| Wie bleibst du trocken ? • wage den ersten wichtigen Schritt!!!! |
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hasenpfoetchen neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 21.06.2007 Beiträge: 84
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Verfasst am: 03.07.2007, 11:39 Titel: Sich am Arbeitsplatz outen |
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Hi,
brauch mal wieder Eure Hilfe im Bezug auf das outen, weil ich Alkoholikerin bin. Nun gehe ich jetzt regelmäßig in eine Therapiegruppe, in dieser eines der Therapieschritte ist, anderen Alkoholkranken zu helfen. In der Arbeit hab ich so eine Kollegin, die mich angefleht hat ihr zu helfen.
Nach dem sie mir so sehr leid tat, sagte ich zu ihr dass ich auch Alkoholikerin bin und sie gerne in eine Therapiegruppe mitnehmen kann.
Mein Angebot hab ich recht schnell bedauert, weil ich mir jetzt Sorgen um das Gerede der anderen mache und vielleicht kündigen sie mir, wenn sie es erfahren. Ich glaub, ich hab Mist gebaut. Die andere Sache ist die, ob es so gut ist, meine Kollegin in die gleiche Therapiegruppe mitzunehmen. Irgendwie bin ich verunsichert und hoffe jemand hat ein Tip für mich oder hat ähnliches erlebt?
Danke. |
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Spedi Gast
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Verfasst am: 03.07.2007, 11:49 Titel: Re: Sich am Arbeitsplatz outen |
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Servus Hasenpfötchen,
ja, da bist wohl über's Ziel hinausgeschossen, was Deine eigene Überzeugung angeht?
Macht nix, schon wieder was dazu gelernt: Ich muss mich nicht outen, wenn ich nicht wirklich will.
Und wann will ich? Ich will mich dann outen, wenn ich für mich einen Vorteil darin sehe. Den sehe ich immer dann, wenn es mir nützt, Abstand zum Alkohol zu bewahren. Und das ist für mich immer der Personenkreis, in dem ich mich aufhalten muss. Also auch der Arbeitsplatz - da habe ich von Anfang an (=bei der Bewerbung im Vorstellungsgespräch) mit offenen Karten gespielt.
Was die Gruppenbesuche angeht: da meine ich, dass sich jede(r) seine Gruppe selbst suchen sollte. Das mag am Anfang Überwindung kosten, ist m.E. aber auch sehr sinnvoll: ich wähle den Weg dann bewusst und werde meine Gruppe auch als einen wertvollen Weg in Erinnerung behalten.
Zum Schluß noch was in eigener Sache: kein Arbeitgeber kann Dir einfach so kündigen, nur weil er erfährt, dass Du Alkoholiker bist. So lange Du trocken bist, sowieso nicht.
Also, genieße es zu wissen, dass Du gerade eine "Baustelle" geschlossen hast!
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Sich am Arbeitsplatz outen geschrieben
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Andi Gast
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Verfasst am: 03.07.2007, 12:01 Titel: Re: Sich am Arbeitsplatz outen |
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Hallo Hasenpfötchen,
Das heißt für mich,daß Du dich selbst noch nicht geoutet hast auf deiner Arbeitsstätte?
Wenn dem so ist,wie willst Du,dann in Zukunft ehrlich mit Dir,und deinen Mitmenschen umgehen?
Ich habe mich von Anbeginn geoutet,waß ich zwar nicht brauchte,da es eh alle wussten,und ich zum Teil,ja auch noch durch Vorgesetzte,sowie von Kollegen gedeckt wurde,leider!
Du stehst selbst noch in den Anfängen,deines trockenen Leben's,und solltest dich erst einmal,nur auf dich selbst konzentrieren!
Es ist zwar ehrbar,daß Du einer Kollegin von Dir Hilfe anbieten möchtest,
aber dafür,müssten erst einmal deine Grundlagen gesichert sein!
Jetzt ist es zwar eine Zwickmühle,aber auch aus dieser ist ein entrinnen möglich.Gehe zu deinem Arbeitgeber,sprich mit Ihm offen,über deine Situation,und oute dich,ohne wenn und aber.
