| 29 Jahre nachholen?? Chance vertan :-( • rückfall nach über einem jahr... |
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bambue neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.11.2007 Beiträge: 28 Wohnort: Baden Württemberg
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Verfasst am: 02.11.2007, 19:41 Titel: Ich dachte es würde leichter |
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Hallo,
ich bin 26 und habe etwa mit 11 jahren von der Sucht meiner Mutter erfahren, als mein 8Jahre älterer Bruder dann nicht mehr zuhause lebte. Die Weinflaschen wurden immer mehr und ich unternahm schon fast lächerliche versuche meine Mutter vom trinken abzuhalten oder so ähnlich, habe Wein weggeschüttet und manchmal verdünnt (als ob´s was nützt). Naja sie war einmal für 6Monate in Kur eigentlich die einzige Hoffnung, aber nur wenige Wochen nach ihrer Entlassung wurde sie Rückfällig.
Mit etwa 18jahren zog ich zu meiner Oma um dem Drama nicht mehr so nahe zu sein, aber mein schlechtes Gewissen war manchmal echt schwer zu ertragen, ich hatte immer wieder das Gefühl sie im Stich zu lassen.
Nun ja jedenfalls kam sie immer öfter ins Krankenhaus, weil sie Blut spuckte u.ä., dort stellte sich bald schon raus, dass sie Leberzirrhose hat.
2002 erlag sie dieser, es war alles irgendwie blöd, weil ich in der Zeit gar nicht im Lande war, hielt mich für 2 wochen im Ausland auf.
Nun als ich zurück kam, hat man sie Tod in ihrer Wohnung gefunden, wir wissen nicht mal an welchem Tag sie gestorben ist und ich fühlte mich sehr oft schuldig. Auch heute denke ich noch es hätte anders enden können wäre ich da gewesen, aber eigentlich glaube ich das nicht.
Nun nach der sehr schweren und harten Trauerphase dachte ich würde mein Leben sorgenfreier und leichter werden, aber nach und nach kommen die Nachwirkungen, bei mir treten immer wieder körperliche Beschwerden auf, am schlimmsten sind die starken Verspannungen meiner Schultern. ausserdem leide ich immer wieder unter leichten depressiven Episoden, es hat lang gedauert bis ich überhaupt auf die Idee kam das alles mit der Krankheit meiner Mutter in Verbindung zu bringen.
Und noch immer möchte ich dies eigentlich nicht als Begründung akzeptieren, denn ich führe eigentlich ein gutes Leben, habe keinen Grund Traurig zu sein und Krank zu werden. Ich habe einen tollen Freund der mich unterstützt, einen guten Beruf und einen sicheren Job. Ausserdem bin ich vor einem Jahr Tante geworden(von einem ganz hübschen Mädchen). Aber ich habe trotzdem immer wieder dieses Gefühl von leere.
darum habe ich mich entschlossen mich mit anderen Betroffenen auszutauschen!!!
Grüße Bambue |
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edge neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.10.2007 Beiträge: 72 Wohnort: daheim
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Verfasst am: 02.11.2007, 20:07 Titel: Re: Ich dachte es würde leichter |
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Hallo bambue!
Zunächst einmal herzlich willkommen hier im Forum!
Ich bin selbst noch nicht allzu lange dabei (ungefähr 3 Wochen), aber ich konnte deine Worte sehr gut nachvollziehen. Ich bin inzwischen 31 Jahre alt und kam erst vor ein paar Wochen auf die Idee, dass viele meiner Probleme mit dem Alkoholismus in meiner Familie in Zusammenhang stehen könnten. Als ich dann dieses Forum entdeckte, konnte ich kaum glauben, wie viele hier teilweise ähnliche Probleme schildern. Auch ich kenne dieses Gefühl der inneren Leere und diese depressiven Verstimmungsphasen...
