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Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig

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Petra33
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 07.09.2005
Beiträge: 5
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 07.09.2005, 08:33    Titel: Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

meine Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig.
Ihren Konsum an Bier und Ouzo hat sie kontinuierlich gesteigert und auch die Uhrzeiten , wann sie anfängt werden immer früher.
Mein verhältnis zu ihr war schon immer sehr schwierig, was allerdings damals sicher nicht am Alkohol lag, da sie früher nichts trank.
Wir wohnten bis vor fast drei Jahren auf dem selben Grundstück.
2001 erkrankte ich selbst an Krebs und meine Mutter nahm in ihrem Verhalten keinerlei Rücksicht. Bei den kleinsten Unstimmigkeiten wurde sie aggressiv, bzw schrie herum, was zum Teil einfach nur unter die Gürtellinie ging.
Aus einer Kleinigkeit eskalierte die Situation. Seit drei jahren habe ich jeglichen Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen. Ich bin mit meiner eigenen Familie weg gezogen und habe dies nicht einen Tag bereut.
Leider ist dadurch der Kontakt zu meinem Vater ebenfalls abgebrochen, bzw. er beschränkt sich nur noch wenn er seine Enkelkinder abholt.
Die Sitution bei meinen Eltern ist mittlerweile so: meine Mutter trinkt häufig bis zum absoluten Vollrausch und so dass es sie schon früh am abend in diesem Zustand ist. Sie ist in den letzten zwei Jahren deshalb schon oft bös gefallen. Sie fällt in Glasvitrinen, fällt Kellertreppen runter usw.
Wenn mein Vater keinen Alkohol besorgt , schreit sie so lange herum, bis dass er entnervt fährt und das will bei ihm schon etwas heissen.
Er hat wohl schon einige mal mit ihr versucht darüber zu reden, aber mittlerweile sagt er nichts, da ihre Reaktionen dem entsprechend waren.
Sie isst kaum noch etwas. Gestern habe ich sie nach Monaten von weiten gesehen und mich hat der Schlag getroffen.
Ich hatte in der zeit der Chemo schon sehr viel abgenommen, aber sie ist ist richtig abgemagert. Beine , Arme und Oberkörper sind nur noch Haut und Knochen, wobei Gesicht und Bauch, wie aufgeschwemmt wirken.
Mein Vater, der meine Mutter immer sehr geliebt hat, hat sich eine Freundin zugelegt, mit er alles das macht, was man mit einem Partner machen sollte. Verlassen möchte er meine Mutter nicht, weil er Angst hat, dass sie allein verwahrlost.
Ihren Job als Haushaltshilfe hat meine Mutter in diesem Monat verloren.
Ich könnte jetzt sagen, was geht mich das alles noch an?! Sie war für uns Kinder auch schliesslich nicht da. Ich bin auch auch in einer Gruppe für Angehörige von Alkoholikern gewesen, die mir sehr gut getan hat.
Ich verstehe sehr viele Dinge nun, habe endlich akzeptieren können, dass dies eine Krankheit ist und habe auch meine Wut gegen sie abstellen können. Ich habe die Dinge , die passiert sind aufgearbeitet und
verarbeitet.
Ich weiß, dass meinem Vater es sehr leid tut, dass unser Kontakt sich nur noch auf "hallo" und "tschüß" beschränkt. Aber alle versuche ihn mal auf nen Kaffee bei uns einzuladen blockt er ab mit: oh ich habs grade eilig.
Im Grunde habe ich das Gefühl, dass es so nicht weiter gehen kann. Ich weiß aber meine Mutter ist nicht willig sich helfen zu lassen, denn jedes Gespräch artet in Schuldzuweisungen ihrerseits aus. bei ihr sind immer alle anderen Schuld, selbst wir Kinder haben ihr so viel angetan. Ich weiß zwar nicht was wir gemacht haben, aber nun ja.
Ich habe so viele Fragen in meinem Kopf. Wie lang lebt meine Mutter in dem Zustand noch? Wie kann ich Kontakt zu meinem Vater aufbauen? Wie kann ich ihm signalisieren, dass er immer herkommen kann?
Wenn ich mit Aussenstehenden darüber rede heisst es immer: Sie haben sich um dich auch einen Dreck gekümmert und deine Mutter hat euch schlecht behandelt.
Nur das bringt mich nicht weiter. Fakt für mich ist, dass ich so zu meiner Mutter keinen Kontakt haben möchte, da es für mich nicht gut ist. Trotzdem kann ich mir doch Sorgen um sie machen oder?
Bei meinem Vater ist das schon etwas anderes. Ich vermiss ihn schon sehr.
Ich habe ziemlich viel durch einander geschrieben. Aber ich es tat mal gut hier zu schreiben.
Liebe Grüße Petra
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Petra33 hat zum Thema: Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 45998
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 07.09.2005, 09:03    Titel: Re: Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Petra und Willkommen im Forum,

