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(Noch) nicht genug Mut

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Hölzchen
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.07.2007
Beiträge: 40

BeitragVerfasst am: 12.07.2007, 15:22    Titel: (Noch) nicht genug Mut Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

vorgestellt habe ich mich gestern und hete auch schon wieder was geschrieben, komme gar nicht mehr weg vom Computer, so interessant ist es, sich durch die verschiedenen Brichte zu lesen.

Mein Problem ist es, dass ich noch nicht genug Mut habe, meinem Mann ein Ultimatum in Form der Trennung zu stellen, weil ich mir eben nicht sicher bin, ob das übrhaupt was bringt bei ihm. Obwohl, die Erfahrungen hier im Forum sagen da ja was anderes...

Vor zwei Wochen habe ich mich im Internet nach Wohnungsmietpreisen erkundigt, der letzt Schock war vorige Woche, als ich herausfand, dass er sich Schnaps in eine Sprudelflasche abgefüllt hatte.

Mensch,mensch, wie soll denn das weitergehen?!

Seitdem ist mehr oder weniger wiedermal Funkstille zwischen uns, er tut als wäre nichts, ich brüte meine schwarzen Gedanken aus.

Was mich außerdem noch betrübt: Sollte ich wirklich den Mut zur Trennung aufbringen, habe ich auf jeden Fall die Kinder 100%ig gegen mich. In ihrem kindlichen Gemüt ist Papas Alkoholproblem noch nicht relevant, natürlich lieben sie ihn und ihr zu Hause, es würde eine Welt zusammenbrechen. Als Kind war für mich selber der Gedanke an einen Wohnungswechsel eine unvorstellbare Katastrophe. (Ich komme aus einer intakten Familie, wie man das so sagt, obwohl sich kürzlich herausstellte, dass meine Eltern wieder mit anderen "Vertuschungsproblemen" zu tun haben.)

Viele Grüße vom Hölzchen
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Hölzchen hat zum Thema: (Noch) nicht genug Mut geschrieben
partner
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 09.07.2007
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 12.07.2007, 16:03    Titel: Re: (Noch) nicht genug Mut Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Hölzchen.

Sei lieb gegrüßt auch von mir. Deine Überschrift allein hat mich dazu gebracht, deinen text zu lesen. Mir geht es genauso.

Auch ich habe den mut noch nicht gefunden, die trennung auszusprechen, auch aus dem grund weil ich das nicht will. Eigentlich nicht !!

Und auch das Thema mit meinen Kindern. Gott sei dank haben sie noch nie was mitbekommen ! Ich habe von Anfang an gefordert, das er nie vor meinen Kindern trinkt. Daran hat er sich bis heute gehalten !! (Ich klopf mal kurz auf meinen Holztisch...)

Naja, wie es bei uns weitergeht weiß ich auch noch nicht. Ich hoffe das der Erfahrungstausch uns alle weiter bringt !!

Viel Glück und Kraft vom Partner
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partner hat zum Thema: Re: (Noch) nicht genug Mut geschrieben
Ayki79
Gast






BeitragVerfasst am: 12.07.2007, 17:29    Titel: Re: (Noch) nicht genug Mut Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Hölzchen,

was mir bei deinem Posting sofort aufgefallen ist:
Zitat:
ob das übrhaupt was bringt bei ihm.

Es bringt in aller erste Linie DIR UND DEN KINDERN etwas, wenn du ausziehst. Auch die Kinder werden das irgendwann einsehen. Wie alt sind sie denn überhaupt?

Zur Zeit ist es noch so, dass du dich trennen möchtest, um deinen Mann dazu zu bewegen, die Trinkerei an den Nagel zu hängen. Das klappt meistens jedoch nicht!

Du musst dir schon sicher sein, und 100%ig dahinter stehen, wenn du ihm ein Ultimatum stellst. Und ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: Mach den Schritt, wenn du es nicht mehr aushalten kannst! Es wird dir besser gehen - ohne ihn! Du wirst dein Leben wieder genießen können, wenn nicht nur noch sein Problem in deinem Hirn rumschwirrt! Lies dich hier ein wenig durch. Du wirst sehen - alle "Fälle" und Situationen ähneln sich...

Viel Kraft für deinen weiteren Weg!
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Ayki79 hat zum Thema: Re: (Noch) nicht genug Mut geschrieben
Hölzchen
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.07.2007
Beiträge: 40

BeitragVerfasst am: 12.07.2007, 19:26    Titel: Re: (Noch) nicht genug Mut Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

@Ayki79

Die Kinder sind 8 und fast 10 (in 2 Wochen). Ich denke nicht, dass sie noch nie was mitbekommen haben, wie überall eher die Anspannung und die schlechte Stimmung, aber wie gesagt, mit dem Alkoholproblem können sie das noch nicht direkt in Verbindung bringen.

Ich muß ehrlich sagen, dass es mir eher so wie partner geht, dass ich nämlich eher noch nicht gehen will, ohne noch einen Versuch unternommen zu haben.
Es ist wirklich total verwirrend... und ich brauche noch einige Lesezeit hier im Forum...
Ist glaube ich wohl auch keine Schande Smilie

Vielen Dank für eure Antworten

Schönen Abend noch und bis bald.