Alles andere,wäre ein Hintertürchen offenhalten,und was daraus resultiert,daß siehste ja jetzt.
Wärst Du gleich offen mit dieser Situation umgegangen,dann müsstest Du,Dir jetzt keine Gedanken und Kopfzerbrechen machen!
Alkoholismus,ist eine anerkannte Krankheit,aber um dieses auch so benennen zu können,muß ich es mir auch verinnerlichen,und zu dieser Krankheit,ohne wenn und aber stehen!
Informiere deinen Arbeitgeber,so schnell wie möglich!
Es ist A. dein Arbeitsplatz,und B. dein Leben!
Wie willst Du jemanden helfen,wenn Du,diesen Weg,selbst noch nicht kennst,und gegangen bist?
Gruß Andi |
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| Andi hat zum Thema: Re: Sich am Arbeitsplatz outen geschrieben
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carnel aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.10.2006 Beiträge: 986 Wohnort: Baden-Württemberg
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Verfasst am: 03.07.2007, 12:32 Titel: Re: Sich am Arbeitsplatz outen |
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hallo pfötchen,
also ich bin komplett goutet. meine chefs wissen bescheid.
nur ob du dich outest ist ganz allein deine sache. ich denke es geht, grundsätzlich, keinen etwas an. od du nun alkoholiker bist oder an krebs leidest ist ganz deine eigene sache wem du das auf die nase bindest. du musst nichts erzählen.
aber! ich habe die erfahrung gemacht, dass gerade in der anfangszeit offenheit unheimlich gut tut und wichtig ist. zumal man sich selber schützt und bei unangenehmen situationen nicht eine "dummheit" begeht. bsplsweise sektempfang, gebtag usw.... wenn es klar ist wird immer ein lecker o-saft glas dastehn für dich. sehr entspannt!
aber die II: ich habe von leuten in meiner therapiegruppe mitbekommen,d ass ihnen nicht unbedingt positiv mitgespielt wurde nach dem outing. man darf auch diese seite nicht ausser acht lassen. das restrisiko bleibt natürlich bestehen.
liebe grüße
carnel |
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| carnel hat zum Thema: Re: Sich am Arbeitsplatz outen geschrieben
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hasenpfoetchen neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 21.06.2007 Beiträge: 84
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Verfasst am: 03.07.2007, 12:50 Titel: outen |
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Hi,
danke aber in meiner Euphorie, habe ich echt nicht aufgepasst, was ich mache. Meine Kollegin tut mir echt Leid. Jetzt kann ich hier nicht mehr zurück. Sie stirbt vielleicht sonst. Scheibenkleister, hätte ich nur vorher überlegt. Ich gebe ihr die AA-Info und dann soll sie sich eine Gruppe suchen.
Ob ich selber aus der Hilfe einen Nutzen habe? Ich denke schon, es hilft mir zusätzlich trocken zu bleiben? Oder? Ich weiss es nicht.
Grübel..Nein es hilft mir nichts, im Gegenteil, ich hab sie dann nur an der Backe, weil sie so unselbständig ist. Außerdem kann ich mich in der gleichen SH-Gruppe garnicht mehr frei äußern, wenn mich jemand kennt.
Es bringt mir momentan nichts. Ich lasse sie nicht hängen, biete ihr meine Hilfe an und mehr nicht. Ich wollte Mutter-Theresa sein und habe die Grenze übersehen.
Irgendwann mal werde ich mich in der Arbeit outen. Es ist alles noch zu früh, ich bin abolut noch nicht gefestigt, da habt ihr wohl recht. Momentan entlassen sie bei uns Leute für zu lautes pupsen. Alle sind genervt, sogar die obersten Chefs wissen nicht ob sie übernommen werden. Hiermit muss ich noch etwas Geduld haben, machen muss ich und will ich es auch. Ich werde mir das zwar nicht auf die Stirn schreiben aber im engsten Mitarbeiterkreis sag ich was.
