| ...heute aus der Entgiftung in der Psychiatrie heimgekommen • Wie läuft eine ambulante Therapie ab? |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
savaka neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.11.2007 Beiträge: 18
|
Verfasst am: 30.11.2007, 19:02 Titel: Re: Schlechte Kindheit???? |
|
|
Hi alle,
ja, es ging teilweise um AA. AA diente beispielhaft dazu, eine bestimmte Sichtweise der Sucht zu beschreiben. Es ging am Beispiel AA darum, wie so eine Sichtweise entstehen kann. Doch da das hier eine eigene SHG ist, darf natürlich nie über eine andere SHG gesprochen werden.
Schade, so etwas hat eine Bekannte von ihrer SHG auch erzählt. Obwohl die 12 Schritte der AA wahrscheinlich eines der besten Werkzeuge auf dem Weg zur Nüchterheit ist, durfte auf keinen Fall darüber gesprochen werden, weil die 12 Schritte von einer fremden SHG sind.
Tja, ich nenne so etwas Scheuklappen, Schubladendenken. Wir ihr das nennt wißt ihr selbst. |
|
| Nach oben |
|
| savaka hat zum Thema: Re: Schlechte Kindheit???? geschrieben
|
|
 |
Hartmut Moderator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2007 Beiträge: 10682 Alter: 49
|
Verfasst am: 30.11.2007, 20:00 Titel: Re: Schlechte Kindheit???? |
|
|
Hallo nun noch meine Ansicht dazu!
wenn ich in einem Forum als Gast und Hilfesuchender bin, beachte ich die Hausordung des Gastgebers und konzentriere mich auf meine Trockenheitsarbeit!
Sollte ich damit nicht weiter kommen , oder noch zusätzliche Informationen über andere SHG brauche,kann ich mir in den Weiten des Internets, ein anderes Forum suchen und den Austausch dort führen!
Es bringt mir nichts über bestehende Forumsregeln zu diskutieren , denn deswegen bin ich nicht da!
Somit habe ich kein Schubladendenken oder Scheuklappen auf!
Gruß M2109 |
|
| Nach oben |
|
| Hartmut hat zum Thema: Re: Schlechte Kindheit???? geschrieben
|
|
 |
Meinolf Gast
|
Verfasst am: 04.02.2008, 14:24 Titel: Re: Schlechte Kindheit???? |
|
|
| Blizzard hat Folgendes geschrieben: | | carnel hat Folgendes geschrieben: | hi snoopy,
also ich glaube es kann max. mit ausschlaggebend sein.
den "schuldigen" zu finden ist schwierig. meiner meinung nach hat jeder alkoholiker die flasche selber zum mund geführt und getrunken. gezwungen wurde niemand. gründe zum saufen findet man viele.
ist meine persönliche meinung.
guß
carnel |
So sehe ich das auch. Tiefenpsychologische Gründe können höchstens eine Mit-Ursache sein. Niemand wird aber deswegen gezwungen, sich zu betäuben.
Der Geist ist frei, eine Entscheidung zu wählen.
Herzlichst,
Blizzard |
Guten Morgen,
...zu einem wunderschönen alkoholfreien Rosenmontag!
Der "Grund", warum man süchtig wird liegt m.E. in der Kindheit. Wenn Kindern in der Kindheit die Sprache weggenommen wird und ihre Gefühle nicht ernst genommen werden, dann stauen sich über Jahre schlechte Gefühle auf, die auf irgendeine Weise betäubt werden müssen. Der eine drückt die Gefühle mit Arbeit weg und gilt als gesund, der andere wird zum Alkoholiker. Casanovas Droge waren dann wohl die Frauen.
Daran sind weder der Alkoholiker noch seine Eltern"schuld", weil die Eltern auch eine Biographie haben, die sie geformt haben. Von Schuld würde ich in diesem Zusammenhang überhaupt nicht sprechen.
Jeder Trinker ist aber für sich verantwortlich. Welcher Grund nun wirklich ausschlaggebend war (Gene, Kindheit, Umfeld...) ist mir nicht so wichtig, Hauptsache ich trinke nicht mehr. Wichtig ist für mich, daß die Alkoholsucht nichts mit Willensschwäche, schlechtem Charakter usw zu tun hat, sondern eine Krankheit ist, die potentiell jeden erwischen kann.
Mit dieser Einstellung kann ich auch gegenüber meiner Umwelt ganz gut leben.
