| So will ich nicht enden! • Meine mum braucht meine Hilfe... |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
Muck neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.11.2007 Beiträge: 30
|
Verfasst am: 07.11.2007, 20:31 Titel: Meine Mutter |
|
|
Hallo,
herzlichen Dank für die nette Aufnahme in diesem Forum. Ich bin 45 Jahre alt und aktuell mit den Nerven am Ende. Der Grund dafür ist meine Mutter. Als Kind musste ich erleben, dass mein Vater täglich einen Kasten Bier getrunken hat. Als ich 15 Jahre alt war, hat er eine Entziehungskur gemacht und ist seither trocken. Dann kam mein Bruder. Schon mit 16 hat er geschluckt, was das Zeug hält. Auch er ist mit einem Rückfall nun schon 25 Jahre trocken. Und dann ganz langsam und schleichend hat sie die Sucht nun bei meiner Mutter eingestellt. Sie hat immer schon heimlich mal was getrunken. Nicht weil sie wegen der "alkoholfreien" Umgebung nichts trinken durfte, nein, mein Vater war immer sehr tolerant (wenn auch mit einem Grinsen im Gesicht). Irgendwie dachte sie wohl, wenn sie heimlich trinkt, dann merkt das ja keiner. So nun auch in unserem letzten Urlaub, den wir miteinander verbrachten. Ich bin ja die einzige, die sie schon öfters angesprochen hat auf den bedenklichen Akoholkonsum, aber das wird ja belächelt. Mein Vater, den ich mir zur Hilfe mit an Bord nehmen wollte (er war ja schließlich mal Leiter der annonymen Alkoholiker) - versagt auf ganzer Linie. Anfang des Jahres habe ich mit Mamas Hausarzt einen Termin vereinbart und ihm die Situation geschildert. Ich kam mir vor wie ein Verräter. Der Arzt kann nicht helfen, weil er ja keinen Grund sieht. Mama hat zwei Gesichter. Niemand würde glauben, dass sie trinkt. Sie ist immer fröhlich, meist etwas zu motiviert, jedoch man kennt sie so. Auch ist sie nicht total betrunken, also sie hat immer den gleichen Level, auf dem sie sich hält. Sie leugnet natürlich alles. Ich zweifelte schon wirklich, ob ich nicht zu sensibel bin. Eines Tages dann rief sie mich um 11.00 Uhr im Geschäft an, meiner Meinung nach ziemlich angetrunken und dann hat sie den Hörer nicht richtig aufgelegt. Ich hörte noch wie sie zu sich selbst sagte :“hast doch nur zwei Gläschen getrunken, sag mal was lallst du schon“. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Ich werde diesen Moment nie vergessen. Es gab in der Zwischenzeit Exzesse, in denen sie mich und meinen Vater aufs übelste beschimpft hat (ich habe noch nicht solche Ausdrücke gehört und kann mir nicht vorstellen, wo sie diese her hat). Ich sass nächtelang bei ihr und lies mich geschimpfen – nur aus Angst, dass sie sich das Leben nimmt. Das hat sie nämlich schon 3 Mal versucht, allerdings ist das schon länger her. Letztes Jahr hatte mein Vater dann zwei Prostata-OP’s und es wurde noch schlimmer. An einem Geburtstagsabend, an dem ich alleine bei ihnen war, ist sie total ausgerastet. Betrunken hat sie stundenlang hysterisch herumgebrüllt und auch zugegeben, dass sie Hilfe benötigt. Am nächsten Tag allerdings sagte sie, sie werde es auch so schaffen. Ich gebe zu, ich habe nicht mehr gefragt, es war so einfacher für mich. Dann hat mein Vater angerufen – total verzweifelt – er hält das nicht mehr aus. Aber jetzt denke ich, er ist auch einfach zu feige, was zu unternehmen. Jetzt nach dem Urlaub, an dem sie um 12.00 Uhr schon eine Flasche Wein getrunken hatte, und mit mir beleidigt war, weil ich sie darauf angesprochen habe und mein Vater darüber hinaus ihr noch geholfen hat und anstatt den Strohhalm aufzunehmen mir in den Rücken gefallen ist, jetzt ist der Groschen bei mir glaube ich gefallen. Jeder