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Angst -schwer es zu lassen

 
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danny
Gast






BeitragVerfasst am: 20.12.2004, 15:38    Titel: Angst -schwer es zu lassen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Am Wochenende ist auf der Entgiftungsstation, auf der ich mich befinde ein 42 jähriger Mann plötzlich verstorben. Vermutlich an einer Ösöphagusvarizenblutung, also an einer Alkoholfolgeerkrankung.

Das macht Angst.

Wir hatten dann heute eine Sondergruppe und haben über das traurige Ereignis diskutiert und eine Mehrzahl meiner Mitpatienten, mich eingeschlossen, kam zu dem erschütternden Ergebnis, dass es zwar angst macht, aber nicht dazu führt, dass wir endgültig die Finger vom Alkohol lassen.

Ich frage mich derzeit, warum ich die Entgiftung mache. Ich bin ziemlich frustriert und es macht mich nicht glücklich was ich tue.
Nicht, dass ich mit Alk glücklicher wäre.

Meine Grundstimmung ist depressiv. Mir mag nichts Spaß machen und ich bin entsetzlich blockiert. Es fällt mir sehr schwer mehr als drei Worte zu sprechen, ich ziehe mich total zurück und hoffe jeden Morgen darauf, dass es besser ist. Aber es ist natürlich nicht einfach von alleine besser.

Ich sollte also etwas tun, etwas verändern Doch da fängt ja schon das nächste Problem an. Ich weiß weder was noch wie.

Ich bin innerlich leer und lustlos.

Ich muss einen Weg finden die innere Blockade zu lösen, habe aber keinerlei Ansätze. Ich bin einfach nur froh, wenn ich wieder einen Tag hinter mich gebracht habe.
Nur Freude kommt dabei nicht auf.

Nun hat man mir heute nahegelegt ich möge noch bis zur nächsten Woche stationär bleiben. Begeistert bin ich nicht, denn ich profitiere augenblicklich nicht von der Therapie. Ich sitze die Zeit ab und kann mich nicht motivieren mein Suchtproblem anzugehen.

Ich stehe mir selbst im Wege. Ich bin ratlos. Ich bin traurig, dass ich es nicht verstehe die Zeit besser zu nutzen.

Und ich habe angst, denn sollte mein Zustand anhalten ist es nur eine Frage der Zeit bis ich nachgebe und mich benebel.

Ich sollte also wohl aktiv werden, aber ich bin durch und durch passiv. Selbst während ich das hier schreibe bin ich irgendwie nicht bei mir. Ich stehe neben mir und beobachte eine Hülle. Meine Gedanken, meine Gefühle sind abgespalten. Es ist als habe ich keinen Funken Leben in mir.

Ein kaum auszuhaltender Zustand.

Es wäre wohl ein einfacher Weg diesen Zustand mit Alkohol für wenige Minuten zu verlassen, aber ein Teil von mir denkt, dass es eben zumindest ein Weg ist und besser als so hilflos dazusitzen.

Therapie nutzt mir da im Augenblick gar nichts, denn ich kann mit niemandem sprechen. Meine Kehle ist zugeschnürt und ich habe kein Vertrauen.

Ich will meine Ruhe, alle sollen auf Distanz bleiben… aber all das, was ich derzeit lebe ist verkehrt und lässt mich in der Sucht verharren.

Und während ich das hier so schreibe werde ich echt wütend und möchte mich selbst ohrfeigen.

Aber Selbstverletzungen, zu denen ich ja nun auch neige, ändern auch nichts.

Ich sehe gerade alles schwarz und dunkel, dabei ist herrlichster Sonnenschein.

Ich weiß einfach nicht weiter im Moment.

Und/ aber ich will nicht mehr trinken.

Körperlich geht es mir mittlerweile wieder gut, aber ich will nicht vergessen wie schlimm gerade auch die körperliche Abhängigkeit ist und wie furchtbar sich alles anfühlt, wenn du pausenlos trinkst. Die Übelkeit, dass Zittern, die Schwäche. Nur jetzt ist das alles so weit weg und ich scheine es doch schon fast vergessen zu haben.

