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lavendel sagt tschüss   •    Wie kann ich mich wieder fühlen....?  
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tini8
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 627
Alter: 42
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 28.12.2007, 23:57    Titel: halte ich durch? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

HI, ich bin neu hier! Und ich habe schon so viele Geschichten gelesen, die mir alle viel trauriger vorkommen als meine eigene, dass ich mich ganz lang nciht getraut habe, hier zu schreiben. Und jeztz tu ichs doch! Eigentlich müsste es mir ganz gut gehen, denn meine Mutter hat sich nach 30!!!!! Jahren zwangsweise entschieden, eine Therapie zu machen. Ihr wurde nämlich der Führerschein gezwickt. 30 Jahre! So lange sind wir schon abhängig. Das ist eigentlich mein ganzes Leben. Ich kenns nicht anders. Ich war 8, als es losging. Und dann kam halt das übliche Programm, wie es bei so vielen von euch war: ich war die Große, habe sie immer irgendwie be- und geschützt, wenn sie getrunken hat, habe dauernd die Flaschen weggekippt, meine kleine Schwester (sie war noch ein Baby) betreut, usw. Und jetzt? Jetzt müsste doch alles gut sein, oder? Aber ich krieg die Bilder einfach nicht aus meinem Kopf: Wenn ich bei meinen Eltern anrufe, und sie sind nicht da, und ich weiß nicht, wo sie sind, krieg ich gleich Panik: "Wo ist sie? Was macht sie? Geht es ihr gut?" Die Angst ist einfach immer da. Vor allem trau ich auch dem Freiden nicht so ganz: Hat jemand von euch Erfahrung mit so einer langen Alk-Abhängigkeit? Geht das überhaupt, dann noch trocken zu werden? Was mich momentan am meisten stört, ist die Tatsache, dass sie jeztt usn Vorwürfe macht: Wir hätten schon längst was tun können, auch über ihren Kopf hinweg, wir seien doch viel klüger als sie, usw. Also sind doch wieder wir bzw. ich schuld? Und nicht sie? Aber sie hat ja nie mit sich reden lassen! Immer alles abgestritten! Hätten wir wirklich was tun können? Sind wir wirklich mitschuld? Deswegen bin ich manchmal richitg zornig auf sie. Denn insgesamt war sie eine gute Mutter, hat uns verwöhnt und uns wirklich lieb gehabt. Und so richtig schlimm geworden mit dem Trinken wurde es erst vor ein paar Jahren, als einige belastende Situationen gleichzeitig kamen. Dann aber wirklich heftig. Andereseits habe ich sie noch nie so aggressiv und damit auch kämpferisch erlebt. Das finde ich irgendwie gar nicht schlecht. Ja, und jetzt? Was ist richtig, was ist falsch? Soll ich sie jetzt allein lassen? Oder ist das unfair? Braucht sie mich/uns jetzt nicht erst recht? Aber was ist, wenn ein Rückfall kommt? Denn, wie gesagt, ich traue dem Frieden überhauüpt nicht. Ich bin eigentlich mein ganzes Lebenlang enttäuscht worden in dieser Hinsicht. Was soll ich tun? Frage
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tini8 hat zum Thema: halte ich durch? geschrieben
Nelly81
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.06.2007
Beiträge: 288

BeitragVerfasst am: 29.12.2007, 12:34    Titel: Re: halte ich durch? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Willkommen Tini!

Gut, dass Du hierher gefunden hast: man merkt, wie Dich eine Flut von Fragen quält, und dass Du ganz dringend Hilfe beim Sortieren brauchst bzw. Hilfe, Dir selbst zu helfen!

Erstmal: Du kannst hier alles schreiben, musst nicht denken, dass andere ja viel schlimmer dran sind als Du und damit mehr Berechtigung hätten, zu schreiben. So ist es nicht. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, und ich finde Deines gar nicht mal so klein, im Gegenteil! Es ist Wahnsinn und leider oft trauriger Alltag von uns Alki-Kindern, dass wir viel zu früh Aufgaben übernehmen, für die wir an sich noch viel zu jung/klein sind und somit viel zu früh aus der unbeschwerten Kindheit gerissen werden. Du hast eine Riesenaufgabe erledigt, für die eigentlich Deine Mutter zuständig war/ist: Die Versorgung eines kleinen Babys, obwohl Du selbst noch Kind warst. Dass Du sagst, soviel sei es bei Dir ja gar nicht gewesen, ist ein Teil unserer Alki-Kind-Symptomatik: Ständige Untertreibungen, sich selbst nicht für so wichtig nehmen, ich schaff das schon, andere brauchen mich und ich bin so stark/muss so stark sein, um alle aufzufangen. Daran werden wir hier mit Dir arbeiten! Winken Cool (nur wenn Du möchtest natürlich, sollte nicht lehrerhaft klingen!)

