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Ich dachte es würde leichter

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29 Jahre nachholen?? Chance vertan :-(   •    rückfall nach über einem jahr...  
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Skye
Gast






BeitragVerfasst am: 03.11.2007, 23:06    Titel: Re: Ich dachte es würde leichter Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Bambue,

schön das Du hierher gefunden hast. Zu wissen das man nicht alleine ist, dass man keine Sonderling ist, sondern das es vielen anderen genauso oder ähnlich geht, hat mir sehr geholfen und hilft mir nach wie vor, mein eigenes Leben zu bewältigen.

Zitat:
Ich habe aber die Hoffnung dass es ohne Therapie klappt.


So habe ich auch lange gedacht. Ich schaff das schon, ich bin stark… ich kann das … das wird schon… bestimmt… irgendwie… Viel zu lange habe ich so gedacht, aber irgendwann ging es nicht mehr und ich habe mir Hilfe bei einer Therapeutin gesucht. Das war genau die richtige Entscheidung. Zwischendurch habe ich auch versucht, mit Antidepressiva über die Runden zu kommen. Doch im Grunde habe ich die Sache dadurch nur verschlimmert, weil ich damit bei den Symptomen und nicht bei der Krankheit angesetzt habe.

Das ist etwas was viele von uns „Kindern“ gemeinsam haben, keine Hilfe suchen und keine Hilfe annehmen. Was es heißt sich an andere zu wenden, sich auf andere zu verlassen, sich damit auch ein Stück weit abhängig zu machen, haben wir in der Vergangenheit ja bei unseren Eltern erlebt. Wir wurden nur enttäuscht und im Stich gelassen. Dann doch lieber gleich alles selbst machen. Zum einen wird man nicht enttäuscht und zum anderen haben wir die (vermeintliche) Kontrolle, weil wir wissen, das es getan wird. Eine weitere „Nebenwirkung“, immer schön die Kontrolle behalten, damit ja nicht wieder etwas schief geht.

Manchmal ist es jedoch wichtig Hilfe zu suchen und auch anzunehmen, sich auf andere einzulassen und zu vertrauen, dass sie helfen wollen und uns nicht alleine hängen lassen. Zum einen ist es ein wichtiger Lernprozess um wieder Vertrauen und Loslassen zu lernen, nicht die Gefahr einer Abhängigkeit von anderen zu sehen, sondern die Hilfsmöglichkeit die sich einem bietet. Zum anderen kommt man aus manchen Dingen alleine nicht raus. Dazu ist die Sicht einfach zu einseitig geworden im Laufe der Jahre.

Dein Job und Deine Ausbildung sind Dir nicht unbedingt eine Hilfe dabei, es allein zu schaffen, denke ich, denn oft ist es so das man den Splitter im Auge des anderen besser sieht, als den Balken im eigenen. Ich habe zwar keine Ausbildung in der Richtung, konnte aber immer recht gut sagen, wo es bei anderen im Argen lag und was sie ändern müssten, damit sie sich besser fühlen, es ihnen besser geht. Für mich selbst hat mir das nicht geholfen. Ich sehe jetzt erst wie oft ich anderen einen Rat gegeben habe, den ich besser selbst beherzigt hätte.

Ich will Dich nicht dazu überreden eine Therapie zu machen, sondern Dir nur ans Herz legen, Deine eigenen Motive genau zu hinterfragen, warum Du es lieber ohne schaffen willst.

Es ist nicht leicht und oft sehr anstrengend im eigenen Seelenleben zu wühlen. Ich vergleiche das gern mit einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Erst muss es unangenehm werden, damit es besser werden kann. Ich bin heute froh, diesen Schritt gemacht zu haben.

Gute Nacht…..
Skye
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Skye hat zum Thema: Re: Ich dachte es würde leichter geschrieben
bambue
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BeitragVerfasst am: 04.11.2007, 17:52    Titel: Re: Ich dachte es würde leichter Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo summerdream,

ja ich galube ich versteh schon was du meinst.
Aber wie soll ich den Anfangen so aus heiterem Himmel über das zu reden was mich bedrückt, schon alleine deshalb weil ich es noch nie getan habe Verlegen ???


LG Bambue
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bambue hat zum Thema: Re: Ich dachte es würde leichter geschrieben
bambue
neuer Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 04.11.2007, 18:07    Titel: Re: Ich dachte es würde leichter Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Skye,


Das ist etwas was viele von uns „Kindern“ gemeinsam haben, keine Hilfe
suchen und keine Hilfe annehmen.

