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Alkoholkrank und ganz am Anfang

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Vaan
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 15.08.2007
Beiträge: 1400

BeitragVerfasst am: 28.09.2007, 13:49    Titel: Alkoholkrank und ganz am Anfang Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Beisammen

Ich war gerade eben beim Arzt zur Krebsvorsorge. Ich habe darauf bestanden VOR der KO Spritze wegen der Darmspiegelung mit dem Arzt zu reden.

Ich lag dann also auf der Liege und zuerst kam eine Ärztin rein, die mir aber nicht bekannt war.

„Was machen Sie denn nun“ habe ich gefragt.
„Ich untersuche ihre inneren Organe auf Schäden“
„Achten sie bitte besonders auf die Leber wir müssen mal über meinen Alkoholkonsum reden“
Sie ist dann mit dem Ultraschallgerät auch mit Sicherheit eine Minute nur über die Leber gegangen
„Die ist geschwollen - Wie viel trinken Sie denn so“
Nachdem dann einige Sekunden gebraucht hatte bis ich das mit der Leber verdaut hatte kam von mir ein wahrheitsgemäßes
„Flasche Wein und 2 Bier“
„TÄGLICH ??????“
Ich konnte nur noch mit zusammengepressten Lippen nicken.
„Wann ist Ihnen denn aufgefallen, dass das zuviel sein könnte“
„Als ich am 22.07 nach einem Konzert auf dem Parkplatz einer Disko aufgewacht bin – Um 3 Uhr morgens“

Na ja die ganze Geschichte habe ich nach der Generalprobe dann dem Arzt eine viertel Stunde später noch einmal erzählt. Nachdem ich ihm gesagt habe, dass ich den Alkohol ohne fremde Hilfe abgesetzt habe fing der sofort an alle möglichen Entzugserscheinungen abzugrasen die so üblich sind. Die beiden einzigen, die ich mit JA beantwortet habe waren Schlafprobleme und Saufdruck zu üblichen Saufzeiten. Von EUCH habe ich auch erzählt, was er erst einmal für eine klasse Sache gehalten hat. Er hat nun die Sache entschärft mit der Begründung, dass er sich ersteinmal die Testberichte von meinem Blut und meinem Urin anschauen möchte. Wäre wohl ein Wunder wenn da alles in Ordnung ist. Er sagte auch, dass ich da ganz bestimmt nicht der einzige bin mit derartigen Problemen und er da ein paar Telefonnummern hätte mit denen er sehr gute Erfahrungen gemacht habe.

Der Termin für die Nachbeprechung ist von Dienstag auf Donnerstag verlegt worden. Vorher weiss ich also nichts und werde weiterhin an meiner Trocken... ähhhh Verlängerung der Trinkpause arbeiten

...
...
...
...

OK Bringen wir es hinter uns :

Mein Name ist Vaan und ich bin Alkoholiker. Ich habe durch jahrelangen täglichen Missbrauch die Fähigkeit zum kontrollierten Trinken verlernt und strebe eine lebenslanges alkohlfreies Leben an bei dem ich bereit bin Hilfe anzunehmen.

Jetzt muss ich ersteinmal irgendwo hingehen wo ich ein paar mal tief durchatmen kann ... Gut dass ich am Stadtrand wohne ...
_________________
________
Gruss Vaan
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Vaan hat zum Thema: Alkoholkrank und ganz am Anfang geschrieben
Andreas1970
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 03.04.2006
Beiträge: 843
Alter: 42
Wohnort: Thüringen

BeitragVerfasst am: 28.09.2007, 15:29    Titel: Re: Alkoholkrank und ganz am Anfang Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Vaan,

schön das du die Karten beim Arztbesuch auf den Tisch gelegt hast!
Jetzt kannst du daran arbeiten, dass es nicht nur eine "verlängerte Trinkpause" wird Winken .
Wie fühlst du dich jetzt nach dem Arztbesuch und was für Telefonnummern hast du bekommen?

Bis bald, Andreas
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Andreas1970 hat zum Thema: Re: Alkoholkrank und ganz am Anfang geschrieben
Vaan
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 15.08.2007
Beiträge: 1400

BeitragVerfasst am: 28.09.2007, 17:36    Titel: Re: Alkoholkrank und ganz am Anfang Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für die Antwort

Na ja wie habe ich mich nach dem Arztbesuch gefühlt .. Es war schon etwas seltsam, der kennt mich mein Leben lang da war das schon ein komisches Gespräch irgendwie .. Mußte aber sein und ich hatte es mir sooooo fest vorgenommen das bei der Vorsorge zu machen und deßwegen zu einem anderen Arzt zu gehen war echt unter meiner Würde.

