Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Wie ich wurde, wer ich bin - Alkohol: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Wie ich wurde, wer ich bin

Gehe zu Seite    :   1, 2, 3 ... 48, 49, 50  Weiter  
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Erwachsene Kinder von Alkoholikern -> Seite 3
Wie geht's weiter   •    Was soll ich tun?  
Autor Nachricht
Loti
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 01.10.2007
Beiträge: 229

BeitragVerfasst am: 02.10.2007, 15:31    Titel: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo ihr!

Danke erstmal für die nette Begrüßung Sehr glücklich
Ich hab im Vorstellungsbereich schon ein bisschen erzählt, hier nochmal die Ultrakurzfassung: Mein Vater ist Alkoholiker, meine Mutter co-abhängig, damit bin ich aufgewachsen. Ach ja, falls das noch von Interesse sein sollte, ich bin 22.

Und hier die anschließende Langfassung, holt euch ruhig ne Tasse Tee, das kann dauernd Winken

Mir selbst ist erst vor kurzem aufgegangen, wie sehr mich das geprägt hat. Bis vor einer Weile konnte ich mir mein Verhalten selbst nicht erklären. Ich habe viel über mich nachgedacht, aber zufriedenstellende Antworten habe ich darauf nicht gefunden, da hielt ich mich einfach für seltsam irgendwie.
Als ich dann zufällig etwas über typische Verhaltensweisen von erwachsenen Kindern von Alkoholikern gelesen habe, fing es langsam an, in meinem Hirn zu routieren. Ich habe mir Bücher zu dem Thema gekauft und war ganz unglaublich erleichtert, als ich gelesen habe, dass ich also doch nicht einfach komisch bin, sondern in Anbetracht der Umstände, unter denen ich aufgewachsen bin, völlig normal reagiert habe.
Die Erkenntnis hat mich schon ein wahnsinniges Stück weiter gebracht. Ich finde es ungeheuer tröstlich, dass es Anderen geht wie mir. Und ich brauche nicht mehr ständig zu grübeln, warum ich bin, wie ich bin. Weil ich gemerkt habe, dass es eine Erklärung dafür gibt. Und wenn ich erstmal verstehe, warum es ist, wie es ist, kann ich auch versuchen, bestimmte Verhaltensweisen zu ändern.

Diese Verhaltensweisen, von denen ich spreche, resultieren hauptsächlich aus meinen Schwierigkeiten mit Nähe. Ich habe lange nachgedacht und zu dem Schluss gekommen, dass mein fehlendes Selbstwertgefühl die größte Baustelle ist.
So lange ich denken kann, habe ich nie viel Bestätigung erfahren. Ich war immer schon in der Schule sehr gut. Das wurde so hingenommen, das war selbstverständlich, schließlich war ich ja ihr Kind, da gehörte sich das ja wohl so, nicht einmal dafür wurde ich gelobt. Auch nie getröstet oder in den Arm genommen, nie haben meine Eltern gesagt, sie wären stolz auf mich, sowas gab es bei uns einfach nicht.
Man strampelt sich eben so durch. Ich bin älter geworden, habe Freundinnen gefunden und war viel auf Parties unterwegs. Ich wurde relativ häufig angesprochen. Das hat mich erstmals auf den Gedanken gebracht, dass ich - vielleicht - doch nicht so wenig liebenswert bin.
Aber dieses alte Denken saß noch viel zu tief. Und so habe ich erstmal jeden, der näheres Interesse an mir bekundete, von mir weggestoßen. Weil für mich nach wie vor unvorstellbar war, dass sich jemand für mich hätte interessieren können - warum auch, schließlich hatte ich nichts zu bieten. Ich dachte immer, die Anderen könnten das nicht ernst meinen. Komplimente konnte ich überhaupt nicht annehmen. Sobald ich auch nur dachte, etwas könnte Nähe erfordern, habe ich dicht gemacht, um nicht verletzt zu werden.

