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Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr!

 
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Meine Geschichte   •    Ein halbes später, genauso hilflos und unfähig loszulassen  
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nomoretante
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.06.2007
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 16.06.2007, 22:28    Titel: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich habe vorhein meine Vorstellung geschrieben und möchte hier nun weiter schreiben und lesen.

Ich bin Gisela (52), ohne eigene Alk-Probleme, in 2. Ehe verheiratet.

Zitat:
Wir sind seit knapp 7 Jahren zusammen, davon 3,5 J. in einer Ehe.
Unbedarft und blauäugig, weil kein Vergleich, dachte ich mir nicht viel dabei, als ER mir ein "kleines Alkoholproblem" gestand. Viel Liebe und Verständnis, und die Sache wird gut. War lange Zeit auch nur ein "kleines" Problem, eher manchmal beslustigend. Zwischendurch hat er mal ne ambulante Entwöhnung gemacht. Hielt genau 6 Wo.

Wie zu erwarten war, wurde es richtig schlimm, als ER auch noch arbeitslos wurde. Nicht wegen dem Alk, sondern im Stellenabbau.
Kurz und gut, es hat sich zugespitzt und er hat einer Langzeitentwöhnung zugestimmt, andernfalls würde ich gehen. Für immer.

Zügig wurde alles in die Wege geleitet, und er war 5 Monate in einer Fachklinik. Hat ihm gefallen, alles wunderbar. Nach 3 Monaten erster Rückfall- 3 Tage lang. Bin fast durchgedreht. Aber nachdem Vorfall war ich erstmal erleichtert. Die Sache schien vom Tisch.

Bis vor 3 Wochen. Mittlerweile hat er wieder Arbeit, kommt er freitags angeheitert heim. Das ist aber nur der Auftakt, mind. 2-3 mal noch geht er Bier holen.
Er geht nicht in Kneipen, sondern holt Bier im Discounter oder der Tanke.
Der kompette Samstag findet ausschließlich im Bett mit Bier und TV statt.
Der Sonntag gleichermaßen.
Letzte Woche war mein Geburtstag. Hat er vergessen. Als Besuch ankam, ist er miit Bier im Bett verschwunden. Er hat niemand begrüßt oder verabschiedet. Ich war wieder perfekt im Verschleiern weil ich keine Konfrontation haben wollte. Es war mein Tag.
Heute ist wieder Samstag.


Ich weiß, ich muß den ersten Schritt machen, aber welchen?
Zum Glück sind meine Kinder bereits erwachsen.
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nomoretante hat zum Thema: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! geschrieben
sammy
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.11.2006
Beiträge: 83

BeitragVerfasst am: 16.06.2007, 23:16    Titel: Re: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo gisela,

ich kann dich gut verstehen
der erste schritt ist immer der schwerste
wie deiner sein wird musst du für dich selbst entscheiden- soviel habe ich hier gelernt
meiner war die trennung von meinem freund und jetzt strikte konsequenz
es ist hart und tut mir sehr sehr weh- weil immer noch gefühle da sind- aber jetzt muss mein verstand ran-
ich versuche jetzt alle rechtlichen möglichkeiten zu nutzen und ich muss jetzt auf mich achten
wir können unserem partner nicht helfen- leider

lg sammy
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sammy hat zum Thema: Re: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! geschrieben
speedy53
Gast






BeitragVerfasst am: 17.06.2007, 11:03    Titel: Re: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Gisela,

im Prinzip weisst Du ja schon, dass Du ihm nicht helfen kannst!

Aber die Frage ist, wie geht es Dir dabei!

Dir geht es schlecht und deshalb ist es an der Zeit, etwas zu ändern!

Sage ihm, wenn er nüchtern ist, das Du nicht mehr gewillt bist, das mitzumachen!

Setzte ihm ein Ultimatum (so habe ich es gemacht), aber ziehe es dann, sollte er nichts unternehmen, auch durch!

Alkoholiker haben ein sehr feines Gespür dafür, wenn der Partner wieder umfällt und nutzen das gnadenlos aus!

Fühlen sie sich doch sicher, denn bisher hat es ja auch immer funktioniert!

Aber solange Du ihn weiterhin deckst (wie an Deinem Geburtstag) ihm den Rücken freihältst, wird er auch weiter trinken!

