| Umgang mit Ignoranz eines ehemaligen Alkoholproblems • Wie kann ich meiner Freundin helfen? |
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Marlene38 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.11.2007 Beiträge: 6
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Verfasst am: 03.11.2007, 13:03 Titel: Mache mir Sorgen |
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Hallo,
nachdem ich hier freigeschaltet bin, poste ich hier noch einmal meine Frage.
Ich habe große Sorgen wegen der Alkoholmengen, die mein Mann konsumiert.
Der (schlechte) Witz ist: Als wir uns kennengelernt haben, habe ich selber auch überdurschnittlich viel getrunken und mir auch deswegen schon Sorgen gemacht und gemerkt, dass ich auf dünnem Eis stehe.
Seit Monaten trinke ich allerdings sehr gemäßigt (1 - max. 2 Gläser Weißwein pro Abend als Schorle, oder auch mal nichts - das allerdings selten). Ich hatte seit März nicht mal einen Schwips und mag Alkohol in größeren Mengen nicht mehr, auch überhaupt keinen Rotwein mehr, von dem ich früher durchaus auch mal 1 - 1 1/2 Flaschen pro Abend getrunken habe. Verstehe das wer will, es ist aber so und kam von selber.
Seitdem ich so wenig trinke und immer klar bin, fällt mir auf, wieviel mein Mann trinkt und dass er mindestens 1-2 mal pro Woche völlig betrunken ist. Täglich 3-4 0,5l Hefeweizen sind sowieso fast normal.
Was ich ganz fürchterlich finde ist, dass er nicht ausgehen kann oder sich mit Freunden treffen kann, ohne dass das Ganze in einem kapitalen Besäufnis innerhalb kürzester Zeit endet. Dann werden auch härtere Sachen getrunken, die mein Mann (nach meiner Erfahrung inzwischen) überhaupt nicht verträgt. Er wird dann innerhalb kürzester Zeit betrunken, fängt an unklar zu gucken, leicht zu lallen und wird auch agressiv.
Hört sich bestimmt schrecklich an, aber ich glaube vorher war es genauso, nur als wir beide jeden Abend gemeinsam etwas getrunken haben, fiel es mir einfach nicht auf!!! Es kann aber auch sein, dass es im letzten Jahr noch mehr geworden ist. Am Anfang fiel mir jedenfalls nicht (unangenehm) auf, dass mein Mann richtig betrunken ist und Ausfallerscheinungen hat. Er hört dann einfach nicht auf, wenn es schon längst genug ist, sondern schiebt noch nach und animiert auch andere dazu.
Nun ist es so, dass mich das immer mehr belastet. Ich kann meinen Mann im betrunkenen Zustand kaum mehr ertragen, es macht mich total agressiv, ihn so zu sehen. Außerdem sehe ich auch, dass es ihm insgesamt nicht wirklich gut geht, er kaum noch jemals wirklich fröhlich und gut gelaunt ist. Ich mache mir wirklich Sorgen.
Nun frage ich mich, was ich tun kann. Ich habe ihm schon mehrmals gesagt, dass ich seinen (bzw. anfänglich unseren) Alkoholkonsum bedenklich finde und mich das beunruhigt, weil es definitiv viel zu viel ist und dass das so nicht weitergeht, weil wir uns sonst auf dem Gleitflug in den Alkoholismus befinden.
Mich widert dieses JEDEN TAG Alkohol inzwischen richtig an. Und auch, dass ich weiß, jegliche Form von Sozialkontakten mit anderen hat immer mit (sehr viel!) Alkohol zu tun. Ich kann mich an keinen Abend mit anderen erinnern, wo nicht - weit über das Gläschen Sekt oder Wein hinaus - Alkohol konsumiert wurde. Aber auch alleine gehört Alkohol immer dazu.
Kann mir jemand einen Ratschlag geben?
Vielen Dank! Marlene |
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| Marlene38 hat zum Thema: Mache mir Sorgen geschrieben
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vergissmeinnicht neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2007 Beiträge: 306
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Verfasst am: 04.11.2007, 00:56 Titel: Re: Mache mir Sorgen |
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Hej Marlene
Ihr befindet euch schon mitten im Alkoholismus!
Ich habe meinen Mann auch abstoßend gefunden. Ersich natürlich nicht.
Was sagt er wenn du ihn darauf ansprichst?
Sieht er ein Problem für sich?
Jeder hat seinen ganz eigenen Tiefstpunkt, wo nichts mehr zu gehen scheint.
Du müsstest ihn dazu bewegen zu einer Beratung zu gehen oder mit dem Hausarzt zu sprechen (war in unserem Fall so).
Wenn er sagt das alles Quatsch sei, dann stell ihm doch noch ein paar Flaschen hin damit es schneller geht.
Klingt makaber, bringt ihn aber vielleicht ans nachdenken.
