| Mein Entschluß steht fest!! • Die anderen Jahre |
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foranda neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 15.10.2007 Beiträge: 3 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 16.10.2007, 14:09 Titel: Hilfe zur Hilfestellung erbeten |
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Hallo zusammen,
ich bin neu hier an Board, eine Vorstellung mit einer "kleinen" Einleitung findet man im Vorstellungsbereich von mir.
Für die, die es nicht lesen - ich brauche Hilfe/Informationen, damit ich meiner Freundin helfen kann, die seit 6 Jahren mit einem Alkoholiker verheiratet ist.
Diese Freundin und ihre Tochter (die Tochter ist nicht vom Ehemann, sondern aus einer vorhergehenden Beziehung mit ebenfalls einem Alkoholiker) liegen mir sehr, sehr am Herzen. Wir sind seit über 13 Jahren beste Freundinnen und ich empfinde sie als Familienmitglied.
Auch bedingt dadurch, daß ihre Tochter teilweise mehr von mir erzogen wurde, als von ihr (beruflich bedingt, als sie sich von ihrer damaligen Beziehung getrennt hatte). Die Tochter liegt mir genauso am Herzen, wie meine eigenen Kinder, sie empfindet meine Kids quasi als Geschwister und wir beide haben ein sehr gutes Vertrauensverhältnis zueinander.
Als meine Freundin ihren jetzigen Ehemann kennengelernt hat, kam bei uns Freunden noch kein Verdacht auf, daß er Probleme mit Alkohol hat (oder sollte ich besser sagen - Probleme ohne Alkohol?). Erst kurz vor der Hochzeit wurden wir durch einen Zufall darauf gestoßen. Damals hatte keiner den Mut, ihr klipp und klar die Wahrheit über ihren zukünftigen Ehemann ins Gesicht zu sagen und ihr von dieser Beziehung abzuraten.
Vielleicht auch, weil ich mich auch heute noch "schuldig" fühle und weil sie mir so viel bedeutet suche ich verzweifelt nach Hilfe, damit ich sie besser verstehen und unterstützen kann.
Ich habe zwar damals mit ihr letztlich doch geredet, aber wir alle haben uns in der trügerischen Hoffnung gewogen, es sei alles halb so schlimm.
Schließlich durfte es doch nicht sein, daß sich unsere Freundin schon wieder in ihrer Wahl vertan hatte. Wir würden alle mit aufpassen und wir hätten die Lage schon im Griff. Schließlich ist die Arbeit in einem Schnapsladen und das Feierabendbierchen ja noch lange kein Suchtverhalten. Und der Rausch auf einer Party wurde auch entschuldigt. Auch sein Bemühen um die kleine Tochter, die ja nichtmal seine eigene war, hielten wir ihm zugute. Die Kleine sah ja schon ihren Papa in ihm.
Seine Charakterveränderungen (heute im Nachhinein die ersten Warnzeichen) konnten wir immer entschuldigen - schließlich wissen wir alle aus unseren Beziehungen, daß irgendwann die rosarote Brille dem Alltag weichen muß.
Und letztlich ist meine Freundin ja auch von Berufs wegen medizinisch tätig und würde sicherlich mit ihrer Charakterstärke und ihrer beständigen Lebensart alle Klippen des Lebens meistern.
Kurz nach der Hochzeit kam dann das böse Erwachen. Bei meinem Umzug hat sich ihr Ehemann nur am Umzug meiner Hausbar beteiligt. Leider kam von den Flaschen, die für unsere große Einweihungsfeier gedacht waren kaum etwas im neuen Haus an. Dafür mußten wir ihn dann von unserer Baustelle verweisen, weil er in seinem Zustand eine Gefahr für die anderen Arbeiter, sowie für sich selbst (gerade im Umgang mit Maschinen, die halt nunmal notwendig waren) darstellte.
