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Rose07
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Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 20.07.2007
Beiträge: 5
Wohnort: BW

BeitragVerfasst am: 25.07.2007, 10:18    Titel: Ich weiss nicht mehr weiter.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

möchte mich nun auch hier kurz vorstellen und euch meine Geschichte erzählen. Dazu muss ich euch aber meine ganze Lebensgeschichte erzählen, damit ihr versteht, weshalb ich „schon jetzt“ am Ende bin.

Ich bin 44 Jahre alt. Gross geworden bin ich bei einer Pflegemutter, die nie verheiratet war. Sie lebte damals noch mit ihrer Mutter zusammen. Als ich 5 Jahre alt war starb meine Pflegeoma. Damals brach für mich meine heile Welt zusammen, sie war eine wundervolle Frau. Nachdem meine Pflegeoma gestorben war, ging es mit meiner Pflegemutter total abwärts, die Wohnung war ein einziges Dreckloch. Meine Pflegemutter war von da an mehr in der Kneipe, als zu Hause. Ständig kam sie besoffen nach Hause. Ein Heiligabend ist mir besonders grauenvoll in Erinnerung geblieben. Ich glaubte damals noch an den Weihnachtsmann. Es war schon 19 Uhr und meine Pflegemutter war seit Vormittag weg. Da ging ich auf die Suche und fand sie dann in der 3. Kneipe völlig besoffen. Ich weiss noch, wie sehr ich geheult hab, dass sie doch bitte, bitte nach Hause kommen soll, weil sonst der Weihnachtsmann keine Geschenke bringen könnte.
Meine Pflegemutter hat in der Kneipe ständig anschreiben lassen, manchmal war nicht mal mehr Geld für Brot und Butter im Haus. Oftmals musste ich (ich bin im Ostdeutschland aufgewachsen) mit den Artikeln, die in den Westpaketen waren zu Bekannten aus dem Ort um nachzufragen, ob sie nicht eventuell Interesse hätten, Tee, oder so was zu kaufen, nur damit Geld in`s Haus kam. Sogar meinen heissgeliebten Nesquick musste ich verkaufen gehen.
Nun ja und so wurde ich langsam älter. Mein einziger Wunsch war nur: weg von dieser Frau. Mein erster fester Freund war 11 Jahre älter als ich. Mit 18 wurde ich dann schwanger von ihm. Eigendlich wollte ich ja noch kein Kind, doch ich dachte, dass wäre ja vielleicht eine Chance von meiner Saufpflegemutter weg zu kommen. Muss sagen, dass es zu DDR-Zeiten nicht möglich war, mit 18 einfach auszuziehen. Man musste erst verheiratet sein um Anspruch auf eine eigene Wohnung zu haben. Wer also nie heiratete, der war zeitlebens verpflichtet, bei den Eltern zu wohnen.
Nun ja, doch mein Freund dachte nicht im Geringsten daran, mich zu heiraten. Nachdem seine Tochter geboren war, stritt er sogar ab, der Vater zu sein! Nun ja, das Ganze wurde dann gerichtlich, mit Erbbiologischen Gutachten geregelt.
Nach dem hatte ich von Männern die Schnautze erst mal gestrichen voll. Bei einem gemeinsammen Urlaub mit meiner Pflegemutter und meiner Tochter lernte ich zwar einen kennen, doch ich hatte nicht wirklich Interesse daran, weiteren Kontakt zu ihm aufrecht zu erhalten. Der treibende Keil war meine Pflegemutter, sie nervte ständig, dass ich ihn doch mal einladen solle.
