| Angst vor betrunkenen Menschen! • Mutter durch Unfall verloren, Vater trinkt |
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Teaser neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.08.2007 Beiträge: 24
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Verfasst am: 17.08.2007, 22:16 Titel: Neustart II |
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So, da bin ich also wieder, um ein paar schöne und ein paar traurige Erfahrungen reicher. Wieder viel dazu gelernt und mehr in meinem Leben verändert als ich mir selbst zugetraut hätte. Ob zum Guten muss sich erst noch erweisen.
Der größte Erfolg ist wohl, dass sich mein Handlungsspielraum erheblich erweitert hat. Ich sehe eine Menge neuer Wege, auch wenn ich mich noch nicht so recht traue sie zu gehen.
Zum Thema Eltern: Ich habe zum Glück schon früh den Absprung geschafft und ich hatte deswegen eigentlich nie Zweifel oder gar Schuldgefühle. Jetzt habe ich dazu noch die "offizielle Bestätigung" aus Therapeutensicht: ein Schlußstrich war das einzig Richtige. Die sehen das ganz pragmatisch. Gibt es noch was für dich zu holen (emotional) ? Nein? Dann halte dich fern! Eltern kümmern sich um Kinder, niemals umgekehrt! Wer darauf mit einem "aber" reagiert hat ein Problem.
Selbstakzeptanz: Gute Fortschritte, jede gedankliche Form daran etwas ändern zu wollen ist (bei mir) vergeblich. Es geht nur über Handlungen. Entscheidungen treffen und dazu stehen bringt viel mehr. Wie sehr ich dazu neige immer erstmal nach dem leichtesten Weg zu suchen ist mir erst jetzt bewusst geworden. Von wem ich das wohl habe? Leider entspricht der leichteste Weg fast nie den eigenen Bedürfnissen. Um Mißverständnisse zu vermeiden, immer den leichtesten Weg zu gehen führt eben nicht zu einem bequemen Leben, im Gegenteil.
Beziehungen: ohje .
Ansonsten habe ich für mich selbst ein paar "Richtlinien" aufgestellt. Da sie nicht so richtig in die Vorstellungs-Rubrik passen hier nochmal:
1. Welche Wünsche und Bedürfnisse habe ich? Handle ich danach oder lasse ich mich von Bedenken aufhalten?
2. Aus alten, gewohnten Mustern auszubrechen macht Angst. Erkenne ich, wenn ich meine Möglichkeiten wieder mal selbst begrenze, mich selbst einschränke? Sind die Risiken die ich sehe realistisch? Was könnte ich ausprobieren um die Erfahrung zu machen, dass neue, ungewohnte Verhaltensweisen keine Katastrophe auslösen?
3. Nehme ich mir Zeit meine Gefühle wahrzunehmen? Oder flüchte ich in "Verpflichtungen", Beziehungen, oder sonstige Ablenkungsmanöver? Bin ich ehrlich bei der Wahrnehmung meiner Gefühle? Filtere oder deute ich Dinge um die mir unangenehm sind? Nehme ich alles wahr ohne mich dabei zu bewerten, akzeptiere ich auch Schmerz, Schwäche, Ängstlichkeit und Verzweiflung? Ich darf das alles zulassen und muss nicht immer stark sein und die Kontrolle behalten.
4. Gehe ich VERSTÄNDNISVOLL mit mir um? Ich muss nicht alles an mir mögen, aber der erste Weg muss immer sein, zu verstehen warum ich so bin und handle. Verstehen anstatt Verurteilen!
5. Bemühe ich mich um Liebe und Vertrauen mir selbst und anderen gegenüber?
6. Lasse ich zu, dass andere mich so sehen wie ich wirklich bin? Erlaube ich mir Fehler und Schwächen zu haben und traue ich mich diese auch zu zeigen? Ich weiß ich bin nicht perfekt! Warum so tun als ob? Neige ich dazu immer von negativen Reaktionen auszugehen?
7. Bin ich aktiv genug? Was habe ich heute konkret für mich getan? Halte ich mich daran, dass Handlungen wichtiger sind als Grübeleien?
8. Befinde ich mich auf einem gesunden Mittelweg zwischen Konzentration auf mich selbst und Offenheit nach außen?
9. Suche ich die Ursachen für meine Unzufriedenheit bei mir anstatt bei anderen? Inwieweit trägt mein eigenes Denken und Handeln zu meinem Unglücklichsein bei? Auch hier geht es nur um Erkennen und Ändern, nicht um Verurteilen.
10. In mir lebt ein Kind, dem sehr viel angetan wurde. Ist mir immer wieder bewusst, dass es meine oberste Aufgabe sein muss ebenso viel wieder "gut zu machen"? Ist mir klar, dass es in diesem Zusammenhang nicht den Geringsten Raum für Ungeduld, Kritik oder Unverständnis geben kann?
Ach ja, es ist nach wie vor schwer und Erfolge stellen sich nur tröpfchenweise ein. Aber es geht! Man kann etwas ändern!
LG,
Teaser |
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| Teaser hat zum Thema: Neustart II geschrieben
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Nelly81 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.06.2007 Beiträge: 288
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Verfasst am: 17.08.2007, 22:28 Titel: Re: Neustart II |
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Hey Teaser,
Du hast das echt gut beschrieben! Ich weiss, dass das in-die-Tat-umsetzen all der wichtigen Richtlinien und Grundgedanken echt schwierig ist. Auch für mich zieht es sich manchmal wie Kaugummi, zäh, langsam, manchmal auch einen Schritt zurück. Doch es ist ein großer Schritt getan, wenn man erstmal weiss, wo´s langgeht, was man beachten muss, was man will!
Selbst-Orientierung haben wir nicht gelernt. Ohne Fahrplan, Landkarte, Navi, wie auch immer, geht es nicht. Doch mit dieser Starthilfe kann es gehen, und ich wünsche Dir, dass Du schnell und sicher Deinen Weg findest! Vielleicht bleibst Du ja ein bisschen hier und erzählst mal von Zeit zu Zeit, wie es Dir geht.
Ich lasse mich auch hier über alles aus und ich muss sagen, dass es gut tut und dass da ne Menge rauskommt! Durch das Schreiben macht man sich Gedanken, muss wirre Gedanken entzerren, sie in Worte fassen, überdenken, Knoten lösen, vorher unbeschreibliche Dinge plötzlich beschreiben und hinter der Mauer hervorziehen. Daraus entwickelt sich etwas, was sich vielleicht als Selbsterkenntnis bezeichnen lässt. Und daraus kann man sich einges Tages vielleicht eine Karte basteln, als Orientierungshilfe.
Ich drück Dich! |
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| Nelly81 hat zum Thema: Re: Neustart II geschrieben
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