| wie kleinen kindern die trennung beibringen?? • Kann ich ihm helfen ? |
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Ette sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2007 Beiträge: 1660 Alter: 55
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Verfasst am: 04.09.2007, 07:15 Titel: Wissen, was ich will |
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Hallo,
gestern habe ich mich mit ein paar Leuten darüber unterhalten, dass wir immer viel besser wissen, was wir nicht wollen, als das, was wir wollen.
Und wenn wir dann schon mal wissen, was wir wollen, machen wir uns meistens nicht daran, es auch umzusetzen. Von Prioritäten war dann die Rede und davon, dass es immer wieder Gründe im Außen gibt, Wünsche, Vorstellungen und Bedürfnisse nicht zu formulieren bzw. das Leben so zu gestalten, dass es so ist, wie wir es uns wünschen.
Ist es wirklich nur eine Frage von Prioritäten oder gibt es vielleicht noch ganz andere Hintergründe, die uns davon abhalten, das zu tun, was wir für uns als gut erachten? Wie seht ihr das?
Fragt
Ette |
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kaltblut sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.06.2006 Beiträge: 4741 Alter: 53 Wohnort: beiM
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Verfasst am: 04.09.2007, 08:08 Titel: Re: Wissen, was ich will |
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Hi Ette,
was wir wollen, nicht wollen, tolle Frage. Ette, wir setzen unsere Grenzen selbst, es liegt in unserer Hand.
Du magst doch Geschichten und da gibt es doch die von den beiden Schulfreunden mit dem großen Traum, beide Träumen vom großen Haus:
Der eine wird Multi, riesige Firma, in der ganzen Welt zu Hause, überall offene Türen, happy und immer gut drauf, auch innen drin, echt cool.
Der andere wird Priester, hat ein Waisenhaus in Afrika, kümmert sich um viele Not leidende Menschen, ist glücklich, immer gut drauf, auch innen drin, echt cool.
Beide haben große Häuser, war ja ihr Traum.
Und jetzt frage Dich mal wozu ergründen was, warum passiert, vielleicht verpassen wir das Leben vor lauter Ergründen und Suchen. Die letzten Tage hatte ich ganz schön viel verpasst, weil mein Hirn abgrundtief am Gründen war.
LG kaltblut |
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| kaltblut hat zum Thema: Re: Wissen, was ich will geschrieben
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Smilla aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.03.2007 Beiträge: 658
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Verfasst am: 04.09.2007, 10:09 Titel: Re: Wissen, was ich will |
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Danke für die Frage Ette,
einige meiner Hintergründe und Stolpersteine auf dem Weg zu tun was ich für mich als gut erachte, liegen in vielen (10) Geboten meiner Kindheit:
1.Du sollst andere nicht in Frage stellen, denn sie haben immer Recht (und Respekt verdient)
2.Du sollst andere nicht in Frage stellen, denn Sie sind mächtiger als du
3.Das Leben ist gefährlich, habe aus Vorsicht immer Angst und sei auf der Hut, denn z.b......werden eines Tages die Russen kommen (im Ernst, 100mal gehört )
4.Du sollst die Bedürfnisse anderer über deine eigenen stellen, denn sie sind wichtiger als du
5.Deine eigenen Wünsche sind unwichtig, also habe besser keine, dann bist du auch nicht enttäuscht
6.Das tut man nicht!
7.Das brauchst du gar nicht erst zu versuchen, denn das schaffst du sowieso nicht
8.Du darfst anderen auf keinen Fall die Wahrheit sagen, denn es könnte sie verletzen
9.Du darfst nicht a)traurig oder b)wütend sein, denn a) wird ignoriert und bei b) setzt es was
10.Stell dich nicht so an
Dazu kommt ein fast irrationales Bedürfnis nicht die Kontrolle zu verlieren um nicht auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein und führt wie das ständige ‚mir Sorgen machen’ um meine Unabhängigkeit und materielle Existenz dazu, dass Wünsche, Träume und meine Lebenslust stets im Nirwana verschwinden (denke das ist typisch Co).
Ergänzt wird dieses von der allgegenwärtigen Pflichterfüllung und einem in meiner eigenen Persönlichkeit liegenden permanenten Schuldgefühl und schlechtem Gewissen.
Was bringt es mir das zu wissen? Vielleicht schaffe ich es dann besser aus diesen Zitronen noch Saft zu machen.
Ette, Super Denkanstoss; 'was will ich' ist eine meiner derzeitigen Dauerfragen - Baustellen.
(Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, soviel negatives geschrieben zu haben, ist doch echt bekloppt oder? )
L.g. Smilla |
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| Smilla hat zum Thema: Re: Wissen, was ich will geschrieben
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lavendel sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.05.2006 Beiträge: 2869
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Verfasst am: 04.09.2007, 10:23 Titel: Re: Wissen, was ich will |
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hallo ette,
ich denke, das wissen, was man will, kommt mit der zeit. wenn man sich um sich selbst kümmert und sich die zeit zum nachdenken nimmt. wenn man sensibel mit sich umgeht. wenn man sich hinterfragt. ist viel arbeit, und oft auch nicht angenehem, aber das ergebnis kann sich sehenlassen .
ich hab in meiner therapie vor vielen jahren (ist sicher 15 jahre her) mal als "hausaufgabe" bekommen, eine woche lang nur das zu machen, worauf ICH lust habe. mich bei JEDER handlung zu fragen "will ich das jetzt aus mir heraus?". ausgenommen natürlich solche sachen wie arbeiten, körperpflege... . das war spannend, und für mich auch erschütternd. wie oft habe ich nämlich festgestellt: ich mache das, weil andere das von mir erwarten, oder schlimmer: weil ich das von mir erwarte, weil ich DENKE, dass andere von mir erwarten, weil ich mich verpflichtet fühle, weil ich angst vor ablehnung und/oder streit habe, weil ich gemocht werden will, weil es der weg des geringsten widerstandes ist.... ein feldversuch mit mir als versuchsperson. da habe ich viel gelernt. das hinsehen natürlich, aber auch, dass "nein" sagen nicht zwangsläufig ablehnung nach sich zieht. eigentlich banal, aber für mich eine wundersame erkenntnis.
natürlich ist danach der alltag wieder eingerissen, aber dieses experiment hat mich doch nachdrücklich beeindruckt. habe es dann, als die situation mit meinem trinkenden freund vor gut einem jahr immer schlimmer wurde, mal wieder rausgekramt und in meinem tagebuch weitergeschrieben. es tat weh zu sehn, wieviel ich an DIESER partnerschaft nicht mehr mochte und nicht mehr wollte, und wie auf der anderen seite meine wunschliste aussah, und das nicht nur im bezug auf die parterschaft, sondern auch allgemein. naja, das ende vom lied war eine schmerzhafte trennung in raten, die aber für mich mittlerweile ihren abschluss gefunden hat. und heute bin ich so weit, dir auf die schnell 1.000 dinge aufzählen zu können, die ich möchte, und kaum mehr etwas, was ich in meinem leben nicht mehr möchte. und das fühlt sich gut an . im moment fülle ich mein tagebuch mit jubelarien .
dazu gehörte aber auch eine radikale inventur meines gesamten lebens, ein beleuchten von beziehungen, ein ausknipsen meines immer noch latent vorhnadenen "helfersyndroms", ein prioritäten nach MEINEN bedürfnissen setzen, auch wenn ich jemanden anders damit vielleicht verletze oder ärgere oder den erwartungen nicht gerecht werde. mittlerweile kann ich damit leben - weil ich mit mir im reinen bin - und weil ich mich mag.
lieben gruß
lavendel |
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| lavendel hat zum Thema: Re: Wissen, was ich will geschrieben
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Nicole Gast
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Verfasst am: 04.09.2007, 10:37 Titel: Re: Wissen, was ich will |
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Hallo Ette,
ja diese Frage ist gut.
Ich denke am Anfang steht was will ich nicht und dann muß die Frage kommen was will ich und wie kann ich das am Besten umsetzen. Wenn die ersten Erfolgserlebnisse kommen wird es immer leichter darauf zu hören was will ich.
So geht es mir gerade auch wenn der Weg oft schwer ist. Ich will ihn gehen denn ich weiß mir wird es gut gehen.
Z.B. Wollt ich mich nicht mehr von meiner Mutter fertig machen lassen, ich hab überlegt was will ich von ihr. Ich wollt ein Gespräch aber dort wo ich wollte das hab ich ihr gesagt und wir haben es gemacht.
Es ist viel geklärt worden, mir geht es besser damit. Ich hab ihr einfach gesagt was ich will und auch was ich nicht will. Und so werd ich das jetzt mit allem handhaben.
LG
Elocin |
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| Nicole hat zum Thema: Re: Wissen, was ich will geschrieben
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Ayki79 Gast
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Verfasst am: 04.09.2007, 11:19 Titel: Re: Wissen, was ich will |
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| Zitat: | | Ist es wirklich nur eine Frage von Prioritäten oder gibt es vielleicht noch ganz andere Hintergründe, die uns davon abhalten, das zu tun, was wir für uns als gut erachten? Wie seht ihr das? |
Ich denke, es ist die Angst vor der Veränderung. Die Angst, den ersten Schritt zu tun. Und genau wie Lavendel schreibt, die Angst davor: Was werden die anderen sagen (weil sie anderes von einem erwarten). Man sollte wirklich viel mehr an sich selbst denken und egoistischer werden. Daran arbeite ich zur Zeit, und es gelingt mir auch oft ganz gut!