Nach einem bösen Streit über diese Situation mit meiner Freundin, die unsere warnenden Worte vorher leider nicht ernst genug genommen hatte und sich von seinen geschickten Ausreden nur zu gerne blenden lies, muß er dann wohl wirklich auf seinen Stoff verzichtet haben.
24 Stunden später hat sie ihn in der Nacht mit Krämpfen (ähnlich Epilepsie, so wie sie es beschrieben hat) ins Krankenhaus einliefern lassen müssen.
Es folge ein stationärer Entzug im KH. Wer ihn dort besuchte bekam die lapidare Erklärung von ihm, er wäre wegen einer üblen Magen-und-Darm-Geschichte eingeliefert worden. Keiner glaubte ihm, ich habe ihm damals sogar ins Gesicht gesagt, daß ich es anders weiß und er mich nicht belügen müsse. Daraufhin hat er sich schlafend gestellt und wir mußten unverrichteter Dinge gehen.
Im direkten Anschluß an die stationäre Behandlung ist er in eine psychiatrische Klinik gegangen, die auch Alkoholkranke betreut. Dort hat er sich nicht wohlgefühlt, hat behauptet, man würde ihn dort einsperren, wollte niemanden sehen und hat sich nicht einmal um seine Familie gekümmert. Im laufe von 6 Wochen aber hat er sich dort total verändert. Dann kam die Entlassung und zurück kam ein sehr ernster Mensch mit einem Sturschädel, wie ich ihn vorher noch nie erlebt habe. Sturschädel ist schon fast untertrieben, ich würde es lieber als kleinen Diktator beschreiben.
Erst hier fing eigentlich die Leidenszeit meiner Freundin an. Sie hat aufgrund ihrer Ausbildung ein gutes Verhältnis zum Thema Alkoholkrankeit, hat ihn deswegen nie verdammt, hat ihn in allem immer unterstützt, sogar dann, wenn die Tochter dafür ganz schön viel zurückstecken musste.
Es gab keinen Alkohol mehr im Haus, sie hat mit dem Essen aufgepasst, wir Freunde haben alkoholfreie Partys gegeben um ihn nicht mehr in Versuchung zu führen, das monatliche Fortgehen in Restaurants, Bars und Kneipen fiel ab sofort aus um ihm alle Unterstützung zukommen zu lassen, die ihr und uns von seinen Therapeuten empfohlen wurden.
Wir haben seine neuen Launen akzeptiert, wir haben seine Stimmungsschwankungen versucht zu ignorieren, haben akzeptiert, daß er diese Sache totschweigen will und so tun wollte, als habe er nur Schnupfen, wir akzeptieren, daß er sich weigert eine SHG oder einen Therapeuten zu besuchen (schließlich steht nicht jeder gleich gut zu seinen Fehlern).
Wir haben angefangen seine Frau für ihn aufzufangen und ihr und dem Kind dort Halt zu geben, wo sie eigentlich ihn gebraucht hätten - immer damit er sich selbst auf die Reihe kriegen kann.
Wir haben viel getan, was heute nur ein einziger großer Vorwurf ist von ihm gegen uns. Aber das nehmen wir gerne hin, denn sonst wäre meine Freundin und ihre Tochter damals kurz vor der Klapse gestanden.
Äußerlich schien es besser zu werden in der Beziehung. Meine Freundin fand sich mit seinen neuen Eigenheiten ab, irgendwie haben wir uns alle arrangiert, auch damit die beiden genügend Raum hatten, gemeinsam wieder auf die Reihe zu kommen. Und besser ein komischer Kautz als wenn er wieder trinken würde - schließlich haben wir doch alle unsere Macken, oder nicht?
Bis er wieder anfing sich zurückzuziehen, auf Feierlichkeiten hielt er es nur noch kurze Zeit aus, dann wurden ihm die Leute zuviel. Feste, Märkte und Fußgängerzonen wurden gemieden wie die Pest - er kann keine Menschen mehr um sich herum ertragen. Zu Hause kommt es nur noch zu Streitigkeiten mit meiner Freundin und ihrer Tochter - Nichtigkeiten lassen ihn unverhältnismäßig in die Höhe schießen.