Ich weiß schon, dass es wahrscheinlich schon besser wäre eine Therapie zu machen, aber ich bin mir einfach nicht sicher ob ich momentan soweit bin. Denn grade aus der Erfahrung mit meinen Jugendlichen raus, weiß ich wie anstrengend und schwierig das werden kann und wahrscheinlich auch wird.


Deine eigenen Motive genau zu hinterfragen, warum Du es lieber ohne schaffen willst

Vielleicht suche ich im Moment einen leichteren Weg, von dem ich weiß dass es ihn aller wahrscheinlichkeit nicht gibt
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bambue hat zum Thema: Re: Ich dachte es würde leichter geschrieben
summerdream
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BeitragVerfasst am: 05.11.2007, 00:55    Titel: Re: Ich dachte es würde leichter Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hi bambue

Zitat:
Erst da habe ich nach längerem an mir bemerkt, dass ich mit meinem Thema noch nicht abgeschlossen habe

an welchen punkten und inwiefern hast du denn gemerkt, dass du das alles noch nicht verarbeitet hast?

hast du überhaupt schon mit jemanden außer in der therapie über alles bzw. einen teil geredet? freunde usw?

mir fällt es auch immer schwer, über meine probleme zu reden, hab aber gute erfahrungen gemacht, wenn ich dann über meinen eigenen schatten gesprungen bin - ganz besonders schwer, wenn die andere person gar nix von meinen probs daheim wußte. oft hab ich das gemacht, wenns mir gerade gut ging, da kann ich dann locker drüber reden, weiß aber, dass ich jemanden hab bei dem ich mich melden kann, wenns eben mal net so dolle läuft. und bis auf einmal (das war ein mann Mit den Augen rollen ) hab ich nur positive reaktionen bekommen, mei freundinnen ham sich eher drüber gefreut, dass ich ihnen vertraue.
wie gesagt, ich weiß wie schwer das is sich zu öffnen, aber deine freunde bzw. freundinnen werden dich ganz bestimmt net deswegen verurteilen.

liebe grüße
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summerdream hat zum Thema: Re: Ich dachte es würde leichter geschrieben
bambue
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BeitragVerfasst am: 05.11.2007, 18:23    Titel: Re: Ich dachte es würde leichter Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

also dass ich es noch nicht verarbeitet merke ich daran, dass mich vieles dauernd beschäftigt und mich auch immer mehr im Alltag überfällt. Meine Erfahrung sagt mir wenn was verarbeitet ist belastet es nicht meinen Alltag.

Na mit Freundinnen habe ich schon darüber gesprochen, die haben auch net negativ reagiert. Mit meinem Freund kann ich jederzeit darüber sprechen,bloß ich galube er hat immer das Gefühl er muss irgendwas tun, dabei reicht es wenn er zuhört. Wobei ich ihm sicherlich nicht alles erzählt habe. Vielleicht sollte ich das mal tun, aber es ist echt nicht leicht einen Anfang zu finden.
Genauso mit meinem Bruder, irgendwie will ich schon mit ihm reden, aber mir fehlt der Schubser und richtige Anfang, und natürlich kommt der richtige Moment noch dazu.

Grüßle Bambue
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bambue hat zum Thema: Re: Ich dachte es würde leichter geschrieben
summerdream
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BeitragVerfasst am: 06.11.2007, 19:08    Titel: Re: Ich dachte es würde leichter Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hey bambue

der anfang is auch für mich immer das schwierigste, ich hab lang auch so gedacht wie du und immer auf den richtigen moment gewartet - und da hab ich ewig gewartet! wann kommt den der richtige moment um mit so einem thema anzufangen? sehr selten schätz ich mal!

wenn du dich deinem freund und deinem bruder anvertrauen möchtest, vielleicht wäre ja auch ein brief ne möglichkeit - nur so a vorschlag.

"du kriegst das scho irgendwie hin, klappt ja sonst immer auch" - weiß net ob du den satz auch kennst... is ja oft auch so, irgendwie klappt es scho mehr oder weniger, wir sagen ja selten, wenns uns zuviel is, also denken die anderen auch so - kann man ihnen au net verübeln, sie können ja net in uns rein schaun, um festzustellen, wie's uns geht - das müssen wir scho selber sagen.

