| Jetzt bin ich echt sprachlos....! • Meine Mama trink sich noch zu Grunde |
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lottikarotti neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 8
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Verfasst am: 24.09.2007, 08:26 Titel: Re: Ich brauche Ratschläge... |
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| summerdream hat Folgendes geschrieben: | | ...du schreibst viel über deine mutter und deinen vater, ihnen können wir aber nicht helfen. du bist hier, wie geht es denn dir? das würde mich etz mehr interessieren. ... |
Hallo summerdream und lieben Dank für die ehrlichen Sätze!
Hm, naja, wie geht es mir... Mir ging es sehr lange sehr schlecht. Ich hatte (warum auch immer und ich weiß auch, dass es falsch ist) Schuldgefühle wegen des Alkoholkonsums meines Vaters. Aber jetzt bekomme ich manchmal einen Schreck vor mir. Ich bin vielen Dingen gegenüber sehr abgeklärt geworden, habe mir einen dicken Panzer zugelegt. Ich kann die Alkoholsucht meines Vaters nicht ändern, kann ihm Hilfe anbieten, mehr aber auch nicht.
Ich habe eine 5-jährige Tochter, die ich über alles liebe und für die ich meine Energie, Kraft und Liebe brauche. Ich habe mich letztes Jahr von ihrem Vater getrennt, weil auch er ein Alkoholproblem hat. Ich weiß wie es ist, als Kind in solch einer Situation aufzuwachsen. Ich habe mir geschworen, soetwas von meiner Tochter fernzuhalten. Und seit der Trennung, kann ich wieder atmen, bekomme endlich wieder Luft.
Es ist schon merkwürdig. Niemand, der mich flüchtig kennt, würde ahnen, dass ich solche Probleme mit mir herumschleppe. Alle denken, ich bin so 'ne ganz toughe... Aber man kann ja in Niemanden hereinschauen... gelle
Sei lieb gegrüßt! |
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| lottikarotti hat zum Thema: Re: Ich brauche Ratschläge... geschrieben
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lottikarotti neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 8
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Verfasst am: 24.09.2007, 08:36 Titel: Re: Ich brauche Ratschläge... |
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| caro1969 hat Folgendes geschrieben: | hallo lottikarotti!
schön das du hier bist!!glaube mir es wird dir persönlich gut tun(sprech da aus eigener aktueller erfahrung).allein schon das lesen der threads.und natürlich der austausch! |
Hallo caro!
Ja, der Austausch tut mir in jedem Fall super gut. Ich merke, dass ich nicht allein bin. Und schäme mich nicht mehr so für die Sucht meines Vaters... Denn ich sehe, auch andere sind in solch einer Situation.
Du hast recht, Druck bringt überhaupt nichts. Er trinkt, seitdem wir ihn direkt mit seinem Problem konfrontiert haben nur noch viel mehr.
Ich kann auch meiner Mutter nur raten. Sie ist im Moment sehr dankbar, dass ich für sie da bin. Aber es ist natürlich klar, ich kann nicht wirklich etwas tun. Ich kann ihr ein wenig die Angst vor dem Sprung ins kalte Wasser nehmen. Hm, aber springen muss sie allein..
Liebe Grüße |
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| lottikarotti hat zum Thema: Re: Ich brauche Ratschläge... geschrieben
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lottikarotti neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 8
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Verfasst am: 24.09.2007, 08:49 Titel: Re: Ich brauche Ratschläge... |
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| Steffi1301 hat Folgendes geschrieben: | Hey lottikarotti!
Ich finde es toll, dass du dich hier angemeldet hast, ich bin zwar selbst noch gar nicht lang hier, aber ich freue mich immer über neue Leute hier (klingt ironisch, wenn man bedenkt, um was es geht), denn ich weiß, wie sehr mir das Forum bisher schon geholfen hat.
Als ich deine Beiträge gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass ich beim Lesen immer wieder "Hm-hm...", "Ja, klar..." vor mich hin gesagt hat. Egal, wie individuell jede einzelne Geschichte ist, aber es gibt doch immer wieder eindeutige Parallelen.