Es sind keine vernünftigen Gespräche mehr möglich und wir warnen wieder - irgendwie haben wir den Verdacht, er trinkt wieder. Meine Freundin aber merkt nichts. Wenn er mal nach Alkohol riecht liegt es angeblich am Heuschnupfenmedikament, wenn er Pastillen lutscht dann wegen irgendeinem scheußlichen Belag auf der Zunge der wohl krankheitsbedingt ist.
Wenn wir ihn direkt auf Alkohol ansprechen wird er agressiv und diskussionsunfähig - er rennt auf und davon und entzieht sich jedem Gespräch.
Schließlich Gewissheit - wieder einmal der Alkohol. Meine Freundin akzeptiert seinen Wunsch, niemandem etwas davon zu sagen und es wird auch kein Arzt dazugeholt. Medizinischer Beruf - das hat schon was, wenn man quasi eine Privatkrankenschwester hat. Sie meldet ihn krank und es beginnt sozusagen ein kalter Privatentzug.
Wir Freunde erfahren erst hinterher davon, weil sie unter der Last fast zusammenbricht und ihre Tochter genauso.
Dieses Spielchen hat sich nun in den vergangenen 5 Jahren 7x wiederholt.
Jetziger Stand: Wieder ein Rückfall, diesmal mit Krankenhaus und dem dringenden Rat der Ärzte die nächste Langzeittherapie anzufangen. Er lenkt pro forma ein, damit sie sieht, daß er verstanden hätte, was er aufs Spiel setzt, damit sie aufhört verzweifelt zu sein und mit ihm zu streiten.
Das ständige Auf- und Ab, das immer schlimmer werdende Patriarchat, die ständige Ungewissheit - all das hat meine Freundin zu dem werden lassen, was sie heute ist. Eine gebrochene, verzweifelte Frau. Die lebenslustige und starke Frau, die ich mal kannte ist ein funktionierender Zombie. Entscheidungsunfähig und nur allzu bereit ihre Augen vor allem zu schließen.
Trotz unserer Warnungen, unserem dringenden Rat sich schnellstens zu trennen - sie kann es nicht. Sie kann die Entscheidung zu gehen, bzw. ihn rauszuwerfen nicht treffen.
Die Tochter hat große psychische Probleme, fällt in der Leistung in der Schule ab, hat ihre Ziele und Lebensträume aufgegeben, sieht keinen Sinn mehr in ihrer Zukunft denn die würde (O-Ton) "sowieso nichts an der Situation ändern".
Ich bin total verzweifelt und ich weiß nicht mehr, wie lange wir das alle noch aushalten. Wir führen stundenlange Gespräche, versuchen ihr die Auswegslosigkeit dieser Situation vor Augen zu führen.
Sie kann sich nicht trennen, denn sie wäre innerlich tot und für die Trennung bräuchte sie doch irgendein Gefühl in sich - Hass oder Gleichgültigkeit, meint sie. Beides hätte sie nicht.
Sie kann sich nicht trennen, denn wenn ein Mensch am Boden liegt und Hilfe braucht, kann man ihn doch nicht treten, meint sie. Daß er aber sogar am Boden liegend noch in der Lage ist, psychisch nach ihr zu treten will sie nicht wahrnehmen. Daß ihre Tochter kaputt geht, kann sie nicht sehen.
Mittlerweile ist diese Familie komplett zerrüttet und auch der Freundeskreis spaltet sich. Nur wenige unterstützen die Trennung. Komischerweise rennt jeder ins Krankenhaus um dem armen, kranken Mann das Händchen zu halten. Keiner, außer mir und meinem Mann, weiß aber, wie sie nachts stundenlang weint und keine Lösung findet. Wie kraftlos sie ist. Sie kann nichts mehr essen, was nicht, wie ein Stein im Magen liegt.