Wir denken einfach viel zu oft ziemlich negativ anstatt positiv, und den Spieß sollten wir umdrehen - ich weiß, ist nicht so einfach, ist aber denke ich machbar... und mit der Zeit auch umsetzbar  |
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| Ayki79 hat zum Thema: Re: Wissen, was ich will geschrieben
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Ette sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2007 Beiträge: 1660 Alter: 55
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Verfasst am: 04.09.2007, 13:22 Titel: Re: Wissen, was ich will |
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Boa eyyy.... das finde ich jetzt mal gut, dass ihr mir darüber so tolle Rückmeldung gegeben habt.
@ Smilla, ich finde nicht, dass du negativ geschrieben hast. Und wenn, dann ist es dein Empfinden, für das du kein schlechtes Gewissen haben musst. Das sind einfach unsere „Gebote“ die uns von klein an eingetrichtert werden und die uns dann unbewusst bremsen in unserer Selbstbestimmung. Meine „Glaubenssätze“ diesbezüglich sind den deinen ganz ähnlich. Dazu noch so ein paar „Bewertungen“ über mich, die ich immer wieder zu hören bekam und schon wurde ich ganz kleinlaut und brav und habe „funktioniert“. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich diese „Über-Ich-Botschaften“ ad acta gelegt habe. Und noch immer kommen sie aus den Tiefen meiner Gefühle, wenn ich mich kaputt und schlapp fühle und nicht genug Kraft habe, ihnen entgegen zu wirken.
@lavendel, genau, es ist ein Lernprozess, zu spüren, was ICH ganz persönlich will, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, was die Leute um mich herum darüber denken. Aber das trauen wir uns ja ganz oft nicht, weil wir denken, dass wir dann abgelehnt werden. Unser „Kopfkino“ spielt uns Filme ab, die nichts Positives zeigen, weil wir es gewohnt sind, dass wir bzw. das, was wir tun einfach zu oft negativ bewertet wurde.
@Kaltblut, mag sein, dass zu viel zu ergründen dazu führt, dass wir etwas verpassen. Aber ich habe noch mehr verpasst, als ich mich damit noch nicht auseinandergesetzt habe. Wenn du die letzten Tage etwas verpasst hast, warum denn? Hast du die Prioritäten anders gesetzt? Oder hat das jemand für dich getan? Wenn ich mir nicht im klaren darüber bin, was ICH will, wie soll ich es denn dann bekommen? Also..... ich finde, das ist ein ganz elementarer Schritt, mir Gedanken darüber zu machen, was ICH selber will und mich nicht nur nach Konventionen, Moralvorstellungen und Erwartungen meines Umfeldes zu richten. Deine beiden Männer aus der Geschichte haben ja auch ihre Träume verwirklicht, weil sie wussten, was sie wollten.
Ich glaube auch, dass dieses Nichtwissen über unsere eigenen Bedürfnisse ein ganz wichtiger Punkt bei der Co-Abhängigkeit ist. Wir stellen uns leichter auf den Anderen ein, da wissen wir seltsamerweise, was er braucht, was ihm gut tut. Nur mit uns selber tun wir uns schwer. Wenn ich hier so lese, finde ich immer wieder die Hinweise darauf, dass sich Angehörige Kopf darüber machen, wie der abhängig Trinkende gesund werden kann. Aber – was wollen wir selber?
LG
Ette |
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| Ette hat zum Thema: Re: Wissen, was ich will geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 04.09.2007, 14:28 Titel: Re: Wissen, was ich will |
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Servus Ette,
klasse Thema! Mein Lieblingsspruch dazu ist immer:
"Ich gehe ja auch nicht zum Metzger und erzähle dem, was ich nicht haben will, sondern sage, was ich will. Warum nicht im restlichen Leben auch?" In den wenigsten Fällen habe ich eine Antwort darauf erhalten, sondern wurde fragend angesehen.
Ich kann nur von mir ausgehen: ich weiß, was ich will. Ich kommuniziere dies auch gegenüber demjenigen, den es betrifft. Und ich sorge dafür, dass ich umsetze, was ich will. Ich nenn' das immer meine kleine Portion gesunder Egoismus...den hab ich in meiner trockenen Zeit gelernt...ich muss zusehen, dass es mir gut geht...
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Wissen, was ich will geschrieben
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