Es ist zwar löblich, dass du deinem Vater helfen willst, aber das kannst du leider nicht. Das haben die anderen ja auch schon gesagt. So hart es klingt und so hart es ist, aber ihr müsst deinen Vater mit seinem Problem allein lassen. Er will zwar zu dem Arzttermin gehen und redet mit euch, aber du weißt ja selbst, dass Alkoholiker die besten Lügner und Schauspieler sind, die es gibt. Wenn dein Vater wirklich trocken wird, dann nur, weil er es für sich will. Solange er es nur wegen euch oder der Drohungen macht (die im Endeffekt meist nicht konsequent durchgezogen werden, wie ich aus eigener Erfahrung weiß), solange wird er es wahrscheinlich nicht schaffen. Du musst deinem Vater nicht helfen, du kannst es gar nicht. Er ist der einzige, der sich helfen kann. Nur er trägt die Verantwortung für alles (wie du ja schon selbst eingesehen hast) und nur er kann die Konsequenzen daraus ziehen. Du musst ihm nicht länger zur Seite stehen, ja, du solltest es nicht mal. Du merkst doch selbst, wie fertig dich das alles macht. Irgendwer hat mal die Co-Abhängigkeit sehr treffend beschrieben. Man müsste sich das so vorstellen wie in einem Wirbelsturm. Alle Angehörigen wirbeln um den Alkoholiker herum, sorgen sich nur um ihn, ihr ganzes Leben dreht sich um ihn, und er selbst sitzt im ruhigen Zentrum. Wenn er sich für das Trinken entscheidet, dann lass ihn damit allein. Es tut dir selbst nicht gut, wenn du weiterhin seine Verstecke kontrollierst und dir Sorgen um ihn machst. Es ist sein Leben und nur er trägt die Verantwortung dafür. Es ist das Beste, wenn deine Mutter und du und jeder andere (ich weiß ja nicht, wie groß eure Familie ist) ihn allein lasst. Ich finde es sehr gut von dir, dass du deiner Mutter angeboten hast, dass sie bei dir wohnen kann. Damit hilfst du ihr. Aber vergess dich dabei auch selbst nicht. Und wenn sie die Chance nicht ergreift und bei deinem Vater bleiben will (ich kenne ja meine eigene Mutter...), dann ist das auch ihre Entscheidung, dann kannst du ihr nicht mehr helfen.
Du hast davon gesprochen, dass du sie auffangen willst, aber das kannst du gar nicht und das solltest du auch nicht. Du kannst sie unterstützen, wenn du willst, aber du kannst ihr nicht alles abnehmen. Du hast auch geschrieben, dass du eine Tochter hast, der du nicht das gleiche antun willst. Aber eine co-abhängige Mum ist leider auch keine richtige Mutter. Überleg mal... wie viele Gedanken machst du dir um deinen Vater und wie viele um deine Tochter? Ich will dir damit keinesfalls unterstellen, du seist eine schlechte Mutter oder so, ich kenn dich ja nicht mal. Aber ich weiß, dass ein Alkoholiker nun mal sehr viel Zeit und Gedanken in Anspruch nehmen kann. So viel, dass kaum etwas für andere bleibt.
Für uns Kinder ist es das Wichtigste, an allererster Stelle an uns selbst zu denken. Dein Vater ist Alkoholiker und das ist schlimm, deine Mutter ist co und auch das ist verdammt hart, aber du kannst ihnen leider nicht helfen. Das ist hart, aber wahr. Und wenn man das akzeptieren kann, kann man wieder anfangen, an sich zu denken und trotzdem mit den anderen besser umgehen.
Puh... jetzt habe ich einiges geschrieben und ich hoffe, ich knall dir das jetzt nicht alles so vor den Kopf und mach dich damit fertig oder so... Es gibt für uns nur so viel zu lernen und auch wenn ich selbst erst ganz am Anfang stehe, so weiß ich doch, wie sehr mir das Forum in etwas über einem Monat schon geholfen hat.
Ich wünsche dir, dass es dir genauso geht. Außerdem viel Kraft. Schön, dass du hier bist! |
Guten Morgen Steffi!
Ich danke Dir für Dein langes posting!
Der Metapher mit dem Wirbelsturm trifft es auf den Punkt.
Du hast mich absolut nicht vor den Kopf gestoßen. Es gibt eben Situationen, die kann man nicht "nett" umschreiben. Und das ist völlig ok so.
Es war sehr lange so, dass die Alkoholsucht meines Vaters mein Denken beherrscht hat. Aber keinesfalls ist es so, dass dabei die Gedanken an meine Tochter untergehen. Ich liebe sie über alles, sie ist mein ein und alles, mein Glück. Ich habe mich letztes Jahr von ihrem Vater getrennt. Auch er hat ein Alkoholproblem. Das sieht er natürlich nicht ein. Ich habe sehr lange gebraucht, um mich endlich von ihm zu trennen und nach der Trennung mir keine Gedanken mehr über ihn zu machen. Ihn einfach sein Leben leben zu lassen. Aber ich habe es geschafft und es geht mir endlich gut.
Ich kann nicht dafür verantwortlich sein, wie andere Menschen ihr Leben wegwerfen. Zu der Erkenntnis bin ich endlich gekommen. Ich brauche nämlich für mich auch noch ein bisschen Glück und Frieden. Ich bin 33 Jahre alt und habe verdammt lange nur für die Menschen in meinem Umfeld gelebt und gekämpft, denen es schlecht ging. Aber jetzt bin ich dran.
Ganz lieben Dank nochmal für Deine Worte! Ich fühle mich wirklich verstanden.
Liebe Grüße |
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| lottikarotti hat zum Thema: Re: Ich brauche Ratschläge... geschrieben
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Steffi1301 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.07.2007 Beiträge: 1109
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Verfasst am: 24.09.2007, 11:59 Titel: Re: Ich brauche Ratschläge... |
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Hallo lottikarotti!