Nun gut, ich lud ihn also ein (für dieses Ereignis wurde sogar auch die Wohnung aufgeräumt). Aus anfänglicher Sympathie wurde doch noch Liebe und bereits nach 3 Monaten machte er mir einen Heiratsantrag. Ich sah endlich meine Chance gekommen, von meiner Saufpflegemutter weg zu kommen. Und so heirateten wir ein paar Monate später und ca. ein dreiviertel Jahr später bekamen wir endlich eine gemeinsamme Wohnung. Von nun an wohnte ich also reichlich 70 km von meiner Pflegemutter weg. Ohne Auto war das doch eine erhebliche Entfernung.
Aber, es dauerte gerade mal ein paar Monate, da stellte mich meine Pflegemutter vor die vollendete Tatsache, dass sie in den selben Ort zog. Die Renovierung ihrer neuen Wohnung, die Entrümpelung ihrer alten Wohnung und den Umzug überliess sie „freundlicherweise“ mir und meinem damaligen Mann.
Eine Zeit lang ging alles gut. Meine Pflegemutter hatte einen Vollzeitjob und sie trank plötzlich auch nicht mehr. Nur noch ab und zu mal ein Bier.
Irgendwann wurde ihr dann angeboten, dass sie in den Vorruhestand gehen könne. Was sie dann auch tat. Doch da fing dann der nächste Mist an: sie hatte Langeweile, sie kam schon zum Frühstück zu mir und ging erst, wenn ich sie dann schon unhöflich aufforderte endlich zu gehen, das war dann meisst erst gegen 23 – 24 Uhr! Muss dazu sagen: wir hatten damals dann schon 2 bzw. 3 Kinder und hatten nur eine 2-Zimmer-Wohnung. Die Kinder schliefen im Schlafzimmer und mein Ex-Mann und ich mussten uns jeden Abend unser Nachtlager im Wohnzimmer aufschlagen. Nicht mal das war Anlass für meine Pflegemutter, endlich zu gehen!
Nun ja, das wurde meinem Ex-Mann dann irgendwann zu viel... er fing an zu trinken. Irgendwann war es dann so, dass er auch dann trank, wenn meine Pflegemutter mal nicht da war. Er hockte dann in der Küche mit 3 verschiedenen Sorten Schnaps und trank abwechselnd aus den Flaschen. Dass meine Pflegemutter der Grund war, weshalb er trank, hab ich damals noch nicht erkannt. Er trank immer mehr. Oft hatte ich dann auch kein Geld um den Kindern wenigstens ein Butterbrot zu machen. Ich selbst hab oft tagelang nichts gegessen, magerte immer mehr ab. Ich hab meinen Ex-Mann immerwieder angefleht, endlich mit dem trinken aufzuhören. Irgendwann hab ich dann auch mit Scheidung "gedroht“. Er lachte nur und meinte, ich würde niemals die Scheidung einreichen.
Irgendwann hatte ich die Nase voll, ich verlangte getrennte Kasse, denn er warf mir immerwieder vor, ich würde das Geld sinnlos ausgeben und deshalb wäre kein Geld im Haus. Gleich nach 2 Wochen getrennter Kasse kam er angekrochen und fragte, ob ich ihm mal 50,- Mark leihen könne. Ich hätte es zwar tun können, denn Geld hatte ich nun ja, doch ich hab ihm keins gegeben. Nach ca. 3 Monaten hatte ich 350,- Mark zusammengespart und da bin ich dann zum Gericht, die Scheidung einreichen. Nachdem er dann den Brief vom Gericht bekam, packte er ein paar Sachen und ging zu seiner Mama.
Mit Erschrecken stellte ich dann fest, dass ich nochmal schwanger von ihm geworden bin. Wir hatten ja insgesamt schon 3 Kinder und nun noch ein 4. und Scheidung?!? Ich beschloss, das Kind aus Trotz zu behalten (eine Abtreibung wäre zu DDR-zeiten kein Problem gewesen). Sollte er doch für noch ein Kind zahlen müssen.

