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Wohin mit den Gefühlen?

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sternenhexe
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.05.2007
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: 05.01.2008, 01:17    Titel: Wohin mit den Gefühlen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo!

Ich bin schon seit einigen Tagen hier angemeldet, hab aber immer noch nicht irgendwie den rechten Zeitpunkt gefunden...aber nu... Smilie

Kurze Story, ähnlich wie all die anderen hier.

Ich bin 34 Jahre alt.
Mein Vater hat getrunken, denke mal so 20 Jahre und ist seit 10 Jahren trocken.
Meine Mutter spielt die Co-Abhängigkeitsspiele immer noch und mein Vater antwortet verhaltensmäßig, wie ein Säufer dadrauf. Er trinkt nur nicht mehr, denke ich manchmal, sonst ist alles beim Alten geblieben.
So wie ich das mittlerweile aus der Ferne sehe, ist er dafür in die Arbeitssucht gerutscht... irgendwo muß er ja hin mit dem vor dem er wegläuft und was ihn innerlich beschäftigt, da er das nie bearbeitet hat bzw. nur ankratzte.
Immer wieder versuchen sie mich in die Spielchen einzubeziehen, vor allem meine Mutter und das obwohl ich seit ca. 6 Jahren nicht mehr daheim wohne.
Ich habe seit einigen Jahren, immer mal wieder mit Pausen, Therapie und auch ein paar Klinikaufenthalte hinter mir.

Und da liegt der Hund begraben. Natürlich setzt man sich in der Therapie mit all dem Dreckwasser aus dem Seelenmüllfass auseinander. Es ist gut, aber oft schmerzhaft und einiges zu heikel wieder hervorzuholen... alles braucht auch seine Zeit.
Nun arbeite ich an meinen Gefühlen. Habe mitbekommen, daß ich nur grobe Einteilungen von Gefühlen machen kann, wie gut und schlechte, welche die mich traurig machen oder mir ein komisches, unkontrollierbares Gefühl bringen. Oft habe ich Gefühle falsch benannt und keine Unterschiede zwischen Zorn... Wut... Rachegefühle.... Enttäuschung... Traurigkeit... Ängste usw. gemacht.
Langsam zerflücken wir den Gefühlsmemorie und suchen Übereinstimmungen, damit ich sie neu abspeichern kann.
Aber ich habe damit nicht gelernt zu leben, wie z. B. Wut rauszulassen. Meine ersten Versuche waren von Heulkrämpfen und irgendwas an die Wand schmeißen bis hin zum Schreien im Wald. Genauso auch Liebe, Geborgenheit und Fürsorge... kaum erträglich für mich diese Arten von Nähe. Ich sehne mich danach und bekomme psychosomatische Auswirkungen, wie Hals- und KOpfschmerzen, Migräne, Übelkeit und Überreizbarkeit etc. wenn ich sie bekomme. Kaum auszuhalten, aber ich versuche es immer und immer wieder... manchmal klappt es für kurze Zeit und dann werde ich traurig, weil es zuhause nie jemanden gab, der an soviel Nähe und an mich interessiert war bzw. es zeigen konnte.
Früher habe ich unwohlige Gefühle, die mich durcheinander gebracht haben und wirrig in meinen Bauch rumschwirrten, einfach zum Schweigen durch Essen gebracht. Klappt schon natürlich heute auch noch...aber ich will das nicht mehr und arbeite schon seit Jahren daran, es nicht mehr zu tun, außer in Extremfällen, in denen mir keine andere Lösung einfällt bzw. die Lösungen nicht fruchten wollen.
Das Gefühl von Unkontrolliertem Verhalten macht mich ganz wuschig und schwups bin ich in alten Verhalten gefangen. In den letzten Jahren habe ich versucht damit umgehen zu lernen, aber oft schwenkt es von einem Extrem in das gegensätzliche und der Gleichklang bleibt aus... die Lösung, mit der ich mich wohl fühle und der Gegenüber noch seinen Kopf auf den Schultern sitzen hat Smilie

