| erst kurz trocken aber hochmotiviert • Meine nächsten Schritte |
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Fantasy40 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.06.2007 Beiträge: 64 Alter: 46 Wohnort: Nähe Köln
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Verfasst am: 25.06.2007, 12:19 Titel: Alleine schaffe ich es nicht ... |
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Hallo zusammen,
am Freitag hatte ich meine Geschichte in Kurzform im Vorstellungsbereich gepostet. Ich habe vor einigen Jahren situationsbedingt angefangen Wein zu trinken, nachdem ich zuvor mein Leben lang Antialkoholikerin war und inzwischen "hänge ich dran" - ich denke mal, ich bin der Alkoholsucht nun ganz und gar erlegen, denn es geht nicht mehr ohne. Ich habe es mit kontrolliertem Trinken versucht, mit alkoholfreien Weinen aber es geht nicht. Meine äußere Fassade steht noch perfekt, ich gehe arbeiten, bin auch grundsätzlich nie betrunken (allerdings hat mein Organismus auch schon eine hohe Akzeptanz entwickelt, denn ich kann schon einiges "wegdrücken" ohne dass man mir etwas anmerkt), habe gute soziale Kontakte, bin aktiv und sportlich, bin die ewig Perfekte und Hilfsbereite. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus, denn eigentlich bin ich nur noch ein Wrack - in der Woche beherrsche ich mich einigermaßen aber am Wochenende brauche ich schon vormittags ein Gläschen Wein, da ich sonst keine gute Laune habe. Morgens zittern meine Hände, nachmittags habe ich dann schon ein gutes Pensum Alk inne und das alles geht natürlich heimlich. Es wird heimlich neben dem Wein, den ich so öffentlich vor meinen Mitmenschen trinke, noch einiges versteckt, es wird heimlich getrunken und heimlich werden die leeren Flaschen entsorgt. Ich komme mir mit diesen heimlichen Aktionen manchmal wie ein Schwerverbrecher vor. Ich gaukle allen etwas vor mit meiner "geringen" Alkoholtrinkerei und in Wirklichkeit schütte ich manchmal unmögliche Mengen in mich rein. Ich leide dazu unter einer Autoimmunerkrankung des Dünndarms, muss Medikamente nehmen und meine Ärztin würde mir die Ohren lang ziehen, wenn sie wüßte, dass ich unter diesen Voraussetzungen Alkohol trinke. Ich darf es gar nicht, es wird mein Leben nicht gerade verlängern, wenn ich so weitermache aber ich kann nicht aufhören. Ich schaffe es nicht und das nervt. Eigentlich habe ich mir überlegt, dass nur noch zwei Dinge in Frage kommen: mit alkohol sterben, denn so will und kann ich nicht mehr, zudem ich mir eh gerade meine Gesundheit ruiniere oder ohne alkohol leben, wofür ich mich entschieden habe. Aber ich weiß nicht wie ich das anstellen soll, wie soll ich ohne Alkohol klar kommen? Ich kann, darf und will nichts mehr trinken aber ich glaube nicht, dass ich das schaffen kann. Ich bin sehr verzweifelt und weiss nicht mehr weiter. Einige von Euch Lieben haben mir ja schon Hilfe angeboten im Vorstellungsbereich und ich nehme auch jeden Rat und jede Hilfe an - ich will nur weg vom alk und zwar ganz und für immer!
Gruß, Fantasy |
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| Fantasy40 hat zum Thema: Alleine schaffe ich es nicht ... geschrieben
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Sensei aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.01.2007 Beiträge: 623 Wohnort: Raum München
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Verfasst am: 25.06.2007, 15:18 Titel: Re: Alleine schaffe ich es nicht ... |
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Hallo Fantasy,
ich habe Deine Vorstellung jetzt ganz gelesen und ich kann Dir vieles nachempfinden, denn so wie Dir ist es mir auch gegangen. Ich kenne das auch noch, wenn man sich in der Arbeit noch überlegt wo man den Stoff für den Abend herkriegt, damit man sich wieder ordentlich die Kante geben kann. Wieviele Flaschen werde ich denn heute noch brauchen?
Ich glaube auch nicht, dass Du es alleine schaffen wirst, da raus zu kommen. Das gelingt auf Dauer den Wenigsten. Hast Du Dir schon überlegt, mit Deinem Hausarzt über Dein Alkoholproblem zu sprechen? Alkoholkrankheit ist eine Krankheit, und mit der geht man eben zum Arzt. Der nächste Schritt sollte sein, dass Du Dir Gedanken über eine qualifizierte Entgiftung machst. Denn nur so kriegst Du das Gift relativ gefahrlos aus Deinem Körper. Du wirst medizinisch überwacht und nach ein bis zwei Wochen gilt man als entgiftet.
