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Ein Aus für die Euphorie?

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Aus meinem Tagebuch   •    ich gebe mich bald selber auf  
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hasenpfoetchen
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 21.06.2007
Beiträge: 84

BeitragVerfasst am: 10.07.2007, 14:32    Titel: Ein Aus für die Euphorie? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo allerseits,
die anfängliche Euphorie verlies mich schlagartig. Voller Tatendrang, Motivation und Energie beschloss ich mich zu beobachten um meine mir bis jetzt unbekannten Gefühle kennen zu lernen und nicht mehr zu trinken.

Tja das war ein wunderbarer Zustand, leider hielt er nicht lange an. Das brutale Leben hat mich zurück. Teilweise komme ich gut zurecht, überwiegend geht mir mein Weiterentwicklung zu langsam voran. Es macht mich wahnsinnig, dass sich momentan garnichts tut. Ich frage mich ist das alles was ich an mir verändert habe? Das war aber wirklich nicht viel. So werde ich furchtbar ungeduldig, ich hänge nur rum, habe keine Lust irgendwas zu unternehmen, rauche wie ein Schlott und seit neuestem esse ich viel zu viel und alles durcheinander.
Ich frage mich was ist passiert? Suche ich mir eine Ersatzsucht oder ähnliches? Ich könnte so viel machen, ich bin irgendwie am Ende angelangt. Das kann doch nicht alles gewesen sein.

Das rumhängen ist ganz schlimm. Nach vier Wochen kommen mir jetzt immer öfter wieder Gedanken an Alkohol. Ich hab zwar kein direkten Saufdruck, aber ich kann mich nicht zusammenreissen und in die Puschen kommen. Ich hoffe das gibts sich wieder.

Traurig
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hasenpfoetchen hat zum Thema: Ein Aus für die Euphorie? geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32811
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 10.07.2007, 14:58    Titel: Re: Ein Aus für die Euphorie? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich weiß jetzt nicht, ob ich die richtigen Worte finde, aber Euphorie ist in meinen Augen etwas nicht so Gutes, wenn es um unsere Krankheit geht.

Wir haben unserer Leben dem Alkohol gewidmet und eigentlich nie das richtige Leben kennengelernt.

Als es für mich kein Leben mit Alkohol mehr gab, war ich enfach nur dankbar und ungeduldig, was mein weiteres Leben so bringen wird.
Es hat natürlich auch Jahre gedauert, bis es zufrieden und glücklich war, aber auch an den ersten Tagen war jeder Tag schöner, als mit Alkohol bzw. den Kampf, meinen Körper mit Alkohol versorgen zu müssen.

Es ist nicht alles Sonnenschein, was wir jetzt ohne Alkohol alles erleben dürfen und können. Es ist die Realtität.
Für mich gab es aber nie, nicht einen Tag, wo ich mir mein altes Leben wieder zurücksehnte.
Dieses alte Leben war für mich so schlimm, dass es einfach keine Altanative mehr darstellte.

Kurz gesagt, ich hatte meine persönlichen Tiefpunkt erreicht, wenn nicht sogar überschritten, wenn dies möglich ist.

Lieber viele Tage langweilig in der Ecke sitzen und allein sein, als je wieder einen alten Tag erleben zu müssen.

Gruß
Karsten
____
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Karsten hat zum Thema: Re: Ein Aus für die Euphorie? geschrieben
Annika
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.12.2005
Beiträge: 3847
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 10.07.2007, 15:22    Titel: re Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo hasenpfoetchen

Da hat Karsten Recht, keine frage jeder nüchterne Tag ist besser als alles andere.

Trotz alledem durfte ich hier lernen, dass es NICHT ausreicht einfach nur nichts mehr zu trinken.

Ich lernte hier meinen Tag zu strukturieren, vor allem meine Abende, meine Rituale abzulegen. Mich zu bewegen von meinem heiß geliebtem Sofa, wo ich immer saß und trank.

Ich suchte mir nach und nach Ablenkung für die Leere die der fehlende Alkohol in mir verursachte.

Hab Geduld mit dir und höre in dich hinein. Was fehlt dir ?

Wenn du müde bist schlaf, wenn du nervös bist mache Sport oder gehe stramm sparzieren. Auch Hunger, Durst, frage dich ab, was ist los im Moment.

So habe ich es getan. Tu dir mal was gutes und vor allem laß das erste Glas stehen. Wenns zu schwer wird, denke an die 24 Stunden.

LG Annika
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Annika hat zum Thema: re geschrieben
mirisa
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.07.2007
Beiträge: 178

BeitragVerfasst am: 10.07.2007, 15:39    Titel: Re: Ein Aus für die Euphorie? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Hasenpfötchen,

auch ich schließe mich an und sage, jeder Tag ist besser ohne Alkohol.....
was mich interessiert? Machst du Therapie? Bei mir war Alkohol Mittel zu Zweck, es hätte auch ein anderes Suchtmittel sein können, in meiner Therpie lerne ich langsam mit meinen Gefühlen umzugehen, sie zu verstehen und mit ganz schlechten Gefühlen und Emotionen klarzukommen.....und das braucht Zeit aber ich habe ja noch viele Jahre zum üben vor mir....

ich war sicher nicht ganz an meinem Tiefpunkt, doch da will ich auch nicht hin....es ist sehr sehr schwer altes,gut gelerntes Muster abzulegen, aber es lohnt sich was neues an sich auszuprobieren....tu dir was gutes....und bewerte dich nicht so schnell....Kopf hoch....heut ist der Tag vielleicht schwierig, morgen ist ein neuer Tag....die 24 Std-Regelung finde ich auch sehr gut....
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mirisa hat zum Thema: Re: Ein Aus für die Euphorie? geschrieben
ClaudiA
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.06.2007
Beiträge: 2583
Alter: 40
Wohnort: in meinem Nestchen in Bayern

BeitragVerfasst am: 10.07.2007, 16:05    Titel: Re: Ein Aus für die Euphorie? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo hasenpfötchen,

mir geht es - (nun in Woche drei) ähnlich. Ist mir gestern so richtig aufgefallen.

