| Mein Vater ist Alkoholiker - Hilfe für meine Mutter? • Mein Bruder ist Drogen und Alkoholabhängig was kann ich tun? |
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Beate neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 15.08.2005 Beiträge: 2
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Verfasst am: 15.08.2005, 22:27 Titel: Neuvorstellung und Bitte |
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Hallo an alle in der Runde!
Ich bin seit heute früh neu bei euch registriert, hab schon ein bisschen mitgelesen und möcht mich nun vorstellen und euch auch gleich um Rat bitten, auch wenn ich jetzt ein bisschen nervös bin.
Also, ich bin Beate, 38 Jahre alt, und wie mir mehr und mehr klar wird, eine schwere Co-Alkoholikerin. Vielleicht würde es jetzt zu weit führen, wenn ich euch die ganze Geschichte erzähle. Vielleicht nur so viel: Ich bin seit 2 Jahren mit meinem Freund zusammen. Schon in unserer Kennenlernphase, die zunächst sehr lange aus Briefen und Telefonaten bestand, sagte er mir, dass er schwerer Alkoholiker ist. Diese Information tat meiner Verliebtheit aber keinerlei Abbruch und wir zogen nach den ersten Treffen dann auch bald zusammen.
Naja, spätestens von da an begann eine ziemlich schwere Zeit für mich, da ich jetzt anfing, ihn und seine Krankheit ganz unmittelbar zu erleben. Schwer, schwer, schwer, war das. Aber auf der anderen Seite auch immer wieder beglückend, sonst hätt ich mich ja gar nicht erst verliebt...
Ich kürze jetzt mal ab: Vor 4 Wochen war mein Freund in stationärer Entgiftung. Seitdem ist er trocken und bemüht sich mit vielen neuen Aktivitäten, die ich bisher gar nicht an ihm kannte, um eine neue Lebensqualität.
Das völlig Absurde ist aber: Irgendwie scheine ich sehr schwer damit klarzukommen. Er ist so völlig anders: oft wortkarg, seine Stimmung schwankt permanent, er ist eigenbrödtlerisch und verschlossen, will kaum noch gemeinsame Mahlzeiten, und, und, und.
Kennt das jemand von euch? Bin ich zu ungeduldig und vielleicht zu blöd zu verstehen, was diese ersten Wochen der Abstinenz überhaupt bedeuten?
Ich mache mir so große Sorgen. Natürlich möchte ich ihn unterstützen und ich freue mich tierisch über jeden Tag, den er trocken übersteht. Es ist wunderbar zu sehen, welche Kräfte er auch wieder entwickelt. Aber das schwankt so unheimlich. Und ich hab Angst, einen Fehler zu machen, ihn vielleicht zu provozieren oder ähnliches. Bitte, kann mir jemand aus seiner Sicht etwas dazu sagen? Ich würd mich freuen, in eurem Kreis Hilfe zu finden, da ich ansonsten inzwischen ziemlich allein bin.
Danke sagt schon mal
beate |
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| Beate hat zum Thema: Neuvorstellung und Bitte geschrieben
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Teddy neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 17.07.2005 Beiträge: 145 Wohnort: Freistaat Bayern
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Verfasst am: 16.08.2005, 00:04 Titel: Re: Neuvorstellung und Bitte |
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Hallo Beate,
es ist natürlich schwierig zu diesem Thema etwas auszuführen wenn man seine Beweggründe für diese Verschlossenheit und seine jetzigen, von Dir beschriebenen Verhaltensweisen nicht kennt.
Die Zeit nach dem Entzug und der Entgiftung ist nie einfach, aber man sollte über alles reden und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Wie sieht es denn mit Deinem Freund aus, kannst Du ihn dazu bewegen sich hier im Forum einmal umzusehen und selbst was dazu zu schreiben, hier sind alles selbst Betroffene, EX-Alkoholiker und auch Co´s, also darin sollte nicht das Problem liegen, bloß so ohne nähere Kenntnis seiner Probleme die zu dieser Verhaltensweise führen kann man schlecht etwas sagen.
Möglicherweise könnte Dein Freund hier im Forum EX-Alkoholiker finden die ihm weiterhelfen könnten und denen er sich vielleicht anvertrauen würde weil er sich Dir gegenüber in irgendeiner Form noch so mitteilen kann oder er diesbezüglich noch Scham verspürt, alles schon da gewesen und alles menschlich.
LG
Teddy |
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chrissyta sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.03.2005 Beiträge: 1053 Wohnort: BW
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Verfasst am: 16.08.2005, 00:40 Titel: Re: Neuvorstellung und Bitte |
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hallo beate,
herzlich willkommen hier im forum.
wenn dein freund eine stationäre entgiftung in einer suchtabteilung gemacht hat, dann waren da auch therapiegespräche dabei. jeder alkoholiker der eine entwöhnungstherapie gemacht hat geht verändert nach hause. in meiner klinik wurden wir darauf vorbereitet, dass das alte umfeld dann probleme mit unserer veränderung haben wird.
diese sorgen die du dir jetzt machst, es sind die typischen merkmale eines co-abhängigen, ihr müsst beide lernen mit der neuen situation umzugehen. dein freund sieht heute alles nüchtern und da sieht man alles intensiver als wenn man benebelt durch die welt geht. du schreibst selber er ist motivierter, er hat mehr spass, über diese dinge solltest du dich einfach freuen und dir keine gedanken machen. die negativen dinge die du beschreibst könnten die nicht von deiner übersorge kommen? denke mal darüber nach. dein freund hat wieder angefangen zu leben und er kann für sich allein entscheiden, er wehrt sich innerlich gegen deine große besorgnis. er merkt ganz einfach, dass du ihm nicht vertraust, was die trockenheit betrifft.
