Moonshine neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.10.2007 Beiträge: 14 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 01.11.2007, 07:48 Titel: Zerbreche völlig an der Situation... |
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Hallo allerseits, vorgestellt habe ich mich bereits hier (anklicken), bis ich jetzt freigeschaltet wurde.
Möchte hier mal meinen Fall schildern, der natürlich in vielen Punkten den Geschichten gleicht, die ich hier bisher bereits gelesen habe - und doch auch irgendwie wieder nicht:
Ich und meine Freundin hatten anfangs eher sowas wie eine Wochenend-Beziehung, wo wir uns regelmäßig gesehen haben, und auch immer Sekt miteinander getrunken haben - alles im Rahmen, keine Ausfälligkeiten zu bemerken bei ihr. Wir haben irgendwann auch angefangen, dazwischen täglich zu telefonieren, oft abends mehrere Stunden lang, auch da war ihr nichts anzumerken. Ich wusste, dass sie vor unserer Zeit vor ca. 4 Jahren mal wirklich erhebliche Alkoholprobleme hatte, worauf sie dann nach einem halben Jahr Totalabsturz angefangen hatte, ihr Pensum runterzuschrauben auf ein normales Level, und ich habe ihr das auch so geglaubt, sprach nichts dagegen (habe irgendwann z.B. auch mal zwischendurch 6 Wochen bei ihr gewohnt, wo gar kein Alkohol im Spiel war).
Wir hatten ein 3/4 Jahr lang eine so wundervolle Zeit miteinander, getragen von gegenseitigem Respekt, gegenseitiger Achtung, Offenheit, Vertrauen und liebevollem Umgang miteinander auf allen Ebenen, einfach nur wunderschön, in der man sich einfach nur in sie verlieben konnte.
Vor ca. 7-8 Monaten veränderte sich ihr Verhalten mir gegenüber plötzlich merklich, merkwürdige haltlose Vorwürfe mit aggressiven Unterton fingen an und die Offenheit blieb auch auf der Strecke, es war einfach spürbar, das da auf einmal irgendwas zwischen uns stand, ohne das es für mich greifbar war, worum es sich handeln könnte. Als ich erahnte, dass es um erhöhten Alkoholkonsum ging, führte ich mit ihr ein Gespräch, mit dem Ergebnis, dass sie ihr Problem nach anfänglichen Widerständen weitestgehend einsah und mit ihrer Psychologin darüber sprach, und daraufhin zu einem Beratungsgespräch in einer Suchtanlaufstelle ging und dann anschliessend in eine SHG und zu weiteren Einzelberatungen. Ich war bereit, sie dabei zu unterstützen, und auf ihrem Weg zu begleiten, bedeutete sie mir doch mittlerweile immens viel und wir tranken gemeinsam natürlich nichts mehr.
Nach 2 Wochen fiel sie in eine Art Depression mit dem Ergebnis, ihr Verhalten mir gegenüber wieder negativ zu verändern, die Sucht zu bagatellisieren, mich zu hintergehen und zu belügen, Streits zu provozieren, die eine weitere offene Verständigung nahezu unmöglich machten - kurzum heimlich zu trinken mit allen bekannten Nebenwirkungen, wie ich später rausfand. SHG gecancelt, ihre Therapie mittlerweile auch, da die Psychologin ja nun Mitwisserin war von etwas, was sie sich nicht mehr eingestehen wollte, und ich wurde entsprechend auch sehr unbequem für sie - es fing an, mir seelisch weh zu tun.
In dieser Zeit begann ich regelmäßige Gespräche als Angehöriger bei einer Selbsthilfeorganisation in Anspruch zu nehmen, weil die Situation auch anfing, mich zu überfordern.