Ich habe es bis heute nicht geschafft, das abzulegen. Rein rational weiß ich, das stimmt nicht. Aber manchmal kommen diese alten Gefühle wieder hoch.
Dann sage ich mir, das ist Blödsinn, und du weißt das. Du bist jemand und du kannst etwas. Dann rufe ich mir ins Gedächtnis, was mir meine Verabredungen gesagt haben, ich sei eine intelligente, attraktive, witzige Frau. Ich habe eine bewundernswerte Art und Einstellung. In den letzten Jahren hatte ich einige Verabredungen, irgendwas mussten die Herren also an mir finden.
Solche Dinge halte ich mir vor Augen, um mich selbst davon zu überzeugen, dass ich nicht so schlecht bin, wie ich mich sehe. Und trotzdem merke ich immer wieder, das Misstrauen sitzt zu tief, ich kann nicht glauben, dass die Männer das ernst meinen, ich kann es immer noch nicht richtig annehmen.
Aber was soll da Vernunft helfen, wenn das Gefühl einfach noch da ist Mit den Augen rollen

"Durchschaut" hat das bislang noch niemand. Meine Schwester glaubt, ich wäre auf Grund zu hoher Ansprüche an die Männerwelt Single.
Meine Freunde halten mich einfach für einen überzeugten Single.
Aber ich wirke auch nicht wie jemand ohne Selbstbewusstsein. Ich bin gerne mit Freunden und Bekannten in der Kneipe, dort bin ich unterhaltsam, schlagfertig, habe keine Probleme, neue Leute anzusprechen und kennen zu lernen. Solange das alles auf einer unverbindlichen Kumpelschiene läuft, ist alles kein Problem. Vor alllem weiteren schrecke ich aber sofort zurück.

So, Seelenstriptease beendet Smilie
Entschuldigt, dass ich hier so zutexte, aber das musste mal raus.
Ging es jemandem ähnlich? Und wie schafft man es, mit sich ins Reine zu kommen?

Im Voraus schonmal danke für hoffentlich eintreffende Antworten/ Kommentare/Sonstiges.

Liebe Grüße, Loti
Nach oben
Loti hat zum Thema: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben
phoenix75
Gast






BeitragVerfasst am: 02.10.2007, 15:36    Titel: Re: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo liebe Loti und danke für deine Offenheit!

Ich bin zwar genau 10 Jahre älter als du, aber die GEschichte ist ähnlich: Vater alkoholiker, Mutter die typische co-abhängige.

Für dein Alter hast du schon einen sehr guten Durchblick, Hut ab!
Du kannst dein Problem sehr klar umfassen.
Hast du schon mal an eine Therapie gedacht?

Diese Probleme mit Nähe habe ich ebenfalls...wie gesagt, ich hätte einen großteil deines Postings schreiben können...
Die Baustelle Selbstwertgefühl ist sicherlich ein persönlicher Postdamer Platz, aber anfangen lohnt sich. Jeder Schritt tut gut, und ist er noch so klein.

Und veränderst du dich, verändert sich deine Umwelt.

Ich wünsche dir sehr viel Kraft, geh es an!
Nach oben
phoenix75 hat zum Thema: Re: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben
Loti
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 01.10.2007
Beiträge: 229

BeitragVerfasst am: 02.10.2007, 16:46    Titel: Re: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo phoenix,

ganz lieben Danke für deine Antwort!

Schön zu hören, dass du hier Durchblick vermutest Smilie
Ich selber vertraue da noch nicht ganz drauf.
Würde ich das so an jemanden weitergeben, hieß es vermutlich nur: mein Gott, mach nicht so nen Aufriss, alles kannst du auch nicht auf deinen Vater schieben Mit den Augen rollen Aber man kann ihnen kaum einen Vorwurf machen, so weitreichende Konsequenzen sind schwer nachvollziehbar, wenn man nicht selbst so großgeworden ist...

