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Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten

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Sonnenschein76
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.12.2007
Beiträge: 147

BeitragVerfasst am: 27.12.2007, 23:45    Titel: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, da ich hier vor Monaten schon einmal viel Hilfe gefunden habe, bin ich Euch unendlich dankbar, wenn ich vielleicht ein paar Tips von Euch bekomme.

Meine Situation ist folgende:
Ich lernte meinen Freund vor 3 Jahren kennen. Bei unserem Kennenlernen erwähnte er auch, dass er seit 6 Jahren keinen Alkohol mehr trinke, da er eine zeitlang zuviel getrunken habe und dies zu einem Entzug führte. Ich muss dazu sagen, dass es bei Einlieferung 4,2% waren!
Ich glaube ihm zweifelsfrei, dass er in den 6 Jahren nicht mehr getrunken hat. Es fing schleichend wieder an. Er hatte sich zu der Zeit, als wir uns
kennen gelernt haben, selbständig gemacht und kam mit dem anfänglichen Druck aus "Bestehen in Beziehung und Selbständigkeit" nicht wirklich klar.

Wir haben ein Jahr zusammen gewohnt, uns wieder getrennt, da es überhaupt nicht funktionierte. Er trank heimlich, war depressiv, dennoch sehr lieb etc. Es folgten in diesem Jahr Anfang des Jahres nach der Trennung zwei erneute Entgiftungen. Er hat mich sehr geliebt und die Trennung war für ihn sehr schlimm, für mich auch, da ich es nur aus Vernunft getan habe.

Wir sind im Sommer wieder zusammen gekommen, er hat sich sehr viel Mühe gegeben, ging auch regelmäßig zur Therapie, nur leider nützte alles nichts mehr bei mir. Ich hatte das Vertrauen verloren, wollte meinen Freunden nicht wirklich davon berichten, dass wir einen Neustart wagen, da es nicht wirklich jemand verstanden hätte.

Ich habe es nach vier Monaten wieder beendet, er hat alles dafür getan, dass ich es nicht tue, aber ich war wie in einem Strudel, aus dem ich nur noch raus wollte. Er konnte machen, was er wollte, für mich war es immer falsch. Das Ende war, dass ich ihn nach einem halben Jahr Trockenheit vollkommen betrunken in meiner Wohnung fand und wieder Entgiftung folgte.

Es ist jetzt fünf Wochen her. Ich habe mich mehrmals für mein Verhalten entschuldigt, weil ich ihm damit überhaupt nicht geholfen habe. Sein
Therapeut sagte nicht, dass ich Schuld gewesen sei, er sagte mir nur, dass
diese "Unsicherheit" und die "ungeklärte Beziehung" für ihn schädlich sind. Er hat recht.

Ich habe das Gefühl wirklich gestört zu sein, obwohl ich es in meiner Familie, Freundeskreis, Beruf, in keinster Weise bin. Sobald ich nicht mehr mit ihm zusammen bin, möchte ich nur noch zurück. Mein Verstand ist ganz klar, mein Herz läuft nur leider in eine andere Richtung.

Mein Hauptproblem ist, dass ich ihm nicht mehr vertraue, dass so viel
Respekt verloren gegangen ist, da er auch verbal sehr ausfallend werden kann, wenn er getrunken hat. Und andererseits geht er mir nicht aus dem Kopf. Er hat einen wirklich lieben Charakter, der Alkohol kommt mir immer wie ein Abzess an ihm vor - aber damit kann ich doch nicht alles entschuldigen? Ich weiss nicht, ob es ist, weil ich es nicht wirklich gewohnt bin, allein zu sein. Eine Beziehung mit jemand anderem ist mir momentan nicht vorstellbar.

Alle um mich herum haben mittlerweile feste Partnerschaften, bekommen Kinder etc. Ich bin Anfang 30 und weiss in dieser Beziehung wirklich nicht, was ich tun soll. Ich habe Angst vor Familiengründung, weil ich mich allein erziehend sehe. Obwohl es unfair ist, da er wirklich bemüht ist. Sein Therapeut sagt, er sehe in ihm große Heilungschancen, da er den Willen hat, es zu schaffen. Aber was ist das für eine Belastung, die ich mir auflade, wenn ich zurück kehre? Bei einer Auseinandersetzung muss ich mit dem Griff zur Flasche rechnen.