[quote]Und noch immer möchte ich dies eigentlich nicht als Begründung akzeptieren[quote]
Mit diesem Gedanken bist du ganz sicher nicht allein, ich hab das im Vorstellungsbereich damals so formuliert: "Einerseits hab ich Schwierigkeiten damit, viele meiner Probleme mit der Krankheit meines Vaters zu erklären, weil mich das in gewisser Weise aus der Verantwortung nimmt. Andererseits merke ich, dass es eine unendliche Erleichterung für mich wäre, wenn es denn so sein sollte, weil ich dann das Versagen nicht nur bei mir suchen muss!"
Inzwischen hab ich hier gaaaanz viel gelesen und auch selbst einige Beiträge geschrieben, mir hilft der Austausch mit den anderen wirklich sehr. Schritt um Schritt beginne ich, mich und meine Verhaltensweisen besser zu verstehen. Und nach und nach erscheinen mir die Zusammenhänge immer plausibler, auch wenn es gar nicht so leicht ist, das alles zuzulassen...
Ich wünsche dir einen konstruktiven Austausch hier mit anderen Betroffen und freu mich, wieder von dir zu lesen!
Lg edge |
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| edge hat zum Thema: Re: Ich dachte es würde leichter geschrieben
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Danni neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.09.2007 Beiträge: 77
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Verfasst am: 02.11.2007, 20:15 Titel: Re: Ich dachte es würde leichter |
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hallo bambue,
herzlich willkommen bei uns "kindern". es ist schön, daß du bei uns bist. es ist schade und es tut mir leid für dich, daß deine mama den absprung nicht geschafft hat. alkoholismus ist eine tötliche krankheit, wenn man sie nicht stoppt. aber stoppen kann sie nur der trinker selber, andere können das nicht. ich denke du weisst auch, daß du nichts dafür kannst. die zweifel ob du das richtige getan hast sind ganz normal, das haben wir alle, obwohl wir es wissen.
dass du hier bist ist ein guter anfang endlich alles auf zu arbeiten und vielleicht irgendwann damit abschließen zu können.
lies dir hier in ruhe die themen durch, ich denke, das wird dir schon viel helfen und einiges wird dir klarer werden.
wenn man depressive phasen hat, dann ist es egal wie gut es einem objektiv geht. hast du denn schon mal was dagegen getan? ich habe auch schon unter depressiven verstimmungen mit panikattaken gelitten. ich hab mich damals für einige zeit in ärztliche behandlung begeben und mich viel mit dem thema befasst und zur zeit komm ich ganz gut klar. aber man muss gut auf sich aufpassen.
wenn dir danach ist, dann schreib alles auf und ich hoffe wir können dir helfen.
alles liebe, danni |
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| Danni hat zum Thema: Re: Ich dachte es würde leichter geschrieben
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bambue neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.11.2007 Beiträge: 28 Wohnort: Baden Württemberg
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Verfasst am: 02.11.2007, 20:20 Titel: Re: Ich dachte es würde leichter |
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Ich finde es schon gut mal von jemandem zu hören der das kennt, fühle mich mit diesen Gefühlen immer schon sehr allein!
Auh wenn mein Freund versucht es zu verstehen, kann er es nicht richtig verstehen, denn er kennt es nicht.
Ich setzt wilich viel hoffnung in diesen Austausch, da ich lernen möchte richtig damit umzugehen bevor es tiefere Einschnitte in meinem Leben mit sich bringt!!
Freue mich darauf auch von dir zu lesen, und vielen anderen.
LG Bambue |
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summerdream Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2007 Beiträge: 6713
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Verfasst am: 02.11.2007, 23:34 Titel: Re: Ich dachte es würde leichter |
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hallo bambue
begrüßt hab ich dich ja scho, etz ein bißchen mehr...
schreib und les hier soviel du willst, ich finde das tut unheimlich gut - man fühlt sich nicht allein und merkt, das es noch viele andere gibt die genauso ticken wie man selbst
mich würd mal interessieren, ob du nach dem tod deiner mutter in therapie warst oder sonstige hilfe in anspruch genommen hast bzw. auch scho vor ihrem tod. oder hast du versucht alles ganz alleine zu verarbeiten?