bei mir war es kein freund der mich nach meiner trockenheit bemuttern wollte sondern meine tochter, ich habe mich auch dagegen gewehrt, denn ich stand wieder im leben und konnte mit meinen dingen selber klar kommen, es hat mich manchmal wütend gemacht und ich musste aufpassen, dass ich nicht aggressiv reagiere.
halte dich etwas zurück und versuche zu vertrauen, dann wird sich die ganze situation normalisieren.
gruss
chrissyta |
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soul42 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 05.05.2005 Beiträge: 425 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 16.08.2005, 08:01 Titel: Re: Neuvorstellung und Bitte |
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willkommen beate ,
versuche mit deinem freund so "normal" wie möglich umzugehen, denn, wie schon meine vorschreiberin es schon gesagt hat, für ihn ist es ein "neues" leben, und in diesem leben muss er sich auch erst mal zurecht finden, denn es ist schon ein riesen unterschied, benebelt oder nüchtern durchs leben zu gehen, er muss es NEU LERNEN, und das braucht seine zeit. es gibt für ihn immer neue situationen, die er nicht kennt und neu meistern muss.
geb ihm die zeit, vielleicht kannst du auch mit ihm über deine probleme reden, die du mit ihm hast, denn auch für dich ist es eine umstellung und eine völlig neue situation, ihr müsst beide lernen, mit der nüchternheit umzugehen.
lg soul |
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| soul42 hat zum Thema: Re: Neuvorstellung und Bitte geschrieben
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honda-daddy Gast
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Verfasst am: 16.08.2005, 08:23 Titel: Re: Neuvorstellung und Bitte |
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Hallo Beate
Kann Chrissyta nur zustimmen, nach der therapie haben wir alkoholiker gelernt wieder VERANTWORTUNG für das eigene leben zu übernehmen, ich denke das hat dein freund begriffen, heißt für dich aber auch verantwortung abgeben.
Ihr solltet euch beide mehr zeit geben. |
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| honda-daddy hat zum Thema: Re: Neuvorstellung und Bitte geschrieben
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Co-Schatz neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 27.06.2005 Beiträge: 6 Wohnort: zu Hause
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Verfasst am: 16.08.2005, 10:42 Titel: Re: Neuvorstellung und Bitte |
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Hallo Beate!
Ich bin zur Zeit fast in der gleichen Situation. Ich lag vorige Woche im Krankenhaus (800km entfernt)und habe von dort aus versucht meinen Mann einliefern zu lassen,was nach vielen Schwierigkeiten geklappt hat. Bin am Sonntag nach Hause gekommen und habe ihn besucht. Ich habe sofort gemerkt,dass er ganz anders ist als sonst. Ich habe mir ganz fest vorgenommen ihn so zu akzeptieren wie er jetzt ist, meine Bedürfnisse noch eine Weile hintenanzustellen und einfach von einem Tag auf den anderen zu leben und zu sehen was kommt.
Meien Devise lautet, lieber so als mit Alkohol!
Vielleicht hilft Dir das ja auch. Gib' ihm Zeit!
Liebe Grüße und einen schönen Tag! |
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Joachim Gast
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Verfasst am: 16.08.2005, 11:08 Titel: Re: Neuvorstellung und Bitte |
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Hallo Beate,
ich will mich gerne anschliessen.
Vertrau Deinem Freund, wenn er die Verantwortung wieder selbst für sich übernimmt.
Du musst Dich erst an die veränderte Situatio9n gewöhnen.
Gib Dir und Deinem Freund die Zeit.
Viel Kraft und alles Gute dafür
Joachim |
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| Joachim hat zum Thema: Re: Neuvorstellung und Bitte geschrieben
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Beate neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 15.08.2005 Beiträge: 2
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Verfasst am: 16.08.2005, 16:27 Titel: Re: Neuvorstellung und Bitte |
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Hallo, liebe Leute, die ihr mir geantwortet habt,
als Nicht-Alkoholikerin kann man sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen, was diese Veränderung tatsächlich bedeutet. Ich danke euch für die Ermutigung und die Hinweise, dass ich uns Zeit geben muss.
Ja, ich bin wirklich oft sehr ungeduldig, weil ich denk: und was ist mit mir? was ist mit meinen Bedürfnissen? Die sind ja schon sehr lange immer zu kurz gekommen, und jetzt soll ich wieder immer nur Rücksicht nehmen? Das fällt sehr schwer, aber ich will noch nicht aufgeben. Gerade jetzt nicht!!
Und natürlich ist das ein typisches Co-Problem: plötzlich kümmert er sich um sich - und als Partner fühlt man sich überflüssig. Das ist doch völlig widersinnig, eigentlich. Aber genau das ist wohl das Defizit eines Co-Abhängigen, dass er sich immer lieber um einen anderen kümmert als um sich selbst.
Da braucht es Übung, um diese 'Leere' auszufüllen. Ja, ich empfinde die Situation irgendwie als leer, ich reg mich nicht mehr auf über sein Trinken, ich leide nicht mehr unter seiner Aggressivität oder Traurigkeit, ich hab keinen triftigen Grund, mich nicht um meine Probleme zu kümmern. Das muss ich jetzt lernen.
Und vielleicht kommt ja bald die Zeit, in der wir mehr Gemeinsamkeiten leben können...
liebe Grüße von
Beate |
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| Beate hat zum Thema: Re: Neuvorstellung und Bitte geschrieben
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