Oh Mann, ich glaube ich könnte noch Seite um Seite schreiben nur um den Zustand zu beschreiben, der hier gerade vorherrscht. Aber ich glaube, daß hier viele diese Situationen nur zu gut kennen.
Ich verstehe meine Freundin nicht - im Falle einer Trennung wäre sie abgesichert und sie kann gut auf eigenen Beinen stehen, denn das tut sie doch schon seit 5 Jahren.
Und - ich kann nicht verstehen, warum ein Mensch wie ihr Mann sich das Recht herausnimmt 2 Menschen, die ihn geliebt haben und ihm vertrauten, so dermaßen zu zerstören und sich dabei noch selbst als Opfer darzustellen.
Um jeden Gedanken, der mich verstehen läßt, bin ich sehr dankbar. Um jede Anregung, wie ich meiner Freundin und vor allem ihrer Tochter helfen kann, aus dieser Teufelsspirale herauszukommen, bin ich äußerst dankbar - mein Latein ist am Ende und bald haben auch wir keine Kraft mehr...
Danke für´s zulesen,
foranda |
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| foranda hat zum Thema: Hilfe zur Hilfestellung erbeten geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 16.10.2007, 15:33 Titel: Re: Hilfe zur Hilfestellung erbeten |
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Servus foranda,
ich kann zwar nachvollziehen was Du hier schreibst. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache dass Deine/Eure "Hilfestellung" für meine Begriffe schon lange in's pathologische abgeglitten ist.
Das liest sich ja wie aus dem Lehrbuch für angehende Coabhängige!
Hat denn keine(r) von Euch eigene Themen, mit denen er/sie sich beschäftigen kann?
Sorry, ich schreib das jetzt ziemlich taktlos und brutal, aber Dir scheint Dein "Einsatz" für Deien Freundin ja relativ "normal" vorzukommen.
Meine Empfehlung: lies Dich hier mal zum Thema Coabhängigkeit in Ruhe ein und entscheide dann, was Du für Dich tun möchtest um aus diesem krankhaften Helfersyndrom rauszukommen. Deiner Freundin und deren Mann kannst du sowieso nicht helfen, die beiden müssen irgendwann mal anfangen, ihr eigenes Leben zu leben...
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Hilfe zur Hilfestellung erbeten geschrieben
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foranda neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 15.10.2007 Beiträge: 3 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 16.10.2007, 16:10 Titel: Re: Hilfe zur Hilfestellung erbeten |
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Hallo Spedi,
*lach* - hm, eigene Themen habe ich mehr als genug, nur keine Bange.
Wie ich in meiner Vorstellung schon geschrieben habe - ich habe ja auch noch meine eigene Familie und ein paar schöne Hobbys habe ich auch noch.
Ich beschäftige mich auch nicht seit Jahren 24 Stunden rund um die Uhr mit meiner Freundin (nebenbei haben übrigens die anderen Freunde auch noch diverse eigene Leben *zwinkers*).
Aber - ist es bei dir nicht auch so, daß gerade in Notzeiten Freunde wichtig sind, die dir zur Seite stehen?
Ehrlicherweise - ich schränke für alle meine Freunde meine Hobbys und meine Freizeit ein, wenn sie mich brauchen. Umgekehrt ist es aber genauso. Das hat für mich auch nichts mit (auf mich persönlich bezogen) Co-Abhängigkeit zu tun. Und ich habe bestimmt kein Helfer-Syndrom.
Ich eile niemandem ungefragt zur Hilfe oder hole mir Selbstbestätigung durch meine Hilfe. Ich habe ein ausgeprägtes Ego, das ich sehr gut durch anderes befriedige *lach*. Ich decke auch nicht das Fehlverhalten anderer - auch wenn sie mir noch so am Herzen liegen.
