| Alte Muster und nie ein Ende......?? • Ich kann nicht mehr |
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iris07 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 22.08.2007 Beiträge: 20
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Verfasst am: 23.08.2007, 07:54 Titel: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig |
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Hallo ihr Lieben,
habe schon einen kurzen Text im Vorstellungsbereich geschrieben und eins meiner vielen Probleme erwähnt, dazu gabs dann auch zwei Antworten....Super....
Mein Vater ist seit vielen Jahren alkoholkrank und hat im November 2006 die erste Therapie gemacht, danach zwei oder drei Rückfälle, letzte Woche wieder.
Er trinkt heimlich, somit dauert es immer etwas bis wir es heraus bekommen.
Mein weiteres Problem ist aber meine Mutter: Sie bekommt das alles angeblich nicht mit. Sagt immer: Ich kann es nicht verstehen, dass er trinken muß. Uns geht es doch zur Zeit gut.
Kann es den sein, dass man vor Angst so drüber hinwegsieht und das Problem Alkoholkrank nicht erkennt?
Ich habe schon oft erwähnt, sie müßte auch mal eine "Therapie" bzw. Gespräck o.ä. in Anspruch nehmen, aber dann wird sie nur böse.
Wir (Ich,34, mein Mann, meine Schwester, 30 und ihr Mann)haben meinen Vater schon einige Male unter Druck gesetzt, erst hat er dann die Therapie gemacht (nach Job- und Führerscheinverlust) und nun will er wieder zur Caritas gehen. Diesmal hat er jedoch u.a.gesagt, er könnte mit meiner Mutter nicht darüber reden. Sind das nur Ausflüchte von ihm, oder meint er es ernst? Ist meine Mutter vielleicht sein letztes Problem, damit er trocken wird?
Was kann ich nur tun? Es gab schon öfter Streit, ich find meine Mutter sehr egoistisch und mein Vater ist eigentlich ein sehr liebevoller Mensch.
Habe diesmal übrigens eine Drohung wahrgemacht.(siehe Vorstellungsbereich) Sie dürfen meine Tochter 6 Monate vorerst nicht mehr sehen. (Tut mir natürlich tierisch weh).
Eine Antwort wäre echt toll.
Gruß
Iris07 |
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| iris07 hat zum Thema: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig geschrieben
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Nelly81 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.06.2007 Beiträge: 288
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Verfasst am: 23.08.2007, 09:34 Titel: Re: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig |
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Hallo Iris,
erstmal willkommen hier im Forum!
Was Du über Deine Mutter schreibst, scheint wirklich Co-Abhängigkeit zu sein. Sie will es nicht sehen, verschließt die Augen, deckt Deinen Vater, stellt sich vor ihn, obwohl es ihr selbst dabei nicht gut geht. Sie macht sogar sich selbst was vor, da sie eigentlich weiss, dass Dein Vater ein Alkoholproblem hat und das auch vor sich selbst nicht wirklich wahrhaben will.
Wenn Du hier im Forum ein bisschen liest, wirst Du merken, dass es vielen hier so geht und dass es viele, viele Parallelen gibt. Was Du tun kannst? Konsequenz zeigen. Erstmal finde ich es einen guten, wichtigen Schritt, dass Du Dein Kind nicht zu ihnen gibst, wenn Dein Vater getrunken hat. Ich kann mir vorstellen, dass das echt hart ist. Es ist ein steiniger Weg für die ganze Familie, vor allem dann, wenn Dein Vater noch nicht die nötige Einsicht hat. Nur, wenn er es wirklich eingesehen hat und von sich aus etwas ändern will, kann ihm geholfen werden. Alles andere hat keinen Sinn, wie etwa, ihn zu einer Therapie zwingen zu wollen. Aber das wirst Du hier überall lesen können.
Schön ist, dass ihr Geschwister und Partner an einem Strang zieht. So könnt ihr ihm gemeinsam zeigen, dass ihr seinen Alkoholkonsum nicht unterstützt. Haben Deine Schwester und ihr Mann auch Kinder?
Ich glaube nicht, dass Deine Mutter sein Problem ist, aber für eine genaue Beurteilung müsste man Eure Familienverhältnisse ein wenig mehr „auseinanderklamüsern“. Aber Alkoholiker finden immer eine Ausrede oder einen Sündenbock, weshalb sie gerade jetzt ihr Problem nicht anpacken können. Hier im Forum findest Du viele Beispiele für den Erfindungsreichtum an Ausreden wie etwa „Ich kann jetzt nicht zum Arzt gehen, der hat Urlaub“, „ich kann nicht zur Therapie, habe ja gar kein Auto/Führerschein“ oder Ähnliches. Wenn Dein Vater Deine Mutter als Sündenbock gefunden hat, ist das wohl seine Art der Ausrede.