Ich muss hier jetzt selber raus, so ist das wohl im wahren Leben. Trotzdem vielen Dank für die klaren Worte. |
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dorothea Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2006 Beiträge: 7472 Alter: 48 Wohnort: Salzgitter
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Verfasst am: 03.07.2007, 17:16 Titel: Re: Sich am Arbeitsplatz outen |
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hallo hasenpfötchen
also ob ich mich in der beruflichen situation nun grade outen würde weiß ich nicht, wenn die umstrukturieren brauchen die ja nun keinen grund um dich un feuern.
deiner kollegin solltest du höflich aber bestimmt sagen das du selbst grade erst am anfang stehst, und somit nicht die kraft hast ihr tatkräftig zu helfen ihr entsprechende nummern geben und gut. auch wenn sie dir hliflos erscheint, du kannst für sie nicht zur therapie usw gehen da muß sie sich schon selbst bewegen. lass dich nicht von dem so typischen "ich bin ja sooo schlecht dran" getue beeindrucken, das zeigen oft menschen die nicht wirklich was tun wollen, sondern lieber was getan bekommen. du begibst dich hier in eine gefahr die du nicht handhaben kannst. zieh da schleunigst einen schlußstrich, sonst fällst du auf die nase.
doro |
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| dorothea hat zum Thema: Re: Sich am Arbeitsplatz outen geschrieben
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hasenpfoetchen neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 21.06.2007 Beiträge: 84
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Verfasst am: 03.07.2007, 18:03 Titel: Outen |
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Vielen Dank Doro und alle anderen,
jetzt bin ich auch selber darauf gekommen. Ich gebe ihr morgen die Telefon-Nr. und sag ihr, dass ich die Kraft für mich brauche. Eine echt blöde Situation.
Ich verstehe das nicht. Die Welt da draußen ist echt grausam. Es wäre doch viel leichter für uns alle, wenn alle etwas mehr Verständnis hätten. Eigentlich müsste man die Kinder bereits im Kindergarten aufklären, was der Alkohol mit einem alles anstellen kann.
Dieses rechtzeitig nein sagen und Grenzen setzten, das muss ich noch lernen.
Ich muss mehr, intensiver und öfter über mich nachdenken. Diese anfängliche Euphorie schon alles zu wissen und zu kennen, die kann mich schneller aus der Bahn werfen als ich schauen kann. Ich kenne mich doch von früher. Da muss ich echt aufpassen und runter gehen vom Gas. Gut das ich das Forum gefunden hab. Es bringt mich wirklich wieder einen Schritt weiter. Ich muss viel mehr Respekt vor dem ganzen bekommen. Gut, dass ich morgen in die Gruppe gehe. |
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klaro neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.01.2007 Beiträge: 287 Wohnort: Borken
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Verfasst am: 03.07.2007, 18:32 Titel: Re: Sich am Arbeitsplatz outen |
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Hallo hasenpfote!
Da ihr gerade das thema, wie kann ich anderen helfen, in euer gruppe habt, hast du aus dem bauch heraus entschieden, deiner arbeitskollegin deine hilfe anzubieten. Was sollte daran falsch sein? Warum stellst du dir die frage, was dabei auf dich zukommen kann. Ich habe bisher noch von keinem arbeitgeber gehört, der einen nüchternen mitarbeiter entlassen hat nur weil er nicht mehr säuft. Frage dich mal, was sie von dir gedacht haben, als du noch gesoffen hast. Heute wo du es geschafft hast ein sauberes leben zu führen, sollte es dir egal sein was sie von dir denken. Als ich gesoffen hatte war ich gesprächsthema genug und jetzt wo ich nüchtern bin, soll ich da etwa sagen:tut mir nichts, denn ich trinke nicht mehr. Wäre doch irgendwie verkehrte welt, oder?
Mach weiter so und entscheide aus dem bauchgefühl heraus und lasse bei manchen dingen ruhig mal den verstand aussen vor.
Als ich dein posting las, war ich stolz auf dich, denn du bist über deinen eigenen schatten gesprungen und hast wieder was für dein selbstwert getan
Es grüsst dich herzlich heinrich |
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| klaro hat zum Thema: Re: Sich am Arbeitsplatz outen geschrieben
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