benutzt mich, seine Ängste und Probleme zu „lösen“. Ich muss dazu sagen, dass ich mir im Laufe der 45 Jahre eine ziemlich dicke Mauer um mich herum gebaut habe und für andere sichtlich (ausser für meinen Lebensgefährten) wenig Gefühle zeige, das jedoch vermittelt den Eindruck, dass ich alles aushalte. Vor vier Jahren habe ich einen Verhaltenstherapie mitgemacht und mein Problem mit Panikattaken und Schwindel seither im Griff. Auch damals war schon meine Mutter immer wieder Thema. Sie ruft seit unserem Urlaub schon jeden Tag an, aber wenn ich die Nummer im Display sehe, nehme ich nicht ab. Ich kann nicht. Dann habe ich dieses Forum entdeckt. Ich lese schon stundenlang und immer wieder muss ich weinen – über die Schicksale, die oft so mit dem meinen übereinstimmen, über das ganze Leid, das der Alkohol anrichtet. Ich glaube ich weiss auch, dass ich Mama eventuell nicht helfen kann, aber ich will es versuchen. Mein Bruder hat sich von ihnen abgewendet. Er hat jeglichen Kontakt abgebrochen –auch zu mir, das hat meinen Eltern schon das Herz gebrochen und nun auch noch ich – das kann ich nicht. Ich bin ratlos und habe auch Kontakt mit dem psychologischen Dienst der Krankenkasse meiner Eltern Kontakt aufgenommen. Ich habe einen sehr netten Psychologen dort angetroffen, mit dem ich einen Termin für nächste Woche vereinbaren konnte.. Eventuell gibt es doch einen Weg.
Es ist eine –für mich- verfahrene Situation. Vielleicht bekomme ich ja von Euch, die Ihr schon mehr Erfahrung habt, einige Anregungen, wie ich ihr begegnen soll. Vorrangig ist, dass ich ihr helfen und die Familie wieder (?) zusammenbringen möchte.
Vielen Dank – nun ist es eine lange Geschichte geworden – aber längst ist nicht alles gesagt.
Muck |
|
| Nach oben |
|
| Muck hat zum Thema: Meine Mutter geschrieben
|
|
 |
Sonnenlicht2007 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.11.2007 Beiträge: 6 Wohnort: Erfurt
|
Verfasst am: 07.11.2007, 22:17 Titel: Re: Meine Mutter |
|
|
Hallo Muck!
Du schreibst:
"Ich habe einen sehr netten Psychologen dort angetroffen, mit dem ich einen Termin für nächste Woche vereinbaren konnte.. Eventuell gibt es doch einen Weg. "
Und das scheint mir jetzt sehr wichtig, damit deine Mutter eine ganz professionelle Hilfe jetzt bekommt... Ich kenne dass, das wir unseren Eltern unbedingt helfen möchten und "müssen", weil mir sehr oft scheinte, dann wenn ich das nicht machen werde, dann wird sich die Situation sehr schlimm ändern.
Und das war falsch...
Ich habe schon sooft wie du, in meinem Leben, meiner Mutter und Meinem Vater geholfen (indem ich mich als ein Elternteil benehme, und als meine Mutter und mein Vater mein Kind wären, weil immer sie dringend die Hilfe brauchten und ICH sollte mich um sie kümmern!!)
Und mein Psycholog hat mir vielmal erklärt, dass es schon die höchste Zeit ist, damit jeder für sein eigenes Leben verantwortlich ist und nach Jahren, in denen ich ihnen ständig "geholfen" habe, habe ich endlich bemerkt, dass das DAUERHAUFTIG kein gutes Ergebnis und geine gute und richtige und ernste Wirkung gegeben hat!
Du hast auch bemerkt, dass obwohl du schon so viel getan hast, hat sich die Situation nicht fest geändert!
Deswegen denke ich, dass deine Mutter eine professionelle Hilfe braucht.
Weisst du warum ? Weil unsere Möglichkeiten wirklich begrenzt sind, wenn es um Hilfe für einen alkoholkranken Elternteil geht.
Du weisst davon, dass du schon so viel für sie zu machen versuchtest aber wenn das so lange dauerte und nichts gutes mitgebracht hat, muss sie irgendwann selbst verstehen, dass sie ihr Leben in eigenen Händen nehmen soll!