Nun ja, nach meiner Scheidung hab ich 5 Jahre lang nichtmal mehr einen Mann angesehen. Ich hatte ja auch genug mit meinen 4 Kindern zu tun.

7 Jahre nach meiner Scheidung lernte ich dann einen kennen, der war suuuuper lieb, er kümmerte sich rührend um die Kinder und ich fing wieder an, Vertrauen zu den Menschen zu bekommen. Und so zog ich mit den Kindern zu ihm. Anfangs war alles super, ich fand sogar einen Halbtagsjob, doch mit der Zeit stellte sich heraus, dass die Kinder ihn nur störten. Wenn er da war, durften sie ihn nicht ansprechen. Er war auch krankhaft eifersüchtig, nichts sollte ich ohne ihn tun, ja nicht mal mit dem über 70-jährigen Nachbarn konnnte ich mich mal in Ruhe übern Zaun unterhalten. Zum Schluss sollte ich nicht mal mehr zum einkaufen gehen.
Auch er hat gesoffen!
Ein Ereignis, was mir und den Kindern sicherlich in Erinnerung bleiben wird war folgendes: es war genau an seinem 40. Geburtstag. Er musste bis 13 Uhr arbeiten und es war geplant, dass wir nachmittags mit den Kindern lecker Kuchen essen würden und ich für abends auch was besonderes koche. Für die Kinder und für mich hatte ich extra für seinen Geburstag chice neue Sachen gekauft und so sassen wir stundenlang vor den leckeren Kuchen. Da ich ja immer hoffte, dass er gleich käme, haben wir nichts angerührt. Als dann aber Abendbrotzeit war, hab ich mit den Kindern gegessen. Als sie gerade im Bett waren, kam er rotzebesoffen nach Hause und ich musste mir noch tagelang Vorwürfe anhören, dass man ja wohl mal an seinem 40. Geburtstag mit seinen Arbeitskollegen einen trinken gehen dürfte. (Er ging aber ja eh schon jeden Freitag mit denen saufen!?!)
Nun gut, Gott, oder wem auch immer sei Dank, war ich mit ihm nicht verheiratet.
Und so zog ich mit den Kindern weg. Meine älteste war da schon aus dem Haus und ich brauchte mich „nur“ noch um 3 Kinder, bzw. Jugendliche kümmern. Mein Leben lief endlich wieder normal. Einziges Problem war dort nur mein Chef, von ihm bekam ich tagtäglich 2 bis 2,5 Überstunden aufgebrummt. Dagegen hab ich mich dann irgendwann erfolgreich gewehrt.
Ja und dann lernte ich jemanden übers Internet kennen. Einen lieben netten Menschen, einen, der mir zuhörte, der Verständis für mich und meine „Vergangenheit“ hatte.
Ich selbst trank kaum mal Alkohol, höchtens, wenn ich, was sehr, sehr selten war, mal aus ging, oder wenn ich mir einmal im Jahr meine eine Woche kinderfreien Urlaub gönnte. Nun ja, nun war da der Mann und ich fand es nur normal, dass wir, jedesmal, wenn wir und trafen, auch eine Flasche Wein tranken, dass er, wenn wir unterwegs waren auch mal eins zwei Bierchen trank.
Nun gut, wir beschlossen, zusammenzuziehen und auch irgendwann zu heiraten.
Er war zu dem Zeitpunkt aber noch vereiratet.
Nun gut, als sein Scheidungstermin immer näher rückte, fing er an zu drängen, dass wir nach seiner Scheidung so schnell wie möglich heiraten solleten, damit ich finanziell abgesichert bin, falls ihm mal was passieren sollte. Ich hielt das für übertrieben, warum sollte ihm was passieren? Doch letzten Endes stimmte ich einer schnellen Heirat dann doch zu. Desweiteren sagte er immerwieder mir und auch seiner Verwandschaft gegenüber, dass ich nicht arbeiten müsse, da ich zum einen schon genug in meinem Leben gearbeitet hätte und mein Rücken auch schon völlig kaputt sei und er würde ja genug verdienen, das reicht dicke für uns beide. Da ich es aber nich gewohnt war, von „fremden“ Geld zu leben, beschloss ich, irgendetwas in Selbstständigkeit zu arbeiten. Leider musste ich dieses Vorhaben auf Grund zu geringer Einnahmen nach einem Jahr aufgeben. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich aber schon daran gewöhnt, dass sein Geld auch meins ist. Und da er ja immerwieder sagte, dass ich nicht arbeiten müsse, weil er genug verdient, bin ich nun auch seit über einem Jahr Hausfrau.

Nun ja und so heirateten wir im Februar 2005 und wir zogen in eine gemeinsamme Wohnung. Meine Kinder sind bereits erwachsen, sie wollten nicht mit.
Nun ja und so schlich sich dann auch bei mir seine Gewohnheit ein: zum Essen Wein und nach dem Essen ein Schnapschen.
Gegen Ende letzten Jahres fiel mir dann öfter auf, dass eine Flasche Schnaps, die wir erst am Vortag abends gekauft hatten, bereits am Tag drauf nur noch viertel voll war und das, obwohl ich nur einen einzigen und meines Wissens nach er auch nur einen getrunken hat. Fazit: er trank heimlich.

Ende Januar wurde mein Mann dann krank, er bekam wieder deine beruflich bedingten Depressionen. Er ging zum Arzt und bekam `ne Menge Antidepressiva und wurde krankgeschrieben.
Irgendwann schoss es mir durch den Kopf, dass man bei den meissten Medikamenten ja gar keinen Alkohol trinken soll, er trank aber wie gewohnt weiter. Also fragte ich ihn, ob er sich denn auch mal die Packungsbeilagen durchgelesen hätte, was er verneinte. Also schnappte ich mir die Beipackzettel und las sie durch.
Bei allen zwei Medikamenten stand: nach Möglichkeit auf Alkohol verzichten. Bei einem stand, dass man auf jeden Fall während der Behandlung mit diesem Medikament auf Alkohol verzichten soll, da sonst unerwartete Nebenwirkungen auftreten können. „Unerwartete Nebenwirkungen“? – Was sollte ich darunter verstehen?

