| Will er nicht oder mag er nicht? • Nach alkohol entzug zum Zigaretten Raucher |
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chelsea neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.06.2007 Beiträge: 23
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Verfasst am: 01.06.2007, 22:27 Titel: mir zu liebe - ein neues leben ohne alkohol |
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Hallo!
Ich war heute beim Arzt, nur den Termin empfand ich als etwas unbefriedigend.
Ich musste einen Fragebogen ausfüllen, mir wurde Blut abgenommen und weiters wurde ich auf die Suchtberatungsstelle verwiesen, die aber nur montags erreichbar ist.
Der Arzt hat mir erklärt, dass er für mich bei der Krankenkasse den Antrag für einen Stationären Entzug stellen würde, das aber kann eine Weile dauern. Ich soll halt im Moment versuchen weniger zu trinken oder eben überhaupt nichts zu trinken. Er hat mich zwar auch über die Gefahren eines Entzuges aufgeklärt, meinte aber auch, da ich ja auch sonst meist nur am Wochenende getrunken hätte, wäre es wohl bei mir kein so großes Problem wenn ich nicht trinke.
Es ist heute der 4. Tag an dem ich nichts getrunken habe oder mich mit dem Gedanken getragen hätte etwas zu trinken, deshalb will ich nicht einfach abwarten. Ich habe endlich den Willen entwickelt, mein Leben zu ändern und ich will mich jetzt nicht ausbremsen lassen.
Nun mal zu meinem Werdegang als Säuferin. Ich bin jetzt 33 jahre alt, bin 2 mal geschieden, und Alleinerzieherin von 2 Kindern. Ich habe Alkohol getrunken seit ich mich erinnern kann.... mal mehr und mal weniger. Während meiner Schwangerschaften und Stillzeit war ich immer Abstinent und es gab auch sonst zwischendurch Zeiträume, in denen ich nicht getrunken habe.
Ich habe schon lange gewusst, dass ich ein Problem mit dem Alkohol habe, es mir aber nie so richtig eingestanden - bis jetzt.
Meinen ersten Rausch hatte ich mit 12, über die Jahre sind noch viele hinzugekommen. Früher habe ich halt in Gesellschaft mitgetrunken, in letzter Zeit nur mehr zu Hause, abends und heimlich.
Mein Problem war halt immer, wenn ich mal anfange mit dem ersten Glas, dann gibt es kein Halten mehr, dann trinke ich mich eigentlich besinnungslos. Und dann kommt ein Mensch zum vorschein, den ich lieber nicht kennen würde.
Eine Freundin hat mal zu mir gesagt: "Du bist so ein lieber Mensch, nur wenn du getrunken hast, dann bist du unerträglich!"
Ich habe mir oft die Frage gestellt, warum ich eigentlich trinke. Aber eine Antwort, die mich befriedigt hätte, habe ich nie gefunden. Ich finde Alkohol ja nicht einmal besonders schmackhaft, und trotzdem habe ich immer wieder getrunken.... Für mich war der Geschmack nebensächlich, ich war eher auf der Suche nach der Wirkung. Einfach nichts mehr denken und fühlen!
Jetzt stehe ich an einem Punkt an dem ich begriffen habe, dass ich mir mit Hilfe des Alkohols Probleme geschaffen habe, die ich nicht brauche und kein einziges der ursprünglichen Problemchen gelöst habe. Deshalb kann ich so jetzt nicht mehr weitermachen.
Ich muss endlich etwas tun - mir zu liebe!
Liebe Grüße,
Chelsea
PS: Diesen Text habe ich aus dem Vorstellungsbereich hier her kopiert, da dies glaube ich meine Situation gut beschreibt, ich habe vor mich hier regelmäßig mitzuteilen, da ich glaube, dass mir das sehr dabei hilft weiterhin nicht zu trinken. Ich hoffe ihr alle werdet mich auf meinem Weg begleiten und mich unterstützen. |
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chelsea neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.06.2007 Beiträge: 23
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Verfasst am: 01.06.2007, 23:01 Titel: mir zu liebe - ein neues leben ohne alkohol |
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Hallo!