Ehrlich gesagt, ich bin selten so verzweifelt gewesen.
Ich bin von ihm aus Vernunft getrennt, mein Herz ist aber noch bei ihm.

Was würdet Ihr an meiner Stelle tun?
Gibt es hier auf Fälle, die ähnlich und vielleicht positiv geendet sind?
Tausend Dank für Antworten!
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Sonnenschein76 hat zum Thema: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten geschrieben
Kaddip
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.08.2006
Beiträge: 136

BeitragVerfasst am: 28.12.2007, 00:25    Titel: Re: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sonnenschein. Gefühls-Chaos bei dir ja? Ich habe deine Geschichte sorgsam gelesen. Es gibt ein paar Dinge, die bei dir/euch positiv sind
, im Gegensatz zu den anderen Geschichten hier von Angehörigen (mich eingeschlossen). Einmal ist mir aufgefallen, daß dein Freund (Ex-Freund) schon darüber spricht. Super. Von sich aus, meine ich. Dazu kommt, daß er zur Therapie geht. Da bist du ja Lichtjahre weiter!! Dann geht es also primär um deine Angst, um dein Vertrauen (übrigens, kommst du mir stark vor, eher nicht mit-abhängig, sondern liebend, aber noch verständig). Was denkst du, könnte nicht Zeit euch helfen? Laß ihn doch zunächst einmal los. Wenn er ein paar Schritte weiter ist, dann könnt ihr doch gemeinsam überlegen, ob ihr euch zueinander hingezogen fühlt. Ich könntet drüber reden, wie ihr euch eine Beziehung vorstellt. Ich würde dir raten, mit ihm zu reden und euch beiden die Zeit zu geben. Macht doch aus, daß ihr aufeinander wartet ein paar Monate! Und ich würde dir raten, Beziehung kann man versuchen, aber zunächst keine gemeinsame Wohnung. Und versuche, zu verzeihen und zu vertrauen dann. Alles im Leben hat seine Zeit, auch übermäßiger Alkoholkonsum kann seine "Zeit gehabt haben". Es kann auch gut gehen. Hab Vertrauen dann und versuche bewußt, zu verzeihen. Aber gib euch Zeit! Keiner kann dir sagen, was in deinem Leben richtig oder falsch ist, ich rate dir nur, was ich für richtig halten würde. Ich hoffe, du verstehst. lg Kaddip
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Kaddip hat zum Thema: Re: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten geschrieben
Sonnenschein76
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.12.2007
Beiträge: 147

BeitragVerfasst am: 28.12.2007, 00:39    Titel: Re: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kaddip, Deine Antwort hat mir sehr gut getan, ich danke Dir ganz herzlich. Ja, er ist nach allem mittlerweile recht weit, hat die Erkenntnis, dass die ambulante Therapie ihm gut tut. Er hat schon viel an seinem Verhalten mir gegenüber geändert, ich habe es nur einfach nicht mehr sehen wollen. Ich muss einfach in Ruhe drüber nachdenken, ob ich die Geduld aufbringe, auf ihn zu warten, bis ich den Eindruck habe, dass er es
"geschafft" haben könnte. Ich weiß, den Zustand gibt es bei der Krankheit nicht wirklich, aber Du weißt, was ich meine.

Schwierig sind einfach immer die Aussagen des Umfeldes, obwohl ich wirklich ein tolles Umfeld habe. Aber es würde einfach niemand verstehen, wenn ich zurück gehe und obwohl ich sonst sehr wohl meinen eigenen Weg gehe, kann ich die Meinungen ja auch wirklich noch verstehen. Ich mache mir so schon immer so viele Sorgen, ob ich mir nicht irgendwann den Riesenvorwurf zu machen habe, dass ich bspw. mit
einem Alkoholiker Familie gegründet habe (wenn es dann mal soweit sein sollte). Ich bin einfach vollkommen zerrissen und obwohl ich sonst ein fröhlicher Mensch bin, komme ich immer mehr zur Erkenntnis, dass wir scheinbar nicht mit- und nicht ohne einander können. Du hast recht, ich bin größtenteils recht "stark", nicht wirklich co-Abhängig. Das habe ich durch die räumliche Trennung recht gut hinbekommen. Es ist noch ein
lieben und nicht los lassen können. Auch nicht recht loslassen wollen, weil ich vieles an ihm sehr liebe. Und ich auch ganz einfach gar keine Lust habe, mit jemand anderem "anzubändeln". Ich habe noch in keiner Beziehung davor so geliebt, leider auch nie so gelitten. Das liegt ja leider immer sehr nah beinander.