An der Tatsache, dass du dich vom Vater deiner Tochter getrennt hast, weil er auch Alkoholiker ist, hab ich schon gesehen, dass du auch an deine Tochter denkst, dass du ihr das alles nicht antun willst... Das ist auf jeden Fall super, da bist du schon mal um Längen besser als meine Mutter. Ich hoffe, du findest auch weiterhin die Zeit, für deine Tochter da zu sein.
Du hast eigentlich schon total viel verstanden. Dass du deinem Vater nicht helfen kannst, dass er allein für sein Leben verantwortlich ist etc. etc. Hm, aber du hast auch geschrieben, dass niemand wirklich denken würde, dass du Probleme hast, weil du nach außen hin immer die Toughe mimst. Hast du denn niemanden, dem du dich wirklich mal voll und ganz anvertrauen kannst? Es ist schließlich nicht gerade gut, immer nur eine Maske aufrecht zu erhalten. Das macht einen zum Roboter. |
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| Steffi1301 hat zum Thema: Re: Ich brauche Ratschläge... geschrieben
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lottikarotti neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 8
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Verfasst am: 24.09.2007, 12:09 Titel: Re: Ich brauche Ratschläge... |
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Ach Steffi... Ich habe es mir wahrscheinlich über die Jahre auch total angewöhnt, nach außen hin den guten Schein zu wahren. Immer perfekt, nie aus der Reihe tanzen... Die Dinge, die einem nahe gehen immer im Verborgenen halten... Dinge aushalten...
Ich mache viele Dinge ersteinmal mit mir selber aus. Das ist sicher nicht immer gut. Es zerfrisst einen... Aber nun habe ich bemerkt, dass ich so ganz allein nicht weiterkomme und habe mich hier angemeldet. Das war eine wirklich gute Entscheidung.
Manchmal verbohrt man sich in seine Gedanken und dann ist es gut, dass es Menschen in ähnlichen Situationen gibt. Ich kann mich zu diesem Thema auch nur hier wirklich öffnen, weil ich denke, dass man mich hier versteht, vor allem weil es vielen genauso geht. |
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| lottikarotti hat zum Thema: Re: Ich brauche Ratschläge... geschrieben
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summerdream Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2007 Beiträge: 6713
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Verfasst am: 25.09.2007, 00:55 Titel: Re: Ich brauche Ratschläge... |
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hi lottikarotti
| Zitat: | | Ich habe es mir wahrscheinlich über die Jahre auch total angewöhnt, nach außen hin den guten Schein zu wahren. Immer perfekt, nie aus der Reihe tanzen... Die Dinge, die einem nahe gehen immer im Verborgenen halten... Dinge aushalten... |
das is mal wieder typisch für uns alki-kinder! weißte was auch typisch is? sich wohl eher unbewußt nen trinkenden partner auszusuchen...
werd etz dann in mein bett gehn, daher nur ganz kurz, werd wohl was der steffi vorne wegnehmen
hab vor kurzem das buch "familienkrankheit alkoholismus" gelesen und das fand ich richtig klasse!
liebe grüße |
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| summerdream hat zum Thema: Re: Ich brauche Ratschläge... geschrieben
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Steffi1301 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.07.2007 Beiträge: 1109
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Verfasst am: 25.09.2007, 15:49 Titel: Re: Ich brauche Ratschläge... |
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Summerdream, du alter Vorwegnehmer . Nee, schmarrn, darfst ja auch Werbung für gute Bücher machen. Ich werd mich da einfach mal anschließen, Empfehlung auch von mir!
Ja, wir Kinder haben uns einfach zu viel Unsinn angewöhnt. Immer brav die Klappe halten, andere nicht mit den eigenen Problemen belasten, lieber für die anderen da sein, denn die haben ja schließlich eh immer die schwerwiegenderen Probleme und Wehwehchen. Wenn es nur so wäre... Nein, wir sind nun mal auch nicht so unübel dran - um es mal vorsichtig auszudrücken - und brauchen wahrscheinlich alle dringend Hilfe!
Das Forum ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung, ich bin hier immer wieder gerne, unter Gleichgesinnten, und man lernt immer mehr dazu. Egal, ob man in seinem eigenen Thread liest, oder jemand anderem eine Antwort schreibt. Mir hilft es jedenfalls. Allerdings finde ich auch immer wieder eine Verhaltenstherapie empfehlenswert. Ich hab zwar gerade mal zwei Sitzungen hinter mir, aber aus einem anderen Buch weiß ich, dass ich Probleme habe, an denen ich arbeiten muss.
Wenn man sich anderen gegenüber nicht richtig öffnen kann, verpasst man etwas. Ich glaube, man macht sich das Leben damit nur unnötig schwer. Außerdem läuft man so eher Gefahr, dem Alkohol irgendwann selbst zu verfallen, wenn man nicht mehr alles mit sich selbst ausmachen kann. Das geht nun mal nicht immer. Und irgendwann ist es dann vielleicht zu spät. Immerhin werden laut Statistik mindestens 40 Prozent der Kinder von Alkoholikern selbst alkoholkrank. Tja, scheiß Erbe, das wir da mitkriegen... |
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| Steffi1301 hat zum Thema: Re: Ich brauche Ratschläge... geschrieben
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