Ich möchte noch schreiben, wie der heutige Tag verlaufen ist.
Also heute ging es mir ziemlich bescheiden. Nicht weil ich trinken wollte, sondern weil es mir psychisch und physisch nicht gut ging. Ich war die meiste Zeit nur am heulen.
Dann hab ich mir einen Rat von Annika zu Herzen genommen und ein bisschen in mich hinein gehört. Ich bin dann raus gegangen in die frische Luft, hab mir danach eine lange wechsel-warme Dusche gegönnt und mich eine Weile hingelegt.
Seit ich aufgewacht bin, geht es mir etwas besser, vor allem sind die wirren Gedanken in meinem Kopf etwas weniger geworden und ich fühle mich nicht mehr so innerlich zerissen.
Jetzt ist der 4. Tag ohne Alkohol so gut wie vorbei und ich habe den ganzen Tag keinen Saufdruck gehabt, ich hab auch garnicht wirklich an Alkohol gedacht, sondern mich seit Ewigkeiten das erste mal mit mir selbst beschäftigt, was teilweise sehr schmerzhaft war, aber ich weiß, dass ich das tun muss, wenn ich will, dass es mir irgendwann besser geht.
Liebe Grüße,
Chelsea |
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Blizzard aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.01.2007 Beiträge: 649 Alter: 32 Wohnort: München
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Verfasst am: 01.06.2007, 23:25 Titel: Re: mir zu liebe - ein neues leben ohne alkohol |
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Hallo chelsea,
durch deine Beschreibung deines derzeitigen Zustandes fühle ich mich sehr stark an meine ersten Tage/Wochen im abstinenten Zustand zurückerinnert.
Zwischendurch mal hinlegen und ein Nickerchen machen hat auch mir sehr geholfen (und tut es immer noch), die Gedanken zu beruhigen.
Sport war und ist für mich auch sehr wichtig. Körperliche Aktivität, eine entspannende Dusche und das Gefühl aktiv gewesen zu sein - das alles kann sehr gut helfen, setzt Endorphine (Glückshormone) frei, die man in einer solchen Phase so dringend braucht.
Wenn es dir in der nächsten Zeit wieder mal schlechter geht, dann sei zuversichtlich, dass diese Momente im Laufe der Zeit seltener werden. Wie man es oft hört in diesem Forum: Das wichtigste ist, nicht zu trinken. Das ist die Grundvoraussetzung für jede Besserung. |
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chelsea neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.06.2007 Beiträge: 23
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Verfasst am: 02.06.2007, 00:01 Titel: Re: mir zu liebe - ein neues leben ohne alkohol |
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Hallo Blizzard,
| Blizzard hat Folgendes geschrieben: | | Wenn es dir in der nächsten Zeit wieder mal schlechter geht, dann sei zuversichtlich, dass diese Momente im Laufe der Zeit seltener werden. |
Danke für diese Zeile, weil sie mir die Hoffnung gibt, dass es mir bald nicht mehr so schlecht geht.
Ich muss mich eben in Geduld üben.....
Und du hast recht, das wichtigste ist nicht zu trinken!
Für heute habe ich das geschafft!!
Ich wünsche dir und allen hier eine gute Nacht!
Chelsea |
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chelsea neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.06.2007 Beiträge: 23
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Verfasst am: 02.06.2007, 13:21 Titel: Re: mir zu liebe - ein neues leben ohne alkohol |
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Hallo!
Heute geht es mir schon um einiges besser, in meinem Kopf dreht sich nicht mehr alles und es fällt mir auch schon leichter mich auf etwas zu konzentrieren.
Körperlich geht es mir auch schon besser, die Kopfschmerzen sind leichter geworden, aber nach wie vor fühle ich mich total schlapp.
Ich fühle mich auch nicht mehr so weinerlich und bin psychisch schon viel stabiler.