Jetzt bist Du „groß“ und hast vieles hinter Dir. Sagst, es müsste doch eigentlich vorbei sein. Doch das ist es nicht. Das ist auch etwas, womit wir Kinder häufig konfrontiert werden: Es fällt uns schwer, über uns und unsere Probleme zu erzählen, uns zu öffnen. Viel zu oft hat man uns nicht geglaubt oder man ist auf irritierte Ablehnung gestoßen. Und auch auf den prägenden Satz: „Tja, schlimme Kindheit, aber jetzt ist es ja vorbei. Schau in die Zukunft, das wird schon. Möchtest Du noch Kaffee?“ oder ähnliches Ablenkendes. Es ist aber eben so, auch wenn es vorbei ist, sind die alten Muster noch da. Man hat uns in einer prägenden Zeit, der Kindheit und Jugend, Muster aufgestempelt, aus denen wir nicht so leicht und oft auch nicht von allein rauskommen. Kennst Du das Lied „kaputt“? „Beinahe unversehrt unter allem was wehtut“ – kannst es Dir ja mal anhören, es passt ganz gut auf uns hier….

Jedenfalls ist es nichts Unnormales, dass Du noch unter Deiner Vergangenheit leidest. Du hast und konntest vieles noch nicht aufarbeiten. Aber Du machst Dir viele Gedanken um Dich und Deine Familie und hast Dich hier angemeldet. Das zeigt, dass Du nun dieses harte Stück Arbeit anpacken willst. Es wird nicht immer leicht sein, Du sagst, Du hast hier schon ein wenig rumgelesen, dann wirst Du schon gesehen haben, dass wir hier gemeinsam durch viele Tiefen, aber auch Höhen gehen, dass wir uns hier gegenseitig bestärken in schweren Zeiten, denn es ist wirklich nicht leicht, diese alten Denk- und Verhaltensmuster abzulegen bzw. anzupassen. Dazu gehört auch, sich von dem alkoholabhängigen Elternteil ein Stück weit zu lösen, so dass Du wieder frei durchatmen kannst und nicht bei jedem nicht beantworteten Telefonanruf in Panik gerätst.

Doch fang langsam an, Du bestimmst Dein Tempo. Wir hier im Forum können Dich dabei begleiten, wenn Du magst.

Liebe Grüße, Nelly
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Nelly81 hat zum Thema: Re: halte ich durch? geschrieben
tini8
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 627
Alter: 42
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 29.12.2007, 15:17    Titel: Danke erstmal! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Vielen dank für deine Antwort! Ja, es kann schon sein, dass man sein eigenes Schicksal immer kleinredet... Doch wenn du schreibst "viel zu oft hat man uns nicht geglaubt", dann stimmt das bei uns nicht. Denn ich habe tatsächlich 30 (!!!) Jahre lang mit NIEMANDEM außer meiner Schwester darüber geredet. Von wegen sich jemandem Erwachsenem anvertrauen!! Wenn ich darüber nachdenke, ist das wahrscheinlich das Ungeheurlichste, was mir passiert ist. Jede Freundschaft habe ich abgebrochen bzw. im Sande verlaufen lassen, sobald es intimer wurde. Keiner meiner Freunde hat etwas davon gewusst. Überhaupt niemand.... Meine Schwester hat es erst mitbekommen, als ich ausgezogen bin, da war sie schon 19. So gut habe ich all die Jahre funktioniert.... Liebe Nelly, ich habe deine Geschichte ausführlich gelesen und ich hoffe, dein Freund weiß davon - denn ich habe mich NIE an irgendjemanden anlehnen können, konnte mich NIE ausweinen, sondern habe immer nur alles in mir verschlossen. Du hast dich letztens beklagt, dass du bei der Weihnachstmarktgeschichte so schwach warst. Sei froh drum!! Bei mir ist es nämlich so: Wenn mir jemand erzählt, dass der und der schwer krank ist oder gestorben ist, und alle Tränen in den Augen haben, fehlt mir am Anfang immer irgendwie das Mitleid. Erst später, wenn ich allein bin, gehen mir solche Geschichten nach. Als "egoistisch" und "egozentrisch" gelte ich deshalb bei meinen Eltern. "Du schaust immer nur, dass es dir gut geht". Aber ich weiß nicht, soll jetzt keine Rechtfertigung sein, aber mit mir hatte auch nie jemand Mitleid. Wie auch? Ich galt immer nur als "ernst" im Verlgeich zu meiner fröhlichen und lebenslustigen Schwester. Haha!! Aber so was wie "unbeschwert" kannte ich halt einfach nicht. Und habe halt auch erst spät den Absprung geschafft. Ich bin z.B. zum Studium extra in der Nähe geblieben. Verrückt, oder? Auslandaufenthalt? Nicht daran zu denken... Dazu war ich viel zu stark.... Oder zu co-abhängig, wie auch immer.... Was meinst du, krieg ich das jetzt, mit über 30, allein hin oder brauch ich auch eine Therapie? Viele Grüße und Danke, Tini8
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tini8 hat zum Thema: Danke erstmal! geschrieben
summerdream
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 6713

BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 05:37    Titel: Re: halte ich durch? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo tini

ganz ehrlich, als ich deinen post gelesen hab, dacht ich mir "auweiha, du hast verdammt viel mitgemacht". nehm deine probleme net auf die leichte schulter (wie nelly scho schrieb ganz typisch für uns), die sind nämlich nicht ohne! ob du dafür ne therapie brauchst oder net, nun das kann dir keiner beantworten, kann sein das wir dir das irgendwann mal konkret empfehlen (wie bei nelly), aber davor wollen wir doch scho gern näher kennenlernen Sehr glücklich
also momentan sag ich mal, überleg dir das mit einer therapie, verkehrt wärs wahrscheinlich net, aber ob du sie brauchst, das solltest du dir erstmal selber überlegen...

Zitat:
Hat jemand von euch Erfahrung mit so einer langen Alk-Abhängigkeit? Geht das überhaupt, dann noch trocken zu werden?

also ich glaub das geht immer, derjenige muss halt auch wirklich wollen - das liegt an deiner mutter.

Zitat:
Was mich momentan am meisten stört, ist die Tatsache, dass sie jeztt usn Vorwürfe macht: Wir hätten schon längst was tun können, auch über ihren Kopf hinweg, wir seien doch viel klüger als sie, usw. Also sind doch wieder wir bzw. ich schuld? Und nicht sie? Aber sie hat ja nie mit sich reden lassen! Immer alles abgestritten! Hätten wir wirklich was tun können? Sind wir wirklich mitschuld?

ich glaub mich streift ein panzer!!! also der vorwurf is wirklich der oberhammer, wenn ich mal so sagen darf.
ihr seit absolut nicht mitschuld, weder daran das sie angefangen hat zu trinken noch das sie nicht aufgehört hat - den schuh darf deine mutter sich scho allein anziehn! der vorwurf is absolut ungerechtfertigt, wie du scho schreibst, sie hat net mit sich reden lassen - mehr bleibt uns angehörigen net übrig. wenn deine mutter bisher net wollte, da wart ihr machtlos - man kann niemanden zwingen, dauerhaft trocken zu werden.

Zitat:
Jetzt müsste doch alles gut sein, oder?

ne muss es gar net. dafür sitzt die angst noch viel zu tief, das vertrauen fehlt noch und das muss sich deine mutter erst erarbeiten. und wenn sie dann noch mit so tollen vorwürfen daher kommt, is das noch viel schwerer - ich frage mich ehrlich gesagt ob deine mutter überhaupt ihre krankheit begriffen hat und den ernst der lage erkannt hat. wie lange ist sie denn überhaupt von der langzeit daheim? oder war sie nur auf entgiftung? betreibt sie nachsorge z.b. shg oder/und gespräche bei der suchtberatung oder so?

Zitat:
"viel zu oft hat man uns nicht geglaubt", dann stimmt das bei uns nicht. Denn ich habe tatsächlich 30 (!!!) Jahre lang mit NIEMANDEM außer meiner Schwester darüber geredet

puh, ich weiß etz gar net was schlimmer is, es ist auf jeden fall beides verdammt übel! ich hatte gott sei dank immer meine beste freundin, die mir zuhört, dafür bin ich auch total dankbar.

du hast von anfang an einen wichtigen menschen vergessen, ich wünsche dir das du ihn findest: DICH selbst! und ich glaube auch mit deinen 30 jahren kannst du das schaffen!