Nun ja, ich hab dann mit meinem Mann geredet. Er versprach, dass er keinen Alkohol mehr trinken würde. Das hielt er dann gerade mal 2 Tage durch, wenn er nicht gerade heimlich getrunken hat. Dann trank er wieder von neuem. Wieder Aussprache, wieder Versprechen. Ich hab immerwieder an seine Vernunft appeliert, dass er mit seinem Alkohol und den Medikamenten zusammen ja nicht nur mich, sondern auch andere Leute in Gafahr bringen könnte.

Nachdem ich dann wieder mal dahinter gekommen bin, dass er heimlich getrunken hat, hab ich in seinem Beisein alle Alkoholvorräte weggeschüttet. Ich dachte, er würde nun endlich zur Vernunft kommen. Er meinte, er hätte auch schon länger die Vermutung, dass er ein Alkproblem hätte und er würde mal mit seinem Psycho-Doc drüber reden. Der hat ihm dann die Alkoholberatungsstelle empfohlen, wo mein Mann auch hinging.

In der Zischenzeit, da mein Mann ja nun schon seit Ende Januar krankgeschrieben war und er es auch noch bis Mitte Mai bleiben sollte, verlangte die Dienststelle meines Mannes, dass er sich amstärztlich über seine Dienstfähigkeit untersuchen lassen solle. Auch die Gesundschreibung ab Ende Mai änderte an dieser Forderung nichts.

Ja, und nun ist es so: die Amtsärztin hat ihn für Dienstunfähig erklärt und stimmt einer Zurruhesetzung zu (mein Mann ist Beamter).


Mittlerweile haben wir nun auch Einsicht in das Gutachten bekommen, also das Endgutachten. Da steht, dass ihm seine Alkoholsucht zwar bewusst ist, er aber nicht gewillt ist, wirklich etwas dagegen zu unternehmen.

Genau den Eindruck hab ich auch: er geht zwar regelmässig zu den Beratungsgesprächen, doch er trinkt heimlich weiter.

Ich hatte ihm gleich zu Anfang meine Hilfe angeboten.
Hier mal einen Auszug aus meinem Tagebuch:


Zitat:
25.April 2007

„Alk-Beratung

Bisherige Termine:

1. 28. März 2007
2. 04. April 2007
3. 12. April 2007
4. 17. April 2007
5. 25. April 2007

Ich sagte ihm, dass ich zum 3. Termin mit zur Alk-Beratung gehen würde. Da meinte er: ich könne da nicht einfach so mitgehen, er müsste da einen Termin vereinbaren.

Als er vom 3. Termin zurück kam meinte er, wir hätten am 17. April einen Gemeinschaftstermin.

Plötzlich hiess es, ich soll nicht mitkommen, da an dem (4.)Termin erst mal die Kostenfrage und die Frage der Kostenübernahme von der Krankenkasse geklärt werden müsste und ich solle zum 5. Termin am 25. April (also heut) mitkommen.

In der Zwischenzeit kamen jetzt 2 Briefe, wo es erst mal um den Antrag der Kostenübernahme geht.

Ja und heut morgen, ich war schon „ausgehfertig“ angezogen, hiess es wieder: ich brauch nicht mitkommen, da es heut nur um diese Anträge gehen würde.

Durch seine Äusserungen wurde mir klar: er hat GAR KEINEN GEMEINSCHAFTSTERNMIN VEREINBART und das hat er nun auch zugegeben.“


Die Untersuchung des Amtsarztes bestand aus zwei Terminen. (Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits die ambulante Behandlung begonnen!)
Beim 1. Termin hätte der Amtsarzt wohl gesagt, dass er wieder arbeiten könne, er aber auf Grund seiner depessiven Erkrankung, die auf seine frühere Tätigkeit zurückzuführen ist, in den Ruhestand gehen könne. Er meinte, dass er aber nicht in den Ruhestand gehen will. Logisch, er würde ja nur noch 65 % seines bisherigen Lohnes bekommen.
Nach der 2. amtsärztlichen Untersuchung und dem Gutachten hiess es plötzlich von Seiten des Amtsarztes, dass er dauerhaft dienstunfähig wäre!

Mir kam das schleierhaft vor.

Nun gut, trotz Gesundschreibung des behandelnden Psycho-Docs (Mitte/Ende Mai) liess ihn sein Arbeitgeber auf Grund des Amtsärztl. Gutachtens nicht arbeiten und man informierte ihn, dass er in den Ruhestand versetzt werden soll.