Leider bin ich ein wenig zu blöd, um mir Deine Geschichte anzusehen.
Ich muss mich hier erst wieder einfinden. Vielleicht kann ja auch ich Dir
ein wenig helfen. Ich freue mich, wenn Du mir schreibst und danke Dir ganz herzlich.

Gute Nacht für Dich, Sonnenschein
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Sonnenschein76 hat zum Thema: Re: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten geschrieben
Kaddip
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.08.2006
Beiträge: 136

BeitragVerfasst am: 28.12.2007, 11:28    Titel: Re: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Meine letzten 2,5 Jahre war ich nicht fair zu mir und auch nicht zu anderen Menschen, die mich gern haben. Ich habe alle meine Kraft und Liebe in einen Kampf gegen Alkohol gesteckt und leider verloren. Wir hatten nach einem Jahr Beziehung eine gemeinsame Wohnung, ich glaubte, daß er dann aufhören muss, denn dann bin ich ja da und er ist nicht mehr alleine. Natürlich ein Trugschluß.

Ich habe einen Mann verloren, den ich sehr liebe, der leider zwei Gesichter hat, einerseits das Tolle, von dem intelligentesten und integersten Mann, den ich kenne, das zweite Gesicht hat kleine Pupillen, kann nicht richtig sprechen, ist voll von Angst und Verzweiflung und Depression und steht unter starkem Alkoholeinfluß. Er ist suchtkrank und ich habe ihn nicht deshalb verlassen, sondern weil er nichts dagegen unternommen hat, nicht mit mir zusammen, nicht alleine, sich nicht anspornen ließ durch Liebe, durch Streit, Drohungen, Verständnis, Hilfe, Predigten, schlicht und ergreifend durch nichts. Jetzt sitze ich hier in meiner Wohnung, habe auf meinen Kopf gehört, statt auf mein Herz, habe ihn rausgeworfen und mich vorher fast 4 Wochen bei den Eltern versteckt, verkrochen, feige gewesen, abgehauen. Alle seine Sachen hier.
Ich bin vermutlich irgendwann mit abhängig geworden, aber von ihm. Ich hatte geglaubt, er könne der Mann sein, der mich vor der Banalität retten kann, in dem ich Erfüllung finde. Hätte er auch, hätte er nicht getrunken. Hat er aber. So war es sehr oft ein Alptraum, wieder hoffen, Hoffnung wieder begraben, immer ein Auf und Ab. Er trinkt nicht jeden Tag, aber ca. alle 8 Tage und dann exzessiv. Depressiv, alleine. Jetzt habe ich ihn verlassen. Beziehungsweise, er hat mich getauscht. Ich stellte ihn letztlich dann doch vor die Wahl, Alkohol oder ich. Und er wählte nicht mich. Natürlich sagt er jetzt, ich hätte ihn verlassen, aber genaugenommen stimmt das nicht. Zwischendurch hatten wir eine tolle Zeit, bis zu drei/vier Wochen hat er mal geschafft, nicht zu trinken. Auch mal ein Abend, wo er ein Glas Wein und weiter nichts trinken konnte. Aber wenn ich ehrlich bin, hätte ich immer wissen müssen, daß es so endet. Ich glaubte, wenn ich ihn nur genug liebe, nett genug bin, könnte ich ihn heilen. Erst eine Selbsthilfegruppe und dieses Forum hier mussten mir die Augen öffnen, daß er sich selbst helfen kann, wenn er nur will, alles andere chancenlos ist.

Jetzt sitze ich hier und fühle mich benutzt, weggeworfen, auch als Versager. Ich weiß, der Schmerz wird nachlassen, frage mich nur wann. Ich denke immer an einen Satz: Es gibt keinen Ersatz für die Wahrheit!