du warst immer für deine familie da, hast dich um alles gekümmert und deine schwester versorgt - also wie man dich als egoistisch bezeichnen kann, ist mir ein rätsel! ich könnte mir gut vorstellen, dass du keine gefühle zeigen möchtest und daher dann auch recht kalt wirkst - kein grund aber dir nachzusagen, dir würde das schicksal anderer nicht nahegehn Sehr böse

ich weiß net, ob du scho bücher durchgelesen hast, aber ich glaube für den anfang kann ich dir "um die kindheit betrogen" von Janet G. Woititz empfehlen, ich glaub dir wird vieles bekannt vorkommen.

so, das wars erstmal von mir, will dich ja net gleich zutexten Winken

liebe grüße
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summerdream hat zum Thema: Re: halte ich durch? geschrieben
tini8
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 627
Alter: 42
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 13:45    Titel: Re: halte ich durch? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Vielen Dank, sunmmerdream!! Deine Antwort hat mir sehr geholfen! Das Buch werde ich mir auf jeden Fall besorgen. Ja, ich weiß auch nicht, ob sies schon so richtig begriffen hat... Sie war halt jahrzehntelnag das, was man eine typische "Quartalssäuferin" nennt: Tage-, ja sogar wochen- manchmal sogar monateweise trocken, und dann wieder extreme Phasen. Aber die Angst war halt immer da. Gleichzeitig hat sie mich/uns mit ihrer Liebe und extremen Verwöhnung überschüttet. Da bin ich, glaube ich, eine Ausnahme. Ich hatte eigetnlich alles, was ich wollte, sowohl materiell als auch von den "Freieheiten" her. Ich hab sie halt nciht so ganz genutzt... Sie hat keine Entgiftung oder Langzeit gemacht, und hat scheinbar auch keinerlei (körperliche) Entzugserscheinungen (?!). Könnte ich mir sogar vorstellen, weil sie ja nie permanent getrunken hat. Ihre Entzugserscheinugnen sind eher psychisch, denke ich mir. Und sie sagt auch: Der Alkohol ist bei mir kein Problem, das Problem ist, dass es jetzt jeder weiß. also ihre Scham. Geschockt Sie geht jezt in eine SHG, weil sie ja den Führerschein wieder haben will. So ist das auch alles rausgekommen: Besoffen Auto gefahren. Und erst seitdem gesteht sie sichs ein - oder auch nicht? Jedenfalls ist sie momentan, also seit 4 Wochen, trocken. Nur mit mir darüber reden will sie nicht. Also immer noch dasselbe Schweigen wie immer schon. Nicht zufälligerweise hat sie auch meine Schwester gefragt, ob sie mal zur SHG mitgehen würde - und nicht mich. Oja, und gestern abend hatten wir ein Gespräch (am Telefon), in dem ich mal versucht habe, ihr zu erklären, wie es mir geht und dass ich denke, eine therapie wäre ganz gut für mich. Das Ende vom Lied: Ich mache mir wieder mal Vorwürfe, sie nicht geschont zu haben bzw. meine Schwester macht mir diesen Vorwurf. Mich k... das richtig an! Mich hat ja auch keiner geschont. Aber man soll nicht in der Vergangenheit leben - oder? Viele liebe Grüße, tini
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tini8 hat zum Thema: Re: halte ich durch? geschrieben
summerdream
Moderatorin
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Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 6713

BeitragVerfasst am: 31.12.2007, 00:07    Titel: Re: halte ich durch? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hey tini

puh, gott sei dank hast du dein alter dazu geschrieben, sonst hätt ich dich gleich mal gefragt, ob du meine schwester bist Lachen ne, gibt noch mehr unterschiede, aber unsere mütter ticken wohl ziemlich gleich Mit den Augen rollen

meine is auch quartalstrinkerin und wie bei deiner ist wohl eines der größten probleme die scham. wobei das ja eigentlich immer so is, kennst du ja selber auch. du hast dich geschämt zu sagen, dass deine mutter alkoholikerin is und bist auf abstand gegangen, sobald es herauskommen hätte können oder?

ich denke gerade bei quartalstrinkern dauert das mit dem vertrauen noch viel länger - wir sind es ja gewöhnt, dass unsere mütter immer wieder wochenlang nichts trinken. vier wochen deine mutter nüchtern is ja nix neues für dich gell.

sei mir bitte nicht böse, aber mach dir am besten net allzuviel hoffnung bei deiner mutter. ich seh das ganze recht kritisch bei ihr, bin aber allgemeiner pessimist bei dem thema trockenwerden und ich wünsche dir auf alle fälle, dass sie es schafft. konzentriere dich auf dich, wenn du dir dann bei deiner mutter sicherer bist (wobei man ja nie ganz sicher sein kann), kannst du dich immer noch freuen. ehrlich gesagt würde ich das thema therapie für dich nicht gerade mit der eigenen mutter besprechen, sie sieht das aus einem ganz anderen blickwinkel - nämlich aus ihrem. und da ist nicht sie die böse sondern du - auch wenn es definitiv nicht so ist!