Und - ich lebe zurzeit auch noch im 24 Stunden-Rhythmus, d.h. ich bin jeden Abend beim Zubett gehen doch zufrieden, daß ich eben nix getrunken habe!!

Aber wie auch Annika schon sagte, ich muß "einfach" lernen gerade abends (tagsüber im Job bin ich beschäftigt) eben mal was anderes zu machen. Und auch am Wochenende.

Ich bin das letzte Jahr abends nach der Arbeit direkt nach Hause gefahren und auch dort geblieben. Betrunken Autofahren geht ja nicht - und ich wohne auch in einem sehr kleinen Ort.

Nun versuche ich eben langsam auch mal wieder Freunde zu besuchen, oder ich treff mich mit Mann & Kind in der Stadt und wir gehen noch Bummeln oder so. Für´s kommende WE sind wir noch am Babysitter suchen, dann geht´s auch mal wieder ins Kino.

Innerlich fühl ich mich grad oft tierisch aufgewühlt, könnte manchmal platzen und weiß nicht mal, warum.

Aber eins weiß ich - es liegt an mir und an sonst niemandem. Und was ich noch weiß - vor gut drei Jahren spielte der Alkohol in meinem Leben eine sehr untergeordnete Rolle und da war ich auch zufrieden im großen und ganzen mit meinem Leben.

Nachdem ich meinen Freund nun seit bald acht Jahren an meiner Seite habe, gehe ich davon aus, daß auch er sich über die alte Claudia wieder freut, in die er sich damals verliebt hat Lachen .

Und - was ich in drei Jahren kaputt gesoffen habe, kann ich nicht mit ein paar Wochen des nicht Trinkens wieder gut machen.

Also heißt es für mich, daß ich mir jeden Tag meinen Tritt gebe und weiter daran arbeiten werde, aus meinem alten Trott heraus zu kommen.

Und zu ändern gibt´s bei mir noch einiges Winken

Kopf hoch also und durchbeissen!!!

P.S. Was das Essen anbelangt - ja... doch, könnte ich auch. Tu ich auch, aber ich guck daß ich fettes mit gesundem Austausch Lachen
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ClaudiA hat zum Thema: Re: Ein Aus für die Euphorie? geschrieben
hasenpfoetchen
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 21.06.2007
Beiträge: 84

BeitragVerfasst am: 10.07.2007, 16:10    Titel: Es geht mir schon wieder besser Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für die schnelle Hilfe,

wenn ich jetzt nachdenke bin ich natürlich Eurer Meinung. Das rumsitzen und sich langweilen, das war nicht der Punkt. Sondern eine Verhaltensweise von früher. Wenn mich der Zustand erreichte, schenkte ich mir ja was ein. Deshalb war ich jetzt so deprimiert. Nix für ungut, ich hab fluchtartig die Wohnung verlassen und bin zum joggen. Sowas hab ich noch nie in meinem Leben getan, allein im Wald. Und da ist mir gleich besser gegangen. Vor allem das beste war, ich hatte absolut keine Angst. Irgendwas beschützte mich. Eine Stimme sagte mir, wenn dir jetzt irgedwas passieren soll, Überfall oder so, dann passiert es sowieso, ob du Angst hast oder nicht.
Alle Gummibärchen sind ausgeschwitzt, ich höre mehr und öfter in mich rein, mein Kopf ist wieder frei. Ich danke Euch allen sehr Smilie

An Annika, ja ich bin seit kurzem in einer SH-Gruppe, ansonsten mache ich keine Therapie. Manchmal habe ich schon daran gedacht zum Psychiater zu gehen. Momentan habe ich noch die Hoffnung mit meinen Freunden von den A....s und mir alleine zu schaffen.
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hasenpfoetchen hat zum Thema: Es geht mir schon wieder besser geschrieben
Annika
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.12.2005
Beiträge: 3847
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 10.07.2007, 16:15    Titel: re Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo


die Frage nach der Theraphie stellte Marisa Winken

Nicht vergessen wir sind ja auch eine SHG. Das ist meine einzige Krücke gewesen, dieses Forum. und Ich bin jetzt 20 Monate trocken.

LG Annika
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Annika hat zum Thema: re geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32811
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 10.07.2007, 16:24    Titel: Re: re Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

Annika hat Folgendes geschrieben:


Nicht vergessen wir sind ja auch eine SHG. Das ist meine einzige Krücke gewesen, dieses Forum. und Ich bin jetzt 20 Monate trocken.

LG Annika


Wer dieses Forum hier als seine Selbsthilfegruppe ansieht, dem sollte es auch wichtig sein, hier alles über sich zu schreiben.
Dafür haben wir viele Beispiele in den geschützten Bereichen, wo Forenteilnehmer, wie Annika, hier gelernt haben, sich ein nüchternes Leben aufzubauen.
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Karsten hat zum Thema: Re: re geschrieben

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