Hm, ob der Geist so frei ist weiß ich nicht. Wenn jemand genug getrunken hat, dann kann er sich auch nicht mehr frei entscheiden, ob er besoffen ist oder nicht. Ähnlich ist das wohl, wenn man wieder das erste Glas trinkt. Der Körper entscheidet dann, wie es weitergeht, nicht der Geist. Der Alkohol wird vom Stoffwechsel assimiliert, also eingebaut, da kann der Geist m.E. nicht mehr viel ausrichten.
Einen schönen trockenen Karneval wünscht
Meinolf |
|
| Nach oben |
|
| Meinolf hat zum Thema: Re: Schlechte Kindheit???? geschrieben
|
|
 |
Ich,IchUndIch neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 08.02.2008 Beiträge: 3
|
Verfasst am: 13.02.2008, 13:07 Titel: interesse - vorschlag |
|
|
@administration
ich versuch schon seit ein paar tagen einen geeigneten threat zu finden, bei dem ich meine meinung kundtun kann. allerdings ist das nicht leicht, denn "themenüberschriften" halten nicht was sie versprechen - allzuoft wird das thema quasi ignoriert und stattdessen darüber diskutiert über was man sprechen darf und über was nicht. prizipiell ist das natürlich wichtig, denn ohne ordnung würd ein forum nicht funktionieren. mir ist aufgefallen, beim querlesen, dass immer wieder "AA" und "SHG" themen sind die sich großem interesse erfreuen. wie wäre es, eine eigenen kathegorie einzuführen in welcher sich über diese themen ausgetauscht werden kann?
...irgendwo musste ich das posten.
@alle interessierten am thema:SCHLECHTE KINDHEIT???
...und was meine meinung dazu ist.
ich hatte eine "rosa kindheit". was heisst keine schlechte behandlung, keine schlechten elternvorbilder, kein alkohol weit und breit. ich habe allerdings einen erzeuger (wuchs mit den 2ten mann meiner mama auf) der ein alkoholproblem hat. ich nehme stark an, dass es physische elemte gibt, die mir vererbt wurden - wir haben viele ähnlichkeiten. ein grund mehr für mich es anders zu machen! und abgesehen davon, der genetische anteil der für unser verhalten verantwortlich machbar ist, nimmt mit dem alter ab! die prägung durch unser umfeld und unsere lebensweise wird stärker - es findet eine verschiebung statt. irgendwann muss dann doch wohl jeder verantwortung für sich selber übernehmen.
verantwortung. jeder konstruiert sich seine wirklichkeit selbst. das ist eine tatsache. es existiert nur die wirklichkeit die in unseren köpfen ist, wenn man das berücksichtigt kann man auch nicht mehr die verantwortung oder schuld an jemand/etwas extrinsisches abwälzen.
ursache - wirkung. es ist versammt wichtig ursachenforschung zu betreiben, so auch in die kinheit zurückzugehen und nach !zusammenhängen! zu suchen - nicht nach !schuldigen! ich kenn die reaktion meiner eltern gut, wenn's dann heisst: " aha, sind jetzt also wir dran schuld!" das muss geklärt werden. darum gehts nicht, es geht nur darum sich selbst zu erkennen, und warum man sich die wirklichkeit so konstruiert wie mans eben tut. und auch wenns oft verpönt ist, aber dafür muss man symptome (hier = wirkung) beseite schaufeln und bekämpfen, also als eigentständiges problem betrachten. sucht ist ein symptom für etwas. ich denk mir immer: sucht ist so was wie eine nie enden wollende suche mit verbundenen augen...und ich hab vor irgendwann mit offenen augen durchs leben zu gehen. und wenn man sich ehrlich ist, suchen ist irgendwie was was der mensch braucht, auch wenn er nie was findet.
mich würd interessieren, was ihr zum thema ursachen - wirkung zu sagen habt!
@admin: kann man einen neuen threat dafür eröffnen? einen quasi objektiven in dem es um das thema URSACHEN geht?
lieben gruß
IIUI |
|
| Nach oben |
|
 |
Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32811 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
|
Verfasst am: 13.02.2008, 13:19 Titel: Re: Schlechte Kindheit???? |
|
|
Hallo IIUI,
Du kanst natürlich einen neuen Thread eröffnen, der die Ursachen aus Deiner Sicht beschreibt.