Er hat mir NOCH gar keine Telefonnummer gegeben . Er sagte er wollte sich erst die Blut- und Urinwerte anschauen. Ich war ja ursprünglich wegen Krebsvorsorge da. Ich habe nächsten Donnerstag Nachbesprechung von der Vorsorge und da werde ich dann auch den berühmten Zettel mit hinnehmen. Der wo mein Alkoholkonto von der Haushaltskasse draufsteht. Kann der Arzt sich ja überlegen ob er sich das anschaut.

Wenn er mir mehrere Nummern gibt werde ich hier aber nachfragen welche ich nun nehmen soll. Es macht auch glaube ich keinen Sinn da nun an 7 Tage 7 SHG abzugrasen.

Auf jeden Fall habe ich das Schwerste noch vor mir. MEIN FREUNDESKREIS
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Vaan hat zum Thema: Re: Alkoholkrank und ganz am Anfang geschrieben
Andreas1970
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
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Wohnort: Thüringen

BeitragVerfasst am: 28.09.2007, 18:00    Titel: Re: Alkoholkrank und ganz am Anfang Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Vaan hat Folgendes geschrieben:
Auf jeden Fall habe ich das Schwerste noch vor mir. MEIN FREUNDESKREIS


Der Anfang ist getan und damit hast du den schwersten Brocken aus dem Weg geräumt, denn du hast dir deine Alkoholkrankheit eingestanden und mit einem außenstehenden Menschen (Arzt) darüber geredet.
Bei mir war es so, dass ich danach erleichtert war, das es endlich raus war. Die Freunde und meinen Arbeitgeber darüber zu unterrichten war auch nicht einfach, aber es viel mir leichter, nachdem ich beim Arzt war.
Da du ja ein gutes Verhältnis zu deinem Bruder hast, wie sieht es denn da mit der Unterstützung aus?
Ich freue mich für dich und hoffe das du es jetzt konsequent weiter durch ziehst.

Bis bald, Andreas
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Andreas1970 hat zum Thema: Re: Alkoholkrank und ganz am Anfang geschrieben
Vaan
sehr aktiver Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 15.08.2007
Beiträge: 1400

BeitragVerfasst am: 28.09.2007, 18:24    Titel: Re: Alkoholkrank und ganz am Anfang Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Mein Bruder wohnt mit seiner Freundin in einer anderen Stadt ca 300 Kilometer entfernt. Der ist immer nur so sporadisch mal hier. Tja die liebe Arbeitsstelle. Ich habe keinen Plan was ich da machen soll. Ich habe einen Kollegen, der hat es geschafft sich mit diesem komischen Kräuterlikör (-> Reklame mit Hirschen) halb tot zu saufen und 2 meiner Kolleginnen haben sich immer beschwert wie der stinken würde. Inzwischen ist der nen halbseitig gelähmtes Wrack, das wahrscheinlich weiter säuft. Schlaganfall wegen Alkohol

ICH HABE KEINEN PLAN OB BEI MIR WAS GEROCHEN WURDE und so direkt fragen mag ich irgendwie auch nicht. Ich meine Hallo X ich wollte nur mal fragen ob ich manchmal ne Fahne habe .. Das machst Du doch auch nicht

Es geht auf Weihnachten und Advent zu und da sind immer so ein paar Treffen wo halt Punsch, Eierlikör und so angesagt ist. Wenn ich bis zum 1. Advent trocken bin WIRD DAS NICHT MEIN ERSTER RÜCKFALL !!!!

Die werde ich nicht alle absagen können indem ich blöde Sprüche loslasse. Meinen Job habe ich seit über 10 Jahren in dem Betrieb (weltweit und börsennotiert) Ich weiß auch noch nicht wie ich das mache. In der Gewerkschaft bin ich ob ich die mal fragen soll ob die mir nen Tipp geben können...
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Vaan hat zum Thema: Re: Alkoholkrank und ganz am Anfang geschrieben
Bernd G
aktiver Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 24.11.2006
Beiträge: 827
Alter: 51
Wohnort: Waldbronn

BeitragVerfasst am: 28.09.2007, 19:17    Titel: Re: Alkoholkrank und ganz am Anfang Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Vaan !

Ich habe auf meiner Arbeitsstelle nur positive Erfahrungen gemacht nachdem ich offen mit meinem Chef über meine Krankheit gesprochen habe. Die " Punschfeiern " solltest Du dir verkneifen, denn gerade am Anfang deines Weges wäre es sehr törricht zu meinen Du bist stark genug Da zu wiederstehen. Sonst wird es wieder nur eine Trinkpause.
Du hast doch alles richtig gemacht, nun befreie dich weiter in dem Du an den wichtigen Stellen und zu den richtigen Personen offensiv mit deiner Krankheit umgehst. Sicher kostet es etwas Überwindung aber danach war ich sehr Erleichtert und Befreit.