Wir, als erwachsene Kinder von Alkoholikern fühlen sich zu verantworlich für das Leben von unseren kranken Elternteil. Und helfen soll man, aber vergiss nicht, dass alles seine Grenzen haben soll!
Wenn deine Mutter keine Hilfe mehr, auch von einem Psychologen oder von dir nicht empfängen will, dann ist dass schon IHRE Entscheidung. Wenn sie es wirklich will, dann wird es nie spät zu sein, aber vor allem sie muss dieses Bedürfniss fühlen. Bedürfniss ihr Leben zu ändern.
Wenn nur DU dich bemühst, IHR Leben besser zu gestalten, dann gelingt es sich eher nicht. Weil das ganze nicht von dir abhängt, sondern vor allem von ihr.
Besuchst du regelmässig einen Psychologen, der sich mit den Problemen vom Alkoholismus beschäftigt?
Und noch etwas...
Du schreibst:
"Vorrangig ist, dass ich ihr helfen und die Familie wieder (?) zusammenbringen möchte. "
Ich kann nur sagen, dass ich nach vielen Monaten der Psychoterapie verstanden habe, dass ich selbst nie das Leben von meiner Mutter oder Vater ändern werde. Obwohl ich es sehr stark wollte! Jeder Psycholog sagte mir, dass ich selbst ein erwachsenes Kind von Alkoholiker keinen festen Einfluss und keine so undenkbare Möglichkeit zu sein, ihr oder sein Leben zu ändern. Man kann nur dabei helfen, aber nur wenn es diese Person schon wirklich WILL!
Viele liebe Grüsse! |
|
| Nach oben |
|
 |
caro1969 sehr aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.09.2007 Beiträge: 5934
|
Verfasst am: 07.11.2007, 23:30 Titel: Re: Meine Mutter |
|
|
hallo muck!
schön das du hier bist,sei herzlich willkommen!dein beitrag hat mich sehr erstaunt...denn du schreibst deinpa war mal leiter der AA s!!!ich will damit nur sagen wie baff ich bin das der alkohol so mächtig ist..das selbst dein pa nun im bezug auf deine ma machtlos ist..könnte man doch annehmen das er bei den ersten anzeichen deiner ma hätte sofort handeln und gegen steuern können.aber hier wird einem wieder mal so richtig bewusst das "wir" nichts aber auch garnichts verhindern können.
ja es tut schon unendlich weh "es"dann immer deutlicher mitzubekommen das ein nahestehender mensch trinkt.bei mir war es vor kurzem ja auch meine heissgeliebte mum..man versteht die welt nicht mehr und den trinkenden noch weniger..
was deine eltern dir da zumuten ist einfach zuviel!hallo?DU bist das kind!!!glaube mir ich weiss wie du dich fühlst wenn du im display ihren namen siehst..ich konnte irgentwann auch nicht mehr abnehmen..mit dem unterschied zu dir das ich es dann nach einiger zeit gesagt habe,vonwegen das ich nicht drangegangen bin weil ich nicht wollte u.s.w.wenn du lust hast lese mal meinen thread..du wirst einige paralelen zu deiner "story"finden.
liebe muck,ich würde dir gerne sagen das alles kriegst du schon für deine familie "geregelt"ABER leider ist es nicht so...was ich dir allerdings versprechen kann ist...das wenn du beginnst auf dich und erstmal nur auf dich zu achten...kann es dir in absehbarer zeit "besser"gehen..
ich finde das lässt einen doch ein kleines bisschen optimistischer in die nahe zukunft blicken..gerade jetzt wo du mit den nerven so am ende bist!
du bist nicht allein!wir sind immer(wenn du es möchtest bei dir).schreib bis das die tasten glühen..glaube mir..das hilft..