Wenn Dir allerdings vorschwebt, einen psychologischen oder medizinischen Ursachenbericht aufzuzeigen, wird das wenig bringen, weil wir hier halt keine Psychologen, Wissenschaftler oder Mediziner sind und dieser Thread dann nur Aussagen, Forschungen von anderen Menschen wiederspiegeln würde, was mit den eigenen Gedanken und Erfahrungen nichts zu tun hat.
Die wirkliche Ursachendiskussion ist daher wohl eher mit der oben Personengruppe zu führen. sofern sie sich damit befassen.
Sicherlich gibt es auch Psycholgieforen oder Medizinforen, die solche Fragen expliziet aufgreifen.
Hier sollte dieser Bereich eher dazu dienen, dass sich über Gedanken der eigenen Vergangenheit ausgetauscht wird, wo man Ansatzpunkte finden kann, wie man Situationen anders meistert, um nicht wieder zur Flasche zu greifen.
Gruß
Karsten |
|
| Nach oben |
|
| Karsten hat zum Thema: Re: Schlechte Kindheit???? geschrieben
|
|
 |
Blizzard aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.01.2007 Beiträge: 649 Alter: 32 Wohnort: München
|
Verfasst am: 25.02.2008, 06:57 Titel: Re: Schlechte Kindheit???? |
|
|
Hallo zusammen,
nochmal ein paar Gedanken zum Thema "schlechte Kindheit als Ursache für eine spätere Alkoholabhängigkeit".
Sicherlich kann es traumatische Ereignisse in der Kindheit geben, die eine spätere Alkoholabhängigkeit begünstigen - jedoch nicht mehr. Keinesfalls wirkt eine "schlechte Kindheit" (was immer man darunter verstehen mag) fatalistisch - führt also "zwangsläufig" in eine Abhängigkeit. Sonst wären - zig Millionen Menschen weltweit alkoholabhängig, die eine miserable Kindheit hatten.
Wer die "Schuld" für seine Alkoholabhängigkeit z.B. auf seine Eltern schiebt, weil "sie ihn in die Kita abgeschoben" oder verprügelt haben, der vergisst, dass da draussen Millionen von Kindern sind, denen es nicht besser erging, die aber heute unter keinerlei Abhängigkeit leiden und ein normales Leben führen.
Aus der Zwillingsforschung ist z.B. bekannt, das es sogar eineiige Zwillinge gibt, die als Kinder völlig gleich behandelt wurden - und trotzdem völlig unterschiedliche Wege bei der Bewältigung von Konflikten u.ä. einschlugen. Wenn z.B. beide in der Kindheit mit körperlichen Strafen erzogen wurden, könnte das eine Kind nachher die daraus resultierenden und konservierten Aggressionen auf das eigene Kind übertragen - und es ebenfalls verprügeln. Der andere Zwilling aber entscheidet sich, gerade das nicht zu tun, nicht die Fehler seines Vaters zu begehen und verzichtet ganz bewusst körperliche Strafen bei der Erziehung seiner Kinder.
Wer hat hier "entschieden", so oder so zu verfahren? Der eigene Vater? Wohl kaum. Es ist die Freiheit des menschlichen Geistes und das Wahrnehmen der Verantwortung des Einzelnen.
Der ganze Hype um Kindheitstraumata (und daraus resultierend die Diskussion "schlechte Kindheit" als Ursache von Suchterkrankungen) geht auf die Forschungen Freuds zurück, der sicherlich wichtige Beiträge zur Erforschung der menschlichen Seele geleistet hat, der aber in manch anderer Hinsicht heute längst überholt ist.
Oder habt ihr als Kinder beim Anblick einer Schere an Kastrationsangst gelitten?
Oder glaubt ihr, dass ihr heute noch aggressiv seit, weil ihr als Kinder nicht mit eurer Mutter/Vater schlafen durftet?
Die ganze Diskussion um Kindheitstraumata ist nicht unbegründet. Ich werde den Verdacht aber nicht los, dass sie auch oft nur dazu herhalten soll, die eigene Verantwortung, die sich aus der Entscheidungsfreiheit des indviduellen Geistes und Verstandes ergibt, abzuwälzen - auf Eltern, auf Erzieher, Lehrer, die Gesellschaft, die Politik, den Staat usw. All das sind aber maximal begünstigende Faktoren für eine Suchtkrankheit, keine fatalistischen.
Soweit meine Gedanken zu dem Thema.
