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Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage?

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hasenpfoetchen
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 21.06.2007
Beiträge: 84

BeitragVerfasst am: 22.10.2007, 18:29    Titel: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo allerseits,
hab mal wieder länger hier gelesen und bin auf etwas gestoßen was ich nicht verstehe.
Dank diesem Forum und der Erfahrungen länger trockener Alkoholiker bin ich seit Juni 2007 trocken. In der Anfangsphase war für mich das a und o mein Zuhause in eine alkfreie Zone umzuwandeln. Das ist bis heute so. Die Gefahr rückfällig zu werden ist nachwievor extrem hoch. Ich meide jegliche Berührung mit dem Alk und nehme mich ständig in Acht vor dem Alkohol, weil ich weiss er ist geduldiger als ich.
Deshalb kann ich einige der hier geschriebenen Beiträge, wie ein Rückfall kann dich auch weiter bringen nicht nachvollziehen. Ich bin erschüttert, wie jemand so etwas behaupten kann und das auf so eine leichte Kappe nehmen.

Ein Rückfall würde für mich tödlich ausgehen und mir nicht helfen. Ich glaube, ich bekomme diese Chance nie wieder. Sorry, aber das musste ich jetzt los werden.

Gute 24 Stunden!
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hasenpfoetchen hat zum Thema: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32811
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 22.10.2007, 18:55    Titel: Re: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo hasenpfoetchen,

ich kann solche Einstellung auch nicht nachvolziehen. Für mich würde ein Rückfall den Tod bedeuten.

Da es hier aber ein Diskussionsforum ist, kann natürlich jeder seine Ansicht dazu schreiben.

Wichtig finde ich, dass dann jemand wie Du oder halt andere länger trocken Lebende, dort ihre Sichtweise und Erfahrung schreiben, wo dieses von Dir geschriebene geäußert wurde.

Es ist halt wichtig, dass andere Leser die bestätigten Wege von lange trockenen Alkoholiker lesen und auch die anderen Sichtweisen, wo oft viel Wunschdenken, aber keine bestätigte Erfahrung dahinter steckt.

Wir könnten natürlich sowas auch alles löschen, aber wäre es dann noch ein Diskussionsforum?

Gruß
Karsten

__________________
Gedanken zum Alkoholersatz
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Karsten hat zum Thema: Re: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? geschrieben
JoeDoe
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 02.08.2007
Beiträge: 612
Alter: 37
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 22.10.2007, 19:23    Titel: Re: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo hasenpfoetchen,

ich weiss leider nicht, auf welchen Beitrag oder Thread Du Dich beziehst, aber Deine Frage ist natürlich vom Grundsatz her klar.

Ich kann natürlich auch nur von meiner eigenen persönlichen und zudem noch frischen Erfahrung sprechen, aber ich kann mir schon vorstellen, dass für den ein oder anderen ein Rückfall 'hilfreich' sein kann, die Unkontrollierbarkeit des eigenen Trinkverhaltens auch wirklich anzunehmen.

Ich denke, es hängt in allererster Linie davon ab, wo sich der eigene Gesundheitszustand befindet und aus welcher Motivation heraus der Versuch entsteht, ein abstinentes Leben zu beginnen: Wenn der Missbrauch den Körper noch nicht allzu schwer geschädigt hat und man selbst keine wirkliche Eigenmotivation mitbringt, dann kann man sich z.B. dem Gedanken hingeben, evtl. doch eines Tages wieder ein Glas trinken zu können. Scheitert ein solcher Versuch, dann kann dies durchaus einen positiven Beitrag zum Eingestehen der Krankheit haben.

Ich muss sogar gestehen, dass ich mir selbst auch Gedanken gemacht habe, ob mein doch recht früher und bisher einmaliger Entzug auch wirklich von langfristiger Dauer sein wird, bzw. überhaupt sein KANN, eben weil mir genau diese Rückfallerfahrung fehlt Geschockt!

