| Meine Frage an das Forum • ambulanter entzug-stationärer entzug |
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Käthe aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 14.04.2005 Beiträge: 539 Wohnort: Dortmund
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Verfasst am: 10.06.2005, 22:06 Titel: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? |
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Hallo Ihr lieben,
an Chrissyta: dann dürfte ich kein Alki sein, ich hatte so ein Zuhause und meine Eltern waren /sind keine Alkoholiker.
Ich denke, über dieses Thema werden sich die Experten noch Jahrzehnte streiten.
Das einzige was ich persönlich an der genetik-Theorie wirklich positiv finde, ist dass man dann besser Vorsorge treffen könnte.
Ansonsten kenne ich echt Leute, die meinen, sie bekommen dann eine "Spritze", sind geheilt und können weitersaufen.
Etwas kurz und platt, geb ich ja zu, der der Inhalt mancher Gespräche ist so.
Ich glaube, dass es ganz viele verschiedene Ursachen gibt und dass letztendlich die Anzahl von Ursachen die ein Mensch mit sich rumschleppt entscheidend ist.
Grüsse an Alle
Käthe |
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| Käthe hat zum Thema: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? geschrieben
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vanillivi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.02.2005 Beiträge: 188 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 10.06.2005, 22:34 Titel: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? |
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Bei uns zu Hause wurde auch kein Alkohol getrunken. Der einzige der trank (immer noch trinkt!!), ist mein Bruder, aber der ist schon ausgezogen, als ich 5 Jahre alt war.
Ich habe ihn zwar meine ganze Kindheit über mehr oder weniger betrunken gesehen, aber ich denke, daß hätte mich eher abschrecken sollen.  |
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| vanillivi hat zum Thema: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? geschrieben
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chrissyta sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.03.2005 Beiträge: 1053 Wohnort: BW
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Verfasst am: 10.06.2005, 23:23 Titel: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? |
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hallo käthe,
hallo vanillivi,
ich möchte mich da auch nicht festlegen, habe nur das geschrieben was ich schon viel gehört habe. ihr müsst mir aber zustimmen, dass viele, ich meine jetzt nicht alle alkoholiker aus so einem umfeld kommen. ich nehme da jetzt mich als beispiel, mein vater trank, er ist an leberzirrhose gestorben, meine jüngere schwester trank, sie ist 1998 mit mitte 40 gestorben und hundertprozentig war zum grösstenteil der alkohol schuld, meine ältere schwester trinkt und ich bin auch da reingerasselt.
naja, es gibt viele gründe und käthe da hast du recht, es kommt viel darauf an was jemand mit sich rumschleppt.
an vanillivi, viele leute schreckt es auch ab, zum beispiel meine tochter reagiert was diese sache betrifft sehr empfindlich und ich kenne noch einige andere die es abgeschreckt hat.
lg
chrissyta |
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| chrissyta hat zum Thema: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? geschrieben
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soul42 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 05.05.2005 Beiträge: 425 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 11.06.2005, 09:47 Titel: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? |
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Hallo,
bei mir war es ähnlich wie bei vanillivi, zu hause, mein umfeld, auf arbeit, überall war alkohol im spiel, wenn man wegging, in die disco, nur noch angetrunken, weil es ja "mehr spass" machte??
ich bin reingerutscht, durch familie UND freunde.
eltern habe getrunken, schwester, schwager, opa, oma weniger, mein bruder absolut nicht, wahrscheinlich hat ihn das ganze abgeschreckt.
ich kann von mir nur sagen, das ich das trinken regelrecht als "normalzustand empfand", denn es gehörte zu meinem leben, da gabs keine frage WARUM? nein, der alkohol war da wie das brot und die milch..
lg soul |
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| soul42 hat zum Thema: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? geschrieben
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honda-daddy Gast
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Verfasst am: 12.06.2005, 14:58 Titel: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? |
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hallo
die frage warum ich alkoholiker geworden bin bringt mich nicht weiter, ich habe mich gefragt, wofür habe ich alkohol benutzt. erst dann konnte ich sehen welche verhaltensänderungen für mich wichtig sind und welche defizite ich habe. |
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| honda-daddy hat zum Thema: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? geschrieben
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honda-daddy Gast
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Verfasst am: 12.06.2005, 15:16 Titel: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? |
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| soul42 hat Folgendes geschrieben: | Hallo,
bei mir war es ähnlich wie bei vanillivi, zu hause, mein umfeld, auf arbeit, überall war alkohol im spiel, wenn man wegging, in die disco, nur noch angetrunken, weil es ja "mehr spass" machte??
ich bin reingerutscht, durch familie UND freunde.
eltern habe getrunken, schwester, schwager, opa, oma weniger, mein bruder absolut nicht, wahrscheinlich hat ihn das ganze abgeschreckt.
ich kann von mir nur sagen, das ich das trinken regelrecht als "normalzustand empfand", denn es gehörte zu meinem leben, da gabs keine frage WARUM? nein, der alkohol war da wie das brot und die milch..
lg soul | kann ich bestätigen traf auch für mich zu |
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| honda-daddy hat zum Thema: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? geschrieben
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Martin Gast
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Verfasst am: 23.06.2005, 18:38 Titel: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? |
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Hallo,
(ich wage mal meine Gedanken zum Warum und ums warum herum.)
Wohl zweifelsohne ist eine genetische Disposition im Spiel. Aber eher im Sinne, daß derjenige der Alkohol nicht gut abbauen kann sowieso nicht viel und/oder regelmäßig trinken kann. (Asiaten haben wohl so gewisse genetische Bedingungen, die ihnen den Alkoholabbau erschweren, dadurch schnell betrunken werden, bzw starke Katersymptome haben.)