Dagegen reichte mein Mann Widerspruch ein und verlangte Einsicht in das Gutachten.
Das lies verdamt lang auf sich warten und so schaltete meinMann nun einen Anwalt ein.

Nun ist mittlerweile auch das Endgutachten bei uns eingetrudelt.
Bei einem Punkt steht inetwa, dass er zwar erkenne, dass Alkoholsucht bestehe, dass er aber nicht bereit sei, etwas dagegen zu tun.

Mir schossen da gleich mehrere Dinge durch den Kopf: wie kam dieser Mensch dazu, so etwas zu behaupten? Mein Mann geht doch zur ambulanten Therapie! Das hätte er doch leicht überprüfen können! Dann dachte ich: oder hat er gemerkt, dass mein Mann, trotz Therapie immernoch, wenn auch sehr, sehr wenig trinkt?
Das Ganze war mir ein Rätsel!

Die Antwort darauf hat mein Mann mir nun selbst gegeben: er erzählte mir vor 3 Tagen, dass ihm der Amtsarzt damals wohl eine Proschüre über eine Privatklinik in die Hand gedrückt hätte. Und wie ich meinen Mann kenne, wird er dort sofort die stationäre Behandlung abgelehnt haben und hat auf seine ambulante Therapie verwiesen.

D.h.: die Ablehnung der stationären Behandlung gegenüber dem Amtsarzt hat dazu geführt, dass er für dienstunfähig erklärt wurde!

Ich glaub, und das hab ich meinem Mann auch gesagt, da wird ihm nun auch kein Anwalt helfen können!

Er ist nun der Meinung und das will er durch den Anwalt prüfen lassen, dass der Amtsarzt eine Art "Abkommen" mit der Klinik getroffen hat, dass er so viel wie möglich Patienten nur in diese Klinik schickt.

Die einzige Chance, die ich nun nur noch sehe, der letzte Hoffnungsschimmer, dass er seinen Job vielleicht doch noch behalten kann ist: er geht SOFORT in eine Klinik! Aber, er weigert sich.

Ich hatte ihm versprochen, dass ich mir das rauchen abgewöhne, wenn er es schafft, vom Alk wegzukommen.

Vor 3 Tagen wollte ich nochmal mit ihm reden, wollt unter anderem wissen, ob er überhaupt noch Interesse an unserer Ehe hat. Nicht mal diese Frage hat er mir beantwortet!

Vorhin hab ich ihn nochmal gefragt, ob er überhaupt noch Interesse hätte. Eine vernünftige Antwort hab ich nicht bekommen, aber, er warf mir vor, dass ich ja auch rauchen würde und das wäre dasselbe.

egal, ob ich eine oder 30 Zigaretten rauche, ich bleibe der selbe Mensch
- rauchen erzeugt keine Räusche, ich torkel nicht durch die Gegend, ich lalle nicht
- es gibt also keinen Rauchrausch, wo ich nicht mehr weiss, was ich tu, ich behalte einen klaren Kopf
- es hat noch keiner im Rauchrausch irgendwelche Schlägerein angezettelt
- mir ist noch kein Fall bekannt, dass eine Ehe auf Grund von rauchen geschieden wurde!
- mir ist kein Fall bekannt, dass ein geschiedenen Vater auf Grund seiner Rauchsucht seine Kinder nicht mehr sehen durfte!


Nun ja und auf Grund seiner nicht gerade nett ausgedrückten Vorhaltung habe ich vor ca. 1 Stunde alle Zigaretten vernichtet!

Ich höre also auf zu rauchen!

Im Gegenzug hab ich von ihm verlangt, dass er aber auch ab sofort mit mir redet, wenn es um das Thema Alkohol und allen dazugehörigen Randthemen geht, dass er mir auf meine Fragen auch eine Antwort gibt!

Ebenfalls hab ich ihm angekündigt,: so lang ich nicht rauche, ich aber auch nur noch eine Flasche, egal ob voll oder leer, von ihm finde, dass ich ihm diese Flasche auf den Schädel haue!

Ich hab doch eh nix mehr zu verlieren, sein Job ist eh im A..., demnächst ist hier eh nix mehr möglich und wenn ich in den Knast muss, bekomm ich kostenlos ein Dach übern Kopf, was zu essen und zu trinken und ich muss mir darüber null Gedanken machen! Und es gibt genug Möglichkeiten den dortigen Aufenthalt bis zu meinem Lebensende zu verlängern.