Ja, ich habe bereits an eine Therapie gedacht. Will sagen, ich habe eine Therapie noch nicht ernsthaft in Erwägung gezogen, weil diese ganzen Zusammenhänge noch ziemlich neu für mich sind, aber überlegt, dass sie wohl hilfreich sein könnte.
Wahrscheinlich will ich deshalb auch erstmal versuchen, selbst etwas zu ändern. Das heißt ich versuche erstmal, mich mit mir selbst zu arrangieren. Wenn jemand dazu irgendwelche Tipps auf Lager hat, sind sie herzlich willkommen, Erfahrungen mit Therapien sind ebenfalls gern gesehen Smilie

Liebe Grüße, Loti
Nach oben
Loti hat zum Thema: Re: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben
Nelly81
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.06.2007
Beiträge: 288

BeitragVerfasst am: 02.10.2007, 19:25    Titel: Re: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Willkommen Loti,

erstmal: Du hast eine wunderbare Art, zu schreiben! Habe zwar keinen Tee, aber eine Packung Süßigkeiten genommen und Deinen Beitrag ohne Verständnis-Schwierigkeiten durchgelesen, es liest sich flüssig und Du schreibst sehr interessant! Studierst Du deutsch oder so?

Vieles von dem, was Du schreibst, könnte von mir sein, mir geht es in vielen Punkten ganz ähnlich, vor allem mit dem ewigen Minderwertigkeitsgefühl. Nach außen immer cool bzw. unnahbar. Habe nur wenige Freunde. Gute Noten sind selbstverständlich, man ist nur was wert, wenn man was leistet, und auch dann muss man das Doppelte dessen leisten, was andere schaffen, um halb soviel Lob zu bekommen, und für ein wenig Lob arbeiten wir ja so hart!

Ich bin zwar „nur“ 3 Jahre älter als Du, aber auch ich habe wie meine „Vor-Schreiber“ eine große Reife bei Dir, also in Deinem Beitrag, festgestellt. Du hast ganz schön was auf dem Kasten, hm?

Auch ich hadere immer mit mir, will ich doch nicht alles, also jeden meiner vielen Fehler an mir, jede komische Eigenart, das Eigenbröteln, das Einzelgängertum, das Gefühl, nirgendwo wirklich dazuzugehören, (etc.), auf meine „schrecklich-nette“ Familie schieben; was bin ich selbst, was Folge der Alkoholsucht meiner Mutter? War das alles sie oder nehme ich mich zu wichtig, oder bin ich einfach nur ein wenig komisch??? Wie Du siehst, es gibt hier Fragen über Fragen: Fragen, die Du Dir vielleicht noch nicht gestellt hast, und Fragen, die Du hier beantwortet bekommst, und Fragen, die Du selbst beantworten (lernen) kannst.

Ich würde mich freuen, mehr von Dir zu lesen. Das Lesen und Schreiben hier im Forum hilft, sich vieles selbst klar zu machen, einfach auch, weil man es mal wirklich schwarz auf weiss formulieren (muss) – für sich selbst. Es fängt zögerlich an, man scheut sich zunächst vielleicht noch etwas, und dann geht es irgendwann von allein. Man bringt sozusagen seine eigene seelische Lawine ins Rollen, und Du hast nun den ersten Schritt getan. Du fragst Dich vieles.

Mit den Erkenntnissen, die Du hier und mit Dir und bei Dir selbst gewinnst, wirst Du Dich verändern und Dich ein Stück weit selbst (neu?) kennenlernen. Ging mir jedenfalls so, und ich glaube, vielen anderen hier auch. Stichwort Vergangenheitsbewältigung, und damit bekommst Du auch einiges Rüstzeug für die Gegenwart und Zukunft! Es ist schwierig, oft steinig, aber es lohnt sich und es „muss“ sein (für Dich), sonst fragst Du immer und immer wieder nach dem „warum“.

Habt ihr schon mal über Alkohol gesprochen bei Euch zu Hause? Wohnst Du noch bei Deinen Eltern?

Dies erstmal von mir, liebe Grüße!