Wie geht ihr damit um? Wie lernt ihr mit Gefühlen klar zu kommen? Mit Nähe? Mit Wut? Mit Ablehnung? Verletzungen? Vielleicht habt ihr einige Tips, was ich ausprobieren noch könnte, um vielleicht endlich DIE Lösung für einige meiner schwirrenden Gefühle zu finden bzw. meinen Horizont zu erweitern, um anders zu reagieren und die Gefühle zu akzeptieren in mir und nicht, wie früher es einen beigebracht worden ist, sie zu zeigen, weil nur wer schwach ist, zeigt seine Gefühle...
Ich bin nicht schwach... genausowenig, wie wir alle, die das erlebt haben. Wir haben eine hohe Schmerzgrenze und einen wunderbaren hartnäckigen Lebenswillen. Nun möchte ich einfach lernen am Leben aktiv teilzunehmen und es zu fühlen.

Ich würde mich über einige Zeilen von Euch freuen.

LG. STernenhexe
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sternenhexe hat zum Thema: Wohin mit den Gefühlen? geschrieben
Teaser
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 17.08.2007
Beiträge: 24

BeitragVerfasst am: 05.01.2008, 14:06    Titel: Re: Wohin mit den Gefühlen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sternenhexe,

den Umgang mit den eigenen Gefühlen halte ich auch für einen sehr wichtigen Bereich mit dem sich Alkoholikerkinder auseinandersetzen müssen.
Es ist schon erschreckend wenn man feststellen muss, dass man die Gefühle anderer besser wahrnehmen kann als die eigenen. Aber wie sollte es auch anders sein?
Bis vor kurzem war mir nicht mal bewusst, das in meinem Leben eine ganze Menge Ängste existieren. Angst? Ich doch nicht! Wovor denn?
Eigentlich nicht weiter schlimm, Ängste sind nützlich und schützen vor Gefahren. Allerdings sollte man diese Gefühle eben auch als solche erkennen können. Nur so hat man die Chance sich manchen Themen zu stellen. Ich habe (unbewusst) viele Strategien entwickelt um diese negativen Gefühle zu umgehen. Um Angstgefühle nicht ertragen zu müssen bin ich z. B. regelmäßig sofort zum Angriff übergegangen. So war mir immer klar, dass ich sehr schnell wütend werde aber war mir der Ursache nie bewusst. Auch so etwas trägt zu den vielen "Gefühlsverwirrungen" bei.
DIE LÖSUNG habe ich auch nicht gefunden. Was ich versuche, ist Ersatzhandlungen zu vermeiden (bei dir essen, bei mir rauchen). Ansonsten bemühe ich mich im Alltag möglichst oft auf mein Bauchgefühl zu hören. Was für uns gar nicht so leicht ist. Erst muss man diese Gefühle mal zulassen/wahrnehmen und dann muss man noch den Mut haben darauf zu vertrauen.
Aber es geht. Mit jeder Erfahrung, dass das Bauchgefühl mal wieder absolut richtig war, wird es leichter.

LG
Teaser
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Teaser hat zum Thema: Re: Wohin mit den Gefühlen? geschrieben
phoenix75
Gast






BeitragVerfasst am: 05.01.2008, 16:39    Titel: Re: Wohin mit den Gefühlen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo Sternenhexe,

ich finde das hört sich alles schon sehr gut an.
es ist ein langer Prozess, zu merken, was da brodelt, wenn sich nie jemand einen Dreck darum geschert hat, was man gefühlt hat.

Was mir hilft ist, zunächst einmal zu akzeptieren, wenn ich das Gefühl nicht erkennen kann. Ich weiss einfach, es ist unangenehm. Das zu sehen und anzunehmen, läßt mich schon mal besser fühlen, genau wie die Gewissheit, daß es nicht STATISCH sondern DYNAMISCH ist, das heißt, der Schmerz lässt nach.

Manchmal stelle ich mir auch vor, wie sich das Gegenteil anfühlen würde, um drauf zu kommen, was es ist.
Oder wie ich es benennen würde, wenn jemand anderes das Gefühl hätte, nicht ich, und mir davon erzählen würde. Wie du, kann ich Gefühle bei anderen viel besser einordnen...