Hölzchen
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Hölzchen hat zum Thema: Re: (Noch) nicht genug Mut geschrieben
Ayki79
Gast






BeitragVerfasst am: 12.07.2007, 19:33    Titel: Re: (Noch) nicht genug Mut Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Das Forum ist auch wirklich gut dafür geeignet. Lass dir so viel Zeit, wie du sie benötigst. Aber schieb es nicht zu weit hinaus. Denk an dich und besonders auch an deine Kinder! Deinen Mann musst du außen vor lassen! Er muss SEIN PROBLEM selbst lösen (oder auch nicht). Das hast du eh nicht in der Hand. Deine Kinder kriegen viel viel mehr mit, als du denkst! Ich würde an deiner Stelle offen mit ihnen reden. Sie sind schon ziemlich groß und werden einiges (wenn auch nicht alles) verstehen. Sie brauchen eine Erklärung - sonst denken sie hinterher, sie wären Schuld an der Situation bzw. an der evtl. Trennung... So sehe ich das jedenfalls... Viel Glück.
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Ayki79 hat zum Thema: Re: (Noch) nicht genug Mut geschrieben
Tihaso
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.07.2007
Beiträge: 1169
Alter: 46
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 12.07.2007, 20:22    Titel: Re: (Noch) nicht genug Mut Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

HAllo,
ich kann deine Gefühle sehr gut verstehen.. aber das die Kinder nichts mitkriegen, ist ein Ammenmärchen.. wirklich..Ich bin selbst Mutter zweier Töchter (8 und 11) und bin auch mit einem Alkoholiker verheiratet. Er hat 2 LZT hinter sich und seit drei Jahren haben wir getrennte Wohnungen. Wir haben uns durch die räumliche Trennung wieder annähern können..und auch nur, weil er selber für sich einstehen musste. Nun ist er aber meiner Meinung nach wieder rückfällig, er bestreitet dieses, aber ich habe meinem Gefühl vertraut. Ich habe auch gemerkt, wie schnell mna selber wieder in die alten co-abhängigkeitsmuster gerät..ich habe richtige Schmerzen, weil ich nun stark bleiben muss..ich kämpfe mindestens genauso wie er..es hat mich unendlich viel Kraft gekostet, meine Schlüssel wiedereinzufordern, ihm nicht nachzutelefonieren und ihm die Ansage zu machen, dass er zwar jederzeit die ids sehen kann, aber sollte ich nur den Hauch eines Verdachts des Trinken seinerseits haben, dann müsse er gehen. Ich denke, jeder braucht sein eigenes Tempo, um zu dem Schritt zu gelangen.. mir haben bei meinen damaligen Überlegunegn sehr die Worte meiner Schwester geholfen:..überlege dir einmal, was du deinen Kindern vorlebst!! Sie empfinden dieses bedingungslose stillhalten deinerseits als normal und vielleicht leben sie es später auch!.. Will ich das für meine Kinder?? NEIN.. ich denke, ich habe ihnen vielleicht ein Stück weit auch eine Lösung und einen Umgang gezeigt.. die Worte meiner Schwester haben mir Angst gemacht - aber sie haben mich in meinem weiteren Vorgehen bestärkt...
Nun stehe ich allerdimgs gerade im Moment wiede in einem tiefen Gefühlstief und bin sehr froh, dass er seinen RAum hat und ich mit den Kindern den unseren..
Ich wünsche euch viel Kraft und vielleicht helfen meine Worte euch ja auch....alles Liebe Tina
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Tihaso hat zum Thema: Re: (Noch) nicht genug Mut geschrieben
klaro
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 06.01.2007
Beiträge: 287
Wohnort: Borken

BeitragVerfasst am: 13.07.2007, 21:02    Titel: Re: (Noch) nicht genug Mut Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo hölzchen!
Ist ein Familienmitglied alkoholabhängig, leidet die ganze Familie mit. Was wird nicht alles getan, um den Alkoholkonsum des Abhängigen unter Kontrolle zu bringen? Dabei werden die verschiedensten Methoden angewandt - wegschütten oder verstecken der alkoholischen Getränke, suchen nach den heimlichen Alkoholvorräten, mittrinken, bitten, versprechen, fordern, schimpfen, drohen, beschuldigen. Die Versuche der Familie den Alkoholismus eines Familienmitgliedes in den Griff zu bekommen, bestimmen immer mehr das gesamte Denken, Fühlen und Handeln der Familie. Es werden immer neue Versuche unternommen, immer neue Hoffnungen geweckt und gleichzeitig immer neue Enttäuschungen erlebt. Der Alkoholismus des Betroffenen wird zum Mittelpunkt der Familie. Die Gefühle der Familienmitglieder sind denen des Abhängigen sehr ähnlich, auch sie fühlen sich hilflos, schuldig und frustriert. Hinzu kommt eine gewaltige Portion Ärger und Wut, denn alle Bemühungen führen zu keinem befriedigendem Ergebnis. Änderungen sind meist nur von kurzer Dauer uns alsbald beginnt das Spiel von Neuem.
Eine ehemalige Co-Abhängige fasste dies folgendermaßen in Worte: "Ich dachte immer ich müsste meinen Mann vom Alkohol wegbringen. Dabei bemerkte ich nicht, wie ich selber immer mehr in süchtiges Verhalten fiel. Mein Partner hatte den Alkohol im Körper, ich hatte den Alkohol im Kopf - aber den, den er getrunken hat oder trinken wird. Meine Gedanken kreisten permanent um den Alkohol: Wird er wieder trinken? Was erwartet mich zu Hause, wenn er betrunken ist? Wo hat er den Stoff versteckt? Ich habe nur noch an ihn und seine Sucht gedacht, nicht mehr an mich. Ich wusste ganz genau, was gut für meinen Mann war. Er sollte aufhören zu trinken, damit es mir und der Familie besser ginge. Leider ist dieses Konzept nicht aufgegangen. Heute habe ich erkannt, dass ich nicht an seinem Trinken schuldig bin und auch nichts daran ändern kann. Mein Partner muss trinken, er wird nicht wegen mir aufhören. ABER: Ich kann was für mich tun, denn ich bin der einzige Mensch, den ich ändern kann."