Nelly
Nach oben
Nelly81 hat zum Thema: Re: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben
Loti
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 01.10.2007
Beiträge: 229

BeitragVerfasst am: 03.10.2007, 12:44    Titel: Re: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo!

Heute hab ich einen Tee in der Hand, trotzdem versuch ich, mich etwas kürzer zu fassen Sehr glücklich

Liebe Nelly, dir als erstes vielen Dank für die ausführliche Antwort und erst recht für die netten Worte und die Blumen Smilie

Vorweg: Schön, dass keine Verständnisschwierigkeiten aufgetreten sind, wo es doch mein angepeiltes Ziel ist, mich möglichst klar auszudrücken, denn du lagst schon gar nicht schlecht mit deiner Vermutung, aber auf Lehramt Smilie

Was die Bewältigung der Vergangenheit mittels Schwarz auf Weiß betrifft: geschrieben habe ich immer schon. Nicht in Foren, sondern für mich, immer wenn mir zuviel durch den Kopf ging und ich etwas Ordnung reinbringen wollte. Das hat mir immer schon geholfen, alles etwas klarer zu sehen.
Wenn ich dann einen oder mehrere meiner losen A4-Zettel (weil Tagebuchstil liegt mir nicht) später in die Finger bekommen habe, habe ich mir überlegt, und zwar gewollt mit dieser Distanz, was für ein Mensch hinter einem solchen Geschreibsel wohl steckt.
Das einzige Puzzlestückchen, das mir da lange Zeit gefehlt hat, war der Zusammenhang (wie stark er auch sein mag, er existiert) zu der Alkoholkrankheit meines Vater bzw. deren Auswirkungen auf das ganze Familienleben.

Zu deiner Frage: ich bin vor drei Jahren ausgezogen, bin aber am Wochenende und in den Semesterferien meist noch dort.
Früher hing das noch damit zusammen, dass ich zwischen meinen Eltern vermitteln und für meine Mutter dasein wollte.
Seit mir das klar geworden ist, versuche ich mich von ihnen zu distanzieren. Wohl wissend, dass ich nicht für sie verantwortlich bin und das recht habe, so egoistisch zu sein, mich um meine Belange zu kümmern.

Über Alkohol gesprochen wurde bei uns noch nie. Ich kann sogar noch viel weiter gehen und sagen: bei uns wurde überhaupt nie wirklich gesprochen, Smalltalk über Belangloses, weiter nichts.
Als ich zuletzt dort war, habe ich mir überlegt, ob ich das Thema ansprechen soll. Zwei Punkte sind es glaube ich, die mich davon abhalten:
1. Im Moment läuft es friedlich ab. Damit würde ich wohl erstmal ganz schön was lostreten.
2. Ich würde ihnen früher oder später Vorwürfe machen. Ruhige Diskussionen sind bei uns gar nicht drin, wenn ich mal irgendetwas Heikles angesprochen habe, eskalierte das schnell, nur noch Geschrei, und irgendwann geht jemand oder spricht einfach gar nicht mehr.
Dazu kommt, dass meine Mutter ein völlig falsches Bild von der Krankheit selbst hat, sie unterstellt, mein Vater trinke mit Absicht. Oder um sie zu ärgern. Was auch immer. Wurde dann seitens uns Kindern angemerkt, dass sie ihn dabei unterstützt, indem sie Alkohol kauft etc., fasste sie das immer nur als Vorwurf und Schuldzuweisung auf. Sich einfach mal gründlich zu informieren, lehnt sie aber ab.
Ich habe keinen Hehl daraus gemacht, dass ich Bücher zum Thema gelesen habe (während der Ferien bei meinen Eltern). Ich wurde gefragt, was ich lese und habe meiner Mutter das Buch (über Kinder von Alkoholikern) rübergeschoben. Sie las einige Seiten und ihr einziger Kommentar besagte, dass da nichts stand, was sie nicht schon gewusst hätte. Damit bin ich nicht zurecht gekommen. Ich dachte, ihr wäre nicht klar, wie schlimm das für mich früher war. Aber das?