Was mir auch sehr gut tut, ist Meditation. Ich arbeite seit dem neuen jahr wieder daran, täglich zu meditieren, wenn es auch nur 10 MInuten sind.

Der Nutzen besteht für mich darin, daß ich mich den Emotionen nicht so ausgeliefert fühle. Da ist dann im Sturm ein starker Leuchtturm, von dem aus ich über die Wellen kucken kann und mehr Abstand zu allem habe.
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phoenix75 hat zum Thema: Re: Wohin mit den Gefühlen? geschrieben
lavendel
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.05.2006
Beiträge: 2869

BeitragVerfasst am: 05.01.2008, 17:42    Titel: Re: Wohin mit den Gefühlen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo sternenhexe,

ich habe zwei mechanismen, mit gefühlen, die mir im moment nicht gut tun, umzugehen.

das eine ist sport, sich auspowern, bis man kaum mehr piep sagen kann, und dann in die badewanne. das hilft gegen depri und auch gegen wut.

wenn ich traurig bin versuche ich, mir etwas gutes zu tun. etwas, von dem ich weiss, dass ich es geniessen kann. wichtig ist mir dabei (oft, nicht immer) dann vor allem, mich aufzuraffen und mich nicht passiv in der wohnung zu verkriechen, denn dann wird es meist noch schlimmer. gutes tun ist bei mir musik (hören, selber machen, konzert), mir was leckeres kochen, ins kino gehen, sauna. meist geht es mir nach einer solchen aktivität dann besser als vorher.

gruß

lavendel
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lavendel hat zum Thema: Re: Wohin mit den Gefühlen? geschrieben
tini8
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 627
Alter: 42
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 05.01.2008, 17:50    Titel: Re: Wohin mit den Gefühlen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Sternenhexe! Puh, das hört sich ganz schön heftig an bei dir!! Aber dir wird sicherlich auch der Erfahrungsaustausch hier helfen! Das mit den Gefühlen kennt wohl jeder von uns mehr oder weniger. Eine Strategie von mir ist so ähnlich wie die von Phönix: Ich gönne mir immer wieder totale Auszeiten in Form von schweißtreibendem Sport. Da kann ich total abschalten und bin danach wie neugeboren. Spaziergänge oder so was helfen bei mir zwar auch, aber nicht so wie das totale Versenken... Yoga würde mir glaube ich auch gefallen... Danach kann ich wieder klarer denken - und auch fühlen. Manches sehe ich dann klarer. Ich war z.B. immer total verschlossen, habe mich nur begrenzt geöffent und wenn es zu eng wurde - schwupp - Freundschaft beendet. Auf die Art und Weise habe ich mindestens 10 gute Freunde einfach sausen lassen. An einigen knabbere ich heute noch, obwohl ich es ja war, die alles beendet hat! Das heißt jetzt nicht, dass ich jetzt extrem offen bin... Aber seitdem ich mir auch die Ursache meiner Gefühlslagen eingestanden habe, geht es deutlich aufwärts. Ich habe mich jetzt auch zum ersten Mal einer Freundin anvertraut. Das war und ist für mich wie eine Offenbarung gewesen. Und ich ahbe bei ihr nicht mehr das Gefühl, irgendwas "verschweigen" zu müssen. Ich könnte mir ihr jederzeit über meine Mutter reden, und weißt du was - das brauche ich gar nicht mehr immer. Es hilft mir schon allein, zu wissen, dass ich es könnte. Das macht mich freier und lockerer. Der Krampf im Kopf ist besser!!! Veile Grüße, tini
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tini8 hat zum Thema: Re: Wohin mit den Gefühlen? geschrieben
sternenhexe
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.05.2007
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: 27.01.2008, 14:34    Titel: Re: Wohin mit den Gefühlen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Es ist schon erschreckend wenn man feststellen muss, dass man die Gefühle anderer besser wahrnehmen kann als die eigenen. Aber wie sollte es auch anders sein?