Das sind die ersten Schritte für Dich, wenn Du wieder LEBEN willst. Denn, und da sind wir uns wahrscheinlich einig, wirklich leben tut man mit Alk nicht mehr.
Ich wünsche Dir gaaanz viel Mut und Kraft, dass Dus anpackst!!
Liebe Grüße
Sensei |
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| Sensei hat zum Thema: Re: Alleine schaffe ich es nicht ... geschrieben
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Annika sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.12.2005 Beiträge: 3847 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 25.06.2007, 16:02 Titel: re |
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Hallo fantasy
| Zitat: | | Ich hatte mir extra für das Wochenende alkoholfreien Wein und Sekt gekauft aber es nicht geschafft, vom alkohol die Finger zu lassen. Ich sitze gerade in meiner Pause auf der Arbeit und weißt Du was - ich freue mich schon heute Abend auf meine Gläschen Wein. |
Vielleicht solltest du hier im Forum erst einmal ganz ganz viel lesen.
Alkoholfreier Wein und Sekt wird dich niemals gedanklich von richtigem Alkohol weg bringen.
Wenn du dich noch auf deinen abendlichen Wein freust, befürchte ich, dass es dir noch nicht dreckig genug geht.
Kann das sein ?
| Zitat: | Die nächsten beiden Wochenenden sind Geburtstagspartys, da habe ich gar keine chance. Ach ich weiß so gar nicht mehr weiter, so geht das alles nicht, heul.
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Ja da hast du Recht, so geht das wirklich nicht. Man muß es schon wollen, mehr als alles andere.
LG Annika |
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| Annika hat zum Thema: re geschrieben
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Fantasy40 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.06.2007 Beiträge: 64 Alter: 46 Wohnort: Nähe Köln
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Verfasst am: 25.06.2007, 16:10 Titel: Noch nicht physisch abhängig |
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Hi Sensei,
danke für Deine Antwort. Eine Entgiftung brauche ich nicht,da ich außer etwas Händezittern am Morgen eigentlich keine physischen Symptome habe, wenn ich dann mal eine Zeit nichts trinke. Ich bin nur fürchterlich schlecht gelaunt, eine Leere macht sich breit bei mir, wenn ich keinen Wein bekomme. In der Woche wenn ich auf der Arbeit bin habe ich nicht so viele Probleme aber kaum komme ich raus aus meinem Büro abends geht es los. Ich mache dann noch meinen Sport, denke aber während ich noch renne oder sonstwas mache schon wie ich nun meine kleinen Fläschen zu Hause rein schmuggle. Ich kaufe mir dann immer kleine 1/4 Liter-Fläschen und beruhige mich damit, dass ich ja nur so kleine Fläschen trinke. Nur wenn ich dann drei davon getrunken habe, ist eine ganz normal grosse Flasche Zeugs in mich rein geflossen - das ist Selbstbetrug, ich weiß das aber ich kann nichts dagegen tun. Nein, mit meinem Arzt habe ich nicht darüber gesprochen, mit niemandem und das kann ich auch nicht, ich schäme mich eh so, dass mir das passiert ist. Ich muss das ohne meine Mitmenschen regeln und möglichst heimlich. Wer heimlich trinken kann so wie ich - ich habe schon sehr viel Einfallsreichtum entwickelt - kann auch heimlich wieder trocken werden, sag ich mir.
Ich wünsche Dir auch alles Gute, nochmals Danke.
Gruß, Fantsay |
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| Fantasy40 hat zum Thema: Noch nicht physisch abhängig geschrieben
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hasenpfoetchen neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 21.06.2007 Beiträge: 84
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Verfasst am: 25.06.2007, 16:34 Titel: Anderes Forum |
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Hallo Fantasy,
ich hoffe, jetzt im richtigen Forum zu schreiben?  |
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Sensei aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.01.2007 Beiträge: 623 Wohnort: Raum München
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Verfasst am: 25.06.2007, 16:47 Titel: Re: Alleine schaffe ich es nicht ... |
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Hallo Fantasy,
ich denke, da bist Du gewaltig auf dem Holzweg. Ich habe auch "heimlich" getrunken. """" deshalb, weil es letztlich doch jeder mitgekriegt hat. Mein Mann hat es schon gerochen, wenn er nur zur Tür rein ist. Und auch meinen Kindern blieben meine glasigen Augen nicht verborgen. Nur weil niemand was sagt, heisst es noch lange nicht, dass niemand was merkt!!!!!!!
