Helga neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 19.07.2005 Beiträge: 63
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Verfasst am: 16.08.2005, 17:46 Titel: Re: schmerzhafte erinnerungen ... |
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Hallo lieber grau, liebe Mitglieder des Forums,
Du schreibst: aber ich bin doch sein sohn auf eine art lieb ich ihn auf die andere hasse ich ihn nd ich habe langsam keine kraft mehr die vaterrolle zu spielen denn seit ich 13 bin ist das so ... "
Wie gut kann ich Dich verstehen und freue mich für Dich, dass Du Dir Hilfe hier im Forum suchst. Mein Vater war auch Alkoholiker und ich wusste damals nicht, dass dies eine Krankheit ist. Ich kann mich an einen Vorfall erinneren, ich war damals vielleicht so 15 Jahre alt und ich machte Urlaub mti meinen Eltern in Oberbayern. Eines Tages kam mein Vater von einer Tour total besoffen in die Pension zurück am hellichten Tag. Ich schämte mich so, wie mein Vater vollgepisst rumtorkelte und erinnere mich, wie meine Mutter ihm die Hose auszog und ihn ins Bett verfrachtete. Es war alles so eklig, so unwürdig.
Und jetzt kommt das Fatale, etliche Jahre später war ich selbst genau in dieser unwürdigen Situation, die ich an meinem Vater so hasste. Ich wurde auch Alkoholikerin und letzendlich habe ich insgesamt 11 stationäre Entgiftungen und Therapien durchgezogen. Also für viele Außenstehende war ich ein sog. hoffnungsloser Fall.
Aber ich durfte vor Jahren aufhören zu trinken und bin trocken. Ich gehe regelmäßig in eine SHG und freue mich des Lebens. Mein Vater hat nie mit dem Trinken aufgehört, meine Mutter war eine abhängige Angehörige und half ihm immer wieder. Als meine Mutter vor ca. 3 Jahren an Krebs starb, hat sich mein Vater in der gleichen Nacht aufgehängt. Er wusste, das jetzt niemand mehr für ihn sorgt und alleine schaffte er es nicht, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.
Lieber Grau, Du bist der Sohn Deines Vaters und auch nicht seine Mutter. Lass ihn los und kümmere Dich um Dein Leben, es ist wertvoll und nur Dein Vater selbst kann sich helfen lassen, wenn er es auch wirklich will.
Dir wünsche ich ganz viel Kraft und vielleicht suchst Du Dir noch professionelle Hilfe, sei es ambulant oder auch in einer SHG für Erwachsenene Kinder alkoholkrankner Eltern.
herzlichst Helga |
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