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Wie ich wurde, wer ich bin

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phoenix75
Gast






BeitragVerfasst am: 05.10.2007, 12:33    Titel: Re: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Loti hat Folgendes geschrieben:
Nein, ich hab sie nur angeschaut und dachte: kann es denn wirklich sein, dass mich jemand, der mich praktisch nicht kennt, so durchschaut, und meine eigene Mutter dagegen, obwohl sie mich noch gemustert hat, rein gar nichts davon merken kann? Wenn ich vor ihr steh, völlig fertig, praktisch nervlich am Ende und völlig verheult?


Liebe Loti. Als ich das gelesen habe, hat es mir Tränen in die Augen getrieben, ich kenne dieses Gefühl.
Ich weiß heute noch nicht genau, ob meine Mutter Dinge nicht gesehen hat, aber ich gehe davon aus, daß sie sie nicht sehen WOLLTE. Sie ist die perfekte Co.
WAr es gut, daß du dich zusammengerissen hast? Ja, vielleicht.
Vielleicht hilft es aber manchmal auch der Person zu ZEIGEN wie man sich fühlt.

Dieses abgeklärte...hat auch oft damit zu tun immer stark sein zu müssen. Nach außen wirke ich auch sehr souverän, selbstsicher, habe eine starke Präsenz. Sagen die Leute. Wie es in mir drin aussieht ist etwas ganz anderes, da fühle ich mich oft wie ein kleines, hilfloses Kind.
ABer auch das ist "normal" in Abetracht der Umstände, an die wir uns anpassen sollten/mußten.

Eine Freundin sagte mir mal einen Satz: Nicht unser Verhalten ist krank, unser Verhalten hat sich nur an kranke Bedingungen angepaßt.

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber bei mir dauert es noch lange, wirklich Frieden zu schließen.
Genau diesen Satz, den du oben geschrieben hast, den habe ich so oft gedacht. Auch weil ich, wie du, ärzte gefunden habe, die mich zur Seite genommen haben. Ich freue mich für dich, daß du einen guten gefunden hast. Vielleicht hilft er dir auch in Richtung Therapeutensuche weiter.

Ohne meine Vertrauensärzte wäre ich wohl heute nicht mehr am Leben. Punkt.

alles gute weiterhin, bis bald
lydia
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phoenix75 hat zum Thema: Re: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben
anna08
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 11.09.2007
Beiträge: 181

BeitragVerfasst am: 05.10.2007, 13:51    Titel: Re: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Loti,
habe nur die letzten beiden Beiträge bewußt und genau gelesen. Den Rest hab ich überflogen, sorry...
Ich kann Lydia wohl leider nur zustimmen dass unsere lieben Eltern/ Väter/ Mütter nicht sehen WOLLEN wie es uns geht.
Das Zeigen ist so ´ne Sache, bei mir hat es leider nur zu mehr Frust und Verletztung geführt als ohnehin schon da war. Was jetzt natürlich nicht heißen soll, dass man mit seinen Gefühlen hinterm Berg halten soll. Rauslassen, weinen, schreien... nur überlege dir bei wem!
Ich stehe noch ganz am Anfang mich zu lösen und habe momentan einen rießen Hänger, daher möchte und kann ich mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen.
Nur so viel dass auch ich von anderen oft als geradlinig, souverän, selbstsicher, mit beiden Beinen im Leben stehend, manchmal auch als arrogant bezeichnet werde. Arroganz ist übrigens ein Zeichen von sozialer Unsicherheit. Nicht unbedingt die netteste aber wohl die zutreffenste Persönlichkeitsbeschreibung.
Wenn du Lust hat lies das Buch: "Familienkrankheit Alkoholismus". Hab es gerade durch, sehr heftig, nichts für so zwischendurch, aber seht lehr- und aufschlußreich. Mir hat es einiges Erklären und offenbaren können.
Ich wünsch dir alles Liebe und viel Kraft!
Anna
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anna08 hat zum Thema: Re: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben
Steffi1301
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.07.2007
Beiträge: 1109

BeitragVerfasst am: 05.10.2007, 14:13    Titel: Re: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo loti!

Erst mal hallo und willkommen von mir. Als ich gerade deinen Thread durchgelesen hab, ist mir aufgefallen, dass wir - ähnlich wie bei nelly - sehr viel gemeinsam haben. Mein Vater ist auch Alkoholiker, meine Mutter co. Immer gut in der Schule, immer klasse Noten, klar, war ja normal bei mir. Jetzt fang ich an mit dem Studium. Ja, tu ich halt. Ist ja nichts Besonderes. Probleme und Konflikte werden bei uns auch nicht mit all ihren Konsequenzen ausgetragen, na, das wird dann alles irgendwann wieder unter den Teppich gekehrt, und der dürfte mittlerweile schon irgendwo im Weltall hängen, so hoch ist der aufgekehrte Berg.