Ich will nicht trinken, aber ich habe das Bedürfnis zu trinken. Und leider, leider leider kann ich mich niemandem aus meinem direkten Umfeld öffnen. Ich bin nicht in der Lage mir unmittelbare Hilfe zu holen. Dass einzige, wozu ich mich gerade fähig empfinde, aber auch das nur mit Mühen, ist hier zu schreiben.

Und jetzt habe ich genug gelabert und genervt.

daniela
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danny hat zum Thema: Angst -schwer es zu lassen geschrieben
Karsten
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BeitragVerfasst am: 20.12.2004, 16:16    Titel: Re: Angst -schwer es zu lassen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Daniela,

zu aller erst, Du kannst hiersoviel schreiben, wie Du willst. Das nervt niemanden. Das würde ich in diesem Forum auch nicht dulden.

Das Du traurig bist, kann ich lesen. Kann es vielleicht sein, das Du Angst hast, was nach der Therapie kommt?
Nur die Zeit "abzusitzen" ist wirklich nicht der Sinn einer Therapie. Aber ich glaube auch nicht das es so ist. Auch wenn Du wenig oder nichts in den Gruppenrunden sprichst, ist es doch schon ein Vortschritt, das Du Deine Schwächen erkannt hast und hier beschreiben kannst.
Es war auch bei mir oft so, wenn ich ein paar Tage körperlich entzogen habe, das ich das schlechte der Sucht verdrängt habe.
Heute hilft mir, wenn ich Menschen begegne, die den trockenen Weg gerade beginnen. Ich sehe mich sehr oft darin wieder.
Wenn Du Gedanken hegst, Dich wieder zu betrinken, schaue Dir doch mal entweder in Gedanken, Deine letzten Tage der nassen Zeit an oder die gerade neu in die Therapie gekommen Patienten.
Es hat doch sicher auch einen Grund gegeben, warum Du nicht mehr trinken möchtest, oder hast Du es nicht für Dich getan?
Denke immer daran, warum Du die Entscheidung zur Therapie getroffen hast.
Einen Gedanken möchte ich noch mal aufgreifen. Deine innere Blockkade kann auch kommen, weil Du Dich selbst unter Gleichen nicht ebenbürtig findest. Du mußt Dir klar werden, das man Dir Deine Alkoholsucht nicht ansieht. Deine jetzigen Mitbewohner sind genauso wie Du. Sie haben alle das Gleiche Problem. Wenn Du in der Gruppe nicht reden kannst, ist das auch nicht so schlimm, wie Du es vielleicht denkst. Das kommt nach und nach, wenn man sich besser kennt. Versuche auf einzelne Patienten zuzugehen und nur im kleinen Kreis zu reden.
Dieses Problem haben viele Menschen, auch ich, als ich nüchtern wurde. Heute macht es mir nichts mehr aus. Ich habe gelernt, es sind alles nur Menschen. Wenn ich hinter dem was ich sage, stehe und selbst dran glaube, kann mir keiner was.

Das mit dem Tod des Alkoholkranken ist mir mehr als einmal begegnet. Es hat mich auch nicht davon abgehalten, weiter zu trinken. Ich hatte es einfach verdrängt.
Bei einer meiner Entgiftungen mußte ich so eine Delierwache machen. Es lag ein gerade entgiftender vor mir, der Wahnvorstellungen hatte und ich mußte mir das mehrere Stunden ansehen. Die abschreckende Wirkung blieb bei mir aus und hat meiner Meinung auch keinen Sinn.
Du mußt für Dich wissen, das es immer besser ist, nüchtern tz sein, als zu trinken.

Schreibe weiter Deine Gedanken hier rein. Das wird Dir helfen.
Zum Thema Borderline auch dort gerne.



Das Thema Alkohol geht uns alle an.
Einige Antworten zur Angst
und zu Einige Beiträge zu Depressionen
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Karsten hat zum Thema: Re: Angst -schwer es zu lassen geschrieben
Susanne
Gast






BeitragVerfasst am: 20.12.2004, 20:34    Titel: Re: Angst -schwer es zu lassen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

wenn Du so extrem in Dich gekehrt bist, hast Du mal mit Deinem Psychologen darüber gesprochen?
Das ist vielleicht der beste Weg, einen Anfang gegen Deine Ängste.

