| soweit so gut. • Abreißkalender |
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Feengesicht Gast
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Verfasst am: 17.08.2007, 09:01 Titel: Re: Euphorie der ersten Tage |
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Gestern habe ich im Vorstellungsthread gelesen, zwei Frauen wollen mit einander aufhören.
Ich dachte gleich, ( und das halte ich so für mich) das es besser wäre, sich mit Menschen auszutauschen die TROCKEN DENKEN, als mit denen die aufhören wollen. Einer zieht sonst den anderen runter, weil man froh kann sein, Kraft nur für sich aufzubringen. Denn diese Kraft braucht ich für mich selbst.
lg Fee |
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| Feengesicht hat zum Thema: Re: Euphorie der ersten Tage geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32811 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 17.08.2007, 09:24 Titel: Re: Euphorie der ersten Tage |
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Guten Morgen,
mit dieser Euphorie erleben wird das ja hier jeden Tag.
Sie ist bei vielen auch sehr unterschiedlich ausgeprägt.
Der Wunsch, keinen Alkohol mehr zu trinken, dass die relativ schnellen Veränderungen des Allgemeinwohlseins, wenn man zum Arzt und eventuell zu einer stationären Entgiftung war, ist man davon überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein und möchte jedem von seinem neuen Glück erzählen.
Da die Hemmschwelle des Outings im engen Umfeld noch hoch ist, macht man es hier und möchte jeden helfen, der sich hier anmeldet.
Irgendwie kann ich das auch verstehen. Man ist selbst glücklich und möchte dieses Glück mit anderen teilen, die es auch verstehen können, weil ein Nichtsüchtiger es oft nicht begreift, was es Besonderes sein soll, wenn man ein paar Tage nicht trinkt.
Einige Gefahren der Euphorie wurden hier schon angesprochen.
Nicht nur, dass man sich selbst oft dabei vergisst, die Antworten hier nicht wirken läßt, sie oft nicht umsetzt, gibt es weitere Aspekte, die hier in vielen Threads schon angesprochen wurden.
Dieses Glückempfinden setzt oft ein, weil sich das eigene Leben sehr schnell und gravierend ändert.
Die Realität sieht aber so aus, dass sich nach mehreren Tagen oder Wochen nichts großes mehr ändert, sondern das Gefühl der Einsamkeit einstellt.
Geht man den geraden Weg, meidet man sein altes Umfeld, nimmt nicht mehr an Veranstaltungen und Partys teil, die dem Alkoholkonsum dienen, für das andere engere Umfeld, die weiterhin zu uns stehen, wird es normal, dass wir nichts mehr trinken. Wir fühlen uns allein.
Das habe ich selbst oft erleben müssen.
Die Lösung ist nicht einfach und es braucht seine Zeit, sich ein neues Umfeld, neue Freunde und neue Freizeitbeschäftigen zu suchen. Ist man anfangs aber sehr euphorisch, fällt man sehr schnell in ein Loch und fragt sich: "War das alles?".
Ein weiterer Punkt, warum wir hier öfter davor warnen, sich in jedem Thread zu äußern und sein Wissen weitergeben zu wollen, liegt in der unbestätigten Erfahrung. Viele reden einfach das nach, was sie hier gelesen oder woanders gehört haben, wissen aber nicht, ob dies auch zum dauerhaften Erfolg führen kann, weil sie es selbst noch gar nicht erlebt haben und erfahren haben.
Aus meinen früheren Versuchen zur Nüchternheit weiß ich, dass man sich oft Gleichgesinnte sucht, die gleich oder ähnlich denken.
Je nach dem, welche eigenen Gedanken man hat, kann das gut oder schlecht sein.
Ich möchte hier mal ein "schlechtes" Beispiel beschreiben, dass sich hier leider jeden Tag wiederholt.
Wir empfehlen ja jeden einen Arztbesuch, wo dann der Entzug, in welcher Form auch immer durchgesprochen wird. Dazu stehen hier tausende Beiträge drin. Jemand, der nicht zum Arzt will, warum auch immer, findet zwischen den tausenden Beiträgen genau den einen Beitrag, wo jemand den kalten Entzug gutheist und vieleicht auch drei Tage geschafft hat, ohne das etwas passiert ist. An diesen einen Beitrag wird sich geklammert, weil man dies gerne so haben möchte. Das der Beführworter schon gar nicht mehr schreibt, weil er vielleicht schon längst wieder trinkt, wird nicht wahrgenommen.
Ich verfolge hier ja nun seit drei Jahren das kommen und gehen der Forenteilnehmer.