Meine Bemühungen, sie wieder zu ihrer Einsicht zurückzuführen stiessen auf massiven Widerstand - ich war Feind ihrer Sucht geworden. Nach einem exzessivem Abend im Familienkreis, wo ich sie zum erstenmal selber vollbesoffen erlebt habe (eine erschreckende Erfahrung, die in mir viel Ambivalenz ausgelöst hatte), besann sie sich nochmals, nahm ihre SHG wieder auf, sagte selbst, dass sie es ohne Klinik niemals schaffen würde und versprach die entsprechenden Schritte einzuleiten. Ein Besuch bei einem speziellen Arzt mit Suchterfahrung zu einem Körpercheck folgte, ebenso begleitete sie mich zu gemeinsamen Gesprächen bei meiner Selbsthilfeorganisation - aber dieser zweite Anlauf schien mir von Anfang an nur halbherzig zu sein, und die notwendigen Schritte Richtung Klinik wurden nie eingeleitet (wo soll denn mein Sohn hin, wohin mit meinem Hund etc.) - bis SIE mir, von mir des erneuten heimlichen Trinkens entlarvt (begleitet mit den Worten "ich kann nicht aufhören, der Alkohol gehört wohl irgendwie zu meinem Leben dazu"), die Beziehung kündigte. Ich hatte sie davor beenden wollen, aber konnte nur rumdrucksen, habe es nicht über's Herz gebracht. Dafür hat sie es dann gemacht ("Du wolltest es doch so").
Hier bin ich völlig zusammengebrochen, war völlig verzweifelt, wollte nur noch EINES - SIE nicht GANZ verlieren. Ich hatte vorher selber an eine Beendigung oder Einschränkung der Beziehung gedacht und sie das auch wissen lassen, aber als es jetzt so rum lief, habe ich das nicht verkraftet und begann mit vollem Einsatz um sie zu kämpfen. Ihr Alkoholproblem wurde für mich zweitrangig, mein Seelenleben inklusive, denn was ich jetzt an Schmerz und Leere fühlte war schlimmer als all das, was ich vorher mit ihr durchmachte. Immerhin waren unsere gemeinsamen Abende nachwievor unbelastet und wunderschön gewesen, und ich verfiel auf die Idee, ihr ihren Alkohol einfach zu lassen, in dem Glauben, dass sie dann ja nicht mehr lügen müsste, auch keine Aggressionen aufgrund von Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen mehr haben müsste und unser Miteinander dadurch wieder funktionieren könnte. Keine Basis für eine erfüllte feste Beziehung, aber ein Weg, einander in der Situation nicht ganz zu verlieren...
Nun, SO habe ich sie zurückgewonnen, was recht schwer war, da sie mir gegenüber bereits völlig dicht gemacht hatte, ihre Gefühle einfach verdrängt hatte und mich nicht mehr an sich heranlassen wollte (sie sagte mir danach, dass sie froh und glücklich sei, dass ich es verhindert habe, dass sie mich aus ihrem Leben schiebt) - und wir konnten nach anfänglichen weiteren Bagatellisierungsversuchen sogar relativ offen dann über ihren Alkoholkonsum miteinander sprechen, haben auch wieder im Rahmen zusammengetrunken - sie selbst ist die Art Trinker, der gerne bis zum Vollrausch, manchmal auch bis zur Besinnungslosigkeit trinkt (nicht immer, aber sie kann es auch nicht wirklich alleine steuern). Habe keine Vorwürfe mehr gemacht, sondern innerlich auf ihren persönlichen Tiefpunkt gewartet, so komisch das jetzt klingen mag. Ich habe den Alkohol notgedrungen akzeptiert, um sie nicht zu verlieren - er hatte vorübergehend gewonnen, ich spielte jetzt auf Zeit.
Hätte vielleicht auch klappen können, wenn nicht etwas passiert wäre, was ich so noch nie gehört hatte und was mich als zusätzliche Belastung seelisch völlig aus der Bahn warf - und sie auch, alles verläuft seitdem katastrophal...