Gruß
Susanne
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Susanne hat zum Thema: Re: Angst -schwer es zu lassen geschrieben
danny
Gast






BeitragVerfasst am: 20.12.2004, 21:39    Titel: Re: Angst -schwer es zu lassen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen

@karsten: Zunächst einmal möchte ich dir danken für deine Antworten auf meine Postings!

Wann bist du denn auf die Idee gekommen dieses Forum zu eröffnen? Finde ich eine gute Sache.

Ich bin, was meine Borderlinestörung betrifft in Foren aktiv, dort findet häufig auch der Bereich Sucht eine eigenständige Ecke…aber ein gutes Forum rein zum Thema Alkoholabhängigkeit habe ich bisher noch nicht gefunden.

Vielleicht werde ich ja hier die eine oder andere Unterstützung sowohl finden wie auch geben können.
Wobei ich im Augenblick ziemlich gefangen genommen bin von meiner Problematik, also sehr egozentrisch und mein Blickwinkel nicht der offenste ist. Aber das wird sich auch wieder ändern.

Das Forum ist noch recht frisch und ich freue mich, mich daran beteiligen zu können es weiter auszudehnen und hoffe mit dem einen und anderen ins Gespräch zu kommen




Natürlich ist es nicht Sinn der Therapie die Zeit abzusitzen, aber derzeit sehe ich für mich keine andere Möglichkeit, asl den Tag möglichst unbeschadet zu überstehen.

Mir hat man schon alles mögliche diagnostiziert… nichts aber war für sich alleine betrachtet ausreichend und wenn ich das eine behandelt habe blieb das andere auf der Strecke.

Zuletzt war ich mehrere Monate wegen meiner Borderlinestörung in Behandlung…da wurde aber meine Sucht zu wenig beachtet und als der Druck in der Therapie zu groß wurde habe ich getrunken und bin natürlich rausgeflogen bzw. auf der Geschlossenen gelandet, weil ich unter Alk oftmals extrem eigengefärdent werde…

Rede ich zu viel? Nun, du Karsten hast mich aufgefordert zu reden, ich hoffe es ist nicht von totalem Desinteresse,wer will schon tausend Worte lesen…

Etwas, dass ich an den AA`s z.B. gar nicht mag, die ellenlangen Monologe. Ich brauche immer ein feedback, weil ich eben so unsicher bin in meinen Verhaltensweisen.

Ob ich angst habe, was nach der Therapie sein wird… und wie!!! Ich sehe doch, dass ich gänzlich instabil bin, meine Stimmung auf einem Nullpunkt liegt und ohne adäquate Hilfe wird es schnell wieder bergab gehen.

Mittlerweile haben wir uns darauf geeinigt, dass ich eine umfassendere, sagen wir mal holistische Therapie brauche, die alle meine Störungen berücksichtigt… Neben meinem Hang zur Alkoholsucht weise ich ja auch noch anderes Suchtverhalten auf…jedenfalls haben wir jetzt nen Antrag bei der Bfa gestellt der eindeutig auf die Behandlung von Doppeldiagnosen ausgerichtet sein soll..ich hoffe, ich erhalte bald mal eine Zusage und werde raus kommen aus dem Schlamssel

Ich stehe mir selbst im Weg und verharmlose alles. Fragt man mich wie es mir geht sage ich :okay. Fragt man mich wie war das Wochenende, sage ich okay…. Aber nichts ist okay.. Oh, wie ich labern kann

@susanne: du hast recht, ein Anfang wäre es mich meinen Therapeuten mitzuteilen. Aber wie ich versucht habe deutlich zu machen… ich bin von oben bis unten blockiert. Ich lasse niemanden an mich heran. Es macht mir zu große angst. Ich beantworte alle Fragen neutral, dabei geht es mir gar nicht gut






Unter anderem habe ich auch ne Bulimie und in den letzten Wochen ist es wieder arg krass… werde ich danach gefragt sage ich es spielt keine Hauptrolle…ich spiel alles hinunter

Und da kommt ein für mich positiver Aspekt des Trinkens angekrochen… wenn ich einen gewissen Pegel habe, dann kann ich reden, dann kann ich sagen wie mies es mir geht… dann jammere ich….