Ich habe keine Kraft mehr zu reden, ich hab den Eindruck, dass er zwar zu der Beratung geht, damit alle beruhigt sind, doch dass es im im Grunde genommen *** ist, was ihm da erzählt wird.

Sein Job ist ihm mittlerweile auch egal. Er wollte sich schon für `ne Stelle bewerben: als Aushilfsfahrer! Welche ein Hohn!

Nun ja, wie schon geschrieben, er hat mir ein finanziell sorgenfreies Leben versprochen, doch nun, wo sein Job bereits nur noch an einem halben seidenen Faden hängt, nicht mal da kommt er zur Besinnung. Er macht einfach alles kaputt!

Ich kann einfach nicht mehr. Mir geht es schon seit Wochen schlecht, gestern morgen hab ich mich zwei Mal übergeben müssen, ich hab Fieber.

Ich hab keine Kraft und auch keine Lust mehr, irgendetwas für ihn zu tun, er tut ja auch nichts.

Was soll ich jetzt tun?
Ich würde gern ausziehen, doch so viel Geld verdient er nun auch nicht, dass wir noch sparen konnten. Gut, wir haben bisher gut gelebt, zwei Mal im Jahr Urlaub.

Für einen sofortigen Umzug wäre also kein Geld da.

Am 02. August hab ich nun einen Einzeltermin bei der Alk-Beratungstslle. Anfangs wollt ich ihn haben, um zu erfahren, wie ich meinem Mann helfen kann, doch nun geh ich nur noch wegen mir dahin. Mein Reden hat nichts geholfen, meine von ihm so angepriesene finanzielle Sicherheit wird es mit Sicherheit bald nicht mehr geben. Was soll ich also noch bei ihm? Meine Liebe zu ihm ist schon vor Monaten gestorben, das hab ich ihm schon lang gesagt.

Auch wenn wir jetzt beide irgendwo das gleiche Problem haben: er seine Alkentwöhnung und ich meine Raucherentwöhnung und dies beides uns gegenseitig Kraft geben müsste, so hab ich aber keine Hoffnung, dass dadurch meine Liebe zu ihm wieder kommt.

Ich habe ihm gesagt, dass ich mir das Geld, das ich durch mein nicht-rauchen spare, mir vom Konto holen werde und dass ich mir, wenn ich das durchhalte, irgendwann dafür meine ganz persönliche Belohnung geben werde.
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Rose07 hat zum Thema: Ich weiss nicht mehr weiter.... geschrieben
Skye
Gast






BeitragVerfasst am: 25.07.2007, 13:29    Titel: Re: Ich weiss nicht mehr weiter.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

da hast Du ja einiges von Dir erzählt. Wo anfangen? Du hast schon einiges in Deinem Leben mitgemacht. Doch eines lese ich aus Deinen Zeilen, Du bist aus allem immer wieder heraus gekommen. Gut, über das Wie brauchen wir nicht zu reden, dass war sicherlich nicht immer ein Zuckerschlecken, aber Du hast es geschafft. Du weißt, dass Du Dich auf Dich verlassen kannst. Das ist sehr viel wert. Auf diese Fähigkeiten und Stärke solltest Du Dich auch jetzt vertrauen und Dich um Dein Leben kümmern.

Zitat:
Ich habe keine Kraft mehr zu reden, ich hab den Eindruck, dass er zwar zu der Beratung geht, damit alle beruhigt sind, doch dass es im im Grunde genommen *** ist, was ihm da erzählt wird.


Du hast es erkannt. So wie Du es schreibst ist es ihm egal. Er will trinken und jeder der versucht ihm seinen „Freund“ den Alkohol zu nehmen ist sein Feind. Du, sein Arbeitgeber, der Amtsarzt, egal jeder der den Alkohol bedroht ist ein Feind. Zu den Terminen geht er nach meiner Meinung nur, um sagen zu können: "Ich tu' doch was" In meinen Augen sind die Termine nur ein Alibi zum weiter saufen, vorallem vor dem Hintergrund, dass er einen stationären Aufenthalt grundsätzlich ablehnt.

Zitat:
Nun ja, wie schon geschrieben, er hat mir ein finanziell sorgenfreies Leben versprochen, doch nun, wo sein Job bereits nur noch an einem halben seidenen Faden hängt, nicht mal da kommt er zur Besinnung. Er macht einfach alles kaputt!


