| Co-Abhängige und Gefühle • Ich will raus aus dem Co-Dasein |
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Bleegle neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2007 Beiträge: 58
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Verfasst am: 26.08.2007, 23:20 Titel: CO- Abhängigkeit... was heißt das? |
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Hallo ihr lieben,
da mir nun echt schon der Kopf raucht und ich hier wirklich super Themen schon gelesen habe, stellt sich mir hier eine wichtige Frage?
Wie, was und warum bedeutet Co- Abhängigkeit, oder nur Angehöriger?
Ist man das nicht automatisch, wenn man mit Alkohol indirekt zu tun hat?
Nun klärt mich mal echt auf?
Lg
Bleegle |
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| Bleegle hat zum Thema: CO- Abhängigkeit... was heißt das? geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32811 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 27.08.2007, 10:30 Titel: Re: CO- Abhängigkeit... was heißt das? |
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Hallo Bleegle,
nicht jeder Angehörige ist Coabhängig.
Erst wenn man die Probleme des Alkoholikers sich zu eigen macht, begint die Coabhängigkeit.
Dies ist auch eine Krankheit und beinhaltet viele Dinge, die hier auch in vielen Beiträgen geschrieben sind.
Ein oft auftretendes Merkmal ist zum Beispiel, dass man jemanden unbedingt helfen will, der selbst keine Hilfe will und sein eigens Leben hinter die "Bedürfnisse" des Abhängigen stellt. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: CO- Abhängigkeit... was heißt das? geschrieben
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Whitewolf sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.09.2006 Beiträge: 1204 Alter: 44 Wohnort: Homburg/Saar
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Verfasst am: 27.08.2007, 10:53 Titel: Re: CO- Abhängigkeit... was heißt das? |
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Hallo Bleegle,
magst Du uns mal zusammenfassend in Deinem Thread hier schreiben was Dir passiert ist??
Wie Deine momentane Situation ist und wie es Dir geht?
Du hattest im Chat ja schon einiges angerissen und evtl. hilft es Dir ja auch das alles mal niederzuschreiben und Feedbacks zu bekommen.
Viele Grüsse
White |
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| Whitewolf hat zum Thema: Re: CO- Abhängigkeit... was heißt das? geschrieben
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Lilly12 Gast
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Verfasst am: 27.08.2007, 15:05 Titel: Re: CO- Abhängigkeit... was heißt das? |
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Hallo Bleegle,
schön, das Du auch hier zu uns ins Forum gefunden hast, warst ja gestern auch schon in den Themenchat reingerutscht.
Die CO-Abhängigkeit ist ein sehr umfassendes und komplexes Thema und sicher nicht in wenigen Sätzen zusammenzufassen. Karsten hat aber das wesentliche schon geschrieben.
CO-Abhängige decken auch oft den alkoholabhängigen Partner, um die Sucht zu vertuschen vor den anderen.
Desweiteren haben CO`s auch oft ein Helfersyndrom, das in der Kindheit schon so angelegt wird und sie können es dann später in Beziehungen zu kranken Partnern ausleben. Es werden meist regelrecht problembeastete Partnerschaften gesucht. Denn darin fühlen CO`s sich wohl, wenn auch das Elternhaus so war, sie fühlen sich dann sicher, weil sie es so kennen.
CO`s sind auch meist bereit, sehr lange zu leiden, fast unfähig, dem Leiden ein Ende zu machen und verharren so oft in den kaputten Beziehungen.
Das sind jetzt nur mal noch so ein paar Merkmale, ich hoffe, ich habe damit jetzt keinem CO auf die Füße getreten. Aber die CO`s, die hier an sich arbeiten wollen, wissen das meiste ja selber viel besser aus eigener leidvoller Erfahrung.
Auch gibt es im net eine Broschüre über CO-Abhängigkeit kostenlos zu bestellen, die ich sehr gut gelungen finde, wenn Du möchtest, such ich Dir mal den link dazu raus.
Die ist von der DHS rausgegeben worden, der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen und heißt "Frau sucht Liebe- Co-Abhängigkeit und Beziehungssucht.
Ich wünsche Dir nun einen regen Austausch hier im CO-Bereich und schau mal ab und zu bei Dir rein, wenn ich darf ?
Schreibst Du denn auch ein bisschen mehr über Dich und Deine momentane Situation ?
LG an Dich
Lilly |
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| Lilly12 hat zum Thema: Re: CO- Abhängigkeit... was heißt das? geschrieben
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Bleegle neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2007 Beiträge: 58
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Verfasst am: 27.08.2007, 22:56 Titel: Re: CO- Abhängigkeit... was heißt das? |
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Hallo Lilly,
danke für deine Infos, die werde ich mir sofort zu Herzen nehmen *blinzel*!!!!
Meine momentane Situation.....