Zitat:
also dass ich es noch nicht verarbeitet merke ich daran, dass mich vieles dauernd beschäftigt und mich auch immer mehr im Alltag überfällt. Meine Erfahrung sagt mir wenn was verarbeitet ist belastet es nicht meinen Alltag.

hm... ich finde so richtig haste meine frage net beantwortet bzw. du hast sie scho beantwortet, aber ohne dabei viel aus dir rauszulassen.
was beschäftigt dich denn alles genau? der tod deiner mutter könnt ich mir vorstellen und was noch? erzähl mal ein bißchen mehr von dir! keine sorge, wir hören (lesen) dir zu und verurteilen oder kritisieren wern wir dich ganz bestimmt net!

liebe grüße
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summerdream hat zum Thema: Re: Ich dachte es würde leichter geschrieben
bambue
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BeitragVerfasst am: 07.11.2007, 10:44    Titel: Re: Ich dachte es würde leichter Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi Summerdream,

ich weiß meistens lasse ich grad soviel raus wie mein gegenüber braucht um zufrieden zu sein, ist ne angewohnheit.
Ok also es ist zu einen natürlich der Tod meiner Mutter, ich wusste zwar das es soweit kommen ürde , aber man kann sich auf so eine Situation meiner Meinung nach nicht vorbereiten und ist trotzdem erstmal geschockt. Es ist ausserdem die Tatsachen wie es passiert ist, es ist einfach sch... nicht zu wissen wielang sie schon in ihrer Wohnung lag, obwohl ich nichts davon habe wenn ich´s weiß, aber es beschäftigt mich.
Ausserdem kommen mir immer mehr Erinnerungen(deshalb weil ich glaub vieles verdrängt habe) in den Sinn, wie das Leben mit ihr war, zum beispiel dass ich im Alter zw. 11-15 immer eine Bestätigung bekam und ihr den Alkohol kaufen sollte (habe es natürlich auhc gemacht), erst mit 15 hab ich ein Problem darin erkannt.
Dann fällt mir ein wie sie mich in GEsprächen indenen es eigentlich um die Sucht ging immer damit anfing, dass ja eigentlich ich diejenige bin die süchtig ist und bestimmt ständig irgendwelche Drogen nimmt, mit meinem temperament hat sie es dann tatsächlich immer geschafft das Thema zu wechseln, da ich mich lautstark verteidigt habe.
Es kommt auch immer wieder der Gedanke wie peinlich sie mir damals immer war, man wenn ich mit Freunden unterwegs war und wir haben sie irgendwo gesehn wäre ich am liebsten im Erdboden versunken, meine Freunde verstanden das nicht ("was für eine coole lockere Mum"sagten sie immer), ich roch natürlich gleich was der Grund dafür war.
Dann die Kur 6 Monate war sie weg und ich wusste erst dann was für ein toller Mensch sie nüchtern war, es hat ihr dort auch wirklich gefallen,aber ich glaube sie hätte nicht mehr zu nachhause in diese Gegend kommen sollen, denn dann die herbe Enttäuschung, als ich nach eta 6Wochen die erste Flasche entdeckte, zuerst wollte ich es gar nicht wahrhaben, aber es war einfach so.
Unbewusst war ich damals auch immer wieder mit vertuschen und vor Oma verteidigen beschäftigt, was mir nicht wirlich Zeit lies über mich nachzudenken.
Und als es dann ihrem Tod zuging wurde es immer heftiger, wie oft war sie in der Klinik wie oft mussten wir den Notarzt rufen, dann war sie kurzzeitig in Therapie, immer wieder der kleine aufkeimende Hoffnungsschimmer, dass sie es vielleicht doch erkennt und aufhört.
Naja dann ihr Tod mit dem es losging, dass ich merkte wie sch... es mir eigentlich ging und geht.
Ich hoffe ich habe dir deine Frage beantwortet, denn irgendwie konnte ich grad einfach net mit schreiben aufhörn.

Danke für zuhörn(lesen)!!!


Grüßle Bambue
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bambue hat zum Thema: Re: Ich dachte es würde leichter geschrieben
summerdream
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 6713

BeitragVerfasst am: 08.11.2007, 02:24    Titel: Re: Ich dachte es würde leichter Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hey bambue

ah, etz haste schon mehr erzählt, toll!

sei mir bitte nicht böse, aber mein blick auf die uhr eben sagt mir, dass ich etz ab ins bett muss, sonst komm i morgen früh net raus, morgen mehr, versprochen!

bis dahin sei ganz lieb gegrüßt
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summerdream hat zum Thema: Re: Ich dachte es würde leichter geschrieben

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