Also höre ich auf, mich zu belügen. Ich habe auch schon daran gedacht, daß es den Menschen, den ich liebe, gar nicht gibt, denn ich liebe ja nur die nüchterne Seite. Und wenn ich ihn in der Gesamtheit betrachte,..naja...

Aber meine Geschichte ist anders als deine. Er war zu nichts! bereit. Hat immer nur beteuert, er kann selbst aufhören, immer für begrenzte Zeit (3 Monate, 6 Monate). Er hat aber nie begriffen, daß Alkohol ihn so weit gebracht hatte, daß er lügt, versteckt, Angst hat, Depressionen hat. Er wollte seinen Freund Alkohol nie ganz aufgeben und nie für immer. Und schon gar nicht in einer Therapie die Augen geöffnet bekommmen. Er hat sogar immer geglaubt, er weiß schon alles. Dabei weiß er gar nichts darüber. Er hat immer versucht, seine Umwelt an sein Suchtproblem anzupassen, nicht das Problem anzugehen.
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Kaddip hat zum Thema: Re: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten geschrieben
Schneggsche
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 241

BeitragVerfasst am: 28.12.2007, 12:46    Titel: Re: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Irgendwie ähneln sich die Geschichten hier doch immer wieder. Ich kann mich in Euch beiden wiederfinden, sowohl in Dir Sonnenschein, als auch in Dir kadipp. Der Vater meiner Tochter ist Alkoholiker, aber er würde das nie zugeben. Er empfindet das nicht so. Er hat kein Problem, ich habe ein Problem. Ich bin diejenige, die eine Therapie braucht, weil ich meine Wutanfälle nicht unter Kontrolle haben. Die habe ich übrigens nur bei ihm, wenn er mir mal wieder stundenlang erzählt, wie schlecht und unzulänglich ich bin, dass er ja nur mein Bestes will, ich aber alles von ihm ablehne. Er führt sich auf wie der King himself und ich stehe neben ihm wie ein armes Würstchen und fühle mich einfach nur noch hiflos, unverstanden und wütend. Und frage mich tatsächlich, ob ich mich da nicht in was verrannt habe. Seit ich hier im Forum bin, bin ich mir aber zunehmend sicherer, dass ich das wohl doch klarer sehe als er. Er ist krank - ich sicherlich inzwischen auch, er ist meine Droge!

Nun zu Dir, Sonnenschein:
In Deiner Beschreibung über Deine Person finde ich mich ziemlich wieder. Ich denke eigentlich auch, dass ich sehr stark bin. Seit ich meine Tochter habe (sie ist jetzt 17 Monate alt) denke ich, ich muss noch stärker sein. Und werde irgendwie immer schwächer. Ich habe ebenfalls ein Super-Umfeld, eine tolle Familie, tolle Freunde - alle halten seit Jahren zu mir. Aber ich habe auch schon Unverständnis gespürt, dass ich dem ganzen nicht endlich ein Ende setze (wohlgemerkt läuft das mit uns seit 8 Jahren so!) und ich habe auch schon häufiger verschwiegen, wenn wir uns doch wieder zusammengerauft haben. Gerade, wenn man kurz vorher noch gejammert und geheult hat, wie schrecklich er ist. Klar, ich verstehe auch, dass die anderen dann irgendwie verständnislos sind. Ich sage mir inzwischen, sie haben recht, aber sie verstehen nicht das ganze Ausmaß. Meine Mutter ist seit 27 Jahren trockene Alkoholikerin, sie versteht mich noch am besten. Manche Freunde hingegen sagen einfach nur "brich den Kontakt ab" oder "halt Dich von ihm fern" oder ähnliches. Sie denken, es ist ganz einfach, aber das ist es eben leider nicht.

Ich habe auch immer das Gefühl, dass wir nicht mit- und auch nicht ohne einander können, aber ich glaube inzwischen, dass es nur mir so geht. Er kann sehr gut ohne mich, aber mit mir ist es halt bequemer bzw. war es das in der Vergangenheit. Immer jemand, der ihm Geld zusteckt (er ist arbeitslos), jemand fürs Bett, jemand der zu ihm steht, egal was kommt und vor allem jemand, der immer wieder kommt, wenn er nur die richtigen Knöpfe drückt. Besser könnte es doch gar nicht laufen, oder? Jetzt, wo ich nicht mehr kann und will, kommt es auch vor, dass er mir teilweise sehr verletztende sms schreibt und ich muss kein Hellseher sein um zu wissen, dass er mit Sicherheit getrunken hat.