| Zitat: | | Auch heute denke ich noch es hätte anders enden können wäre ich da gewesen, aber eigentlich glaube ich das nicht |
das wort "eigentlich" läßt mich vermuten, dass du nicht sehr davon überzeugt bist, dass du nichts hättest ändern können. oder?
du hast das richtige getan, bist ausgezogen als du konntest, für deine mutter konntest du nichts tun. deine mutter hätte selber zu der einsicht kommen müssen, dass sie krank is - so schwer das auch is, leider ist es so. wir kinder bzw. alle angehörigen sind da absolut machtlos
liebe grüße |
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| summerdream hat zum Thema: Re: Ich dachte es würde leichter geschrieben
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bambue neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.11.2007 Beiträge: 28 Wohnort: Baden Württemberg
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Verfasst am: 03.11.2007, 01:54 Titel: Re: Ich dachte es würde leichter |
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@ summerdream,
ja ich habe nach ihrem Tod eine Therapie gemacht und gegen die depressiven verstimmungen habe ich auch schon eine Zeit Antidepressiva bekommen (was meiner meinung nach aber nur ein teil der lösung ist).
Die Therapie half mir schon, aber es sind einfach die Gedanken die ich mir immer wieder mache! Ich weiß dass es ihre entscheidung war und ich nichts machen konnte. Es gibt auhc noch meinen Bruder, wir tauschen uns über dieses Thema sehr selten aus, es fällt mir einfach schwer mit ihm über solche Gefühle zu sprechen, da er sich dann immer gleich sorgen um mich macht, und das möchte ich nicht, er musste sich als ältester immer genügend Sorgen machen.
Vielleicht hätte ich schon früher eine Therapie machen sollen, aber damals war mir noch gar nicht bewusst das Mutters Problem Auswirkungen auf mich haben könnte.
Grüße |
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| bambue hat zum Thema: Re: Ich dachte es würde leichter geschrieben
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bambue neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.11.2007 Beiträge: 28 Wohnort: Baden Württemberg
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Verfasst am: 03.11.2007, 04:02 Titel: Re: Ich dachte es würde leichter |
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Hallo Danni,
wie du in meinem Eintrag vorher lesen kannst habe ich schon eine Therapie und eine Behandlung mit Antidepressiva gemacht. Ich möchte nun aber das eigentliche Problem angehen, denn die Therapie war eher eine Art der Trauerbewältigung. Ich habe aber die Hoffnung dass es ohne Therapie klappt.
Ich arbeite im Bereich Kinder und Jugend Psychiatrie (das typische Helfersyndrom ) und da muss ich mich fast täglich mit dem Thema auseinandersetzten. Erst da habe ich nach längerem an mir bemerkt, dass ich mit meinem Thema noch nicht abgeschlossen habe(war aber bei der Arbeit trotzdem professionell, konnte es von meinem trennen) und deswegen muss ich jetzt was tun, bevor es mir vielleicht irgendwann nicht mehr gelingt zu trennen.
gruß und danke |
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| bambue hat zum Thema: Re: Ich dachte es würde leichter geschrieben
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summerdream Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2007 Beiträge: 6713
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Verfasst am: 03.11.2007, 22:23 Titel: Re: Ich dachte es würde leichter |
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hi bambue
| Zitat: | | Es gibt auhc noch meinen Bruder, wir tauschen uns über dieses Thema sehr selten aus, es fällt mir einfach schwer mit ihm über solche Gefühle zu sprechen, da er sich dann immer gleich sorgen um mich macht, und das möchte ich nicht, er musste sich als ältester immer genügend Sorgen machen. |
hm... bin ja selber die älteste von meinen geschwistern und wie du scho sagst, ja wir "großen" machen uns sorgen. die mach ich mir aber so und so, lieber is mir, ich weiß was meine kleinen bedrückt als das ich mir darum erst noch gedanken machen muss - verstehste wie ich mein?
liebe grüße |
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| summerdream hat zum Thema: Re: Ich dachte es würde leichter geschrieben
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