Eines Tages erzählte sie mir völlig fertig am Telefon von einem sehr üblen, in ihrer Empfindung unheimlich realistischen nächtlichem Wachtraum und dass sie trotz frühem Zubettgehens danach völlig gerädert war und unnatürlich lange noch weitergeschlafen habe:
Sie hatte das Gefühl, jemand wäre im Raum gewesen und danach wurde sie S** bedrängt, sie habe geschrien, sich verzweifelt gewehrt, der Angreifer hat ihr aber recht brutal versucht den Mund zuzuhalten und nicht von ihr gelassen, sie hat mit aller Kraft ihre Nägel in seinen Unterleib gestossen - und sie hatte das Gefühl, es handelte sich bei dem Angreifer um ihren Sohn! Danach gab es Aufruhr und Tumult in der Wohnung... soweit könnte man an einen einfachen Albtraum glauben, weil alles danach folgende auch definitiv Traumcharakter hatte.
Am nächsten Tag hatte sie ihren Sohn darauf angesprochen (verwundert darüber, dass ihr Hund, der normalerweise IMMER bei ihr im Bett schläft, bei IHM im Zimmer war), ob da letzte Nacht irgendwas in der Wohnung los war, worauf er sofort zu wissen schien, was sie meinte und sagte, er hätte auch geträumt, dass sie mit einem Messer auf ihn losgegangen sei, und er würde ihr doch nie was böses tun, er habe Angst vom Bösen besessen zu sein, es müsse was Böses in seinem Zimmer sein...
und nun kommt's: Er hatte eine leichte Schürfwunde zwischen den Augen UND zwei starke Kratzer am Unterleib, genau zu ihrem Traum passend!!! Sie erzählte mir dann was von Geistern, Wundmalen und dass sie Weihrauch kaufen wolle, weil ihr Sohn solche Angst vor dem Bösen in seinem Zimmer habe, war überhaupt völlig verstört am Telefon. Ich war zutiefst beunruhigt, in mir keimte ein Verdacht auf, so ungeheuerlich, so unglaublich, das ich das nicht denken WOLLTE und ich sagte nichts davon, fragte nur, ob sie den Abend getrunken habe, was sie vehement verneinte, fragte nach dem Zustand ihrer Unterwäsche - alles OK - und beliess es erstmal dabei. Ich wollte nicht glauben, was ich dachte, befragte zwei eng vertraute Freunde telefonisch zu der Geschichte, ob sie Geister für möglich halten und bekam unangenehme Antworten. Beide sagen nicht, dass es prinzipiell nicht Geister geben könne, aber für sie klingt das hier anders...
In der Woche besuchte ich sie, nachdem sie vorher am Telefon sich abweisend, richtig irre und verwirrt mir gegenüber verhalten hatte und liess durchblicken, dass ich in der Wohnung nichts ungewöhnliches wahrnehme und verwies dabei auch auf ihren Hund, der seelenruhig auf der Couch lag. Ich machte indirekt klar, dass ich mich schwer tue mit der Erklärung, die Wohnung werde von Geistern heimgesucht, mehr sagte ich dazu nicht, konnte ich doch selbst kaum glauben, was sich mir aufdrängte.
Vor meinem nächsten Kommen machte ihr Sohn, der sonst nie sonderlich was gegen mich hatte, plötzlich einen Riesenaufstand dazu, dass ich nicht mehr kommen solle. An diesem Tag erzählte sie mir später im Suff VON SELBER Dinge, bezüglich des "Traumes", die erkennen liessen, dass sie nun nicht länger von einem Traum sprach. Es war wie wenn jemand realisiert, dass alle Umstände dafür sprechen, dass es ein reales Erlebnis war, aber an dem Punkt, wo sie es für sich selbst dann hätte wahrhaben müssen, immer wieder umkippt und in das Geister- bzw. Traumalibi flüchtet ("Aber das kann doch nicht sein, es ist doch mein Sohn", "Nein, wir waren vom Teufel besessen, der Teufel war in mir").