Dass du sehr misstrauisch bist im Bezug auf Männer kann ich verstehen. Ich hab früher schon ein paar Beziehungsversuche gestartet. Aber das war irgendwie alles zu viel. Klar, ich fand die Typen schon nett und Gefühle waren anfangs auch da, aber auf einmal wurd alles so erdrückend, und nach spätestens einer Woche hab ich dann ganz schnell wieder zurückgerudert und stand da als die blöde Kuh, die alle verarscht. Stimmte zwar nicht, mir tat das ja auch alles leid, aber was sollte ich schon machen, ich konnt es einfach nicht ertragen! Ja, und dann kam irgendwann einer daher, der war so schüchtern und so ehrlich an mir interessiert und weil ich auch so unsicher und misstrauisch war, hat diese Kennenlernphase ewig gedauert. Und zwar so lang, bis ich ihm wirklich vertrauen konnte. Immer ein kleines Stückchen mehr. Und dann hat es endlich hingehauen mit der Beziehung. Die ersten drei Monate waren zwar noch hart, weil ich mich immer noch ein wenig überfordert fühlte, ich hab ihn auf Distanz gehalten, aber irgendwann konnt ich mich nicht mehr wehren und nun sind wir seit 3 1/2 Jahren zusammen und ich bin verdammt glücklich damit.

Naja, ich wollt jetzt nicht so viel von mir erzählen, nur zeigen, dass es auch klappen kann. Man MUSS doch nicht unbedingt so schnell auf die Männerwelt zustürzen. Es gibt auch Menschen, die einfach schüchtern sind. Bei denen dürfte es doch ähnlich sein, wie bei uns Misstrauischen. Sich Zeit zu lassen zum Kennenlernen ist doch sehr wichtig. Aber klar sollten wir das auch nicht übertreiben. Irgendwann müssen wir schon lernen, dem anderen auch mal zu vertrauen. Alles andere tut uns ja selbst nicht gut. Aber ich glaube, wenn man sich erst mal freundschaftlich kennenlernt (vielleicht mit dem Beziehungs-Hintergedanken), dann kommt das Vertrauen irgendwann und dann kann man auch eine Beziehung anfangen. Hui, jetzt hab ich wieder viel geschwafelt.

Meine Freunde wissen mittlerweile eigentlich alle von der Alkoholabhängigkeit meines Vaters. Anfangs wussten es nur die engsten Freunde, die, denen ich wirklich vertraut habe. Aber ich hab die Sache mit dem Buch dann tatsächlich wahr gemacht - und mich furchtbar schlecht dabei gefühlt - und jetzt weiß es meine komplette Jahrgangsstufe und noch einige mehr. Und es ist ja auch nicht schlimm. So muss ich niemandem meine Geschichte aufzwingen, jeder, der sie wissen will, kann sie halt selbst lesen. Und mich besser verstehen.

Ich hab auch eine Verhaltenstherapie angefangen. Ich hatte erst zwei Sitzungen, aber ich glaub, dass das wirklich helfen kann. Zusätzlich les ich dabei noch "Gefühle verstehen, Probleme bewältigen". So hab ich auch rausgefunden, dass ich unter Depressionen leide etc. Minderwertigkeitsgefühle hab ich ja eh schon ewig, aber die muss ich ja nicht behalten Winken. Da kann man halt ein paar praktische Dinge lernen und vorankommen. Es ist zwar irrsinnig viel Arbeit, aber ich WILL da raus!

Wie du glaub ich am Anfang schon gesagt hast, im Kopf haben wir mittlerweile schon klar, dass manche Dinge nicht so sind, wie wir immer denken. Dass wir nicht minderwertig sind, dass wir nicht immer für alle verantwortlich sein müssen, dass wir nicht immer alles perfekt machen müssen, ABER das Gefühl stimmt noch nicht. So ist es bei mir auch. Diese schlechten Gefühle kommen immer wieder und es ist unglaublich hart dagegen anzugehen, aber wir müssen es versuchen! Und ich glaub, dieses Forum und eine Therapie sind der richtige Weg.