Von den 7000 angemeldeten Forenteilnehmern schreiben hier vielleicht 500 regelmäßig oder zumindestens konstant.
Jeder sollte sich mal die Mühe machen, die Beiträge der regelmäßigen Schreiber zu lesen und deren Gedanken nachzuvolziehen.
Sicherlich waren viele von ihnen auch sehr euphorisch, haben aber die Risiken, die wir ihnen aus unseren Efahrungen vermittel haben, erkannt und ihr Leben verändert, so das sie heute frei von Sucht leben können.
Alle anderen, was weit aus mehr sind, haben sich in den meisten Fällen von ihren Gedanken nicht abbringen lassen, haben in ihrer Euphorie versucht, ihren eigenen Weg zu finden und sind nicht mehr hier.
Vielleicht haben sie woanders Hilfe gesucht gefunden und konnten diese annehmen? Ich wünsche es jeden.
Vieleicht bin ich jetzt etwas vom Thema abgekommen??? |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Euphorie der ersten Tage geschrieben
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panther sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.01.2007 Beiträge: 2328 Wohnort: ich wohne in mir, mein zuhause ist meine seele
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Verfasst am: 17.08.2007, 09:33 Titel: Re: Euphorie der ersten Tage |
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| Zitat: | | Vieleicht bin ich jetzt etwas vom Thema abgekommen??? |
nein bist du nicht Karsten |
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| panther hat zum Thema: Re: Euphorie der ersten Tage geschrieben
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Feengesicht Gast
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Verfasst am: 17.08.2007, 09:49 Titel: Re: Euphorie der ersten Tage |
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Ich habe es verstanden Karsten was du mir sagen willst. Ich habe auch verstanden was du mir vermitteln möchtest.
Ich wollte nicht zum Arzt, ich wollte es nicht sagen, nicht aus scham sondern, das berühmte Hintertürchen sollte aufbleiben. Sag nichts, dann kann ich ja wieder trinken. Es wurde mir Montags bewusst, und ich dachte nein 'Pia das willst du nicht mehr.
Von mir aus kann ein Ex Mann die ganze Welt es jetzt wissen, ich schäme mich nicht ein Alkoholiker zu sein, sondern das ich immer den bequemsten Weg gehen möchte.
Ich kenne mich ja selbst nicht genau, weiß aber das ich jetzt ohne Alk glücklicher bin, ich habe einen klaren Bick.
Ich habe in meiner Kindheit gelernt, alles zu kontrolieren. Hatte mich alle 'Jahre kontroliert.
| Zitat: | | 7000 angemeldeten Forenteilnehmern schreiben hier vielleicht 500 |
Siehst du Karsten was dein Forum bewirkt? Es sind mehr trocken geworden, als die Statistik sagt.
lg Fee |
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| Feengesicht hat zum Thema: Re: Euphorie der ersten Tage geschrieben
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Alexander neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.05.2006 Beiträge: 308 Wohnort: Bad Schönborn
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Verfasst am: 17.08.2007, 10:19 Titel: Re: Euphorie der ersten Tage |
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das ist ähnlich, wie wenn Du Deine Zugehörigkeit zu einem Verein durch das Ausfüllen des Mitgliedsantrages bestätigst.
Wenn Du nur so mal sporadisch zum Verein gehst, weil es Dir dort gefällt und Dir die Ziele des Vereins gefallen, Du aber lange nicht schlüssig bist, ob Du Mitglied werden möchtest, gehörst Du auch nicht wirklich dazu. Man wird Dich zu keiner Jahreshauptversammlung oder zu einer Weihnachtsfeier einladen. Es wird auch kein Bild von Dir in der Zeitung erscheinen, wenn Du was besonderes geleistet hast, weil Du ja nicht zu diesem Verein gehörst. Es wird Dich auch keiner vermissen, wenn Du mal nicht kommst. Irgendwann wird man Dich vielleicht sogar bitten einzutreten, sonst darfst Du nicht mehr kommen.
Wenn eben jemand mal sagt, ich trinke keinen Alkohol mehr, geht aber nicht zum Arzt, macht keine Entgiftung und keine Therapie und besucht auch keine SHG, dann wird er irgendwann zwangsläufig auf die Idee kommen, dass seine Sauferei nicht so schlimm war und er bis auf einige Male doch alles gut im Griff hatte usw. usf.
Er tauscht sich halt nicht mit anderen trockenen Alkoholikern aus und beleuchtet die Hintergründe seines Alkoholismus nur unzureichend. Er fällt dadurch fast zwangsläufig wieder in alte Verhaltensweisen zurück.