Ich habe ihre Tränen gesehen in diesem Moment des Wiederverdrängens, Verleugnens, ihre Verzweiflung, ihren tiefen inneren Schmerz, ihre Zerrissenheit - es tat weh, machte betroffen und ich habe unheimliche Angst bekommen um sie, um ihre Seele, ihre Psyche. Und um UNS, denn nun war ich Mitwisser, und wenn sie das eben hochgekommene wieder verdrängte, musste sie mich automatisch aus ihrem Leben schmeissen.
Und so kam es auch, so kalt und abweisend wie danach hatte sie mich bisher noch nie behandelt. Unter Einfluss ihres Sohnes, der seitdem auch vehement gegen mich arbeitete und sie in die Mangel nimmt, wo er nur kann und ihres eigenen Verdrängungsapparates schob sie mich eiskalt unter den unfairsten Schuldzuweisungen und Verdrehungen erneut aus ihrem Leben, ich hätte keinen Platz mehr in ihrem Leben, sie hat ihre kleine Familie, da bin ich nicht mehr erwünscht.
Nun, ich habe weiter um sie gekämpft, und sie letztendlich dadurch wiedergewonnen, dass ich sagte, ich werde mich aus ihren Problemen zukünftig raushalten (wohlwissend, dass ich damit sage, "was Du mir da letztens erzählt hast, wird zwischen uns nicht mehr zur Sprache kommen, verdränge es, wenn Du willst"), und wenn ich nicht mehr zu ihr nach Hause kann, man sich dann halt seltener sieht, bei mir oder anderswo und wir nur noch die angenehme Seite unseres Miteinanders leben, uns einfach nur noch gut tun. Nun, damit schien sie leben zu können, denn überraschenderweise ging sie darauf ein. ICH hatte meinen Stolz schon lange eingebüsst, nachdem sie das erste Mal Schluss gemacht hatte.
Sie ist übrigens danach in eine lange, alkoholreiche (mit schwerstem regelmäßigem Trockenkotzen) depressive Phase gefallen und sagte immer, sie WOLLE nicht nach innen schauen - meine Angst um sie ist größer als jemals zuvor, durch diese Doppelbelastung zerbreche ich völlig an der Situation, KANN sie jetzt nicht loslassen, renne von einer Psychologischen Stelle zur nächsten, um Hilfe für MICH zu finden und Ratschläge, was man DA (bei ihr) machen kann, ob psychologisch geschulte Leute das alles auch so einschätzen wie ich. Ich musste diese Belastung loswerden, die Vorstellung, was da bei ihr zuhause passiert, wenn sie volltrunken ist, macht mich schier wahnsinnig, vielleicht vor dem Hintergrund, dass S** Missbrauch auch in meiner Kindheit eine Rolle gespielt hat und ich deswegen das Gefühl tief in mir gut kenne, wenn man in solch einer Situation ist. Lasse ich die Gedanken daran zu sehr an mich heran, quälen meine Gefühle dazu mich so unendlich sehr, die eigene Ohnmacht, dass ich manchmal wünschte, nicht mehr leben zu müssen, um diese Last wieder loswerden zu können.
Ich überlege schon die ganze Zeit (seitdem ich das weiss), diese Belastung loszuwerden, indem ich die Sache in entsprechende Hände gebe, mich an die entsprechenden amtlichen Stellen wende, aber diesen Verrat würde sie mir niemals verzeihen, ich würde mir ihren Hass auf Lebenszeit zuziehen, weil sie sich von ihrer kleinen "heilen" Welt, ihrem Sohn emotional genauso abhängig gemacht hat, wie ich mich von ihr. Selbst seine Lehrerin hat ihr aus anderen Gründen schon geraten dringend das Jugendamt einzuschalten, sämtliche Psychologen (ihre ehemalige und die des Sohnes, Therapie nach diesem Vorfall übrigens auch urplötzlich abgebrochen!) haben eine räumliche Trennung zwischen beiden angeraten, aber sie kann da trotz besseren Wissens genauso wenig loslassen, wie ich trotz besseren Wissens von ihr loslassen kann.