@kaddip
Meine kann durchaus auch ohne Alk auskommen, auch über einen längeren Zeitraum. Aber irgendwas hat er immer zum zudröhnen. Zwischenzeitlich hat er mal sehr wenig getrunken vor ein paar Jahren, dafür aber gekifft und auch wohl ab und zu gekokst. Immer, wenns Probleme gibt, hat er den Kopf in den Sand gesteckt und sich betäubt, bzw. tut es immer noch. Und selbst wenn er eine Zeitlang abstinent ist, irgendwann kommt der Dämon wieder, es ist nur eine Frage der Zeit.
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Schneggsche hat zum Thema: Re: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten geschrieben
Kaddip
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.08.2006
Beiträge: 136

BeitragVerfasst am: 28.12.2007, 13:21    Titel: Re: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ja, der Dämon kommt wieder. Erst Verhaltensrückfall, dann Trinkrückfall. Das kennen wir zu gut stimmts ?
Das habe ich begriffen, daher werde ich diesmal nicht wieder umfallen. Ich finde es richtig, daß man Verantwortung gegenüber anderen, seinem ganzen Umfeld, auch gegenüber möglicherweise zukünftigen Kindern, zeigt. Verantwortung für sein Verhalten möchte ich nicht mehr übernehmen, denn das ist grundfalsch. Er hat mich immer wieder dazu gebracht, aber das funktioniert nicht mehr. Genauso hat er ja auch mir gegenüber keine Verantwortung gezeigt. Was man immer wieder liest bei euch ist, daß eure Partner euch als Egoisten bezeichnet haben. War bei mir genauso und ist es immer noch. Es hat mir geholfen, es bei euch auch zu lesen, denn man fühlt sich schon schlecht gell? Was ich schlimm finde ist, daß auch die sozialen Kontakte so leiden. Wir haben uns hier in der Wohnung total isoliert.
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Kaddip hat zum Thema: Re: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten geschrieben
Sonnenschein76
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.12.2007
Beiträge: 147

BeitragVerfasst am: 28.12.2007, 13:31    Titel: Re: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe "Kaddipp", liebe "Scheggsche", lieben Dank für Eure Antworten.
Es tut so gut sich austauschen zu können, da man sich eigentlich nicht mehr traut, in seinem Umfeld mit diesem Thema anzufangen.
Es ist so seltsam, man fragt sich immer, wie es sein, dass ausgerechnet man selbst so ein Pech hat. Um einen herum scheint es überwiegend recht harmonisch.
Ich stelle fest, dass mein Ex-Freund schon in manchen Situationen ähnlich handelt wie von Euch auch beschrieben, aber eben den großen Willen hat, es zu schaffen und sich eben auch helfen zu lassen. 2 Jahre wollte er das überhaupt nicht, erst als ich ihn endgültig verlassen habe, hat er Maßnahmen ergriffen. Ich denke, Ihr habt beide den richtigen Schritt gemacht. "Loslassen in Liebe" habe ich hier mal gelesen und so ist es auch. Ich habe ihn aus reiner Vernunft verlassen, er ist im Anschluss tief gefallen und ich denke, es war das einzige, was mir noch übrig blieb. Ich hatte davor so oft mit ihm über Therapie etc. gesprochen. Nichts hat geholfen. Es muss von denen kommen. ´
Es tut mir für Euch beide so leid, dass beiden die Erkenntnis scheinbar noch fehlt. Wielange seid Ihr jetzt getrennt lebend?
Irgendwann hilft glaube ich die Erkenntnis, dass man nichts helfen kann, wenn sie nicht selbst den ersten Schritt gehen. Ich denke, Ihr habt beide schon über so lange Zeit so viel mit erlebt, dass es jetzt einfach mal an Euch ist, wieder glücklich zu werden. Loslassen zu können - ich weiß, dass es nicht einfach ist. Aber ich hätte es gelassen, wenn ich keinen Willen bei ihm entdeckt hätte. Liebes Schneggsche, für Dich ist es natürlich mit ihm als Vater Deines Kindes nochmal viel schwieriger. Sei ganz froh, dass Du so ein liebes Umfeld hast! Hast Du evtl. schon einmal versucht, jemand anderen kennen zu lernen?