Und ich würde mir ab und zu wünschen zu jammern. Nicht mich zu bemitleiden, nein, einfach meinen Frust hinauszulassen meine ich. Mir allen scheiß von der Seele reden.

Aber seht ihr was für Ausmaße es annimmt wenn ich einmal anfange. Da ist so viel angestaut und ich werde es nie wirklich los.

Ich habe nie gelernt wirklich über das zu sprechen was mich zerfrisst, will immer alles alleine machen.

Jahrelang bin ich damit klar gekommen, vor 6 Jahren das erste Mal zusammengebrochen. Dann habe ich radikal mein Leben verändert, aber gleich wie sehr ich die äußeren Strukturen geändert hatte das Innere blieb.

Im Februar dieses Jahres, als mein Ex sich plötzlich, für mich plötzlich trennte, da brach ich ganz zusammen. Verlassenwerden und Alleinsein kann ich nicht ertragen.

Ich trank pausenlos und war bis Juni soweit, dass ich eine Entgiftung machen musste.

Diese meine erste Entgiftung war so unvergleichbar zu der jetztigen. Ich genoss jeden Tag. Jetzt aber ist da in meinem Kopf noch was anderes vordergründig- damals stand nur die Sucht im Vordergrund- jetzt ist da deutlich das Kranke Borderline, die Bulimie und stärker ausgeprägte depressive Züge.

Das Alleinsein, ich meine ohne Partnerschaft sein kann ich nicht ertragen…aber derzeit habe ich niemand in Aussicht. Hört sich doof an, ist aber mein Problem. Im Juni habe ich dann gelcih eine neue Beziehung begonnen…auch ein Borderliner mit Suchtproblematik..die Beziehung ging ebenfalls in die brüche und nu bin ich seit September allein. Kaum auszuhalten.

Und jetzt habe ich für heute genug gelabert

daniela
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danny hat zum Thema: Re: Angst -schwer es zu lassen geschrieben
Karsten
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BeitragVerfasst am: 20.12.2004, 22:49    Titel: Re: Angst -schwer es zu lassen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Daniela,

auch wenn Du es warscheinlich erst Morgen liest, werde ich Dir noch schreiben.
Die Idee zum Forum kam mir, weil ich merkte, das ich bedingt durch die Ausbildung, die ich jetzt in einer Umschulung mache, wenig Kontakt zu andere Betroffene habe.
Wir haben ja hier auch den Thread, wo es um die Gründe der uneigennützigen Hilfe geht. Ich selbst ziehe aus jedem Gespräch, jeden Beitrag hier und anderswo und auch aus jeder Lenensgeschichte meine Erfahrungen und wenn ich darauf antworte, wird mir meine eigene Situation immer bewußt.
Auch Du mit Deinen Beiträgen hilfst mir, mich mit Dingen auseinander zu setzen, über die ich sonst nicht nachgedacht hätte.
Auch in den Gruppen habe ich das sehr oft gehört. Die länger trockenen helfen den Neueren und die Neueren machen den länger trockenen bewußt, das auch sie nur ein Glas von dem Rückfall entfernt sind.

Du hast recht, dieses Forum steckt noch in den Kinderschuhen. Es freut mich auch, das Du Dich daran beteidigen möchtest, das zu ändern. Es ist sicher auch schwierig für manche, sich i einem Forum zu äußern, aber darum habe ich ja den geschlossenen Bereich gemacht. Vielleicht mache ich noch einen, wo erst ab einer bestimmten Mitgliedszeit oder einer bestimmten Anzahl von Beiträgen, der Zutritt erlaubt ist. Da es sich bei der Sucht um ein sehr intimes Thema handelt, könnte das noch mehr Vertrauen schaffen. Muß mal drüber nachdenken.

Eine Reaktion auf seine Reden in den Gruppen ist eigentlich auch in den AA-Gruppen gegeben, wenn es eine gute Gruppe ist. Ich persönlich habe dann auch manchmal nachgefragt, wenn ich nicht genut Rat oder Hilfe bekommen habe. Aber wie gesagt, es muß dann auch eine sehr gute Gruppe sein. Die meisten anderen Gruppen haben ja eher die dialogische Gesprächsrunde. Aber auch diese Form hat seine Nachteile, weil ein neues Mitglied direkt angesprochen werden kann und dann Angst hat.
Wenn hier lange Beiträge geschrieben werden, ist das nicht schlimm. Es kann ja jeder selbst entscheiden, ob er liest oder nicht.