liebe grüsse caro
p.s.ich hoffe ich lese dich.. |
|
| Nach oben |
|
| caro1969 hat zum Thema: Re: Meine Mutter geschrieben
|
|
 |
Muck neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.11.2007 Beiträge: 30
|
Verfasst am: 08.11.2007, 07:59 Titel: Re: Meine Mutter |
|
|
Hallo Caro,
vielen Dank für Deine Worte. Ja es stimmt, wir haben sehr viel Gemeinsamkeiten mit unseren Müttern. Habe gerade Deinen bisherigen Weg gelesen und bin beeindruckt, wie Du es mit Hilfe der vielen netten und nicht nur jasagenden Menschen hier immer wieder schaffst, auf den richtigen Weg zu kommen. Das weckt Hoffnung bei mir, dass auch ich es schaffe, die ständigen Gedanken, die ich total runterziehen, los zu werden. Heute bin ich um 5.30 Uhr aufgewacht und der erste Gedanke war Mama. Es lässt mich seit unserem Urlaub nicht mehr los. Als ich Deinen Beitrag gelesen habe, fing ich sofort wieder an zu weinen. Ich habe seit gestern mittag die Phase, dass ich ständig weinen muss. Das kenne ich nicht bei mir. Auch jetzt wollen die Tränen wieder fliessen. Das Lesen in diesem Forum regt mich zum Nachdenken an und ich glaube fast, dass meine ganzen 45 Jahre aufgerollt werden. Überall finde ich Schicksale, die in irgendwelcher Form meinem gleichen. Eigentlich merke ich erst jetzt, wie stark mich das alles belastet, wie sehr meine Eltern mein Leben beeinflussen. Ich versuche, mich in den Griff zu bekommen, denn bei der Arbeit muss ich funktionieren, da kann ich nicht über mein Schicksal weinen. Trotzdem ist es seltsam, wie mich das alles bewegt und ich denke darüber nach, ob es nun gut für mich ist oder mich noch mehr runterzieht, wenn ich weiter lese. Habe beschlossen, dass ich auch heute nicht ans Telefon gehe, wenn Mama anruft. Ich bin nicht stark genug, mit ihr zu reden. Ich möchte den Termin mit dem Psychologen abwarten und hoffe immer noch, dass ich einen Weg finde, Mama auf den richtigen Weg zu führen oder zu stossen. Ich glaube, dass ich nichts bewegen kann, wenn sie das nicht will, das weiss ich noch von meinem Vater, jedoch haben wir (meine Mama und ich) es damals auch geschafft, ihn davon zu überzeugen, dass er eine Therapie macht - und es hat geklappt - zwar mit Hilfe Dritter - aber wir haben diesen Dritten gefunden, der Papa dazu brachte, diesen Entzug zu machen. Dass mein Vater nicht helfen kann/will, das verstehe ich auch nicht. Er hätte die Erfahrung, aber er sagt immer, er kann da nichts machen, wenn sie nicht will und er leidet bzw. lebt neben ihr her. Gut dass er so stark ist und nicht wieder mit dem Trinken angefangen hat - die ganzen Jahre über (30 Jahre) hat er keinen Tropfen getrunken. Ich hoffe, dass das wenigstens so bleibt.
Also nochmals vielen Dank - nun werde ich versuchen, den Tag als "coole" funktionierende Mitarbeiterin hinter mich zu bringen und hoffe, dass ich nicht immerzu an Mama denken muss.
Liebe Grüsse und DANKE
Muck |
|
| Nach oben |
|
| Muck hat zum Thema: Re: Meine Mutter geschrieben
|
|
 |
caro1969 sehr aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.09.2007 Beiträge: 5934
|
Verfasst am: 08.11.2007, 10:41 Titel: Re: Meine Mutter |
|
|
guten morgen muck!
das du dir erleichterung durchs weinen schaffst ist doch total verständlich!!!!das maß ist voll..wenn es dir hilft weine..frag dich nicht wieso das so ist..oder warum war ich sonst nicht so..denn "sonst"war alles anders..ehrlich gesagt waren es bei mir jahre die ich geweint habe..da wusste ich nur noch nich warum ich weine..andere sagten schon hinter meinem rücken..die will bloß immer im mittelpunkt stehen..als ich das z.b.hörte weinte ich noch mehr..ich war soooo verletzlich und wusste nicht warum..heute bereue ich das weinen,denn es hat mich nicht unbedingt "weitergebracht"(es tat zu dem zeitpunkt zwar gut).es hat mein gesicht nur für immer gezeichnet..jetzt wo ich doch die "gründe"weis kann ich nicht mehr weinen..es kommen keine tränen mehr..
liebe muck,zwinge dich zu nichts..wenn du das gefühl hast das dir im moment das lesen hier nicht gut tut,dann lass es erst einmal.verlange nicht zuviel von dir.gehe auf deine gefühle ein.
