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Die Sucht ist nur in seinem Kopf

 
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immerdrauf
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 07.12.2005
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 29.06.2007, 17:38    Titel: Die Sucht ist nur in seinem Kopf Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, ich hatte heute morgen ein interessantes Gespräch mit meinem Mann.
Kurz erklärt, er ist Alkoholiker und hat nach seinem zweiten Entzug wieder mit Trinken angefangen. (Bier).

Er fragte mich, was ich gegen seine Flasche Bier am Abend hätte. In anderen Familien wäre das auch kein Problem. Das wäre es normal das Mann oder Frau mal ein oder zwei Flaschen Bier am Abend (ab und zu) trinken. Da würde auch nicht so ein Palaver gemacht.

Nebenbei bemerkt. Wir sind gestern Abend aneinander geraten.

Ich sagte das er ein Alkoholiker wäre das wäre der Unterschied, das er agressiv ist bevor er trinkt und aggresiver nach dem er getrunken hat.

Er meinte, er wäre aber seit dem er wieder Bier trinkt, nicht mehr so agressiv auf der Arbeit und könnte die Kundschaft besser ertragen.
Davon abgesehen würde im die Therapie in Deutschland sowieso nicht helfen können, weil die immer nur den Alkohol therapieren aber nicht die Sucht im Kopf. Das wäre in Belgien anders. Hier in Deutschland werden halt die Meisten wieder Rückfällig weil man das Trinken therapiert und nicht die Sucht die im Kopf statt finden.
Ihn könnte man mit der Therapiemetode in Deutschland sowieso nicht mehr behandeln, das hätte ein Therapeut beim letzten Entzug auch festgestellt.

Ich war sprachlos.

Bis bald
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immerdrauf hat zum Thema: Die Sucht ist nur in seinem Kopf geschrieben
klaro
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 06.01.2007
Beiträge: 287
Wohnort: Borken

BeitragVerfasst am: 29.06.2007, 18:54    Titel: Re: Die Sucht ist nur in seinem Kopf Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Immerdrauf!
Du kannst an deinen Mann nichts ändern, was er selbst nicht möchte.
Wenn er der Meinung ist, das er kein Spritkopf, trotz 2 Entzügen ist so
musst du ihn in den glauben lassen. So viel ich weiß und ich glaube mich
bestens auszukennen was in einer Therapie in Deutschland mit den Betroffenen
gemacht wird. Er redet sich fein heraus, da er weiß, das es in Belgien keine Klinik
für Suchtkranke gibt. Bei euch kommen sie , wie es bei euch so schön heißt
in die Klappse und werden mit Tabletten behandelt. Dort gibt es keine Gespräche
darüber, was er an seinem Verhalten ändern will. Mache was für dich und lasse ihn sein Ding
machen. Du kannst an ihm nicht ändern aber an dir. Mache dinge, die du schon immer mal gerne machen wolltest und suche dir einen Bekanntenkreis wo du dich aufgehoben fühlst.
Der Alkoholiker muss erst richtig in der Sche***e liegen, bis er bereit ist was für sich zu tun.
Ich würde dir ja raten eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, aber so viel mir bekannt ist gibt
es in Belgien so was nicht.

Je mehr du an ihn an seine Sauferei erinnerst, um so agressiver wird er und davon hast du nichts.

Es grüßt dich recht herzlich Heinrich Alk und Co- Alk
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klaro hat zum Thema: Re: Die Sucht ist nur in seinem Kopf geschrieben
immerdrauf
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 07.12.2005
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 29.06.2007, 19:08    Titel: Re: Die Sucht ist nur in seinem Kopf Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Klaro,
danke für deine Antwort,
Vielleicht habe ich das falsche rübergebracht aber wir leben in Deutschland, genauer in NRW.
Danke
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immerdrauf hat zum Thema: Re: Die Sucht ist nur in seinem Kopf geschrieben
Ette
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.01.2007
Beiträge: 1660
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 29.06.2007, 22:30    Titel: Re: Die Sucht ist nur in seinem Kopf Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Immerdrauf, vielleicht ist dein Mann noch nicht so weit, dass er gesund werden möchte. Er sucht Gründe, die außerhalb von ihm liegen, die ihn seiner Meinung nach am gesund werden hindern. Wenn er selbst nicht den Willen hat, trocken zu werden, dann kann er von Klinik zu Klinik wandern, ohne dass ihm jemand helfen kann. Zufällig weiß ich, dass es in NRW durchaus Einrichtungen gibt, wo die "Sucht im Kopf" behandelt wird. Was jeder daraus macht, der in einer therapeutischen Einrichtung war, liegt an ihm selbst. Er muss es wollen. Erst dann wird er auch in der Lage sein, professionelle Hilfe anzunehmen und das, was ihm gegen die "Sucht im Kopf" beigebracht wird, auch umzusetzen.

Klaro hat recht. Das Einzige, was du tun kannst ist, dich um dich selbst und dein Wohlergehen zu kümmern. Es gibt auch Selbsthilfegruppen für Angehörige, in denen du Hilfe und Unterstützung finden kannst. Mach dich selbst auf den Weg dein eigenes Leben zu leben und lass dich nicht durch sein Alkoholleben leben.