Das liegt daran, dass leider der Alkohol das wichtigste in seinem Leben geworden ist.
Das ist traurig, aber leider der Lauf der Dinge bei dieser Sucht. Der eine wird früher wach bevor alles in Scherben liegt, der andere später. Der einzige Mensch der etwas dagegen tun kann, ist er selbst. Da hilft kein Hoffen und kein Flehen. Selbst der drohende Arbeitsplatzverlust, das Ultimatum des Amtsarztes sind nicht genug Druck. Solange er nicht will, wird sich nichts ändern und geht es wohl weiter nach unten

Zitat:
Ich kann einfach nicht mehr. Mir geht es schon seit Wochen schlecht, gestern morgen hab ich mich zwei Mal übergeben müssen, ich hab Fieber.


Zitat:
Ich hab keine Kraft und auch keine Lust mehr, irgendetwas für ihn zu tun, er tut ja auch nichts.


Es wird Zeit, dass Du nicht nur nichts mehr für ihn tust, sondern dass Du ganz gezielt etwas für Dich tust.

Zitat:
Was soll ich jetzt tun?
Ich würde gern ausziehen, doch so viel Geld verdient er nun auch nicht, dass wir noch sparen konnten. Gut, wir haben bisher gut gelebt, zwei Mal im Jahr Urlaub.


Zitat:
Für einen sofortigen Umzug wäre also kein Geld da.


Wo ein Wille ist, ist auch immer ein Weg, man muss ihn nur gehen.

Zitat:
Am 02. August hab ich nun einen Einzeltermin bei der Alk-Beratungstslle. Anfangs wollt ich ihn haben, um zu erfahren, wie ich meinem Mann helfen kann, doch nun geh ich nur noch wegen mir dahin.


Das ist der einzig richtige Ansatz, Dir selbst zu helfen. Deinem Mann kannst Du nicht helfen, dass kann nur er selbst. Wenn er bereit ist etwas zu tun, dann kannst Du ihn unterstützen, nicht mehr, nicht weniger. Das auch nur wenn Du willst. Informiere Dich bei dem Termin über Deine Möglichkeiten.

Zitat:
Auch wenn wir jetzt beide irgendwo das gleiche Problem haben: er seine Alkentwöhnung und ich meine Raucherentwöhnung und dies beides uns gegenseitig Kraft geben müsste, so hab ich aber keine Hoffnung, dass dadurch meine Liebe zu ihm wieder kommt.


Die Sucht nach Nikotin ist nicht zu vergleichen mit der Sucht nach Alkohol. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Wie Du selbst festgestellt hast, verändert sich Dein Mann wenn er trinkt und Du nicht wenn Du rauchst. Alkohol ist eine bewusstseinsverändernde Droge und deshalb wesentlich heimtückischer als Nikotin. Es sollte Dir zu denken geben, dass es Kliniken zur Alkoholentwöhnung gibt, jedoch keine zur Nikotinentwöhnung. Der Entzug von Alkohol sollte nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, mit Nikotin wirst Du allein fertig. Alkohol ist ein ganz anderes Kaliber als Nikotin, vergiss den Vergleich mal ganz schnell wieder, ist besser für Dich.

Glaube nicht, dass Du ein leuchtendes Beispiel für ihn bist, ein Ansporn. Dieser Spruch Du würdest schließlich Rauchen war nur ein Ablenkungsmanöver, nicht mehr nicht weniger. Wenn das nicht wäre, hätte er was anderes gefunden. Alkoholiker sind Meister im erfinden von Ausreden für sich selbst und vor anderen. Wenn Du aufhörst zu rauchen, was ich grundsätzlich begrüße, wird er deswegen nicht aufhören zu trinken.


Ich glaube nicht, dass Dein Mann die nächste Zeit zur Einsicht gelangt. Verschwende nicht weiter Deine Kraft in sinnlosen Versuchen Deinen Mann zu retten, sondern rette Dich, bevor es Dir noch schlechter geht und auch Deine Gesundheit leidet.

Gruß
Skye
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Skye hat zum Thema: Re: Ich weiss nicht mehr weiter.... geschrieben
Rose07
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 20.07.2007
Beiträge: 5
Wohnort: BW

BeitragVerfasst am: 26.07.2007, 10:27    Titel: Re: Ich weiss nicht mehr weiter.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Skye,


danke für Deine Antwort.

Zitat:
Doch eines lese ich aus Deinen Zeilen, Du bist aus allem immer wieder heraus gekommen. ... Du weißt, dass Du Dich auf Dich verlassen kannst. Das ist sehr viel wert. Auf diese Fähigkeiten und Stärke solltest Du Dich auch jetzt vertrauen und Dich um Dein Leben kümmern.


Ja, dass ich mich auf mich verlassen kann, das wusste ich schon vorher und das haben auch andere schon festgestellt.