liebe grüße
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summerdream hat zum Thema: Re: halte ich durch? geschrieben
tini8
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 627
Alter: 42
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 31.12.2007, 18:29    Titel: Re: halte ich durch? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe summerdream, vielen Dank!! Du hast mir jetzt echt aus der Seele geschrieben. Ja, auch ich habe große Skepsis. Allerdings: Die letzten 5,6 Jahre war sie nie mehr so lange trocken. Zumindest das sollte mir vielleicht Hoffnung machen. Ansonsten bin ich tatsächlich auf Abstand zu ihr - und zu mehr Nähe zu Freunden gegangen. Ich habe doch tatsächlich meiner Freundin davon erzählt!! Und ich bemühe mich jetzt auch, mehr mit Bekannten zu unternehmen und nicht immer nur um meine Mutter zu glucken. Das meine ich nicht nur tatsächlich, sondern auch geistig. Viel zu oft bin ich wie gelähnt zu Hause gehockt oder ganz schnell nach Hause gefahren.... Und ich stelle fest, dass es sowhl mir als auch meinen Kindern sehr gut tut!!! Wir feiern heute das erste Mal seit 6 Jahren wieder Silvester.... Mit insgesamt 5 kleinen Kindern....

Mal sehen, ob es klappt! Da habe ich ganz spoantan zugesagt. Wäre mir vor einem Jahr noch nciht eingefallen! Jeztz kreige ich zwar langsam Bammel, aber jetztz ist es zu spät! Muss jetzt duschen gehen!! Euch allen einen guten Rutsch und viel Hoffnung im Jahr 2008! Morgen mehr!
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tini8 hat zum Thema: Re: halte ich durch? geschrieben
lavendel
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.05.2006
Beiträge: 2869

BeitragVerfasst am: 01.01.2008, 11:19    Titel: Re: halte ich durch? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo tini,

willkommen hier im forum ich hoffe, du bist gut gerutscht?

zu deinen fragen: meine mutter trinkt auch schon so lange, mindestens 35 jahre. sie ist immer mal wieder eine zeitlang trocken, zweidrei jahre, und dann geht es wieder los. ich hab´ deshalb die hoffnung verloren, dass sie dauerhaft trocken wird, bin deshalb immer misstrauisch und auch nicht mehr optimistisch. ich bin schon froh, wenn es mal eine zeitlang gut geht.

was du so schreibst von ihr, hört sich für meine begriffe nicht erfolgversprechend an. wenn du mal bei den alkis hier liest wirst du feststellen, dass nur diejenigen trocken werden, die das aus eigenem wille und für sich wollen (will deine mutter scheinbar nicht, bei ihr wars ja der führerschein), und sicher genauso wichtig. die, die trocken werden wollen, fangen an, anders zu ticken. ein merkmal ist zum beispiel, dass sie nicht mehr die schuld bei anderen suchen, sondern bei sich, dass eine einsicht kommt, wie sie auch andere verletzt haben, was sie alles "falsch" (blödes wort bei sucht, aber du weisst, wie ich es meine?!?) gemacht haben, und sie fangen an, dazu zu stehen. das sehe ich bei deiner mutter nicht.

wie sie redet und handelt, nennen wir hier "nasses denken", d.h. äußerlich vielleicht nicht trinkend, aber innerlich sehr wohl. und bei dieser konstellation stehen die chancen sehr schlecht, dass sie dauerhaft trocken wird.

so, das war hart, aber so ist es, und ich denke "heititai" würde dir auch nicht helfen.

das seine eigenen sorgen runterspielen kenne wir wohl auch alle hier, das ging mir am anfang ganz ähnlich. hab früher oft gedacht "nu stell dich nicht so an, ist doch jetzt vorbei (zumindest das "richtige" ausgeliefertsein, so wie als kind)", aber was es da alles an spätfolgen gibt, und warum ich wie ticke und mir das leben oft selbst ganz schön schwer mache, das erkenne ich erst so nach und nach. zum einen durch lektüre, und sehr auch durch die anderen alki-kinder hier, wo es so ganz typische denk- und verhaltensweisen gibt, die meine "normalen" freund eben nicht aufweisen.

wünsche dir einen regen austausch hier und freu mich, mehr von dir lesen.

lieben gruß

lavendel
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lavendel hat zum Thema: Re: halte ich durch? geschrieben

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