Warum sollte er auch aufhören, Du bist ja da!

Aber damit verlängerst Du sein Leiden nur!

In Liebe loslassen, das ist ein Satz, den ich hier oft gelesen habe und den ich mir verinnerlicht habe!

Ich wünsche Dir die Kraft die Du brauchst !

Lieben Gruß
Speedy
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speedy53 hat zum Thema: Re: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! geschrieben
zadi.de
Gast






BeitragVerfasst am: 17.06.2007, 12:39    Titel: Re: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo gisela,
speedy 53 hat schon recht,setze ihm ein ultimatum,das habe ich bei meinem mann jetzt auch gemacht und ihm gesagt das ich das so nicht mehr will,nun liegt es an ihm,was er daraus macht,du bist doch eine gestandene frau,mitten im leben,das brauchst auch du dir nicht gefallen lassen,
dieses forum gibt mir persönlich sehr viel,ich staune immer,wie vielen menschen es auch so geht.wenn ich hier bin,dann schöpfe ich immer neuen mut und kraft und das wünsche ich die auch
gruß zadi.de
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zadi.de hat zum Thema: Re: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! geschrieben
nomoretante
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.06.2007
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 17.06.2007, 12:41    Titel: Re: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ja, ich habe schon sehr viel gemacht. SHG mit und ohne ihn, Partnergespräche in der Suchtberatung und in der Suchtklinik, eigene Psychotherapie. Ich weiß so ziemlich alles über Alkoholismus. Ach ja, Bücher, Broschüren, CDs zum Thema-alles da.

Ich habe mich schon einmal scheiden lassen, von einem Nichtalkoholiker, weil wir uns auseindergelebt hatten als die Söhne uns nicht mehr so brauchten. Da dachte ich, die Ehe war langweilig und fad.

Wenn ich heute darüber nachdenk, war die Ehe der Himmel auf Erden-verglichen mit dieser!!

Ich weiß also aus bitterer Erfahrung, Trennung tut weh. Auch wenn sie, wie in meinem Fall ganz friedlich und einverständlich war.
Aber die Trennung, die nun ansteht, die wird hart-knallhart damit rechne ich schon.
Eben darum habe ich auch den letzten Schritt noch nicht geschafft. Mein Verstand arbeitet glasklar, umsomehr die Wut im Bauch steigt. Und es wird nicht besser werden.
Aber es kostet so viel Kraft, und es gibt keine Möglichkeit die Batterien wieder aufzuladen.
Nach über 4 Jahren der Arbeitslosigkeit, in der ich verzweifelt nach einer Vollzeitstelle gesucht habe, habe ich seit Mai07 nur einen Minijob gefunden. Der mir Spaß macht aber meinen Unterhalt nicht sichern kann.
Überall der Tenor: zu alt!! mal deutlich, mal verhohlen. Aber Fakt! Und nun muß ich wohl oder übel zur ARGE schleichen und mir erklären lassen, wieviel m² meine eigene Wohnung haben darf und wieviel es kosten darf. Unterhalt von IHM, das wird nix, wenn ich geh dann hört der zu arbeiten auf. Davon muß ich ausgehn.

Es gibt einen absoluten sozialen Abstieg. Und davor habe ich ANGST, ANGST.

Weiß jemand, einen besseren Weg? Her damit. Klammere mich bereits an ganz dünne Strohhalme.

Ich will aber leben, während er jeden Tag erzählt, er wolle endlich sterben. Und mich damit auch letztendlich erpresst.
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nomoretante hat zum Thema: Re: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! geschrieben
sammy
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.11.2006
Beiträge: 83

BeitragVerfasst am: 17.06.2007, 12:50    Titel: Re: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

liebe giesela,

wenn du leben willst dann gehe und leb dein leben!
deine angst vor dem sogenannten sozialen abstieg kann ich verstehen- ich habe genau die gleichen ängste- aber es geht tatsächlich irgendwie weiter.
und was sind - wenn wir es mal genau überdenken materielle dinge- gegen ein leben wie wir es leben wollen???
in meinem bericht hat mein ex mit gestern mein uto zerkratzt und ich bin jetzt stinksauer weil ich im moment nicht das geld habe es zu reparieren
aber ich schreibe dir jetzt mal was- es ist der erste morgen seit wochen der nur MIR gehört und ich geniesse es sehr
keiner ist da und trinkt bier und wodka- ich liege in meinem bett!! ja immer noch - habe meinen laptop und bin einfach nur zufrieden.
ein wirklich im moment tolles gefühl- ich weis nicht wielange es anhält - aber das ist jetzt erstmal egal

