Sonnenschein15 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.08.2007 Beiträge: 11
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Verfasst am: 24.08.2007, 11:31 Titel: Endlich zur Entwöhnung, was wird danach? |
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Hallo Leute,
bin gespannt, was ich von Euch lernen kann wie ich mit meiner Situation umgehen soll: Ich fang einfach mal an, mir mein Problem von der Seele zu schreiben.
Vor einem Jahr ging meine Ehe nach 21 Jahren auseinander. Ich wurde ins kalte Wasser geschmissen und jeder von Euch wird verstehen, wie ich mich gefühlt habe.
So war ich überglücklich, dass ein weitläufiger Bekannter mir seine Unterstützung beim Umzug und den vielen Kleinigkeiten, die auf mich zukamen, anbot. Und an diesem Punkt hatte ich mein Opfer für meine Co-Abhängigkeit gefunden.
Mir war bekannt, dass dieser Mann gerne seine Bierchen trank, aber meine Probleme haben mich so betäubt, dass ich froh war, dass jemand für mich da war. Wir unterhielten uns oft stundenlang, er erzählte auch ziemlich offen über sein Alkoholproblem, dass er seinen Führerschein verloren hat usw..
Irgendwann begann ich wie wir Co's so sind mich seiner Probleme anzunehmen, erledigte seine Behördengänge, brachte Ordnung in sein chaotisches Umfeld und hatte somit erstmal eine neue Aufgabe für mich gefunden. Er nahm dies dankbar an und wir bemerkten gar nicht, wo wir uns da reinkatapultierten.
Inzwischen beichtete er mir, dass er sich in mich verliebt hat, er nutzte jede Gelegenheit mich zu sehen und ich hatte dadurch die genaue Kontrolle über seinen Alkoholkonsum. Da er sich auf der sicheren Seite sah, nahm dieser stetig zu. Es kam die Zeit, wo ich seine "Fahne" schon von weitem roch. Irgendwann sagte ich ihm, dass ich das nicht mehr möchte. Er reagierte zuerst mit Weinen, dann aggressiv-trotzig und dann folgten auch noch Eifersuchtsszenen. Immer wieder war ich inkonsequent und suchte ihn wieder auf. Mein schlechtes Gewissen plagte mich, ich konnte ihn doch nicht hängen lassen. Wer kann schon einen Mann weinen sehen und diese Szenen wiederholten sich zig mal.
Da ich beruflich schon mit Suchtkranken zutun hatte, suchte ich Gespräche mit ehemaligen Kollegen. Diese wiesen mich nun auf meine Co-Abhängigkeit hin und ich beschloss für mich, mit dieser Situation endlich Schluss zu machen.
Bis zu dem Tag, als ich einen Anruf von seinen Eltern bekam, dass er unter Alkoholeinfluss einem Kollegen ins Knie gesägt hat und nun freiwillig bereit war, in Behandlung zu gehen. Sie baten mich, ihm den Gefallen zutun, ihn in die Klinik zu begleiten. Natürlich tat ich dies. Zuerst machte er eine 18-tägige Entgiftungszeit durch, jetzt befindet er sich in der Entwöhnungsbehandlung, die 3 Monate andauern wird.
Ich freue mich natürlich, dass er sich dazu entschlossen hat. Er darf keinen Besuch bekommen, wir telefonieren aber und er berichtet mir über seine ersten Erfolge.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass er hofft, dass ich ihn nicht im Stich lasse und das alles für mich macht. Er sagt zwar, dass er jetzt nur an sich denken will, aber das kommt nicht glaubhaft herüber. Denn er fragt auch, ob ich ihn besuchen komme, wenn er dann Ausgang bekommt.
Ich weiß nun überhaupt nicht, wie ich mich verhalten soll. Ich möchte doch selber erst einmal herausfinden, ob ich mein Leben so weiterführen will. Aber mein schlechtes Gewissen sagt mir auch immer wieder, er hat eine Chance verdient.
Was meint Ihr?
Entschuldigt bitte, dass es doch etwas länger geworden ist, aber meine Gedanken überschlagen sich zur Zeit. |
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Pott neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.11.2006 Beiträge: 301
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Verfasst am: 25.08.2007, 07:43 Titel: Re: Endlich zur Entwöhnung, was wird danach? |
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WAS Willst DU? WAS tut DIR gut?
Um ihn musst du dir keine Gedanken machen, er wird gut versorgt. Und aus schlechtem Gewissen heraus zu handen, ist nie gut, für keinen der Beteiligten.
Werde dir erstmal klar, was DU willst und wenn du das weißt, dann kannst du handeln. Die 3 Monate sind für alle Beteiligten gedacht, um sich ihrer Situation klar zu werden - nutze sie!
Grüße
Heike |
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Sonnenschein15 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.08.2007 Beiträge: 11
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Verfasst am: 26.08.2007, 13:23 Titel: Re: Endlich zur Entwöhnung, was wird danach? |
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Hallo Heike,
danke für Deine Antwort und die Gedanken, die Du dir gemacht hast.
Weißt Du meine Gedanken drehen sich im Kreise. Einerseits sage ich mir, ich mag diesen Mann sehr und deshalb sollte ich es wenigstens versuchen, so dass ich mir mal keine Vorwürfe machen muss, dass ich einen lieben Menschen verloren habe.
Die andere Seite ist die, dass ich hier im Forum überwiegend Beiträge lese, wo die Beziehungen am Ende doch auseinander gingen. "Weil Alkoholiker nicht fähig sind zur Liebe" oder so ähnlich. Richtig Mut zum Risiko bekomme ich ehrlich gesagt nicht.
Vielleicht bringt es ja die Zeit, dass ich dahinter komme, was das Beste für mich ist. Aber wenn Gefühle im Spiel sind, wird die Angelegenheit noch einmal schwieriger.
Ich danke Dir |
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