Was die Angst nach der Therapie oder Entgiftung betrifft, kann ich Dich schon verstehen, auch wenn es nicht gut ist. Das wäre nicht der richtige Start ins neue Leben. Aber auch ich hatte Angst, weil ja in der Entgiftung eigentlich nichts weiter gemacht wird, als der körperliche Entzug. Ich habe ja damals teilweise in Obdachlosenheimen gewohnt und mußte nach dem KH auch dort wieder hin. Eine anschließende Therapie habe ich nie bezahlt bekommen von der Krankenkasse oder vom Sozialamt. Da war der Rückfall eigentlich vorprogramiert. Ich wünsche Dir, das Du mehr Glück hast. Gerade jetzt, wo soviel Leistungen der Kassen und Versicherungsträger gekürzt werden.

Ich selbst habe es in einer Selbsthilfewohngemeinschaft geschaft. Dort war der Druck, was danach kommt nicht gegeben, weil es kein Zeitlimit gab und ich selbst meinen Auszug bestimmte.

Verharmlosen konnte ich vor mir selbst auch immer alles. Das lag aber, zumindestens weiß ich das heute, nur eine Entschuldigung vor mir selbst, weil ich eigentlich nicht daran glaubte oder vielmehr mir nicht wirklich eingestehen wollte, das ich nicht normal ein Glas Bier trinken kann. Ich habe es ja auch oft genug probiert, bis ich es endlich in meinen Schädel rein bekam.
Auch sich nur noch an die wenigen guten Augenblicke der Sucht in Erinnerung zu rufen, zeugt davon. Wie oft habe ich versucht, die schönen Augenblicke der Anfänge meines Alkoholkomsums wieder zu bekommen. Die schönen anfänglichen Zeiten, wo man nach drei Bier richtig in Stimmung kam. Aber das gibt es für mich und alle anderen Süchtigen nicht mehr. Das ist mir heute klar.

Das man unter Alkoholeinfluß sehr gut labern kann, sehe ich heute noch, wenn ich mal auf einer Feier bin. Dann gehe ich nach dem ofiziellen Teil aber immer, weil ich das dumme Gequatsche nicht aushalte. Auch Nichtsüchtige verfallen dann in Depressionen und jammern. Sie erzählen alles das, was sie sonst nie jemanden erzählen würden. Wenn ma sie nächsten Tag darauf anspricht, wolle sie es nicht gesagt haben. Ich meine damit, auch jammern kann befreiend sein. Du mußt halt nur lernen, nichts in Dir reinzufressen und es gleich auszusprechen. Das es nicht leicht ist, mußte ich auch erst lernen.
Ich denke mal, Du kannst damit umgehen, wenn ich "muß" schreibe. Normalerweise sollte jeder selbst entscheiden, was er macht, aber einige Dinge gehören einfach dazu.
Außerdem, wenn ich Dir oder auch anderen nur nach dem Mund rede, ist damit auch niemanden geholfen.

Ich merke grad, auch ch habe ganz schön viel geschrieben.

Deine Ängste vor dem Alleinsein, kann ich Dir auch nicht nehmen.
Eine neue Beziehung mit einem auch Süchtigen, davon raten ja viele ab. Ich kann das nicht sagen. Auch wenn meine eigene Beziehung mit einer Süchtigen in die Brüche ging, weil sie wieder getrunken hat.
Ich habe aber in der ersten Zeit immer jemanden, wo ich keine Angst haben mußte, das ich falsch verstanden werde, wenn ich vorsichtig mit Lebensmittel z.B. bin. Es hatte auch viele andere Vorteile. Das soll jetzt nicht heißen, sich den nächsten zu schnappen und es zusammen versuchen. Jemanden verkrampft zu suchen, nur um nicht allein zu sein, ist es auch nicht. Ich lebe jetzt seit 3 Jahren wieder allein und bin auch glücklich.

Bis zum nächsten Mal

Gruß
Karsten
_______________________________________
Entgiftung bei Alkoholismus
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Karsten hat zum Thema: Re: Angst -schwer es zu lassen geschrieben

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