Herzlichst,
Blizzard |
|
| Nach oben |
|
| Blizzard hat zum Thema: Re: Schlechte Kindheit???? geschrieben
|
|
 |
kommal sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.06.2007 Beiträge: 6390 Alter: 53 Wohnort: Niederrhein
|
Verfasst am: 26.02.2008, 07:26 Titel: Re: Schlechte Kindheit???? |
|
|
Hallo,
"...aber meine Eltern können doch nicht alles Schuld sein"
Das sagte mein "Patenkind" zu Beginn ihrer Therapie zu mir.
Ich habe ihr geantwortet, dass ich keine Schuldigen für meine Sucht suche, sondern Ursachen.
Schuld bin ich, ich hab gesoffen. Aber wenn ich die Usachen finde, kann ich daran arbeiten.
Ic bin in meinem 4. Lebensjahr angekommen, wa die Ursachen betrifft- mehr gibt die Erinnerung nicht her. Aber es hat mir sehr geholfen und ohne Käseglocke hätte ich weder die Zeit noch die Ruhe gehabt, so intensiv nachzudenken.
LG kommal |
|
| Nach oben |
|
| kommal hat zum Thema: Re: Schlechte Kindheit???? geschrieben
|
|
 |
JoeDoe aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2007 Beiträge: 612 Alter: 37 Wohnort: Köln
|
Verfasst am: 26.02.2008, 09:21 Titel: Re: Schlechte Kindheit???? |
|
|
Hallo zusammen,
gleich vorweg: Ich kann meine Kindheit insofern als glücklich bezeichnen, als dass ich weder physisch, noch psychisch misshandelt worden bin, dennoch waren auch meine ersten Jahre kein stetes Lustwandeln . Und obwohl ich recht früh damit begonnen habe, ‚schräge’ Pfade zu beschreiten, kann ich doch im Rückblick sagen, dass ich in jenen Zeiten (fast) immer im Glauben handelte, dass richtige zu tun.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich von revisionistischen Kindheitsbetrachtungen nicht so wirklich begeistert bin. Denn dieser Hype um das Kindheitstrauma, den Blizzard angesprochen hat, bezieht sich eben nicht nur auf Menschen, die wie wir einen Alkoholismus entwickelt haben, sondern eigentlich auf alle Menschen, die dem ‚natürlichen’ Wunsch nach persönlicher Effektivität und Erfolg nicht in vollem Maße gerecht werden. Das kann man meiner bescheidenen Meinung nach auch daran erkennen, dass heute deutlich mehr Kinder an einer behandlungswürdigen Störung erkrankt sind, als es zu meiner Zeit der Fall war (und so alt bin ich ja auch noch nicht): In der dritten Klasse meines Neffen sind 40 Prozent der Schüler hochbegabt und damit durch Unterforderung auf dem Weg, schwerste psychische Schäden davonzutragen, 50 Prozent leiden an ADS oder ADHS (wobei dabei sicher auch eine behandlungswürdige Form der Hochbegabung steckt) und 3 Kinder haben das Pech, normal zu sein. Ich will mich nicht weiter in dem Thema verlieren, aber man sieht wohl schon, dass sich in der Definition einer glücklichen Kindheit einiges verändert hat.
Ursachenforschung in der Vergangenheit, wie kommal sie angesprochen hat, ist natürlich sinnvoll, aber selbstverständlich nur, wenn sie mit dem Willen geschieht, eigene Verhaltensmuster der Gegenwart mittels Verständnis zu durchbrechen.
Die Verantwortung für mein Tun und Handeln, die trage ich ab einem gewissen Alter immer selbst. Mein Leben wäre sicher anders verlaufen, wenn …. wenn … ja wenn … ist es aber nicht! Und daher waren alle Entscheidungen und alle Entwicklungen aus meiner damaligen Perspektive betrachtet richtig. Nur glaube ich kaum, dass sich die heute bei mir entstandene Problematik hätte absehen lassen können, als ich drei, vier oder fünf Jahre alt war, und auch nicht, dass es Möglichkeiten gegeben hätte, zu dieser Zeit problemorientiert auf mich einzuwirken. Von daher gibt es auch keinen Schuldigen.
Wir sind für uns selbst verantwortlich. Und zwar jetzt!
Liebe Grüße
J. |
|
| Nach oben |
|
| JoeDoe hat zum Thema: Re: Schlechte Kindheit???? geschrieben
|
|
 |