Nur so meine Gedanken ....

Liebe Grüße

J.
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JoeDoe hat zum Thema: Re: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? geschrieben
Andi
Gast






BeitragVerfasst am: 22.10.2007, 19:49    Titel: Re: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Joe,
Zitat:
Ich muss sogar gestehen, dass ich mir selbst auch Gedanken gemacht habe, ob mein doch recht früher und bisher einmaliger Entzug auch wirklich von langfristiger Dauer sein wird, bzw. überhaupt sein KANN, eben weil mir genau diese Rückfallerfahrung fehlt


Stelle deinen einmaligen Entzug nicht in Frage!!

Nur weil andere,einen Rückfall hatten,und daraus gelernt haben,solltest Du,Dir dieses nicht gedanklich näher bringen!

Arbeite weiter Gewissenhaft an Dir,Ein Rückfall,kann den einen oder anderen weiter bringen,aber auch töten,deshalb solltest Du dich,nur auf dich selbst konzentrieren,die Alkoholkrankheit ist eine tödliche Krankheit,rufe dieses immer wieder ab,und bleibe,und arbeite an Dir!

Gruß Andi
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Andi hat zum Thema: Re: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? geschrieben
Plejaden
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 20.08.2007
Beiträge: 1357
Alter: 33

BeitragVerfasst am: 22.10.2007, 20:22    Titel: Re: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich denke, dieser Sache liegt dieselbe Problematik zugrunde wie die Tatsache, dass Geschichte sich ständig wiederholt: Der Mensch ist von seiner Ausstattung her darauf "programmiert", aus eigener Erfahrung zu lernen. Berühmtes Beispiel ist das Kleinkind, das erst vom Herd wegbleibt, wenn es sich einmal die Finger daran verbrannt hat. Aus den Erfahrungen anderer Menschen zu lernen, ist ein abstrakter intellektueller Vorgang und widerspricht unserem "normalen" Vorgehen das Lernen betreffend.

Nun sind Erwachsene keine Kleinkinder (oder doch?), deshalb bin ich ebenfalls ziemlich betreten ob solcher Aussagen. Mir persönlich geht es ähnlich wie JoeDoe: Ich habe die Krankheit in einem sehr frühen Stadium unterbrochen. Mir fehlt ebenfalls die "Rückfallerfahrung". Aber ich denke, ich kann gut darauf verzichten. Denn selbst wenn es bei mir noch nicht schlimm war mit dem Alkohol, ich weiß trotzdem nicht (ich KANN es niemals wissen), ob ich es das nächste Mal wieder schaffe aufzuhören. Oder ob mein erster Rückfall auch mein Letzter sein wird. Das Risiko will ich um keinen Preis eingehen.

Ich habe mit meiner Sozialen Phobie zig Jahre rumgeeiert, bevor ich mir endlich Hilfe gesucht und dadurch die Ängste überwunden habe. Derselbe Fehler soll mir mit dem Alkohol nicht passieren, schon weil diese Angelegenheit ungleich tödlicher ist.

LG
Plejaden
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Plejaden hat zum Thema: Re: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? geschrieben
JoeDoe
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 02.08.2007
Beiträge: 612
Alter: 37
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 22.10.2007, 20:28    Titel: Re: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Andi,

dank Dir für Deine mahnenden Worte!

Natürlich versuche ich in erster Linie, mich auf mich zu konzentrieren und meine eigene Trockenheit voranzubringen. Dabei beschäftige ich mich aber natürlich auch mit Menschen, die von der gleichen Krankheit betroffen sind. (Soll man ja schließlich auch, deshalb bin ich hier Winken ).