Anders geht es nicht, da hast Du recht. Schließlich haben wir jahrelang immer unser Leben nachdenen gelebt, die unser Leben so beeinflußten, daß wir uns übersahen und uns "unsichtbar" machten.
Ich glaube viele Leute im Sozialen Berufen waren/sind in solchen Situationen aufgewachsen bzw. kennen diese Leben, sonst könnten sie sich nicht so gut in andere hineinversetzten. Also es hat auch seine Vorteile.... und es ist oft auch eine gute Ablenkung von einem Selbst, sich mit den Anderen zu beschäftigen

Bis vor kurzem war mir nicht mal bewusst, das in meinem Leben eine ganze Menge Ängste existieren. Angst? Ich doch nicht! Wovor denn?
Eigentlich nicht weiter schlimm, Ängste sind nützlich und schützen vor Gefahren. Allerdings sollte man diese Gefühle eben auch als solche erkennen können. Nur so hat man die Chance sich manchen Themen zu stellen. Ich habe (unbewusst) viele Strategien entwickelt um diese negativen Gefühle zu umgehen. Um Angstgefühle nicht ertragen zu müssen bin ich z. B. regelmäßig sofort zum Angriff übergegangen. So war mir immer klar, dass ich sehr schnell wütend werde aber war mir der Ursache nie bewusst. Auch so etwas trägt zu den vielen "Gefühlsverwirrungen" bei.


Die Ängste... ein heikles Thema. Vor längerer Zeit habe ich einen Zusammenbruch gehabt. Nichts ging mehr... außer meine Ängste, die funktionierten ohne Ende und im Übermaß. Panik machte sich breit. Nicht mal einkaufen war ohne Panik drin... Angst vor anderen Menschen... Angst zu versagen... Angst vor neuen Dingen und Situationen... Angst vor Liebe und Glück... usw. eine lange Liste hat sich herauskristallisiert. Früher habe ich es ähnlich gemacht wie Du. Angegriffen oder komplett zurückgezogen und geschluckt.... aber heute..... muß ich mich mit meinen Ängsten auseinander setzten. Schaun, welche gut und gesund sind und welche mich so im Leben blockieren und mich festhalten, kaputt machen.
Ich denke, es sind all die Ängste der vergangenen Jahre...als Kind... lassen sich Deine Eltern scheiden... oh, hoffentlich kommt er nicht wieder besoffen nach Hause und brüllt herum... ich muß meine Leistungen bringen, sonst gibt es Ärger daheim .... wenn ich nicht gehorche, lieb bin und ihren Erwartungen nicht entsprechen bestrafen sie mich wieder mit Liebesentzug etc.
Alles kommt irgendwann zum Vorschein.... und es liegt an mir damit umzugehen und zu lernen oder mich zu ergeben und zu versinken...

Ansonsten bemühe ich mich im Alltag möglichst oft auf mein Bauchgefühl zu hören. Was für uns gar nicht so leicht ist. Erst muss man diese Gefühle mal zulassen/wahrnehmen und dann muss man noch den Mut haben darauf zu vertrauen.
Aber es geht. Mit jeder Erfahrung, dass das Bauchgefühl mal wieder absolut richtig war, wird es leichter.

Ja... ich weiß, daß es geht... ich hoffe und glaube daran.... aber leider vertraue ich dem nicht, in schwierigen Situationen... in ängstlichen, unkontrollierten Zeiten....
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sternenhexe hat zum Thema: Re: Wohin mit den Gefühlen? geschrieben
sternenhexe
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.05.2007
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: 27.01.2008, 14:36    Titel: Re: Wohin mit den Gefühlen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ups... das mit dem Zitat hat nicht geklappt. Eigentlich habe ich versucht Teaser´s Brief vom 05.01. zu beantworten.
Ich war lange hier nicht drin...
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sternenhexe hat zum Thema: Re: Wohin mit den Gefühlen? geschrieben
sternenhexe
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.05.2007
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: 27.01.2008, 14:50    Titel: Re: Wohin mit den Gefühlen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

[quote="phoenix75"]hallo Sternenhexe,

ich finde das hört sich alles schon sehr gut an.
es ist ein langer Prozess, zu merken, was da brodelt, wenn sich nie jemand einen Dreck darum geschert hat, was man gefühlt hat.