Bis dann
vergissmeinnicht |
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Marlene38 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.11.2007 Beiträge: 6
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Verfasst am: 04.11.2007, 19:12 Titel: Re: Mache mir Sorgen |
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Hall vergissmeinnicht,
wenn ich ihn drauf anspreche, stimmt er mir grundsätzlich zu.
Einen Tiefpunkt haben wir sicherlich noch längst nicht erreicht. Ich spreche jetzt von 'wir', weil ich bis vor einigen Monaten ja auch viel zu viel getrunken habe.
Ich selber bin übrigens vor einigen Jahren schon zu meinem Hausarzt gegangen und habe ihm gesagt, dass ich mich als sehr stark alkohol-gefährdert sehe und das 'irgendwie so nicht weitergehen kann'. Das war schon ein mehr als deutliches 'Hilfegesuch' meinerseits und hat mich wirklich Überwindung gekostet. Ich habe dem Arzt auch sehr ehrlich und exakt die Mengen gesagt, die ich so trinke. Nicht extrem viel, niemals harte Sachen, aber eben täglich und so, dass ich mich körperlich ständig unwohl fühle (verkatert am nächsten Tag etc.). Er hat dann meine Leberwerte untersucht, die in Ordnung (aber schon ganz leicht auffällig) waren, hat mich bei der Werte-Besprechung zum Fenster gezogen, mir ein paar Penner vor dem Haus gezeigt und gesagt 'Von denen müssten Sie die Leberwerte mal sehen! Die beziehen den gesamten Kalorienverbrauch nur noch über Alkohol'. Dann hat er mir vorgeschlagen, mich an die AA zu wenden, 'Wenn Sie das denn WIRKLICH wollen, denn DA sitzen nun ganz andere Fälle als Sie...' und das wars.
Das fand ich extrem 'demotivierend', um es vorsichtig auszudrücken oder im Umkehrschluss motivierend, mich mit dem Thema erst einmal nicht weiter auseinander zu setzen.
Ein Jahr später - nachdem ich mich zwei Wochen lang völlig depressiv zu Hause eingeigelt und ständig Alkohol getrunken habe, habe ich einen zweiten Anlauf gewagt und bin zur Suchtberatung der Caritas gegangen. Was soll ich sagen .. da war die Sache sehr ähnlich.
Mein 'Problem' scheint zu sein, dass ich einen sehr wachen und fitten Eindruck mache, sozial unauffällig und sehr stark auf andere wirke.
Da zeichnet es sich tatsächlich als Nachteil aus, wenn man da einigermaßen selbstbewusst reinkommt und sagt 'Ich bin im 4. Gang unterwegs in Richtung Alkoholismus, können Sie mir bitte helfen'.
Die Suchtberaterin hat mich eingehend befragt und mir dann gesagt, dass sie mich nicht für alkohol-süchtig oder alkohol-abhängig hält, sondern dass ich Alkohl-Missbrauch betreibe.
Ist ja schön und gut, aber das dürfte nicht weit weg sein vom Thema, oder?
Sie hat mir dann - fast widerwillig und auf mein Nachhaken hin - angeboten, in eine ihrer wöchentlichen Gruppen zu kommen was mir aber zeitlich (beruflich) vom Wochentag her nicht möglich war . Also hat sie mir noch 2 andere Institutionen auf einen Zettel gekritzelt (Malteser und noch etwas glaube ich?) 'Gucken Sie mal im Internet nach' und mich wieder weggeschickt. Ich hatte den Eindruck, sie war froh, dass sie mich wieder los ist.
Soviel zum Thema 'nach Hilfe fragen, wenns früh genug ist'. Ich war damals beide male ziemlich sauer hinterher. Muss man da erst volltrunken, eingenässt, ohne Job und ohne Wohnung hingehen, bevor man Hilfe bekommt?
Wie gesagt - ich kann nicht mal sagen, wieso und warum ich jetzt eine regelrechte Abneigung gegen Alkohol habe, spätestens sobald es mehr als 1-2 Glas sind. Aber das ist ja erstmal gut. Vielleicht stimmt das mit dem überein, was die Frau von der Caritas sagte und dass ich Alkohol-Missbrauch im Moment 'nicht nötig' habe.
Meine Frage zielte jetzt darauf hin, wie ich so ein Gespräch anfange mit meinem Mann. Und - siehe meine eigenen Erfahrungen oben - an wen er sich am besten wenden kann. Nach der Definition der Caritas-Dame betreibt mein Mann auch 'nur' Alkohl-Missbrauch. Und das wird er genauso sehen. Aber ich finde es höchst bedenklich - wie bei mir vor einiger Zeit. Und da muss man doch wohl früher was tun können als wenn die Felle schon weggeschwommen sind, oder?
Marlene |
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| Marlene38 hat zum Thema: Re: Mache mir Sorgen geschrieben
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