Dein Vater sitzt nun zwischen zwei Stühlen. Er kümmert sich um seine Frau, zu der Du den Kontakt abgebrochen hast. Das ist für Dich sicher der richtige Weg gewesen.
Das Du Dir dennoch Sorgen machst, kann ich aus Deinen Zeilen herauslesen.

Um mit Deinem Vater wieder besser in Kontakt zu kommen, ist ein Gespräch angebracht, was Du ja auch möchtest. Das kann der richtige Weg sein.
Vielleicht könnt ihr ja zusammen mit Deinen Enkelkindern was unternehmen.
Plane etwas, was ihr zusammen machen könnt und wenn er dann kommt , überrasche ihn damit.

Seine neue Freundin ist vielleicht auch ein Grund, warum er nicht mit Dir reden will? Akzeptierst Du dieses Verhältnis Deines Vaters oder machst Du ihn desshalb Vorhaltungen?

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Karsten hat zum Thema: Re: Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig geschrieben
Rainer
Gast






BeitragVerfasst am: 07.09.2005, 09:22    Titel: Re: Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen Petra,

und herzlich Willkommen.
Abgesehen von dem Problem Deiner Mutter belastet es Dich offensichtlich sehr, dass Du keinen richtigen Kontakt zu Deinem Vater hast.
Wie Karsten schon geschrieben hat, er sitzt zwischen zwei Stühlen.
Ich weiss ja nicht, inwieweit Du die Freundin Deines Vaters akzeptierst.
Vielleicht solltest Du Deinen Vater einmal mit seiner Freundin zusammen zum Kaffee oder zum Essen einladen, das kann zunächst auf neutralem Boden sein, damit er merkt, dass Du ihn gern hast und er Vertrauen zu Dir haben kann.
Dann wird er sicherlich auch mal alleine kommen und Ihr könnt offener reden.

lieben Gruß,

Rainer
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Rainer hat zum Thema: Re: Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig geschrieben
Petra33
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 07.09.2005
Beiträge: 5
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 07.09.2005, 09:26    Titel: Re: Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten und Rainer
danke für deine Antwort. Es sind ja meine Kinder. Ich bin erst 33 Jahre. Meine Kinder sind 13 und 7. Ich habe mit meinen Kindern über meine Mutter gesprochen, da sie mich selbst mal fragten: Mama, warum trinkt die Oma so viel?
Ich habe ihnen erklärt, dass abhängig ist und dass dies eine Krankheit ist.
Wir haben viel darüber gesprochen.
Meine große Tochter möchte auch von selbst meine Eltern besuchen.
Mein vater ist dann anwesend und meine Tochter sagt, dass sie sich sehr zusammen reisst, wenn sie da sind.
Beide Kinder kommen auch immer freudestrahlend nach Hause, wenn sie da waren.
Ich hatte am Anfang Gewissensbisse, meine Kinder dort hin gehen zu lassen.Aber meine Kinder möchten von sich aus ihre Großeltern besuchen. Sie gehen so alle zwei bis drei Wochen dort hin. Ich mag ihnen den Besuch auch nicht verbieten.
Mein Vater bringt unsere Kinder auch wieder nach Hause. Mein Mann und ich haben schon mehrmals ihm angeboten, dass er mal rein kommt, aber er hat dann immer keine Zeit.
Seine neue Beziehung respektiere ich . Ich kenne diese Frau von Kindestagen an und sie ist eine sehr liebe Frau. Ich kann meinen vater auch verstehen, auch wenn ich vielleicht die Dinge anders machen würde. Aber ich darf mich nicht in die Ehe meiner Eltern einmischen.
Da ich Bilder male und auch ausstelle, habe ich vor kurzem seiner freundin eine Einladung zu der Ausstellungseröffnung persönlich gegeben.
Ich hatte damit zwei Dinge beabsichtigt: Einmal wollte ich ihr signalisieren, dass ich sie voll und ganz respektiere und zum anderem hatte ich erhofft, dass mein Vater auch kommt. Sie hat sich sogar sehr darüber gefreut. aber beide sind nicht gekommen.
Ich erwarte auch nicht, dass mein Vater sich zwischen meiner Mutter und mir entscheidet . Ich möchte ihm auch nicht raten, er soll sich entscheiden, welche Frau er nun haben will.
Ich möchte ihn einfach nur als Vater wieder haben, sonst nichts.
Natürlich mache ich mir auch Sorgen um meine Mutter. Ich bin Krankeschwester und was die Folgen einer jahrelangen Alkoholkrankheit sind, weiß ich nur zu gut.
Es ist alles so schwierig.
Liebe Grüße Petra
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Petra33 hat zum Thema: Re: Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig geschrieben
Martin
Gast