Nach vielem Hin und her (wir konnten uns in den letzten 2 Monaten gerade mal 3 Mal sehen, und sie bekommt danach jedesmal Riesenstress mit ihrem Sohn, den sie danach an mir auslässt) hat sie übrigens vor 10 Tagen erneut Schluss gemacht ohne eine klärende Aussprache; ich habe mich diesmal nicht mehr bei ihr gemeldet (worauf ich sehr stolz bin), was mir verdammt schwer fällt, leide sehr unter der Situation, weiss nicht, was ich da noch tun soll, aber ich habe ihr genug gezeigt, was sie mir bedeutet, wieviel mir an uns liegt, und wenn sie mich nicht mehr wertschätzen kann, bin ich da falsch. Ich hoffe, dass sie mich vermisst und sich meldet, aber in Anbetracht der Gesamtsituation halte ich das für sehr unwahrscheinlich; sie wird froh sein, wenigstens DIESEN Stress loszusein - Gefühle kann sie gut verdrängen.
Ich bin also jetzt in der Position, wo bestimmt viele hier sagen werden "Man, sei froh, das ist das Beste, was Dir passieren konnte!" - meine Vernunft sagt das irgendwo auch manchmal, und es fällt auch ein gewisser Dauerstress von mir ab, sodass es mir jetzt auf eine Art auch besser geht als vorher, aber auf der anderen Seite will ich sie nicht völlig verlieren und nicht in dieser Situation alleine lassen - ich kann nicht komplett loslassen, insbesondere, weil sie sagte, ihre Entscheidung habe nichts mit ihren Gefühlen für mich zu tun, und es fällt ihr auch schwer...
Letzten Sonntagmorgen hatte ich ohne grosse Vorankündigung im Suff einen totalen Nervenzusammenbruch, mit körperlichen und seelischen Symptomen (schwere Atemnot, Panikgefühle, totale Hoffnungslosigkeit, Suizidwunsch) und einem stundenlangen Heulkrampf, habe soetwas noch nie in meinem Leben zuvor gehabt, eine solch tiefe Verzweiflung, habe Angst, wirkliche Angst vor dem, was gerade mit mir passiert.
Begreife im Zuge des Beschäftigens mit dem Phänomen der Co-Abhängigkeit, wie sehr auch ich selber verdränge und Vermeidungsstrategien in meinem "Leben" benutzt habe, um mich vor Situationen oder vergrabenen schmerzlichen Gefühlen zu schützen, die noch weit grausamer sein müssen, als das, was ich zur Zeit durchmache - wenn das, was ich Sonntag erlebt habe ein Anfang dessen war, dann gute Nacht...
Würde mich über Meinungen, Ratschläge und Antworten sehr freuen! |
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Moonshine neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.10.2007 Beiträge: 14 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 02.11.2007, 04:04 Titel: Gedankengänge |
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Schade, ist ja leider im Laufe des Tages nicht viel passiert in diesem Thread. Aber wie Speedy schon schrieb, | Zitat: |
es ist nicht leicht, auf Deine Geschichte zu antworten! |
ist es wahrscheinlich sehr schwierig, für diese Situation angemessene Antworten oder auch Ratschläge zu geben, geht das doch über die "normale" Problemstellung Alkoholiker und sein Co weit hinaus. Aber ich hoffe weiter, war ja erst ein Tag online
Ich habe gerade mit einem Freund telefoniert, der mich seit Sonntag täglich anruft und mir damit zeigt, dass er Anteil nimmt an meiner Situation und der versucht, mich aufzubauen und vor Fehlern zu bewahren (z.B. mich wieder bei ihr zu melden) - schön zu sehen, dass man nicht jedem so egal ist, wie ausgerechnet gerade der Person, die einen angeblich so sehr liebt - und dann doch so lieblos und rücksichtslos mit einem umgeht bzw. umging.
