leben zu führen. Ich jobbte nur noch gelegentlich, immer so viel, dass es für den benötigten Spiegel reichte, zu mehr hatte ich einfach auch keinen Bock mehr, das Leben war mir sozusagen egal, es lief doch alles mehr oder weniger. Als wir uns dann mal wieder zusammen gerauft hatten und es den Anschein hatte, wir könnten doch noch gemeinsam einen Richtungswechsel vollziehen, bekamen wir die Möglichkeit einen Altbau zu mieten und nach unseren Vorstellungen zu renovieren. Heute weiß ich, das war für mich der Anfang vom Ende, denn ich konnte ohne schlechtes Gewissen „meine Art zu leben“ umsetzen, ich konnte auf der Baustelle mein eigener Herr sein und dabei auch noch lustig meinen Spiegel bedienen, denn auf ner Baustelle gibt’s immer was und zu allem Überfluss auch noch eine 24 Stunden Tankstelle in direkter Nachbarschaft so dass bevorraten nicht notwendig war. Während der Zeit lief sogar unsere Ehe einigermaßen Harmonisch. Aber jede Baustelle ist irgendwann mal fertig, und nun? Mittlerweile war ich Körperlich völlig abhängig, war aber machbar durch die Tanke, da ging’s auch mal nachts um 3 nen Jäger M. holen um nicht mehr zu schwitzen und etwas schlaf zu finden. Hinzu kam die nächste Abhängigkeit, nämlich die finanzielle von meiner Frau, an reguläres arbeiten war in meinem Zustand nicht mehr zu denken. Eines Tages der Blackout, v on allem völlig genervt, Monatsanfang, Geld in der Tasche, 3 Tage Dauersuff, geschlafen habe ich auf einer Parkbank, in unserem Auto oder im Fahrradkeller. Trotz meines Dauerlevels, konnte ich dann noch Entscheiden, jetzt ist erst mal Schluss. Mit den letzten Talern bin ich dann ins Psychiatrische Zentrum gefahren und da ich über 3 Promille hatte, bot mir natürlich auch direkt eine mehrtägige Übernachtungsmöglichkeit. Beim ersten Gespräch mit meiner Frau kam dann heraus, dass Sie sehr sauer ist, aber nicht wegen den 3 tagen, sondern weil ich zum Entgiften gegangen bin. Sie ist (bis heute noch) der Meinung, wir hätten das auch anders geschafft. Wir einigten uns dann darauf, nach der Entgiftung suche ich mir Arbeit und wir sehen dann gemeinsam weiter. Zwei Tage nach der Entgiftung hatte ich dann einen Job. Produktionshelfer im 3 Schichtbetrieb über Personalleasing, ich muss dazu sagen, dass ich von Beruf Kaufmann bin. Die ersten Tage war alles ganz easy und ich war auf jeder Nacht und Spätschicht standhaft, bis mir bewusst wurde, dass ich in der größten Kneipe ohne „Konzession“ gelandet bin die ich kenne. Leute, was dort in besagten Schichten gezogen wird ist unvorstellbar. Acht Wochen geregeltes Schichttrinken und die nächsten 3 Tage Absturz waren da. Das gleiche Spiel von vorne, ab ins PZN, entgiften. Damit war dann auch zuhause endgültig alles im A... (Sorry). Aber auch das ging nur während der zeit dort gut. Der erste Tag in völliger Freiheit und ich erlebte den tiefsten Absturz meines Lebens, mir fehlen 6 Stunden. Ich wollte eigentlich mit einem Miettransporte meine Möbel holen, war auch noch zuhause, dann fehlt es. Aufgewacht bin ich in dem Sprinter, ordentlich geparkt in einem Maisfeld, ein paar Ortschaften weiter, geregnet hatte es mittlerweile auch, die Karre saß fest. Vielleicht war das ein Zeichen, keine Ahnung. Ich konnte und wollte nicht mehr, bin zur Polizei und habe mich selbst angezeigt bevor doch noch ein Unglück passiert und später wären die wegen des abstellen von dem Auto eh zu mir gekommen. Also, Polizei und wieder ins PZN, dort habe ich am nächsten Tag direkt bei Drogenberatung angerufen und alles für eine Langzeit in die Wege geleitet. Da ich mich komischerweise bei solchen Dingen noch nie auf andere verlassen habe, habe ich auch überall (Rententräger, Klinik usw.) selbst nachgehakt und konnte direkt nach 3 Wochen meine LZ beginnen. Heute bin ich im 14. trockenen Monat und habe diese Entscheidung, einen Strich unter nahezu wirklich „alles“ zu ziehen und nüchtern ganz von vorne zu beginnen nicht eine Sekunde bereut. Die letzten Monate waren die schönsten und die härtesten in den letzten vielen Jahren, aber dazu würde ich gerne einen zweiten Eintrag machen, denn ich denke die Vorgeschichte ist genauso wichtig wie das trockene Leben.
Jetzt warte ich mal fragen ab und erzähle dann gerne noch von der und nach der Therapie.

Euer

Tom
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skydog hat zum Thema: Mein Alkohlikerdasein VOR der Therapie..... geschrieben
Annika
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.12.2005
Beiträge: 3847
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 06.01.2008, 14:44    Titel: re Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tom

ich begrüße dich und sage herzlich willkommen in unserem Forum

Vielen Dank für den intensiven Einblick in dein Leben.

Ich freue mich zu lesen wie es nach der Therapie weiter gegangen ist. Wie du deinen Weg gegangen bist.

LG Annika
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Annika hat zum Thema: re geschrieben
Andi
Gast






BeitragVerfasst am: 06.01.2008, 15:39    Titel: Re: Mein Alkohlikerdasein VOR der Therapie..... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tom,

vielen Dank,für deinen offenen und ehrlichen Beitrag!

Ich würde mich freuen zu erfahren,wie dein weiterer Lebensweg ausschaut,und freue mich auf einen regen Erfahrungsaustausch mit Dir!

Gruß Andi
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Andi hat zum Thema: Re: Mein Alkohlikerdasein VOR der Therapie..... geschrieben
skydog
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 30.12.2007
Beiträge: 32
Alter: 40
Wohnort: Bad Schönborn

BeitragVerfasst am: 06.01.2008, 22:56    Titel: Re: Mein Alkohlikerdasein VOR der Therapie..... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Vielen dank für Eure Reaktion ihr zwei. Hat mich sehr gefreut. Im laufe der kommenden Woche werde ich dann sehr gerne die Zeit seit meiner Therapie posten. Freu mich auch schon auf einen regen Austausch...

Ich wünsche allen einen guten Start in die neue Woche....

Tom
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skydog hat zum Thema: Re: Mein Alkohlikerdasein VOR der Therapie..... geschrieben
siggi3_1
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 03.11.2006
Beiträge: 14
Wohnort: schmallenberg

BeitragVerfasst am: 09.01.2008, 19:58    Titel: Re: Mein Alkohlikerdasein VOR der Therapie..... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich wollte nur sagen,toll was du bis jetzt erreicht hast,so sollte eigentlich schon seit langem auch meine Lebensgeschichte aufgeschrieben werden!!
Ich hoffe wir hören im chat mal voneinander

Gruß
Rolf
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siggi3_1 hat zum Thema: Re: Mein Alkohlikerdasein VOR der Therapie..... geschrieben

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