BeitragVerfasst am: 07.09.2005, 12:45    Titel: Schuld Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Petra,

es ist gut zu hören, daß Du zu Distanz gegenüber Deiner Mutter fähig bist. Wohl wenig Coabhängigkeit zeigst, auf alle Fälle nicht lebst. Und einen respektvollen Umgang mit allen Betroffenen im alkoholischen Umfeld führst. Das ist der richtige Weg. Ein Weg der nicht einfach ist - dafür will ich Dir schon mal Respekt zollen - das "Gute" darf nicht unter den Tisch fallen... Ist wohl vielmehr der Anker, falls doch noch mal was in Bewegung käme.

Zum Verstehen (bin selbst 35 Jahre alt):
In unserer Elterngeneration ist oft so eine eigenartige Verschloßenheit anzutreffen. Nach meinen Überlegungen hat es viel damit zu tun, daß bei ihnen die Begriffe der "Schuld" und des "Versagens" so zentral sind. Deine Mutter hat sicherlich gespürt, keine warme Mutter gewesen zu sein. Deine Mutter spürt heute sicherlich, daß sie Alkoholikerin ist. Dein Vater spürt das er schwer coabhängig ist. Sich diese Probleme einzugestehen bedeutet für sie sowohl "versagt" zu haben, als auch "schuldig" zu sein. Deshalb wird lieber der Kopf in den Sand gesteckt, weitergewurstelt, die Probleme verlagert, die Fassade aufrecht erhalten. Es dürfte schwer sein dieses Denkmodell zu durchbrechen. Aber für Dich vielleicht als Anregung um zu verstehen.

Die Verantwortung:
Unsere Generation stellt vielmehr den Begriff der Verantwortung in den Mittelpunkt. Verantwortung für das eigen Leben übernehmen bedeutet aber, sich informieren, im Falle entsprechende Maßnahmen ergreifen, Fehler eingestehen, Veränderung zulassen. Auf Grund der Erkenntnis "ich kann das so nicht mehr verantworten (mir selbst gegenüber und/oder anderen gegenüber)", handelt der verantwortungsbewußte Mensch, holt sich der Trinker zum Beispiel äußere Hilfe. Der Begriff der Verantwortung belastet durch den klaren Blick auf ein Problem, entlastet aber weil es menschlich wird Fehler zu begehen. Die Welt ist nicht mehr schwarz-weiß. Aber die menschlichen Fehler werden offensichtlich.

Familiensysteme:
Die meisten Familiensysteme sind sich selbst stabilisierende. In Deinem Fall ist es sehr klar zu sehen, wie die innere Problemlage der Mutter/Beziehung/Herkunftsfamilie sich bis weit nach außen verschiebt, um im inneren gleich bleiben zu können (Parallelbeziehung des Vaters, aber auch das sein Meidungsverhalten Dir gegenüber). Wäre interessant in welcher Phase Deine Mutter ins Trinken rutschte, aber angedeutet hast Du es bereits. Würde mich nicht wundern, wenn es die Phase war, als die Kinder sich lösten (Hast Du Geschwister?). An Stelle der stabilisierenden Kinder/ihre Mutterrolle ist der Alkohol gerückt. Deine Mutter dürfte schon viel länger ein "Problemfall" sein, der Alkohol macht es nur jetzt offensichtlich. Dein Vater konnte noch nie der Problematik seiner Frau etwas hilfreiches/Problem lösendes entgegensetzen. Auch er stabilisiert sie nur ständig. Im Grunde ist alles ein Meidungsverhalten - Kern aller Probleme (eben auch der "kalten" Kindssorge) liegt in Deiner Mutter. (Insofern ist es ja sehr positiv, daß Du Dich dem Strudel entziehen kannst. Der "Vererbung" von Traumata etwas entgegensetzen kannst. Es gibt diesbezüglich unglaubliche Geschichten, ich hätte es früher für unmöglich gehalten wie dramatisch das sein kann. Siehe auch Roman von Grass, "der Heilbutt".)