Einfallsreichtum haben wir alle entwickelt, ich weiß wie kreativ Alkoholiker sein können... ABER: alleine raus gekommen wäre ich nicht. Und wenn Du hier im Forum viel liest, wirst Du bei fast allen auf die gleiche Aussage kommen. Ich fühle mich deshalb nicht als willensschwach, sondern ich bin krank. Ein Krebskranker käme nie auf die Idee nicht zum Arzt zu gehen, warum sollte dann ein Alkoholkranker drauf verzichten. Und eines haben beide Krankheiten gemein - unbehandelt führen sie auf alle Fälle zum Tod.
Eine Entgiftung kann Dir dabei helfen, Deine Krankheit zu akzeptieren und erste Schritte erlernen, damit umzugehen. Es reicht nicht, einfach nicht mehr zu trinken, eine Alkoholkrankheit zum Stillstand zu bringen erfordert sehr viel Arbeit. Bist Du bereit dazu?
Liebe Grüße
Sensei |
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| Sensei hat zum Thema: Re: Alleine schaffe ich es nicht ... geschrieben
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Micha sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.07.2006 Beiträge: 4416
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Verfasst am: 25.06.2007, 16:49 Titel: Re: Alleine schaffe ich es nicht ... |
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Hallo Fantasy,
"Allein schaffe ich es nicht" und "Ich muss das ohne meine Mitmenschen regeln" ist ein Widerspruch, den du noch auflösen musst.
"Ich nehme auch jeden Rat und jede Hilfe an" und "Eine Entgiftung brauche ich nicht" genauso.
Um es zu schaffen, ist es ganz wesentlich, dass du aus deiner Heimlichkeit rauskommst, weil genau diese zu deinem Krankheitsbild gehört. Du solltest dich deinem Arzt ohne falsche Scham anvertrauen. Er ist ausgebildet für den Umgang mit kranken Menschen. Und ein Alkoholiker ist ein kranker Mensch.
Herzliche Grüße vom Micha |
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| Micha hat zum Thema: Re: Alleine schaffe ich es nicht ... geschrieben
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Fantasy40 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.06.2007 Beiträge: 64 Alter: 46 Wohnort: Nähe Köln
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Verfasst am: 25.06.2007, 16:59 Titel: Das wäre fatal |
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Hi Hasenpfötchen,
da bist Du ja gott sei Dank wieder - ich glaube, jetzt befinden wir uns im richtigen Forenbereich.
Sensei: Du hast sicher Recht mit dem was Du sagst, nur es ist mir ein Horror was passieren würde, wenn ich meine Alkoholerkrankung an die große Glocke hängen müsste. Ich arbeite vollzeit, alles wäre kaputt und durcheinander. Es muss doch einen Weg geben ohne zuviel Öffentlichkeit vom alkohol wegzukommen. Das ich das nicht ganz alleine kann, weiß ich aber es hat doch hier im Forum auch nicht jeder eine Entgiftung gemacht - es gibt noch nichts zu entgiften bei mir. Die abhängigkeit ist momentan "nur" psychisch - mein Organismus selber kommt ohne Alkohol sehr gut aus, ich würde ihm sogar einen Gefallen tun, wenn ich es lassen könnte. Ich bin aber auf dem schlimmsten Wege und deshalb möchte ich, bzw. MUSS ich das sofort stoppen. Es geht nur um die Frage wie kann ich das?! Ich möchte nicht erst warten, bis ich ganz unten bin und es mir wahnsinnig dreckig geht - ich will unbedingt vorher aufhören und gar nicht weiter in den Horror reinrutschen.
Anneka: ja das ist so, mir geht es noch nicht dreckig genug aber soweit will ich es wie oben gesagt eben nicht kommen lassen. Schlimm genug ist mein derzeitiger Alkoholstatus alle mal um es sein zu lassen. Die Frage ist nicht, ob ich wirklich bereit bin - das bin ich - sondern wie kann ich es bewerkstelligen auf den Parties nicht zu trinken und die Freude auf den abendlichen Wein im Keim zu ersticken, ohne erst ganz in der Gosse zu landen.
Für Eure antworten Danke im Voraus.
Gruß, Fantasy |
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| Fantasy40 hat zum Thema: Das wäre fatal geschrieben
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