So, jetzt aber Schluss. Sonst brauchst du eine ganze Kanne Tee oder Kaffee zum Lesen Winken.
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Steffi1301 hat zum Thema: Re: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben
summerdream
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 6713

BeitragVerfasst am: 05.10.2007, 14:18    Titel: Re: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hey loti

grins... noch ne eule Winken

Zitat:
Genau summerdream, eben weil sies nich wissen, fänd ichs ganz praktisch, wie eben drüben schon geschrieben, ihnen son selbstgeschriebenes Buch in die Hand drücken zu können, quasi ein Loti-Leitfaden

ganz ehrlich glaub ich net, dass des viel bringt. sie werden dann vielleicht manches verstehn, aber ich glaub deine gefühle diesbezüglich usw. - das glaube ich net, einfach weil sie es net kennen. besonders ein buch is auch ein ganzer packen auf einmal, ich glaube wenn ich echten freunden nach und nach etwas mehr offenbare, ist es für sie leichter damit umzugehn.

Zitat:
kann es denn wirklich sein, dass mich jemand, der mich praktisch nicht kennt, so durchschaut, und meine eigene Mutter dagegen, obwohl sie mich noch gemustert hat, rein gar nichts davon merken kann?

ja das kann sein, die erfahrung hab i au scho gmacht. öfters wird das auch abgewinkt so nach dem motto "laß deine miese laune woanders raus", na herzlichen dank...

ich glaub auch, dass unsere eltern oft net sehn wollen, wie's uns überhaupt geht. mein vater is da auch ganz gut drin.
ich weiß noch wie mei mutter auf langzeit fort war, da hab i beim hausarzt angerufen und ihn nach nen guten kinderpsychologen für mei brüder gfragt, er meinte dann er stellt mir eine zusammen ich soll sie abholen. da ich aber net in die stadt zum arzt gekommen bin, aber wußte das mein vater hin muss, hab ich ihn angerufen, ob er die liste mitbringen kann. er: "hä? wegen was sollen die jungs denn zum kinderpsychologen? ne scheidung ist doch heutzutage ganz normal und kein problem für kinder" - unsere mutter hat scho getrunken als sie noch net getrennt waren, er wußte auch das sie auf kur is, aber wie ich ihm gesagt hab, das mir auch um die mutter geht, das hat er net verstanden....

liebe grüße
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summerdream hat zum Thema: Re: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben
phoenix75
Gast






BeitragVerfasst am: 05.10.2007, 14:23    Titel: Re: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Steffi1301 hat Folgendes geschrieben:
na, das wird dann alles irgendwann wieder unter den Teppich gekehrt, und der dürfte mittlerweile schon irgendwo im Weltall hängen, so hoch ist der aufgekehrte Berg.


Mr. Green hehe, schönes Bild.
Der TEppich zu Babel.

alles liebe
lydia (die am Abräumen ihres unter-den-Teppich-Gekehrten arbeitet)
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phoenix75 hat zum Thema: Re: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben
phoenix75
Gast






BeitragVerfasst am: 05.10.2007, 14:27    Titel: Re: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Zitat:
"hä? wegen was sollen die jungs denn zum kinderpsychologen? ne scheidung ist doch heutzutage ganz normal und kein problem für kinder"

warum machen mir diese SPrüche immer noch so viel aus? Sorry, ich weiß das ist Lotis Thread, aber sowas trifft mich im Mark, diese Ignoranz.

Habe meinem Vater auch mal am TElefon gesagt, ich hätte gerade keine Zeit weil ihc gleich einen Termin mit meiner Therapeutin hätte. Er meinte darauf hin: "Wozu brauchst du denn ne Therapie?".
Wie Loti habe ich nicht viel dazu gesagt, mir fiel auch eigentlich gar nix ein, so verdaddert war ich. HÄtte ich angefangen WARUM, hätte das gespräch wohl 67 Stunden gedauert.

Aber egal, MÄdels. Wir dröseln das ganze für UNS auf, damit wir nicht die gleichen Fehler machen.

alles gute, ich reg mich schon wieder ab.
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phoenix75 hat zum Thema: Re: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben
Loti
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 01.10.2007
Beiträge: 229

BeitragVerfasst am: 06.10.2007, 01:05    Titel: Re: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo ihr,

der Teppich zu Babel, großartig Mr. Green

Nein, nein, phoenix, du darfst auch ohne Entschuldigung schreiben Winken

Was dieses Therapiegerede angeht, muss ich ehrlich sagen, ich dachte auch irgendwie immer, Therapie is was für Bekloppte Verlegen Ich bemühe jetz mal als schlechten Vergleich meine Einstellung zu Fitnessstudios. Da dacht ich auch, sind doch nur Muckitypen und Prolls da. Und morgen fang ich dort mal wieder selber an Lachen Und wenn ich schon über meine Vergangenheit rede, warum dann nicht mit jemandem, der sich damit auskennt.