kannst du denn mit deinem lebensgefährten über all das reden?
das mit der "mauer" um uns herum kenne ich..wir sind stark und selbstbewusst..nach aussen..aber wehe wenn sich einer mal die zeit fürs zuhören nehmen würde..an dieser stelle mal ein grosses lob ans forum..ihr seit die besten "zuhörer"!!!HIERdarf ich schwach sein..ohne wenn und aber..
da du und deine ma damals hilfe fandet für deinen pa(ihr habt den stein ins rollen gebracht)ist richtig..ER war bereit hilfe anzunehmen..ich drück euch auf jeden fall die daumen das sich deine ma irgentwann auch DAFÜR entscheidet hilfe anzunehmen.ihr könnt sie dabei auch "begleiten"..aber die "hauptarbeit"muss sie angehen.wichtig ist das DU erstmal wieder zu kräften kommst!!!schaffe distanz..lerne an dir zu arbeiten..lerne wieder gerne zu leben..für dich..
in meiner shg sagen sie das die veränderung an einem selber auch eine veränderung am betroffenen mit sich bringen "kann"..
wenn ich dir jetzt sage das es möglich ist nicht immer an mama zu denken wirst du dir das im moment nicht vorstellen können..ABER es funktioniert!!!für mich noch vor ein paar wochen(monate)auch kaum vorstellbar..gebe dir zeit und habe geduld..
habe einen "guten tag" und verlange nicht zuviel von dir..
liebe grüsse caro |
|
| Nach oben |
|
| caro1969 hat zum Thema: Re: Meine Mutter geschrieben
|
|
 |
Muck neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.11.2007 Beiträge: 30
|
Verfasst am: 09.11.2007, 17:18 Titel: Re: Meine Mutter |
|
|
Hallo,
liebe Caro, vielen Dank für die Worte. Es tut gut, Menschen kennen zu lernen, die Verständnis haben und versuchen, einem zu helfen. Meine Mutter versucht es täglich 2 - 3 Mal mich zu erreichen. Ich sehe es am Display und habe heute beschlossen, wenn sie morgen anruft, werde ich rangehen. Ich habe die Heulphase hinter mir und mit meinem Freund besprochen, dass ich mit ihr rede. Ich sage ihr ganz offen, dass ich nicht in der Lage dazu war nach ihrem Verhalten im Urlaub. Von meinem bevorstehenden Besuch bei diesem Psychologen werde ich nichts sagen. Ich denke, die nächste Woche wird eine Veränderung bringen (müssen). Natürlich hoffe ich insgeheim, dass dieser Psychologe mir einen Weg aufzeichnet, der gangbar ist. Bin wirklich schon gespannt darauf. Es muss sich was ändern oder ich werde den Kontakt zu meinen Eltern auf ein Minimun reduzieren müssen, damit ich mir mein Leben nicht zerstöre. In den letzten Tagen zieht meine ganze Kindheit an mir vorbei. Es kommen Vorgänge in mein Gedächtnis, an die habe ich schon jahrelang nicht mehr gedacht, es tauchen Bilder vor meinen Augen auf, die ich schon lange vergessen geglaubt habe. So langsam merke ich: ich habe alles nur verdrängt - die ganzen Jahre über und jetzt ist der Stein ins Rollen gekommen. Es ängstigt mich aber es tut auch gut, sich damit auseinander zu setzen. Ich komme langsam zu der Erkenntnis, dass ich immer die Starke in unserer Familie sein musste. Als mein Pa ein halbes Jahr auf Entzug war, musste ich Mama helfen. Die war dann im Krankenhaus und ich war ganz alleine zu Hause mit meinem ständig betrunkenen Bruder - ich war grade mal 15 Jahre alt und habe den ganzen Haushalt gemacht und bin noch nebenher zur Schule gegangen. Und jetzt, wo meine Mutter trinkt, "benutzt" mich mein Vater als Hilfsanker, wenn er gefrustet ist. Ich habe hier im Forum gelesen: "Deine Mutter ist erwachsen und weis, was der alkohol anrichtet" sie ist für sich selbst verantwortlich. Ja das stimmt ich denke immer drüber nach und ihr habt alle Recht - nur der Weg, das auch umzusetzen, ist schwer. Ich werde ihn trotzdem gehen und hoffe weiterhin auf Eure Hilfe bzw. Ratschläge. |
|
| Nach oben |
|
| Muck hat zum Thema: Re: Meine Mutter geschrieben
|
|
 |
summerdream Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2007 Beiträge: 6713
|
Verfasst am: 09.11.2007, 21:12 Titel: Re: Meine Mutter |
|
|
hallo muck
schön zu sehn, dass du deinen eigenen thread aufgemacht hast
| Zitat: | | Es ist eine –für mich- verfahrene Situation. Vielleicht bekomme ich ja von Euch, die Ihr schon mehr Erfahrung habt, einige Anregungen, wie ich ihr begegnen soll. Vorrangig ist, dass ich ihr helfen und die Familie wieder (?) zusammenbringen möchte |
autsch, sei mir nicht böse, aber ich bezweifle, dass das funktionieren wird!