Liebe Grüße

Ette
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Ette hat zum Thema: Re: Die Sucht ist nur in seinem Kopf geschrieben
immerdrauf
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 07.12.2005
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 16:13    Titel: Re: Die Sucht ist nur in seinem Kopf Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ette, danke für Deine Antwort.

Bei mir ist es im Grunde genau wie bei meinem Mann, ich weis vom Kopf her das ich gehen muß, schon allein wegen meinem Sohn. Aber ich bin nicht in der Lage es umzusetzten.

Und mein Mann, das muß ich ehrlich zugeben, schafft es immer wieder, so überzeugt zureden, das ich wieder zweifle. I
ch frage mich dann immer; hat er nicht vielleicht doch recht. Sind die Fehler die bei uns in der Beziehung passiert sind, vielleicht durch mich und meine Ignoranz geschehen. Weil ich nicht in länger in Therapie gegangen bin. (Ich war mal für 6 Wochen- bin dann aber als nicht zu therapieren, weil ganz normal- nach "Hause " geschickt worden) Mein Mann meinte ich wäre bei dem falschen Therapeuten gewesen und die hätten mein Problem garnicht erkannt.
Wenn ich das schreibe könnte ich schreihen, weil das im Grunde die Höhe ist oder.
Wenn es doch einfach wäre zu gehen
Schönen Sonntag.
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immerdrauf hat zum Thema: Re: Die Sucht ist nur in seinem Kopf geschrieben
Ette
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.01.2007
Beiträge: 1660
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 16:54    Titel: Re: Die Sucht ist nur in seinem Kopf Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Immerdrauf,

das mit dem so überzeugend daherreden, das kenne ich nur allzu gut. Es ging bei mir so weit, dass ich begann, an meinen eigenen Wahrnehmungen zu zweifeln, weil er immer wahnsinnig überzeugende Erklärungen hatte für all das, was geschah.

Hast du in deiner Therapie angesprochen, dass dein Mann ein Alkoholproblem? Denn mit einem hat er vielleicht recht. Wir haben auch unsere Gründe dafür, dass wir mit solchen Männern zusammen sind. Die sind uns aber nicht unbedingt bewusst und da kann eine Therapie sehr hilfreich sein, um sie herauszufinden. Eine etwaige Therapie deinerseits entbindet ihn aber nicht davon, sein Alk-Problem in Angriff zu nehmen. Es kann aber sein, dass du durch ein Stillhalten das System aufrecht erhältst, dass es ihm ermöglicht, ohne Konsequenzen weiterzutrinken. Vor allem aber lass dir bitte nicht einreden, dass du Schuld an seiner Trinkerei bist. Oder trichterst du ihm das Zeug vielleicht ein? Das macht er ganz alleine und letztendlich gibt es keine Gründe für sein Trinken, die außerhalb seiner Person liegen.

Ich kann gut verstehen, dass es dir schwer fällt, zu gehen. Aber letztendlich ist es wohl nicht zu verhindern, wenn er sich nicht auf den Weg macht, trocken zu werden, solange du da bist. Ich weiß sehr gut, welches Auf und Ab der Gefühle das mit sich bringt. Ich falle immer mal wieder zurück in meinen Empfindungen ( http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic5908.html ) und könnte nur noch weinen, weil ich ihn ganz einfach vermisse. Schließlich lieben wir unsere Männer ja, sonst wären wir nicht mit ihnen zusammen oder zusammen gewesen.

Aber in der Situation hilft die Liebe weder uns noch ihnen. Wir reiben uns auf, ohne etwas zu bewirken. Im Gegenteil, solange wir immer wieder verzeihen, glauben und hoffen und unsere Enttäuschungen wegstecken wenn ihre Versprechen wieder einmal gebrochen werden, schaffen wir mit die Voraussetzungen, dass nichts geändert werden muss.

Es tut mir wirklich leid, dass ich dir keine andere Hoffnung machen kann, weil ich weiß, was es für ein Sch....gefühl ist, machtlos zu sein. Machtlos dem Trinken gegenüber und oftmals auch machtlos dieser Liebe gegenüber, die da ist und nicht weggehen will, obwohl wir selber weggehen müssen. Aber du selbst und dein Verhalten ihm gegenüber ist der einzige Hebel, den du ansetzen kannst, um die Situation für dich zu verbessern. Das geht aber nicht ohne Schmerzen, habe ich für mich festgestellt.

Liebe Grüße

Ette
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Ette hat zum Thema: Re: Die Sucht ist nur in seinem Kopf geschrieben
Ette
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.01.2007
Beiträge: 1660
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 17:02    Titel: Re: Die Sucht ist nur in seinem Kopf Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo liebe Moderatoren,

könnte bitte einer von euch in meinem Beitrag oben den Link so reparieren, dass er funktioniert? Ich hab irgendwas falsch gemacht.

Danke!

Ette
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Ette hat zum Thema: Re: Die Sucht ist nur in seinem Kopf geschrieben

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