Mein Mann ist ein leidenschaftlicher Biertrinker und ich ein absoluter Alkoholhasser. Wir sind seit 10 Jahren verheiratet und haben 3 Kinder.
Wo soll ich nur anfangen...
Für mich war in den letzten Jahren das Biertrinken kein Problem, denn es behielt sich im Rahmen. Mal nen gemütlichen Rausch in Gesellschaft, ansonsten das berühmte Feierabendbier.
Jedoch wurde es von Jahr zu Jahr mehr. Nach der Geburt unserer Kleinsten hatte ich das erste Mal Trennungswünsche.
Er war nicht mehr sich selbst... er hat sich einfach verändert. Ich war immer an allem Schuld, er hat nichts mehr getan, nur noch dumme Sprüche geklopft und die "nüchternen" Zeiten wurden immer weniger und weniger. Dann kam eines aufs andere.... Job gekündigt, Führerscheinentzug und ich fing immer mehr an nur noch den Kopf zu schütteln.
Mein Leben hatte jedoch einen Sinn... meine Kinder, vor einem Jahr fing ich das Arbeiten wieder an und denke mir oft, eigentlich habe ich ein schönes Leben.. so wie ich es mir immer erträumt habe.
Sein AG nahm in mit seinen Macken in Kauf, jedoch nach einem guten Jahr trat er an seine Seite, sein Problem in den Griff zu bekommen. Darauf hin begann er eine ambulante Therapie, 3 Wochen abstinenz und dann kam er mit alkoholfreiem Bier weiter auf sein Kosten, jedoch war das für ihn ok.
Wir hatten viel sinnlose Diskussionen, Streitstunden und Aggressionen... ich baute nur noch mehr Wut auf und hatte nur noch Hass wenn ich ihn sah. Wenn wir telefonierten war alles ok.
Leider brach er nach 4 Monaten die Therapie ab, weil die Ärtztin auf eine Stationäre Einweisung pochte und das wollte er nicht. Von da an, war er eigentlich für mich nicht mehr zurechnungsfähig.
Das ging dann knapp 1 Jahr... er baute in der Arbeit nur noch Mist, konnte seine Schrift nicht mehr lesen, konnte sich an nichts mehr errinnern, fuhr nachts 2-3 mal zur Tanke um sich Nachschub zu beschaffen....
Vor 3 Wochen rief mich sein Chef an, jetzt ist Schluß. Er ist nicht mehr tragbar, er bekommt nun noch eine letzte verhärtete Chance oder es ist vorbei. Darauf hin hatte er 2 Abstürze, das hab ich noch nicht erlebt, kam nicht nach Hause, schlief am Flughafen, stürzte auf der Straße, er hat auch schon eine andere Frau kennengelernt, die schon von Liebe spricht usw.
Tja, dann traf er die Entscheidung mit etwas Druck von uns, die stationöre Entgiftung zu machen. Und das macht er nun seit 4 Tagen.... er ißt wieder, pflegt sich wieder und sieht wieder normal aus. Er ist sehr in sich gekehrt, fühlt sich aber sehr wohl dort und wird am WE entlassen und will dann ambulante Therapie anknüpfen.
Tja und das ist eigentlich mein Stand in schnellen Durchgang....
Und da ich mich jetzt auch in das Thema eingefunden habe und mich damit befasse, bin ich eben hier gelandet und freue mich auf viel Input.
Mein Anliegen als erstes ist einfach.... wie ist das Leben danach? Ich liebe ihn.... als Menschen. Sein altes Ich, mit dem jetzigen kämpfe ich noch.
Wir haben uns geschworen, in guten wie in schlechten Zeiten. Jedoch durch das viele lesen hier, bin ich etwas verunsichert. Die meisten Beziehungen scheitern einfach durch den Alkohol. Wird es schaffen? Es ist schon ein komisches Gefühl in nüchtern erleben zu dürfen.... es gefällt mir. Ich habe auch nicht gewußt, das er im für mich nüchternen Zustand, bis zu 2 Promille hatte! Das kam jetzt erst alles ans Licht...
Wie oft habe ich ihn als Lügner, Betrüger, Weichei, Ignorant oder sonstiges Beschimpft. Er verkroch sich im Keller in seiner eigenen Welt und ich stand voller Wut und Hass da und konnte nicht Dampf ablassen, da es ihn einfach nicht interessierte.
Jetzt ist irgendwie durch die Wahrnehmung des eigentlichen Problemes, die ganze Wut verraucht und verdampft... ich habe keine Wut mehr und ich weiß noch nicht mal warum.
Eigentlich freue ich mich, wenn er wieder zu Hause ist. Wie ich mich verhalten soll oder wie ich reagieren muß.... ich hab keine Ahnung!!! Darum eben.... eure Hilfe!!
Viele liebe Grüße
Bleegle |
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| Bleegle hat zum Thema: Re: CO- Abhängigkeit... was heißt das? geschrieben
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