Nur, die Sachlage gegenüber früher ist nun ja etwas anders.
Früher waren die Kinder die treibende Kraft, für die ich ich alles getan hätte. Die Kinder sind raus es "gibt sie also nicht mehr".
In den letzten Tagen habe ich aber gelernt: auch wenn es da draussen niemanden mehr gibt, für den ich was tun kann, dann tu ich es nun endlich für mich. 44 Jahre Entbehrungen und Enttäuschungen reichen. Wer weiss, wie lang ich noch leben darf.
Aber in der momentanen Situation ist es dann doch auch wie früher: woher das Geld nehmen?
Früher hatte ich noch zusätzlich zu meinem Lohn Sozialhilfe bekommen und so bezahlte man mir dann auch den Umzug. Nun ist das etwas anders: ich bin Hausfrau, verdiene also gar nichts. Mein Mann hat, solang er noch seinen Job hat, ca. 2700,- € (abzügl. priv. Krankenkasse). Wenn er demnächst seinen Job verliert, dann nur noch ca. 1700,- €. Kein Sozialamt wird mir Geld für den Umzug und Unterhalt zahlen, solang mein Mann das nicht tut!
Woher also das Geld nehmen zum umziehen und danach Leben?


Zitat:
Wo ein Wille ist, ist auch immer ein Weg, man muss ihn nur gehen.


Nun gut, ich werd mal versuchen, woanders noch "Hilfe" zu bekommen. Kurz umgesehen hatte ich mich da schon mal und das Thema: "Scheidung und Alkoholsucht" gefunden. Bei dem dortigen Urteil stand, dass, wenn der Abhängige nicht ALLES dafür tut, dass er seinen Job behält, ihm angelastet wird, dass er sich ABSICHTLICH in eine schlechtere finanzielle Lage bringen will, um weniger oder gar keinen Unterhalt zahlen zu müssen. (Sozusagen als Rache für die Trennung).
In dem Fall würde bei der Unterhaltsberechnung dann das Geld angerechnet werden, was er verdienen würde, wenn er seinen Job behalten hätte.

Genau das hab ich ihm gestern auch gesagt. Doch er meinte weiterhin, weder der Amtsdoc, noch ich, könne ihn zwingen, einen stationären Entzg zu machen. Der einzige, der das anordnen dürfe, wäre sein Arbeitgeber!

Nun ja, aber er sieht ja: sein Arbeitgeber will ihn in Ruhestand schicken!

Zitat:
Wenn er bereit ist etwas zu tun, dann kannst Du ihn unterstützen, nicht mehr, nicht weniger. Das auch nur wenn Du willst.


Ich habe ihm in den letzten Tagen bereits zwei Mal gesagt: "Wenn er stationär geht, wäre ich bereit, hier zu bleiben, um mit ihm gemeinsam das durchzustehen. Ob sich dann aber etwas daran ändert, dass ich ihn vielleicht doch irgendwann lieben könnte, könne ich nicht versprechen."

Es interessiert ihn nicht, er will nicht stationär.

Zitat:
Informiere Dich bei dem Termin über Deine Möglichkeiten.


Das werde ich tun.

Zitat:
Wenn Du aufhörst zu rauchen, was ich grundsätzlich begrüße, wird er deswegen nicht aufhören zu trinken.


Nun gut, aber ich werde trotzdem aufhören, bzw. hab nun seit 24 Stunden nicht geraucht. Ich nehme die stärksten "Nicotilell". Ich glaub, die sind trotz Nebenwirkungen (Durchfall und Kopfschmerzen) ganz gut.
Ich tu das nun nicht (mehr) für meinen Mann, sondern ich tu es nur für mich! Nicht der Gesundheit wegen, sondern: das Geld, was ich in Zukunft einspare, wenn ich nicht mehr rauche, werde ich sparen. Meinem Mann hab ich gesagt, dass ich mir das genau ausrechnen werde, Nicotinell kostet ja auch einiges und dass ich mir zum Zahltag das eingesparte Geld vom Konto hole und dieses Geld gaaaanz für mich allein sparen werde. Dass ich dieses Geld ja gut für einen Umzug brauchen kann, oder, dass ich mir davon einen ganz persönlichen Wunsch erfüllen werde, an dem er aber nicht teilhaben wird.
Glaub, das ging zu einem Ohr rein und zum andern wieder raus. Weinen


Liebe Grüsse an alle,
Rose
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Rose07 hat zum Thema: Re: Ich weiss nicht mehr weiter.... geschrieben

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