könnte das nicht auch auf dich zutreffen???????

gruss heinrich
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klaro hat zum Thema: Re: (Noch) nicht genug Mut geschrieben
Herzenswärme
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 17.04.2007
Beiträge: 103

BeitragVerfasst am: 14.07.2007, 08:49    Titel: Re: (Noch) nicht genug Mut Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hölzchen hat Folgendes geschrieben:


Was mich außerdem noch betrübt: Sollte ich wirklich den Mut zur Trennung aufbringen, habe ich auf jeden Fall die Kinder 100%ig gegen mich. In ihrem kindlichen Gemüt ist Papas Alkoholproblem noch nicht relevant, natürlich lieben sie ihn und ihr zu Hause, es würde eine Welt zusammenbrechen. Als Kind war für mich selber der Gedanke an einen Wohnungswechsel eine unvorstellbare Katastrophe.



Hallo liebes Hölzchen,

vielleicht hilft es Bilanz zu ziehen: Wie kümmert sich Dein Mann neben seiner Trinkerei noch um die Kinder ? Wie hat sich Dein Verhältnis zu Deinen Kindern verändert, seit Dein Mann trinkt ? Bist Du angespannt, gereizt ? Möchtest Du am liebsten die Tür hinter Dir zumachen, um Dich nicht mehr mit irgendwelchen Erwartungshaltungen auseinandersetzen zu müssen ? Hast Du oft das Gefühl, enttäuscht worden zu sein, insbesondere durch das Verhalten Deines Mannes ? Steht Dir alles bis Oberkante Unterlippe ?

Was hat Deine Liebe zu Deinem Mann bislang gegen seine Trinkerei genützt ? Wann hast Du das letzte Mal das Gefühl gehabt, Ihr seid von Grund auf eine glückliche Familie und versucht nicht nur die Illusion davon festzuhalten ?

Deine Kinder sind 8 und 10 Jahre alt ? Gehe das Thema Alkohol mit ihnen konkret durch. Informiere sie kindgerecht übr die Suchterkrankung. Frage sie nach ihren Beobachtungen. Traue ihnen ruhig zu, dass sie sich damit auseinandersetzen können - denn unbewusst werden sie ohnehin schon dazu gezwungen.

Meine Jungs stürmen auch jedesmal begeistert auf ihren Papa zu, wenn er sich zu ihren Wachzeiten mal zeigt. Wenn er dann eine Fahne hat, dann sagt mein Großer (bald 7 Jahre) ihm das auch. "Du hast Alkohol getrunken!" Mittlerweile wiegelt mein Mann auch nicht mehr ab, sondern gibt es vor ihm einfach zu.

Meine Jungs lieben ihren Papa - natürlich; es wäre für sie auch ein schwerer Schlag, wenn wir auf eine endgültige Trennung zusteuern. Aber ich kann ihnen dann offen erklären, warum und weshalb; auch wenn ich auch zu befürchten habe, dass sie auf mich dann erstmal sauer sind.

Aber das bin ich bereit in Kauf zu nehmen, damit sie baldmöglichst in alkoholfreier Umgebung aufwachsen können, mit einer dann coabhängigkeitsbefreiten Mutter. Dieser Prozess wird noch eine Weile dauern. Momentan habe ich noch diesen Schwebe- bzw. Lauerzustand ( man nennt es auch Hoffnung Cool ).

Daher kann ich Dein Zögern einerseits gut verstehen. Das Thema Alkohol ist aber nicht zu schwer für Deine Kinder. Schwerer für sie ist, sie in einer diffusen Stimmung zu halten. Deine kleinen Schätze haben doch bestimmt auch nach Deiner Ansicht ein Recht darauf, ernst genommen, ehrlich und respektvoll behandelt zu werden Winken ?!

Alles Gute für Euch !

Herzenswärme
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Herzenswärme hat zum Thema: Re: (Noch) nicht genug Mut geschrieben

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