Ich habe vor, mich irgendwann mit meinen Eltern darüber zu unterhalten. Aber dazu brauche ich erstmal Abstand, erst muss ich mich um mich kümmern und mir über einiges klar werden. Eine Lawine trete ich damit so oder so los. Aber ich will mir meiner Sache selbst erst sicherer werden, bevor ich das in Angriff nehme.
Oder was meint ihr?

Ach, da fällt mir noch ein oft wiederholter Rat meiner Mutter ein: lieber gar kein Mann, als so einer. Lern was, verdien dein eigenes Geld, mach dich nicht abhängig.
Und: wären wir Kinder nicht, hätte sie sich von ihm getrennt. Für mich fühlte sich das damals schon immer an, als hätte ich Mitschuld, wenn es ihr schlecht ging...

Ihr seht, wenn man einmal damit anfängt, kommt man nicht mehr zum Ende, sondern vom Hundertsten aufs Tausendste. Mein Tee ist mittlerweile leer Winken

Nelly, hast du eine Therapie gemacht? Oder schreibst du "nur" hier im Forum?

Ganz liebe Grüße, Loti
Nach oben
Loti hat zum Thema: Re: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben
lavendel
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.05.2006
Beiträge: 2869

BeitragVerfasst am: 03.10.2007, 13:44    Titel: Re: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo loti,

auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum. ich kann mich meinen vorrednerinnen nur anschluessen, für dein 22 lenze bist du schon ganz schön abgeklärt und sortiert, hut ab. ich wünschte, ich wäre in deinem alter schon so weit gewesen....

ich denke, du sprichst uns allen hier aus der seele, mit dem mangelnden selbstbewusstein. mir gehts genauso, ich denke immer noch manchmal "der oder die können mich doch garnicht meinen" oder "wenn die mich wirklich durchschauen würden, würden sie mich nicht mögen" oder so doofes zeug. mittlerweile kann ich das ganz gut ganz schnell wegwischen, eben auch durch die lektüte entsprechender bücher, durch eine therapie, seelsorgegespräche und das forum hier. aber es ist schwer, das stimmt schon. aber: man kann es trainieren, zuneigung anzunehmen, denke ich. wenn mir früher jemand ein kompliment gemacht hat, hab ich immer abgewieglt, jetzt kann ich sagen "danke schön" oder "ja, find ich auch". das ist schon mal ein schritt.

tja, und das mit der nähe, den beziehung, da haben wir wohl auch alle ein problem, aber wenn man es erkannt hat, kann man sicher auch anders damit umgehen, als wenn man sich selbst immer fragt "warum handele ich denn jetzt so bekloppt?". freue mich auf den austausch mit dir.

lieben gruß

lavendel
Nach oben
lavendel hat zum Thema: Re: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben
summerdream
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 6638
Alter: 28

BeitragVerfasst am: 03.10.2007, 13:58    Titel: Re: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hey loti

auch von mir noch herzlich willkommen im kinderbereich, glaub du wirst dich hier wohlfühlen. ich tue es zumindest Winken

Zitat:
Ach, da fällt mir noch ein oft wiederholter Rat meiner Mutter ein: lieber gar kein Mann, als so einer. Lern was, verdien dein eigenes Geld, mach dich nicht abhängig.
Und: wären wir Kinder nicht, hätte sie sich von ihm getrennt. Für mich fühlte sich das damals schon immer an, als hätte ich Mitschuld, wenn es ihr schlecht ging...

haben wir die gleichen mütter? das sagt meine mutter au ganz gerne, aber wohl mehr in der hinsicht, dass sie dann eben net trinken würde...
ich denk mir immer wieder, wäre meine mutter net mit mir schwanger gewesen, hätte sie net geheiratet bzw. zumindest net meinen vater und es wäre vielleicht alles anders gekommen.
aber gut, wenn unsere eltern net verhüten können, können wir ja nix für oder!?!