Mein Ex ist nicht der "typische" Trinker, wenn ich das mal so sagen darf. Er sucht also nicht ständig die Flasche. Er war, wie gesagt, 6 Jahre trocken, hatte damals aber nach wochenlangem Krankenhausaufenthalt keine Therapie gemacht. Ich sehe in ihm immer wieder einen guten Kern, er ist in diesem Jahr sehr viel für mich da gewesen (meine Mama ist dieses Jahr Witwe sehr früh Witwe geworden und er hat mich sehr unterstützt, ihr Kraft geben zu können). Ich bräuchte nur eben langfristig auch mal jemanden, wo ich mich mal fallenlassen kann (habe einen sehr umfangreichen Job, der viel Verantwortung erfordert), ich habe aber immer das Gefühl, dass ich ihn halten muss. Und ich bekomme einfach auch die Szenen nicht aus dem Kopf, die er vor wenigen Wochen bei einem Vollrausch hingelegt hat. Ich habe zum ersten mal mitbekommen, wie er aggressiv wurde, weil er kurz vor der Einlieferung stand und bereits Entzugserscheinungen hatte und nur noch an Alkohol wollte.
Da denke ich mir dann wieder "mit so einem Menschen kann ich doch keine Familie gründen!". Wir hätten beide gern Kinder, ich habe aber einfach Angst, dass er damit überfordert wäre. Es ist vielleicht wie Kaddipp sagt, ich muss erst mal wieder lernen zu vertrauen.
Und wenn ich denke, dass ich das kann, werde ich mit zur Therapie gehen, um mehr zu verstehen.
Wir haben uns jetzt morgen zum spazieren gehen verabredet.
Er ist seit seinem Entzug trocken und ich merke, dass ich mich trotz allem auf ihn freue. Ich finde es schön zu merken, wieviel ich ihm bedeute und wie gern er Zeit mit mir verbringt. An der frischen Luft kann man nicht viel falsch machen, denke ich mir.

Warum hängen wir denn bloss so sehr an denen?
Ist es die Angst, dass ein anderer nicht anders wäre oder irgendwann auch Macken zeigt, mit denen wir nicht umgehen können?
Man kommt sich selbst so beknackt vor. Alle um einen herum erleben tolle Dinge und man selbst steckt mitten im Alk-Thema drin.

Was bin ich froh, dass es dieses Forum hier gibt!

Liebe Grüße an Euch beide. Alles wird gut!
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Sonnenschein76 hat zum Thema: Re: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten geschrieben
Sonnenschein76
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.12.2007
Beiträge: 147

BeitragVerfasst am: 28.12.2007, 13:38    Titel: Re: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Kaddipp, ich habe Deine letzte Nachricht gerade noch gelesen.
Betrachte das mit den sozialen Kontakten einfach ab jetzt positiver, versuche es zumindest. Du kannst sie ab jetzt für DICH wieder aufbauen.
Sage Deinen Freunden, dass Du diesen Mann einfach geliebt hast/noch liebst (?) und das man das eben nicht allein über Vernunft steuern kann.
Es geht in einer Freundschaft über DEIN Wesen, nicht darum, welchen Partner man hat. In einer Freundschaft gehört eben auch dazu, dass man mal gewisse Defizite wegstecken muss, Du hast sicherlich nicht einem Deiner Freunde weh getan. Es nervt das Umfeld nur einfach irgendwann, wenn man immer wieder mit dem gleichen Problem kommt und man nichts dran ändert. Ich verstehe Dich so gut! Lasse Deinen Ärger doch einfach hier im Forum ab und erwähne es bei Deinen Freunden nicht mehr ganz so viel - vielleicht ist das ein Ansatz. Ich habe es mir für mich vorgenommen, da mein Umfeld jetzt genug Verständnis hatte und ich für mich erst einmal ohne fremde Einflüsse entscheiden möchte, wohin ich mit ihm möchte.
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Sonnenschein76 hat zum Thema: Re: Rückkehr sinnvoll?Lieben Dank für Antworten geschrieben

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