gruss sammy
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sammy hat zum Thema: Re: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! geschrieben
nomoretante
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.06.2007
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 17.06.2007, 13:00    Titel: Re: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi sammy,
ich wünschte , ich wär schon so weit.
Ich wünsche dir jedenfalls dass es nie enden möge Smilie
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nomoretante hat zum Thema: Re: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! geschrieben
nomoretante
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.06.2007
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 08.12.2008, 13:28    Titel: Re: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich habe jetzt den alten Thread wieder ausgegraben.
Ich habe meine Drohung damals in einer starken Stunde wahrgemacht- ich bin ausgezogen!
Durch glückliche Fügung habe ich eine schöne, frisch renovierte, bereits leere und bezahlbare Wohnung in einem 1 Fam.Haus im 1. Stock gefunden. Innerhalb 10 Tagen war ich dort eingezogen mit Hilfe meiner beiden erwachsenen Kindern (aus 1. Ehe). Das war am 1. Dez.2007. Es ist jetzt ein Jahr her, und ich bin so froh es gemacht zu haben.
Es war natürlich ein Riesenschock für IHN. In der Tat ist es schneller und reibungsloser gegangen als ich mir erträumt hatte. Klar, der Abstieg ist vollzogen. bin jetzt 1 Jahr auf Hartz IV, tiefer gehts nimmer.
Das macht es nicht so einfach. Ansonsten gehts mir prima- ich würde es wieder tun, aber noch früher.
Was macht ER? Die Zeit bis zum Auszug war natürlich ein Alptraum, den ich aber schnell wieder vergessen habe. Er ist auch dort ausgezogen, weil die Wohnung zu teuer war, das ist aber ein anderes Problem.
"Natürlich" ist er in meinem Dunstkreis geblieben. Er wohnt genau 2km von mir weg. Er hat mich schon öfters besucht, allerdings max. 2 Stunden. Er ist stolz genug, dass er versucht sein Leben allein in den Griff zu kriegen. Wenn er gerade nicht depressiv ist, klappt das auch- einigermaßen.

Wir sind also noch immer irgendwie zusammen. Aber nun ganz entspannt und freundschaftlich. und wir pflegen keinen S** Kontakt mehr. Wenn er säuft krieg ich das nicht mit, und wenn, dann belastet es mich nicht. Ich genieße mein eigenes Leben, kann tun und lassen was ich will.

Seit 6 Wochen ist er wieder in einer Suchtklinik, er hat freiwillig und sich eigenverantwortlich (das erste mal ohne meine Hilfe!) darum bemüht. Da er auch massiv depressiv ist, hat er jetzt eine Einrichtung gefunden, die auch in diese Richtung therapiert.
Vorraussichtlich wird er bis mind. Ende Februar 09 dort bleiben, und danach evtl. als Tagesklinik weitermachen. Auch über die Feiertage, mit denen er in "Freiheit" sowieso nicht klar kommt. Das ist auch für mich gut. Er ist und fühlt sich dort gut aufgehoben.

Bin ich eigentlich noch immer ein Co?
Vermutlich ja. Ich liebe ihn auch noch immer, auf eine Art. Vielleicht ist es auch nur großes Miteid? Schwer zu sagen. Wir telefonieren fast jeden Tag kurz miteinander, 3 Minuten, wie gehts und so.

Ich wünsche ihm nichts Böses. Aber mir auch nicht.
So wie es zur Zeit ist, damit kann ich leben.
Auch steht mir der Sinn nicht nach einem neuen Partner. Sollte es sich allerdings ergeben, werde ich es zulassen. Das habe ich mir zumindest vorgenommen.
Fortsetzung folgt zur gegebenen Zeit.

Eine schöne Adventszeit wünsche ich allen gleichgesinnten und gleichgeplagten Mitmenschen

Gisela
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nomoretante hat zum Thema: Re: Rückfall nach Langzeittherapie- ich kann nicht mehr! geschrieben

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