Zitat:
Früher hing das noch damit zusammen, dass ich zwischen meinen Eltern vermitteln und für meine Mutter dasein wollte.

kenn ich auch ganz gut, zwischen meinen eltern und meinen großeltern und meiner mutter. und egal was ich gemacht hab, von irgendeiner seite oder auch von beiden gabs doch wieder vorwürfe, daher hab ich mich da etz ausgeklinkt.

dein angesprochenes thema mit der nähe, i glaub da ticken wir zwei wohl verdammt gleich.
kumpel sein ok - hey der is ja ganz süß und nett, der gfällt mir - huch derjenige hat ja auch interesse an mir - beine in die hand und nix wie weg hier
mal grob zusammengefasst Winken
gut, meine ansprüche sind net gering, aber irgendwie such i mir auch immer was, wo mir net passt. muss i no in griff kriegen, aber gut momentan is das etz für mich kein aktuelles thema.

liebe grüße
Nach oben
summerdream hat zum Thema: Re: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben
Loti
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 01.10.2007
Beiträge: 229

BeitragVerfasst am: 03.10.2007, 15:30    Titel: Re: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo ihr Lieben!

Rege Beteiligung hier - super! Smilie

Ich mag das Forum schon jetzt, so nett, wie man hier willkommen geheißen wird Sehr glücklich

Danke dir, Lavendel. Ich bin ein sehr lebenslustiger Mensch, nur immer mal wieder sehr irritiert von meinem Verhalten, das mich stört. Aus dem Grund versuche ich schon lange, zu sortieren, weil ich wirklich etwas ändern möchte. Darum schön zu hören, dass ihr das auch sortiert findet Winken Nur abgeklärt ist so ein Wort, das für mich immer einen negativen Beigeschmack hat Geschockt
Ach ja, darf ich fragen, welche Bücher du gelesen hast und was für eine Therapie das war?

Da wir ja offenbar alle recht ähnliche Schwierigkeiten haben, zwei Fragen an euch:
1. Sprecht ihr mit euren Freunden über eure Vergangenheit?
Und 2.: Wenn ich jemanden kennen lerne, habe ich irgendwann manchmal den Eindruck, dass mein Gegenüber von meinem Verhalten irritiert ist. Dann frage ich mich, wie ich mich erklären soll!? Ich will ja nicht gleich meine ganze Lebensgeschichte auspacken, aber alles andere wird schnell als faule Ausrede aus Desinteresse gewertet. Wie geht ihr damit um?

summerdream, danke auch dir. Du hast völlig recht, was können wir für das, was unsere Eltern getan haben. Aber als Kind zieht man eben solche Schlussfolgerungen Mit den Augen rollen
Daher auch meine 2. Frage, ich versuche gerade an dem "Hilfe, ich muss weg!"-auf dem Absatz kehrtmachen zu arbeiten Winken

Ganz liebe Grüße, Loti
Nach oben
Loti hat zum Thema: Re: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Erwachsene Kinder von Alkoholikern Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite    :   1, 2, 3 ... 48, 49, 50  Weiter
Seite 1 von 50


Ähnliche Beiträge
Thema Forum
Keine neuen Beiträge Wie wurde ich Alkoholiker? Alkoholsucht bzw. Alkoholabhängigkeit im Alkoholiker Forum
Keine neuen Beiträge Situationen/Orte meiden, wo früher ge... Alkoholsucht bzw. Alkoholabhängigkeit im Alkoholiker Forum
Keine neuen Beiträge Wurde das Thema Alkohol früher angesp... Erwachsene Kinder von Alkoholikern

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Mit 14 betrunken
Mit 14 betrunken
Alkoholmissbrauch
Alkoholmissbrauch
Folgekrankheiten Alkohol
Folgekrankheiten Alkohol
Alkoholabhängigkeit
Alkoholabhängigkeit
Behandlung
Behandlung


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de