Was tun:
Denke für Dich. Dein Ziel ist es wohl den Kontakt zum Vater wieder zu erhalten. Schreibe ihm vielleicht einen Brief. In dem Du ihm klar machst, daß Du ihn nicht für "schuldig" hältst. Das im Grunde mit Deiner Mutter gar nichts passieren muß. Du aber ihn als Deinen Vater vermißt. Freilich - es dürfte das stabilisierende System Deiner Mutter angraben, wenn er darauf eingeht. Dein "Einfluß" steht außer Frage. Aber Dein Interesse ist legitim - das System Deiner Mutter eben "krank". (Und wer weiß, vielleicht entwickelt sich daraus noch mehr - eine Tür für Deine Mutter sich ihrem tiefen Problem zu stellen. Freilich, blick ich auf meine Eltern, so habe ich Zweifel daran, daß sie jemals die Chancen der Verantwortung erkennen könnten.)

Herzlichen Gruß, Martin
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Martin hat zum Thema: Schuld geschrieben
henri
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 1618

BeitragVerfasst am: 07.09.2005, 18:41    Titel: Re: Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Petra

auch von mir herzlich willkommen im Forum.

Um das ganze einmal zusammenzufassen:

  • Du hast und willst keinen Kontakt zu deiner Mutter, verständlich.
  • Dein Vater will möglichst wenig Kontakt zu dir, warum weißt du nicht.
  • Deine Kinder haben guten Kontakt zu den Großeltern.
  • Du hast Kontakt zu der Freundin deines Vaters, der nicht schlecht zu sein scheint, wenn es auch keine Freundschaft ist.
  • Du willst die Beziehung zu deinem Vater verbessern.


Also sieht es doch so aus, dass der einzige Weg, die Beziehung zu deinem Vater zu verbessern, nur über seine Freundin führt. Versuche doch als Erstes zu erfahren, warum dein Vater so wenig mit dir zu tun haben will. Es muss doch irgendeinen Grund geben. Deine Mutter wird es nicht sein, weil er doch verstehen sollte, warum du den Kontakt zu ihr abgebrochen hast. Da dein Vater dir in einem Gespräch immer ausweicht, sprich doch mit seiner Freundin. Das sehe ich momentan als einzige Möglichkeit. Wenn du dann weißt, warum dein Vater sich dir gegenüber so verhält, kannst du entsprechend reagieren.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei

Henri
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henri hat zum Thema: Re: Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig geschrieben
Petra33
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 07.09.2005
Beiträge: 5
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 08.09.2005, 07:28    Titel: Re: Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ganz vielen lieben Dank für eure Antworten.
In meiner herkunftsfamilie ( so nenn ich das jetzt mal Winken ) war schon immer alles schwierig.
Bei mir zu Hause lief da so ab, dass meine Mutter nicht gerade liebevoll mit uns Kindern umging und mein Vater entweder auf der Arbeit war oder Augen und Ohren verschloss.
Ich hatte damals das Glück, ich hatte meine Oma als Zufluchtspunkt und ich habe meinen Frust im Sport ausgetobt. Gottsei Dank habe ich auch einen lieben Mann geheiratet.
meine Schwester kommt mittlerweile auch recht gut im Leben klar, was nicht immer so war. Auch sie hat den Kontakt nach zu Hause abgebrochen.
Mein Vater sieht natürlich heute , dass er uns Kinder hätte schützen müssen.Er sieht, dass es z.B. in anderen Familien, wie bei meinem Onkel ganz anders läuft. Ich habe zu meiner anderen Verwandtschaft, wie Oma, Onkel ect. ein sehr herzliches Verhältnis.
Meine Oma sagte mal, dass er ein schlechtes Gewissen wahrscheinlich hat.
Er hat es nicht mal geschafft sich durch zu setzen, als ich drei Jahre sehr krank war und es oftmals für mich sehr schlecht aussah.
Es gab eine zeit , da hab ich ihm dies zum Vorwurf gemacht, dass er nicht mal in der Lage ist für sein krankes Kind dazu sein.
Mein Vater weiß auch, dass es in meiner eigenen Familie anders läuft. Ich nehme an, dass er Angst davor hat mit mir richtigen Kontakt aufzunehmen, da er weiß dass ich bestimmte Dinge ansprechen werde.
ich habe schon bei ihm das gefühl, er will Kontakt, aber zum richtigen Kontakt fehlt ihm der Mut. Ich merke das ja , wie er mich ansieht.
Ich kann verstehen, dass er im Hinterkopf meine Mutter hat und sie wird nicht begeistert sein, wenn sie erfahren würde, dass wir Kontakt haben.
Meine Eltern sind noch jung, erst 53 Jahre. Manchmal denke ich, es könnte so schön sein. Meine Mutter würde endlich eine Therapie machen und wieder gesund werden. Ob die Ehe nach allem weiter bestehen bliebe, weiß ich nicht. Aber ich denke mir immer beide hätten noch mindesten 20 Jahre vor sich, in denen man so viel machen kann. In denen man glücklich sein kann.
Ich selbst weiß , man alles über sich ergehen läßt, nur um zu leben und mene Mutter tut genau das Gegeteil: Sie säuft sich zu Tode.
Sie hat keine privaten Interessen, keine Freundin nichts.
Bekannte haben sich alle zurück gezogen und selbst, dass ihre eigenen Kinder und ein teil der Enkelkinder nicht mehr kommen, lässt sie nicht um denken. So , wie ich sie einschätze würde sie nicht mal aufhören zu trinken, wenn mein Vater auszög. Im Gegenteil, sie würde vollkommen abstürzen. Sie sagt ja immer, dass sie keine Probleme hat, alle anderen sind schuld und Therapie... nach ihre Meinung alles Schwätzer Geschockt
Dabei ist es ihre eigene Unfähigkeit ihre Gefühle zu offenbaren und ihre eigenen Fehler zu zugeben.
Das Verrückte daran ist, sie bräuchte nur zu sagen helft mir und es würden ihr alle helfen wieder gesund zu werden.
Ich wünsche euch allen viel Kraft und für heute einen weiteren freien trockenen Tag. Ihr könnt echt stolz auf euch sein Sehr glücklich
Liebe Grüße Petra
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Petra33 hat zum Thema: Re: Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig geschrieben
Mondlicht
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 01.09.2005
Beiträge: 210

BeitragVerfasst am: 08.09.2005, 07:47    Titel: Re: Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Petra,

deine Geschichte erschüttert mich, die Bilder laufen in meinem Kopf ab und es ist als wäre ich mittendrin, so intensiv hast du es erzählt.

Deiner Mutter wirst du nicht mehr helfen können, ich denke sie wird den Grad der Verzweiflung erreichen müssen um den richtigen Weg zu finden..
Ich weiss das hört sich hart an, aber eine andere Lösung sehe ich hier nicht.

Es ist gut das du den Kontakt zu ihr völlig eingestellt hast, was deinen Vater angeht ist das traurig. Ich weiss nicht ob ich jetzt falsch liege aber mir fällt da was zu ein:

Kann es sein das dein Vater einfach nicht noch zusätzlich mit dem für ihn allgegenwärtigen Problem konfrontiert werden will ? Vielleicht scheut er sich davor sich mit dir zu treffen...weil unweigerlich das Gespräch auf "Mutter und ihre Sucht" gelenkt wird...

Wenn dem so ist, dann signalisiere deine Sehnsucht nach IHM und das Mutter dabei keine Rolle spielen wird, geht einen Kaffee an einem neutralen Ort trinken, zeig ihm deine Zuneigung.

Alles Liebe für dich....halt uns bitte auf dem Laufenden

Grüße

los Promillos
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Mondlicht hat zum Thema: Re: Mutter ist auch seit mindestens 10 Jahren alkoholabhängig geschrieben

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