Von mir kann man aber immer Kaffee, Suppe und eine ruhige Umgebung bekommen, wenn man am Boden ist. Ich mache mir auch Gedanken um die Sorgen anderer und wenn ich einen Ratschlag habe, dann erteile ich ihn gerne - egal ob ihn mein Gegenüber gerne hört oder nicht, ihn annimmt oder nicht. Aber ich kenne auch meine Grenzen und wenn ich keinen Ausweg für andere sehe, gebe ich auch offen zu (so wie hier), daß ich nicht weiter weiß, ohne mich selbst in irgendwas reinzustressen.
Ich bin sehr froh, wenn ich niemanden habe, der meine Hilfe braucht - denn dann läuft alles seinen normalen Gang und ich bin auch ein Mensch, der mit sich selbst zufrieden sein kann.
Mein Mann und meine Kinder dürfen, müssen und können selbstständig leben, denn ich muß mich nicht für alles und jeden verantwortlich fühlen.
Trotzdem engagiere ich mich für die Menschen, gerade in meiner nahen Umgebung, setze mich für die Dinge ein, die mir wichtig sind. Und wenn ich mich einsetze - dann mit aller Kraft. Ich mache nicht gerne halbe Sachen.
Und hier habe ich nun einen Menschen, der ganz weit unten ist. Ein Mensch, der mir am Herzen liegt.
Ich habe Mitleid und ich bin verzweifelt, weil ich am Ende meines Wissens um die notwendige Hilfe bin.
Ich sehe einen Menschen vor mir, der sich selbst nicht aus seiner Spirale herausbekommt.
Und ich sehe ein Kind vor mir - genauso alt wie mein eigenes. Ich sehe jeden Tag, wie sich dieses Kind verändert. Wie es nicht ein fröhlicher, ausgeglichener Jugendlicher ist.
Ich höre Worte aus dem Mund einer 13jährigen, die mich als Mutter verzweifeln lassen. Und ja - hier möchte ich helfen.
Denn - mit was hat es dieses Kind, mit was hat es dieser liebenswerte Mensch als den ich meine Freundin empfinde, verdient "plötzlich" ganz alleine dazustehen? Wir sind ihre einzige Familie - es gibt niemanden sonst. Wer soll denn sonst "Stopp" sagen, wenn nicht wir?
Was soll ich tun? Warten bis sie auch verzweifelt zur Flasche greift?
Warten bis die Tochter sich Glück in irgendwelchen Drogen sucht?
Tut mir ehrlich leid - es gibt viel zu viele Menschen in unserer Welt, die nur auf ihr eigenes Glück bedacht sind, die viel zu leicht die Augen zumachen und schweigen. Ich werde das nicht mehr tun.
Denn wenn irgendwann mal mein persönliches Glück nicht mehr so stabil ist, wie ich es seit Jahren kenne (was ich nicht erwarte) - ich hoffe daß dann auch irgendein Mutiger aufsteht und zu mir hält. Mir versucht die Augen zu öffnen, wenn meine Kinder verzweifelt sind und ich es nicht begreife. Daß mir halt dann auch ein anderer Mensch beweist, was es heißt, ein wahrer Freund zu sein *zwinkers*.
Und die Aussage - meiner Freundin und ihrem Mann kann ich sowieso nicht helfen, die lasse ich so nicht stehen.
Ihrem Mann kann, werde und will ich nicht helfen. Er soll selbst auf die Beine kommen - er hat sich selbst da hinein manövriert, er hat gelogen und betrogen, er hatte mehr als nur eine Chance.
Nur - meine Freundin, die ist es wert, daß sie jemanden an ihrer Seite hat, der ihr zumindest soweit auf die Beine hilft, daß sie anfangen kann in ihr eigenes Leben zu gehen, das du hier ja so proklamierst. Für sie als Menschen und für ihre Tochter, die wirklich nichts für diese Situation kann.