ich weiß, wir kinder nehmen "gerne" die elternrolle an, aber letztendlich bringt das keinem was!
wir kinder machen uns nur die ganze zeit sorgen, kümmern uns um alles und vergessen dabei eine ganz wichtige person: uns selber
und mit unserer unterstützung der eltern unterstützen wir sie nur in ihrer trinkerei - mehr aber auch net!
wie du siehst - keiner seite is dabei geholfen...
ehrlich gesagt, bezweifle ich, dass dein vater trotz seiner leitung von den aa's deine mutter am trinken hätte hindern können. wenn deine mutter trinken will, dann trinkt sie, da können wir kinder und angehörige machen was wir wollen! du siehst ja selber, wie du dich !immer! um jeden bemüht hast von der familie, du bist auch diejenige wo am meisten leidet, vermute ich etz mal...
du schreibst das dein bruder auch keinen kontakt mehr zu dir hat? warum denn das, du hast ihm doch nichts getan. würde mich etz mal interessieren, du musst aber nichts drüber schreiben, wenn du nicht willst.
ich seh es genauso wie caro, wenn du den eindruck hast, dass dir das lesen hier im forum zu anstrengend is, dann geh es langsamer an, mach auch mal ne pause! das is alles verdammt viel auf einmal, vielleicht versuchst du ja zwischendrin auch etwas schönes für dich zu tun, etwas entspannendes!
finds ne tolle idee, dass du zu dem psychologen gehst, ich drücke dir dafür ganz fest die daumen!
liebe grüße |
|
| Nach oben |
|
| summerdream hat zum Thema: Re: Meine Mutter geschrieben
|
|
 |
caro1969 sehr aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.09.2007 Beiträge: 5934
|
Verfasst am: 10.11.2007, 00:28 Titel: Re: Meine Mutter |
|
|
hallo muck!
wow..ich drück dir die daumen das du dich traust...es gehört jede menge mut dazu..denn DU bist dann dabei etwas zu ändern...sprich...DU verhälst dichanders als das es deine eltern von dir kennen..
ABER ich finde es gut..es wird dir gut tun..glaube es mir..
wie sagt man doch so schön?mühsam ernährt sich das eichhörnchen?
das mit dem psychologen ist DEINE sache..
du musst allerdings damit rechnen das dir der psychologe auch sagen wird..das es bis zu "keinem kontakt"zu deinen eltern kommen "könnte...lass dich bitte nicht von mir entmutigen..ich will dich nur ein kleines bisschen auf die tatsachen vorbereiten..
bei mir war es jeden falls so...und ich wusste nicht wie recht meine psychologin damit hatte...
das was damals war ,als du die einzige warst die zu hause bei deinem trinkendem bruder "sein musste...ist schlimm..ich weis nicht ob ich das gekonnt hätte ..in dem alter..
mach dir auf keinen fallgedanken das DU etwas falsch gemacht haben könntest(in eurem leben)..
du hast immer funtioniert..und jetzt fordert dein körper SEIN recht..
recht auf eigenes leben..
glaube mir,wir alle hier lernen voneinander..
schicke dir liebe grüsse caro
p.s.du kannst hier immer schreiben,ganz egal was es ist,es wird immer jemand für DICH dasein..
du musst es nur wollen.. |
|
| Nach oben |
|
| caro1969 hat zum Thema: Re: Meine Mutter geschrieben
|
|
 |