Ein "alkoholisches" Umfeld fördert allemal den Mißbrauch. Wenn es normal ist auf Party sich volllaufen zu lassen mache ich es mit, gewöhne mich daran, kann irgendwann gar nicht mehr ohne feiern. Gesellschaften mit starken Trinkregeln kennen dementsprechend auch statistisch weniger Alkoholabhängige - Südeuropa z.B. (Soziale Disposition)
Wenn man jedoch von einem eigenverantwortlichen, selbst-bewußten Individuum ausgeht, erklären sich durch die zwei vorgegangenen Ursachen nicht alle Fragen nach dem Warum. Denn irgendwann wird die Trinkerei jedem "Normalen" zu dumm. Ob ichs nun vertrag oder/und alle anderen trinken. Warum wird es bei manchen Menschen so "wichtig" zu trinken und dann das Trinken "das Wichtigste"? Und ob es nun allen gefällt oder nicht, es ist nur die Psychologie die darauf Antworten parat hat. (Psychische Disposition)
Einschub: Ob die Frage nach dem psychologischen Warum, jeden Trinker heilt wäre falsch. Ich sags mal so: Der eine bleibt trocken ohne in seine Vergangenheit zu schauen und ein anderer kann es nur schaffen wenn er versteht warum er trank. (Wobei genau betrachtet eigentlich wohl beides "psychologisch" ist, nur verschiedene Ansätze. Verhaltenstherapie einerseits, Gesprächsterapie andererseits. Und übrigens das "Psychologische" nicht umbedingt eines Psychologen bedarf.)
Nach eigener Erfahrung (stationäre Therapie 3 Monate, seit 1,5 Jahren ohne Rückfall und doch immer noch mit den Abhängigkeiten in der Wolle) und Beobachtungen gibt es immer ein tieferes Warum. Meistens wohl ein Warum in der eigenen Kindheit. (Das ungeliebte Wühlen in der Kindheit!) Und meistens ist das kein banales "der Vater war halt streng" Warum. Es sind wohl meistens Familiensysteme in denen ein Beteiligter kein anderer Ausweg offensteht als sich selbst zu verleugnen. Und eben ganz existentielle Traumata. Und darüber verlernt der "Kandidat" seinen Gefühlen, Interessen, Meinungen Ausdruck zu geben und "vertrocknet".
Allerdings verschafft die Kenntnis vom Warum "nur" Distanz zum alten Verhalten. (Und eventuell auch zur Ursache-Welt, z.B. Herkunftsfamilie) Die alltäglichen kleinen Hürden bewältigt es einem nicht. Ich für meinen Teil erachte es allerdings auch ein wenig im Alltag für hilfreich: da kann ich mich abundzu mal selbst beobachten und mir sagen, "jetzt schießte wie mit 7 Jahren schon wieder seit Stunden den Fußball an die Wand, laß gut sein." (Wenn ich mich mal wieder in einer sinnlos wiederholenden Tätigkeit versenke, anstatt ein mieses Gefühl rauszulassen. Und um dann meinen Hintern z.B. unter den hübschen blauen Himmel zu schieben...)
Hm. Also glücklicher macht es einen nicht, das Warum an zu sehen. Aber man schaufelt einen Berg alten Müll weg?! Kann besser in der Gegenwart ankommen. Und darum ging es doch beim Stoppen mit dem Trinken. Endlich wieder aufrecht im hier und jetzt zu stehen. Sein Leben wieder gestalten können. Die Suche nach dem Warum kann einem eben wieder Raum/Luft verschaffen. Und eben Kenntnis vom eigen Selbst. Seiner Selbst-bewußt-werden - mit Geschichte, mit Schwächen, mit Talenten, mit Aussichten.
Auch wenn dabei ein recht unperfektes Bild vom Selbst rauskommt, macht`s doch so viel mehr Spaß. Oder liebe Kollegen? Allemal spannender als diese graue traurige Trinkerwelt.
Martin |
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| Martin hat zum Thema: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? geschrieben
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traveler neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 06.07.2005 Beiträge: 14
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Verfasst am: 07.07.2005, 09:52 Titel: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? |
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Bei mir hat alkohol (und vorher so ziemlich alle möglichen anderen Drogen) so im Alter von 18 Jahren ca angefangen. Ich hatte mit einem
sehr dominanten, brüllenden und prügelnden Vater das "Vergnügen".(..von Beruf Prof. für Pädagogik - Ironie des Schicksals??)
Nix was ich machte war gut, an uns Kindern wurde immer nur Herumgestuzt, es wurde versucht uns so angepasst wie möglich zu machen.
So was baut dann ein irrsinniges unterschwelliges Agressionspotenzial auf...das muß irgendwo raus
da kann man dann real "agressiv" werden (nie mein Ding gewesen)...oder mit unheimlichen"Vorwärtsdrang" irgendwo diese Agression abbauen (Beruf?Hobby etc)...oder halt die Sache betäuben ...und schon ist man bei drogen bzw heute halt bei Alk.
Ich fühl mich manchmal so, als wenn mein Leben wegen dieser vorsätzlich gedämpften Energie voll an mir vorbei geht...davon hab ich jetzt aber so ziemlich die Schnauze voll...ich fang langsam an auf mich (wegen Alk Dämpfung) sauer zu werden....vielleicht läßt sich ja die "Agression" (Energie?) auch als Antriebskraft fürs Aufhören mit Alk verwenden?
Traveler |
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| traveler hat zum Thema: Re: Warum bin ich Alkoholiker oder alkoholkrank? geschrieben
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