Ich möchte nur eine Starthilfe sein - ihr Leben muß sie selbstverständlich wieder selber leben. Nur - ich verstehe halt leider die Sprache nicht, mit der ich sie vielleicht erreichen kann. Deshalb versuche ich mich zu informieren, hier und auf einigen anderen Wegen auch noch.
Ich versuche zu verstehen um nicht mehr kaputt zu machen als wirkliche Hilfe zu sein. Ich versuche aus Fehlern, die wir alle schon gemacht haben, klug zu werden und zukünftige Fehler zu vermeiden - und zwar bevor ich in Aktion trete.
Es reicht, wenn ein Mensch ihr das Leben schwer macht. Ich muß das nicht auch noch tun.
foranda |
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| foranda hat zum Thema: Re: Hilfe zur Hilfestellung erbeten geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 16.10.2007, 16:27 Titel: Re: Hilfe zur Hilfestellung erbeten |
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Servus foranda,
diesen Kommentar solltest Du einmal überdenken:
| Zitat: | Und die Aussage - meiner Freundin und ihrem Mann kann ich sowieso nicht helfen, die lasse ich so nicht stehen.
Ihrem Mann kann, werde und will ich nicht helfen. Er soll selbst auf die Beine kommen - er hat sich selbst da hinein manövriert, er hat gelogen und betrogen, er hatte mehr als nur eine Chance. |
Meine Bitte -auch wenn Du das "nicht so stehen lassen" willst- mach dich erst mal über das Suchtverhalten kundig. Und zwar das Suchtverhalten von BEIDEN, dem Alkoholiker und dem Coabhängigen. Wenn Du diese Mechanismen, die da greifen, verstanden hast, dann wirst du auch verstehen warum ich Dir sage: lass die beiden (oder -leider- die Drei) ihr Leben leben. Die beiden Eheleute müssen jeder an seinen persönlichen Tiefpunkt kommen, um genesen zu können.
Das hat nichts, aber gar nichts mit der Verweigerung von Hilfe zu tun. Aber sehr viel damit, dass | Zitat: | | Ich habe Mitleid und ich bin verzweifelt | sehr schlechte Ratgeber sind.
Der leidtragende Dritte sind immer die Kinder - das wissen wir, zum Teil aus leidvoller eigener Erfahrung. Also sei so gut und lass Dir sagen dass Dich zwar Dein Wunsch ehrt, aber die Ausführung wird scheitern müssen, so lange Du Deine Finger mit drin hast.
Halt, eine Ausnahme: sprich mit dem Kind, signalisiere der Tochter, dass Du für sie als neutraler Gesprächspartner da bist. Und gib ihr die Chance, dass sie sich fachliche Hilfe (Therapie etc.) holen kann, wann/wenn sie dies möchte!
LG
Spedi
P.S.: Nicht umsonst ist Alkoholismus die grausamste Familienkrankheit! |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Hilfe zur Hilfestellung erbeten geschrieben
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Nicole Gast
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Verfasst am: 16.10.2007, 16:32 Titel: Re: Hilfe zur Hilfestellung erbeten |
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Hallo furanda,
ja die geschichte ist schon heftig:
Was kannst du tun? Nicht viel denn sie muß da allein rauskommen das weißt du sicherlich.
Du könntest sie aber z.B. zu einer Beratungsstelle begleiten und/oder auch zu einem Angehörigentreffen SHG.
Ich glaube viel mehr kannst du nicht tun.
Sie muß die Schritte einleiten damit es ihr besser geht und du kannst sie nur begleiten wenn sie das möchte.
Wenn sie ihre Situation nicht ändern will oder auch noch nicht kann bist du leider machtlos.
Ich kenn das aus eigener Erfahrung viele Leute wollten mir helfen aber ich konnte diese Hilfe noch nicht annehmen.Ich war einfach noch nicht so weit.
LG
Elocin |
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| Nicole hat zum Thema: Re: Hilfe zur Hilfestellung erbeten geschrieben
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