Natürlich ist es für Deine Mutter hart, wenn sie es mit ausbaden muss, wenn Du Konsequenz gegenüber Deinem Vater zeigst. Doch kannst Du Dich mit ihr nicht irgendwo allein treffen, damit sie Dein Baby sehen kann? Vielleicht findet ihr ja Mittel und Wege.
Ich habe durch das Lesen hier schon viel über die Alkoholkrankheit und CO-Abhängigkeit erfahren. Es hilft, zu sehen, dass es noch mehr (und es sind so viele!!) gibt, denen es ähnlich geht. Ich dachte jahrelang, ich sei allein.
Ich wünsche Dir nun erstmal viel Kraft und Durchhaltevermögen und vergiss über die Sorge um Deine Eltern nicht Deine eigene kleine Familie. Sie ist das Wichtigste!
Du hast schon einen Schritt in die richtige Richtung getan. Wir können Dich auf diesem Weg ein bisschen, sozusagen digital, begleiten, wenn Du magst.
Liebe Grüße, Nelly |
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| Nelly81 hat zum Thema: Re: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig geschrieben
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iris07 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 22.08.2007 Beiträge: 20
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Verfasst am: 23.08.2007, 12:28 Titel: Re: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig |
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Hallo Nelly,
es ist tröstend, wenn man hört, dass man nicht allein mit so einem Problem da steht und ich doch das erste Richtige schonmal getan hab, obwohl mir natürlich immer wieder Zweifel kommen.
Zu meiner Mutter, ich wollte mich mit ihr allein treffen, allerdings hat sie sofort den Hörer auf- und daneben gelegt, nachdem ich ihr gesagt habe, dass ihr Enkelkind dieses Wochenende nicht zu ihr kommt...meine Eltern wohnen 30km entfernt, daher läuft einiges übers Telefon...Ich dachte, nun laß ich es erst mal laufen, sind ja Freitag bis Sonntag weg und melde mich nächste Woche bei ihr....
Es ist schon schwer zu erkennen, welcher Weg der richtige ist.
Digitale Begleitung ist super.
Danke und bis bald
Iris07 |
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| iris07 hat zum Thema: Re: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig geschrieben
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chrissyta sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.03.2005 Beiträge: 1053 Wohnort: BW
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Verfasst am: 23.08.2007, 15:28 Titel: Re: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig |
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hallo iris,
| Zitat: | | Wir (Ich,34, mein Mann, meine Schwester, 30 und ihr Mann)haben meinen Vater schon einige Male unter Druck gesetzt, erst hat er dann die Therapie gemacht (nach Job- und Führerscheinverlust) und nun will er wieder zur Caritas gehen. |
wie du schreibst habt ihr euren vater unter druck gesetzt damit er in therpaie geht, er ist danach wieder rückfällig geworden. wenn ein alkoholkranker mensch eine therapie macht so sollte es sein freier wille sein, nur so kann eine therpaie auch erfolgreich sein.
was deine mutter betrifft, hier sagt mir, beim lesen, mein gefühl, dass sie sich innerlich von deinem vater entfernt hat und dass es ihr vielleicht heute sogar gleichgültig ist ob er trinkt oder nicht. es ist aber ein gesunder egoismus, denn das leben an der seite eines alkoholkranken menschen ist nicht einfach und nach langen jahren kann es schon sein, dass der partner „zu macht“.
wenn dein vater jetzt wieder zur caritas gehen will, ich hoffe es ist seine eigene entscheidung, und deine mutter sieht das etwas geschieht, wird sie sicher eher bereit sein mit ihm über sein problem zu sprechen.
deine mutter ist nicht das problem, denn dein vater trinkt weil er es so entscheidet.
lieben gruss
chrissyta |
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| chrissyta hat zum Thema: Re: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig geschrieben
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Nelly81 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.06.2007 Beiträge: 288
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Verfasst am: 23.08.2007, 22:12 Titel: Re: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig |
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Hi Iris,
oh man, da ist Deine Mutter aber ganz schön hart…. Den Hörer neben das Telefon zu legen… Aber dann kannst Du nichts machen, mach Dir da keine Vorwürfe. Ich weiss, dass Dich das trifft, würde es mich auch, aber versuch, da drüber zu stehen. Du kannst ihr das ja nochmal versuchen zu sagen, dass sie Dein Baby allein treffen kann, solange es nicht zu Deinen Eltern kommt.
Sie scheint ziemlich tief dadrin zu stecken, in diesem Sumpf mit Deinem Vater. Ich weiss nicht, was man da genau machen kann, dazu müsste man wie gesagt mehr über Deine Familie erfahren. Wichtig ist, dass ihr alle an einem Strang zieht und nicht einer schwach wird und Deinen Eltern doch wieder nach ihrem Willen geht. Verstehst Du, was ich meine?