Wenn ich eine Entgiftung und eine Therapie mache und mich mit einer Verbesserung meiner Lebenssituation durch das Arbeiten an meiner Trockenheit beschäftige unterschreibe ich sozusagen einen Mitgliedsantrag. Da kann ich nicht mehr so einfach abspringen, als wenn ich im stillen Kämmerlein an meiner Trockenheit arbeite. Dies gelingt vielleicht in ein paar Fällen von 1000, allerdings sollte man sich auch fragen, ob diese Leute später glücklich damit werden. Häufig hört man in Selbsthilfegruppen ältere Männer vom "Teufel Alkohol" sprechen, der alles kaputt macht. Da meine ich immer die haben irgendwas nicht ganz verarbeitet, vielleicht auch weil eine Therapie damals noch nicht unter heutigen Gesichtspunkten möglich war und/oder weil sie hauptsächlich abstinent geblieben sind ohne in ihrem Leben wirklich was zu ändern.... |
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| Alexander hat zum Thema: Re: Euphorie der ersten Tage geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32811 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 17.08.2007, 10:28 Titel: Re: Euphorie der ersten Tage |
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Hallo Feengesicht,
eigentlich wollte ich mit meinem Beitrag keinen persönlich ansprechen.
Mir ging es darum, dass sich jeder überlegen sollte, wen er hier mehr vertrauen möchte.
Statistik hin oder her, Für mich ist auffallend, dass die Forenteilnehmer nüchern geblieben sind, die hier regelmäßig schreiben, hier teilweise ein sogar in ihrem Tagebuch regelmäßig von sich schreiben, sofern sie den erweiterten Zugang haben, hier Freude und Leid teilen und dies hier als wirkliche Plattform zum lernen und nicht zum unterhalten ansehen.
Menschen, die Hilfe suchten, haben hier Hilfe gefunden, aber das auch nur, weil sie auch bereit waren, Hilfe anzunehmen ohne immer gleich alles persönlich zu nehmen oder es sogar besser wissen zu willen.
Das sie heute nüchtern sind und das über Tage, Wochen, Monate und einige über Jahre, zeigt doch, dass man nur bereit sein muß, von anderen zu lernen und dann kann jeder glücklich und zufrieden ohne Alkohol leben.
Viele, wenn nicht alle, die immer alles hinterfragen, ihre eigene Meinung nur bestätigt haben möchten, dies hier so nebenbei als Unerhaltungsplattform sehen, sind nicht mehr da und aus meiner eigenen Erfahrung von anderen Hilfsangeboten, werden die meisten auch wieder trinken und sich weiter im Kreis drehen. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Euphorie der ersten Tage geschrieben
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Alexander neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.05.2006 Beiträge: 308 Wohnort: Bad Schönborn
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Verfasst am: 17.08.2007, 10:40 Titel: Re: Euphorie der ersten Tage |
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Als ich 1997 eine Behandlung in einer psychosomatischen Klinik hatte (heute sage ich, damals mit 22 Lenzen stark auf dem Wege gewesen Alkoholiker zu werden) war beim Eröffnungsgespräch mit mehreren Patienten einer dabei, das werde ich nie vergessen.
Zuerst hat der Pfleger gesagt, Wecken ist um 6.30 und im Anschluss Morgenmeditation und dann ein Spaziergang (genaue Uhrzeit ist auch egal). Dann hat der Patient gleich gesagt, das geht nicht er steht vor 9 nicht auf, weil er sonst mit seinem Biorhytmus durcheinander kommt. Ausserdem muss dann sofort ein xy Minuten lang gekochtes Ei dastehen. Das isst er als erstes. Wenn er das nicht kriegt, hat er schlechte Tage. Ich habe gedacht ich bin im falschen Film. Ausserdem möchte er zwar bestimmte Verhaltensweisen ändern, aber seinen täglichen Joint möchte er weiterrauchen. Dies sei auch dem Chefarzt bekannt (was natürlich nicht stimmte). Ausserdem hat er sein Motorrad dabei und möchte jetzt, wo er schon mal im Schwarzwald ist, auch einige Touren machen. Also ein Wahnsinn was der Mann für Vorstellungen hatte.
Auf Deutsch gesagt, operiert mir meine Fehler aus dem Hirn, das was mir aber gefällt möchte ich weiterhin beibehalten.
Das Ende vom Lied war, dass der Mann seine mühsam erkämpfte Reha-Massnahme nach 3 Tagen völlig frustriert wieder abgebrochen hat und mit dem Motorrad konnte er dann ja auch nach Hause fahren. |
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| Alexander hat zum Thema: Re: Euphorie der ersten Tage geschrieben
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