Einer der emotional gemeineren Vorwürfe war es für mich immer, wenn sie darauf verfiel zu behaupten, ICH hätte ja gar kein Verständnis für ihre Situation und wäre ein Ich-Mensch (im Prinzip das genaue Spiegelbild IHRES rücksichtslosen und gleichgültigen Verhaltens mir gegenüber) - DAS tat immer besonders weh in Anbetracht der Tatsache, dass man als Co-Abhängiger eigentlich bereits viel zu viel Verständnis für das fortwährende Fehlverhalten des Abhängigen Trinkers aufbringt und dabei seine eigenen Bedürfnisse nahezu komplett fortwährend hintenangestellt hat und gerade unter der emotionalen Gleichgültigkeit des Trinkenden bereits selber immens leidet.
Andererseits hat sie auch ungewollt damit irgendwo "Recht" - allerdings unter dem Gesichtspunkt, dass wenn ich das richtige Verständnis für ihre/unsere Situation hätte, ich garantiert schon längst begriffen hätte, dass hier Hopfen und Malz verloren ist, und ich mich schleunigst abgrenzen muss vor der für mich selbst äusserst schädlichen Dynamik in unserer Beziehung - und mein ganzes Verständnis und meine Nachsicht hier völlig fehl am Platz ist.
Aber ich habe mich selbst leider völlig verloren in dieser Verbindung zu ihr, werde beherrscht von Gefühlen des Abgelehntwerdens und der fortwährenden Verlustangst; durch ihr Verhalten perfekt pausenlos stimuliert, was mir die Fähigkeit zum klaren Denken nimmt...
Ich habe das anfangs bei uns auch alles noch sehr realistisch eingeschätzt, und habe mich klar abgegrenzt, bin aber leider völlig von meinem Weg, meiner starken Position abgekommen, als SIE so unerwartet und rigoros dann MICH hat fallen lassen. Dadurch hat sie gemerkt, dass sie eigentlich MICH in der Hand hat, indem sie mich nur fallen lassen muss, mir mit Ablehnung begegnen muss, damit ich (äußerlich lammfromm, innerlich panikerfüllt) erstmal alles hinnehme, nur um sie nicht zu verlieren - und das nutzt sie seitdem brutal aus. Klar, in einer gesunden Beziehung geht man davon aus, dass der liebende Partner niemals die Schwäche des anderen gegen ihn benutzen wird, wird doch letztendlich jeder angreifbar, wenn er Gefühle zulässt und sich dem anderen öffnet - aber was ist schon gesund in der Verbindung zu einem trinkenden Partner?
Bin übrigens bisher konsequent geblieben, habe mich nicht mehr bei ihr gemeldet, aber es fällt mir so verdammt schwer, gerade auch, weil wir keine offene Aussprache gehabt haben, und so viel Raum für Fragen und auch Hoffnungen bleibt, die die innere Ablösung zusätzlich erschweren. Wobei mein Freund heute sagte, dass auch dieses Ausrichten nach IHRER Position (Gedanken, Gefühle, Gründe für ihr Handeln) schon eine Art sich abhängig machen vom anderen sein könnte, und mich wieder von mir selbst ablenkt...
Seht ihr das auch so? Ich denke ganz allgemein eher, dass es viel leichter ist, mit Situationen umzugehen, wenn man sie verstehen kann und sich Erklärungen und Antworten dafür geben kann - und sich genau dadurch schneller wieder auf sich selbst besinnen kann, anstatt dass man sich mit offenen Fragen rumquälen muss. Also für mich galt das jedenfalls bisher so...
Mit Dank an alle, die hier mitlesen, Moonshine  |
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