@Steffi: oh ja, das kenn ich auch, die blöde Kuh, die alle verarscht Mit den Augen rollen

Da kann ich doch gleich wieder mit ner aktuellen Geschichte aufwarten. Ebenfalls schüchterner Typ und ich denke auch ehrlich an mir interessiert; trotz aller Selbstzweifel, denn anders kann ich mir eine solche Hartnäckigkeit nicht erklären. Und schwupps war mir gerade das schon wieder zuviel, und ich kam mir da wie du überfordert vor. Erstmal wieder etwas Abstand reingebracht, von wegen: ich mag dich wirklich, aber Beziehung is nich, kann ich einfach nicht. Kurz darauf hatte ich eben dieses Aha-Erlebnis beim Arzt und dank meiner Bücher und hat mich daraufhin erstmal eine Weile mit mir selbst beschäftigt. Zwischendurch haben wir uns nur mit andern zusammen gesehen, sind nicht weiter zum Reden gekommen und ich dachte nur, eigentlich auch schön, erstmal freundschaftlich näher kennen lernen.
Habe die letzten Tage dann aber doch fast schon mit mir gerungen, von wegem ihm irgendwo näher erklären, wo das Problem liegt, und eben nochmal in aller Deutlichkeit sagen, dass da schon mehr sein könnte als Freundschaft, aber ich eben erstmal einiges bei mir selbst sortieren muss. Auf ner Party dann, wo ich ihn vermutet hätte, seinen Kumpel gefragt, wo besagter Typ steckt und erfahren, dass er im Praxissemester is und ne Freundin hat.
Und was denke ich mir daraufhin? Zuerst: "Oh." Und dann: "Mit der hat ers sicher einfacher." - man kann eben nicht aus seiner Haut Mit den Augen rollen Aber daraufhin wenigstens: "Pf, der wars dann ja wohl doch nicht wert, dass ich mir deswegen den Kopf zerbrech."
Richtig übel find ich aber, dass der Gute nun nichtmal mehr normale SMS beantworten kann.

@Anna: das Buch habe ich schon gelesen, find ich auch empfehlenswert.

Nun aber zu dem, was ich eigentlich wollte:
Ich war heute zu Hause bei meinen Eltern. Wohl gemerkt diesmal kein Wochenende, sondern wirklich nur einen Nachmittag, so hatte ichs mir vorgenommen. Und das war in der Tat weise. Das gleiche Szenario wie eh und je. Mein Vater kommt mir entgegen und ich seh direkt auf die Entfernung von fünf Metern, dass er getrunken hat. Mehr brauch ich gar nicht wissen, um die komplette Situation einschätzen zu können, ich hab das schließlich jahrelang erlebt. Und, richtig, wie nicht anders zu erwarten: die Stimmung, die in der Luft liegt, is richtig böse. Meine Mutter traurig, resigniert, ihm gegenüber stinksauer, eine Angifterei vom Feinsten. Is klar, in so ein Elternhaus kommt man doch immer wieder gern zurück... Wie ich mitbekommen habe war mein Vater gestern in der Bar, erinnert sich offenbar nicht mehr, wie er nach Hause gekommen ist, und hat schon gleich gar keine Ahnung, wo ein paar Sachen abgeblieben sind, die er offenbar im Suff verloren hat.
Zwar ein anderer Zusammenhang, dennoch sehr treffend, der Satz von ihm: du glaubst doch nicht, dass du deinen alten Vater noch ändern kannst. Woraufhin ich nur meinte, das wäre weder meine Aufgabe noch meine Absicht.
Bei diesem Spruch musste ich auch direkt an Alkohol denken, denn ich bin mir sicher, er wird sich nicht mehr ändern, er sieht darin schlicht keine Notwendigkeit.

Und um nochmal auf die andere Geschichte zurückzukommen:
Ich denke auch, meine Mutter WILL es gar nicht bemerken. Ganz nach dem Motto, indem sie es einfach verleugnet, verdrängt, gar nicht erst sieht, ist es nicht passiert.