Viele liebe Grüsse von Bernd
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Bernd G hat zum Thema: Re: Alkoholkrank und ganz am Anfang geschrieben
Alexander
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 09.05.2006
Beiträge: 308
Wohnort: Bad Schönborn

BeitragVerfasst am: 28.09.2007, 20:33    Titel: Re: Alkoholkrank und ganz am Anfang Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Alkohol hat leider zu allen Jahreszeiten Hochkonjunktur, wenn einem auch immer die Jahreszeit gerade jetzt "ziemlich" gefährlich vorkommt, weil....

Damit wirst Du lernen müssen zu leben.

Ich weiss jetzt nicht wie lange Du getrunken hast, aber es kann durchaus sein, dass die 2 Monate in Denen Du jetzt nichts mehr getrunken hast weitgehend eine völlige Regeneration bewirkt haben. Ich würde in Sachen Gesundheit nicht allzu schwarz sehen. Ich wünsche Dir das natürlich auch!

Dies soll dann aber auch kein Freibrief zum Weitersaufen sein, das weisst Du natürlich selber.
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Alexander hat zum Thema: Re: Alkoholkrank und ganz am Anfang geschrieben
Vaan
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 15.08.2007
Beiträge: 1400

BeitragVerfasst am: 29.09.2007, 07:37    Titel: Re: Alkoholkrank und ganz am Anfang Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

@ Alexander

Hmmm. Ob es nun mit der Kiste Bier an den Baggersee geht oder aber mit dem Flachmann in der Tasche auf den Weihnachtsmarkt ist erst einmal kein Unterschied. Da gebe ich Dir natürlich Recht. (Super auf N24 zeigen sie gerade kotzende Wiesenbesucher) Mein Problem im Augenblick ist halt immer noch, dass ich da unterschiedliche OUTING Phasen habe. Im Büro habe ich herum getönt, dass ich seit dem 14.08 nix getrunken habe, aber nicht, dass ich mit dem Arzt über meine Alkoholkrankheit gesprochen habe. Bei meinem Freundeskreis habe ich auf dicke Hose gemacht „Nach dem Sommer wird in diesem Jahr kein Alkohol mehr angepackt. “ Da werde ich mittelfristig noch etwas machen müssen. Die offizielle Weihnachtsfeier wird kein großes Problem werden. Da wird für die 2000 Kollegen immer ein riesen Buffet aufgetischt und wenn DER OFFIZIELLE Teil beginnt kann ich mich da einfach verdrücken.

Tjaaa wie lange habe ich getrunken... Die Frage ist vielleicht eher (auf N 24 brechen gerade die ersten zusammen) ab wann es zu viel wurde. Keine Ahnung ich weiss es nicht. Ich denke mal 10 Jahre dürfte da realistisch sein. Jau 1997 -98 haut hin. DA hatte ich wirklich einen Freundeskreis, bei dem es NUR ums Saufen ging. Die Truppe habe ich zwar schon länger nicht mehr um mich herum, aber an das eine Feierabenbierchen kann man ja festhalten.

2 Bierchen
3 Bierchen – Ach da wird man ja dick von ..
Steigen wir doch mal auf Wein um ..
Och ja s ein Fläschchen Wein. Hmmm Duschen muss ich ja auch noch.
Och eben nen Bier mit unter die Dusche ..

Das hat sich im Laufe der Jahre so hochgeschaukelt ich kann nicht sagen wann es zu viel wurde ..

@ Bernd

Ich hatte es ja oben schon geschrieben. Ich wohne in einem recht kleinen Ort, der eine riesen Fabrik hier stehen hat wo 2000 Leute arbeiten. Das ist was anders als ne Bäckerei wo 10 Leute arbeiten. Da gehst Du nicht einfach hin und sagt : Eye Leute ich bin nen Säufer behaltet es aber für Euch ... Vielleicht sollte ich da auch einmal die „In diesem Jahr keinen Tropfen mehr“ Platte auflegen. Dann bin ich Weihnachten und im Advent in Sicherheit und bis dann die Sommerparties losgehen habe ich Freiraum.....

Und dann habe ich ja auch den Donnerstag noch vor mir mit der Nachbesprechung. Das ich Krebs habe kann ich mir nicht vorstellen. (Viel Sport und auf Ernährung achte ich wirklich) allerdings die Leber macht mir da schon Sorgen. Ich halte Euch aber auf jeden Fall auf dem Laufenden was das gegeben hat.
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Vaan hat zum Thema: Re: Alkoholkrank und ganz am Anfang geschrieben

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