Ich weiss nicht, ob es was bringt, aber vielleicht solltet ihr alle Euch mal mit Eurer Mutter an einen Tisch setzen und ihr schildern, wie ihr Verhalten bei Euch ankommt. Dadurch könnte sie sich aber auch in die Enge getrieben fühlen, wenn ihr „alle gegen einen“ gegen sie antretet. Oder jeder von Euch erklärt ihr einzeln, was er/sie fühlt. Hm. Mehr fällt mir jetzt gerade nicht ein.
Und zu Deinem Vater: Ich kann Chrissyta nur zustimmen, zwingen kann man einen Alkoholiker zu keiner erfolgreichen Therapie. Mein Arzt sagte mir mal, der Alkoholiker muss erst sozial völlig am Boden liegen, bevor er einsichtig wird, und erst dann kann man ihm wirksam helfen, wenn er es nämlich selbst will. Ich weiss, das klingt nicht gerade ermutigend. Doch das müssen wir alle hier leider lernen zu akzeptieren.
Ich wünsche Dir erstmal einen schönen Abend! |
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| Nelly81 hat zum Thema: Re: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig geschrieben
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Nelly81 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.06.2007 Beiträge: 288
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Verfasst am: 23.08.2007, 22:23 Titel: Re: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig |
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Hm, entschuldige meinen unstrukturierten und irgendwie inhaltlich nicht wirklich gehaltvollen oder hilfreichen Beitrag. Bin ziemlich geschafft, da meine Mutter heute ins Krankenhaus kam, und bekomme heute irgendwie keinen sinnvollen Beitrag mehr zu Stande.
LG und vielleicht morgen mehr, Nelly |
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| Nelly81 hat zum Thema: Re: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig geschrieben
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summerdream Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2007 Beiträge: 6713
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Verfasst am: 24.08.2007, 00:42 Titel: Re: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig |
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hallo iris
auch von mir ein herzliches willkommen, schön das du dich bei uns auch blicken läßt
naja du hast es zwar scho paarmal gehört und es is auch so, zwingen könnt ihr euren vater leider net. hilfe muss er von sich aus annehmen wollen, anders klappt es net, zumindest net von dauer wie ihr ja bereits scho gemerkt habt.
das das verhalten von deiner mutter für dich unverständlich is, kann ich gut nachvollziehn, entweder is sie voll co und möchte es nicht wahrhaben der sie hat einfach resigniert, so wie chrissyta schrieb.
nelly's idee is auf jeden fall net schlecht, redet mal mit ihr wie ihr verhalten bei euch so ankommt, vielleicht sagt sie dann auch wie sie es empfindet oder so. eure mutter is erwachsen, sie kann mit ihrem leben machen was sie will, aber nen versuch isses wert. genau das gleiche gilt eigentli auch für deinen vater.
wie gehts dir denn eigentlich?
liebe grüße
ach ja, dass du das mit deinem kind durchgezogen hast, find i ne weise entscheidung und ganz ehrlich, 30 km sind in meinen augen keine große entfernung, da kann deine mutter au mal zu dir kommen, wenn sie ihr enkelkind sehn will. |
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| summerdream hat zum Thema: Re: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig geschrieben
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iris07 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 22.08.2007 Beiträge: 20
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Verfasst am: 28.08.2007, 10:45 Titel: Re: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig |
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Hallo an euch,
lieben Dank für die Ermutigungen. Ich war ja am Wochenende weg, sodaß ich nicht eher antworten konnte.
Jetzt ist am Samstag auch noch meine Tante (die Schwester meines Vaters) gestorben. Sie hatte Krebs, aber es war trotzdem schnell und unerwartet....
Meine Situation hat sich dadurch etwas geändert bzw.das Problem. Meine Mutter spricht wieder mit mir. Sie sagte, es war richtig, dass wir meine Tochter mitgenommen haben....Meine Vater hat mir eine SMS geschickt (ich hatte das Telefon ausgestellt), er wolle sich 100% ändern und er hat einen Termin Anfang September in der Gesprächstherapie, dort gibt es einen Sozialarbeiter, mit dem kommt er gut klar.
Vielleicht ist es ja ein kleiner Schritt nach vorn. Ich weiß nicht, ich hoffe nur.
Hey Nelly, du hast mir geschrieben Kopf hoch, also....Kopf hoch...schau hinaus die Welt bietet uns viel Gutes.
Ich mache gerne Sport zum Ausgleich, hilft total. Gebe Spinning-Kurse (bin hauptberuflich im Fitness-Studio gewesen, jetzt durch meine Tochter mach ich Vertretungen und ein paar einzelne Kurse) das ist Power pur und ich schalte gut ab. (daher geht es mir einigermaßen gut....danke summerdream:-)
Bis bald
Iris07 |
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| iris07 hat zum Thema: Re: Vater alkoholkrank, Mutter coabhängig geschrieben
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