Steffi1301 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.07.2007 Beiträge: 1109
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Verfasst am: 17.10.2007, 19:16 Titel: Re: "schwiegermutter" rückfällig ? |
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Hallo Smeagol!
Auch von mir Willkommen hier im Forum!
Du liegst aber schon ganz richtig: Als Angehöriger kann man - leider - so gut wie gar nichts machen. Das einzige, was wir machen können, ist, uns von unseren trinkenden Angehörigen abzuwenden. Ich kann mir vorstellen, dass dir das widerstrebt, das widerstrebt uns ja allen. Aber es gibt keine andere Möglichkeit. Solang wir helfen wollen im Sinne von Monologe halten, Streiten, (oftmals leere) Drohungen machen, Alkohol ausschütten, den Angehörigen zu seinem "Glück" zwingen, helfen wir eigentlich nur dabei, weiterzutrinken und verlieren uns selbst. Dann geraten wir in diesen wunderbaren Strudel der Co-Abhängigkeit, wo sich alles nur noch um den Betroffenen dreht. Und davon hat niemand was. Aber wenn der Alkoholiker ganz allein gelassen wird, weitertrinken kann, wie er lustig ist, dann wird er zweifelsfrei irgendwann abdriften, aber das brauchen Alkoholiker. Die meisten Alkoholiker schaffen es nicht, trocken zu bleiben, solang sie nicht wirklich GANZ UNTEN waren. Ich erzähl da immer gern die Geschichte von einem Alkoholiker, der eines morgens aufwachte und nur noch zwei Möglichkeiten vor sich sah: Die Schnapsflasche (die zweifelsfrei den Tod bedeutet hätte) und das Telefon. Die Schnapsflasche hat er aus Versehen umgestoßen, das hat sein Leben gerettet und auch verändert.
Ich finde es klasse von dir, dass du deiner Freundin so zur Seite stehst, das bekommen wir Alki-Kinder leider viel zu selten. Und mach dir absolut keine Vorwürfe, weil ihr Alkohol im Keller stehen hattet. Wenn man trocken ist, sollte man dagegen ankommen können. Man kann einen Alkoholiker doch auch nicht ständig in Watte packen. Schließlich müssen sie auch im Einkaufszentrum an den Alkohol-Regalen vorbeigehen können oder auf nem Sektempfang "Nein" sagen können etc. Ihr tragt da wirklich keine Schuld.
Ich kann mir vorstellen, dass deine Freundin jetzt völlig am Ende ist. So würde es wahrscheinlich jedem gehen, der gedacht hat, dass jetzt "alles wieder gut" wird. Aber das ist nun mal oft genug nicht der Fall und wir tragen die Last unseres Elternhauses sehr lang in uns, vielleicht sogar ein Leben lang, ja, ich denke schon. Deshalb würde es ihr wahrscheinlich auch sehr gut tun, wenn sie hier mal ein bisschen schreiben oder zumindest lesen würde. Das Forum hier war für mich auf jeden Fall das Beste, was ich in den letzten Monaten gemacht habe.
Ach ja, noch etwas: Wenn du mit deiner Schwiegermutter reden willst, dann mach das ruhig. Damit kannst du wahrscheinlich nichts falsch machen. Du bist nich ganz so stark involviert wie deine Freundin und dir wird es vielleicht noch leichter fallen, da vernünftig drüber zu reden. Ich finde die Verdachtsmomente gegen die Mutter deiner Freundin doch schon ganz erheblich, und wie gesagt, wir Kinder von Alkoholikern haben da nun mal wirklich gute Antennen. Aber wenn dieses Gespräch zu gar nichts führt, dann musst du das auch akzeptieren können. Ich weiß von meinem Vater, wie schwer es ist, an einen Alkoholiker ran zu kommen, mir hat er sich zwar noch eher geöffnet, aber niemandem wird er sich je ganz offenbaren. Deshalb muss man dann irgendwann auch resignieren können und sich um sein eigenes Leben kümmern, denn das ist das einzige, das man beeinflussen kann.
So, jetzt hab ich aber wieder einen Roman geschrieben . Alles Gute, Smeagol (offenbar ein Herr der Ringe-Fan...), besonders auch für deine Lebensgefährtin.
Steffi |
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