Liebe Grüße, Loti, die dieses Mal überm Schreiben ihren Tee vergessen hat - und wer jetzt behauptet, nur kalter Kaffee macht schön, hat eben keine Ahnung Smilie
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Loti hat zum Thema: Re: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben
Nelly81
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.06.2007
Beiträge: 288

BeitragVerfasst am: 06.10.2007, 13:07    Titel: Re: Wie ich wurde, wer ich bin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi Loti,

heute ohne Kaffee, habe heute schon mehr als genug davon getrunken…. Auch ich versuche mal, der Reihe nach vorzugehen:

erstmal war Dein Spruch super-souverän, den Du Deinem Vater da gesteckt hast! Bravo! Bei uns wurde auch ein gefährliches “Spiel“ daraus, mein Co.-Vater „ärgert“ mich auch des Öfteren damit, dass ich ja doch nichts ändern kann. Mit diesem Spruch hast Du klare Grenzen gesteckt, super!

Ich kenne das auch: Mit mulmigem Gefühl nach Hause fahren (also ins Elternhaus), eine erhöhte eigene Gereiztheit, weil man schon weiss, was einen erwartet. Wenn Du mal bei mir im Thread vorbeischaust (ich schreibe auch immer Romane….) wirst Du viel darüber finden. Ich habe für diesen Zustand den Begriff „Postleitzahlensyndrom“ gefunden, da ich mich die Woche über in einer anderen Postleitzahl befinde als meine Eltern und dort ein komplett anderes (sorgenfreieres) Leben führe als in der PLZ meiner Eltern. Ich wohne ja die Woche über so halb bei meinem Freund. Seitdem sich das so eingependelt hat, dass ich die Woche über da bin, habe ich das Gefühl, in einer Seifenblase zu leben, weil es mir hier so (zu?) gut geht, was ich vorher gar nicht kannte. Ich warte nur immer sorgenvoll, dass die Seifenblase zerplatzt und ich mal wieder von vorne anfangen kann… Naja, bis jetzt klappt es sehr gut, aber wir Alki-Kinder sind ja die ewigen Bedenkenträger und sehr misstrauisch, gerade, was das eigene Glück angeht. Da bleibt immer das Gefühl, es nicht verdient zu haben, dass es einem dauerhaft gut geht. Das Damokles-Schwert schwebt immer über einem und ich weiss es, ist es doch mein Leben lang mein Begleiter gewesen….

Auch ich reihe mich bei Steffi und Dir ein in die Kategorie mit dem Titel „blöde Kuh“, die alle verarscht, weil meine Kennenlern- und Vertrauenlernleitung ziemlich lang ist. Für mich war es noch Kennenlernen, das Gegenüber hatte schon mehr erwartet, und – paff – hatte ich ihn „verarscht“! Das wurde natürlich auch schön überall rumerzählt (komme vom Dorf) und innerhalb kürzester Zeit hatte ich meinen Ruf als arrogante, unnahbare etc. weg. Vergiss den Typen mit der Freundin, der ist es nicht wert! Als ich mal nen ziemlichen Hänger hatte, weil mein Ex mich ausgenutzt und betrogen hatte und wieder zu Hause einzog, sagte mein Bruder zu mir: „Wer Dich nicht will, ist es nicht wert!“ und das gebe ich jetzt mal an Dich weiter…. Der schämt sich jetzt bestimmt, deshalb antwortet er wahrscheinlich nicht mehr auf sms. Brich den Kontakt besser ab…

So, nun muss ich auch gleich los, PLZ-Syndrom, heute geht’s nach Hause zu meinen Eltern bzw. Mutter und Bruder, mein Vater ist immer noch im Ausland…

Wünsche Dir noch einen schönen Samstag, bis bald!

LG, Nelly



@ Summerdream: Der Spruch Deines Vaters über Deine Jungs ist echt abartig, oberflächlich und gewissenlos!!!! Auch das Erlebte von Lydia, da kämpft man mit sich und ringt sich schließlich zu einer Therapie durch und braucht Ewigkeiten, bis man wieder sein Gleichgewicht gefunden hat, und dann kommt so ein Spruch! Da kann man nur festhalten und erkennen, dass da offensichtlich jemand nichts verstanden hat. Und ABHAKEN! Nichts drauf geben (leicht gesagt, ich weiss, ich ärgere mich auch immer über verharmlosende Sprüche von anderen über mein Problem). Gerade wegen dieses Fehlverhaltens der "lieben Verwandten" geht man ja zur Therapie, um sich selbst zu reparieren und sich ein dickes Fell gegen deren Machenschaften anzulegen....
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Nelly81 hat zum Thema: Re: Wie ich wurde, wer ich bin geschrieben

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