Wenn man jetzt Zahlen bemüht, die sagen, dass 80% aller klinisch Entgifteten nach einem Jahr wieder rückfällig werden und 50% aller LZT's nach vier Jahren, dann stellt sich eine solche Frage natürlich schnell. An irgendeinem Punkt auf dem Weg dieser Menschen muss der Wille, trocken zu leben, ja auf der Strecke geblieben sein. Vielleicht war das Wissen über die eigene Krankheit einfach noch nicht stark genug verankert, so dass es einen neuen Absturz gebraucht hat?

Jedenfalls hast Du in einem Recht: Die Gewissheit, dass jeder Rückfall ein weiterer Schritt in Richtung Grab ist, sollte die eigenen Zweifel doch gut zerstreuen! Auf die Erfahrung eines Rückfalles mag ich -wie Plejaden auch- gerne verzichten.

In diesem Sinne.

Liebe Grüße

J.
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JoeDoe hat zum Thema: Re: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? geschrieben
phoenix75
Gast






BeitragVerfasst am: 22.10.2007, 20:32    Titel: Re: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

JoeDoe75 hat Folgendes geschrieben:
Ich muss sogar gestehen, dass ich mir selbst auch Gedanken gemacht habe, ob mein doch recht früher und bisher einmaliger Entzug auch wirklich von langfristiger Dauer sein wird, bzw. überhaupt sein KANN, eben weil mir genau diese Rückfallerfahrung fehlt Geschockt!



mach nicht den gleichen Fehler wie ich JOedoe.
Jeder Rückfall - wenn er nicht tödlich endet - untergräbt deine Kraft.
Ich wünschte, ich hätte nach meiner ersten trockenen Zeit (immerhin 1,5 Jahre) nicht gemeint "ich könnte wieder".
Das erste Mal war - vielleicht wie bei dir - fast zu einfach.

Du hast diese Entscheidung nicht umsonst getroffen bzw. nicht umsonst kapituliert.

Mir hat der Rückfall NUR gezeigt, daß ich es eben nicht kann. Das wußte ich aber eigentlich vorher auch...

Habe diese Woche auch einem an's Herz gelegt, der mehrere Rückfälle hatte, sich genau zu überlegen, ob er kapituliert hat. In der Gruppe sind welche, die alkoholisiert Menschen getötet (Unfall) oder sich selbst verletzt haben. Warum sollte man das riskieren?!
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phoenix75 hat zum Thema: Re: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? geschrieben
Wolfgang
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 06.04.2007
Beiträge: 342
Alter: 56
Wohnort: Schleswig-Holstein

BeitragVerfasst am: 23.10.2007, 02:01    Titel: Re: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich denke es kommt immer darauf an mit welcher Einstellung man zur Entgiftung geht und ob man es selber wiklich will.

Im Januar war ich zur Entgiftung,gleich im Anschluß 3 Wochen Tagesklinik.
Habe ich gemacht um meine Ruhe zu haben.Ich habe nicht an einen Rückfall gedacht.

Nach 10 Wochen Rückfall.1 Flasche Korn in 2 Std, weiß danach von nichts mehr,wurde mir nur erzält was los war. Verrückt

Danach 5 Wochen keinen Alkohol getrunken. Smilie

Habe dann beim Aufräumen in der Kammer 1 halbe Flasche und im Garten in der Laube 1 ganze Flasche Korn gefunden und natürlich getrunken.Habe ja immer heimlich getrunken und alles versteckt. Verrückt

Diesmal habe ich aber noch rechtzeitig meinen Freund angerufen und der hat mich dann in eine Klinik gefahren.

Da in der Klinik ist mir dann klar geworden das es so nicht weiter gehen kann und habe mich für eine LZT entschieden.Dieses mal wollte ich es.Ich habe es für mich entschieden.

Und heute bin ich schon fast 5 Monate Trocken Sehr glücklich und stolz auf mich.

Ein Rückfall kann einem also auch weiter helfen wenn alles gut geht.Ich hatte Glück.

Gruß Wolle
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Wolfgang hat zum Thema: Re: Ist ein Rückfall gefährlich, welch eine Frage? geschrieben

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