Sternenhexe: Ja... es ist auch gut... ein Fortschritt ist über all die Jahre zu sehen... und es wird auch besser.... aber leider auch feiner

Was mir hilft ist, zunächst einmal zu akzeptieren, wenn ich das Gefühl nicht erkennen kann. Ich weiss einfach, es ist unangenehm. Das zu sehen und anzunehmen, läßt mich schon mal besser fühlen, genau wie die Gewissheit, daß es nicht STATISCH sondern DYNAMISCH ist, das heißt, der Schmerz lässt nach.

Sternenhexe: Läßt der Schmerz wirklich nach? Ich habe das Gefühl, daß ich meinen Vergangenheits-Schmerz immer wieder spüre und je feiner und intensiver ich mich mit meinen Gefühlen arbeite, desto größer ist er bzw. wenn ich recht überlege...er ist anders.. er ist kürzer als früher.... auch wenn im ersten Moment recht heftig und ich das Gefühl habe es zerreißt mich...aber das tut es nicht..... aber manche Gefühle, die ich frührer nur in einen Topf "schlechte wirrige Gefühle" geschmissen habe, kann ich schon unterscheiden und vielleicht sind dadurch die Schmerzen anders.... das Fühlen anders..... Aber die Idee, das Gefühl, was immer es ist, erst einmal anzunehmen ist ganz gut.... ich bin da immer etwas perfektionistisch und ungeduldig...will immer zuviel lernen und geh dabei oft zu sehr über Grenzen.... anstatt sie einfach da sein zu lassen und sie zu akzeptieren ... sie wirken zu lassen und zu schaun, was passiert.
Ich werde es mal versuchen...

Manchmal stelle ich mir auch vor, wie sich das Gegenteil anfühlen würde, um drauf zu kommen, was es ist.
Oder wie ich es benennen würde, wenn jemand anderes das Gefühl hätte, nicht ich, und mir davon erzählen würde. Wie du, kann ich Gefühle bei anderen viel besser einordnen...

Sternenhexe: Das stell ich mir wieder etwas schwieriger vor! Ich würde z.B. meinem Teddy das erzählen und versuchen dann zu reflektieren.... kann mir recht schlecht etwas vorstellen.... muß es anfassen oder sehen können....

Was mir auch sehr gut tut, ist Meditation. Ich arbeite seit dem neuen jahr wieder daran, täglich zu meditieren, wenn es auch nur 10 MInuten sind.

Sternenhexe: auch ein guter Tip. Und was ist, wenn es Dir schlecht geht? Machst Du es dann auch? Ich kenn so einiges an Entspannungsübungen, manchmal räuchere ich auch und höre schöne Musik dabei...versuch meine Mitte wiederzufinden.... manchmal gelingt es mir... aber irgendwie fallen mir all diese "guten" Dinge nicht ein, wenn ich unter Druck und im Chaos stehe... mich am liebsten nur im Bett verkriechen möchte und die Decke über den Kopf ziehen.....

Der Nutzen besteht für mich darin, daß ich mich den Emotionen nicht so ausgeliefert fühle. Da ist dann im Sturm ein starker Leuchtturm, von dem aus ich über die Wellen kucken kann und mehr Abstand zu allem
habe.

Sternenhexe: Ausgeliefert sein... ja, daß ist genau die richtige Beschreibung...oft fühl ich mich hilflos und ausgeliefert, wenn mich ein Gefühlswirrwarr überrennt.....

Der Vergleich mit dem Leuchtturm ist schön.... und der Gedanke mit Abstand an die Sache zu gehen auch..... ich werd darüber weiter mal nachdenken und es ausprobieren, wie ich mir einen Leuchtturm bauen kann.
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sternenhexe hat zum Thema: Re: Wohin mit den Gefühlen? geschrieben

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