Leider bin ich im Moment auch sehr reizbar. Ich versuche mich diesbezüglich im Zaum zu halten, merke aber schon, dass ich meinen Kids gegenüber leicht laut werde... Vielleicht hat ja jemand ein paar Tipps, wie ich meinen Kids (11 und 6 Jahre) klar machen kann, was sich gerade hier abspielt.
Vom meiner Sauferei haben sie ja früher nichts mitbekommen, nur haben sie gelernt, dass sie leise sein mussten, wenn Mama wieder mal Kopfweh hatte. Dann war ich auch selbst relativ leise und hab mich nicht auf Diskussionen eingelassen (sie durften praktisch machen was sie wollten).
Ich würde ihnen gerne erklären warum ich im Moment so gereizt bin, aber ich weiß nicht wie ich das machen soll.
Ich hoffe, ich bin bald wieder etwas belastbarer.
Was mich echt freut, dass ich keinen Saufdruck habe und die Vorstellung Alkohol zu trinken finde ich eher ekelig (genauso, wie es sich früher an einem Katertag anfühlte).
Heute ist mein 5. Tag ohne Alkohol und ich merke, dass es schön langsam besser geht.
LG
Chelsea |
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Anemone neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.05.2007 Beiträge: 9 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 03.06.2007, 00:40 Titel: Re: mir zu liebe - ein neues leben ohne alkohol |
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Liebe Chelsea,
ich gratuliere Dir zu Deinem fünften Tag
Das mit dem Weinen kenne ich sehr gut aus der ersten Zeit, in mir hatte sich soviel Traurigkeit über die Jahre angesammelt, dass es manchmal wie eine Welle über mich kam und die Tränen nur so flossen . Danach war ich ganz leer und fühlte mich doch irgendwie gereinigt. Im Lauf der Zeit wird das weniger, glaub mir - ich freue mich für Dich, dass Du das Fühlen wieder zulässt - hab keine Angst, Du bist es nur.
Ich habe anfangs auch viel geduscht, mir lange das heiße Wasser über den Kopf und Nacken laufen lassen, das beruhigt. Intuitiv machst Du genau das Richtige, vertrau Dir.
Eine angenehme Nacht wünsche ich Dir
Anemone |
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Anemone neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.05.2007 Beiträge: 9 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 03.06.2007, 00:43 Titel: Re: mir zu liebe - ein neues leben ohne alkohol |
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Liebe Chelsea,
ich gratuliere Dir zu Deinem fünften Tag
Das mit dem Weinen kenne ich sehr gut aus der ersten Zeit, in mir hatte sich soviel Traurigkeit über die Jahre angesammelt, dass es manchmal wie eine Welle über mich kam und die Tränen nur so flossen . Danach war ich ganz leer und fühlte mich doch irgendwie gereinigt. Im Lauf der Zeit wird das weniger, glaub mir - ich freue mich für Dich, dass Du das Fühlen wieder zulässt - hab keine Angst, Du bist es nur.
Ich habe anfangs auch viel geduscht, mir lange das heiße Wasser über den Kopf und Nacken laufen lassen, das beruhigt. Intuitiv machst Du genau das Richtige, vertrau Dir.
Eine angenehme Nacht wünsche ich Dir
Anemone |
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chelsea neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.06.2007 Beiträge: 23
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Verfasst am: 03.06.2007, 01:31 Titel: Re: mir zu liebe - ein neues leben ohne alkohol |
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Liebe Anmone,
und ein hallo allen anderen die mitlesen,
Erstmal danke Anemone, dass du mir Mut machst.
Dann muss ich aber noch was vom heutigen Tag erzählen, dass nicht so schön war.
Ich war heute Nachmittag bei meinen Eltern um meiner Mutter die Haare zu machen. Wir haben dann noch Kaffe getrunken und geredet. Danach hatte ich die glorreiche Idee noch die alten Spielsachen der Kinder auszusortieren. Die sind aber bei meinen Eltern in einem Raum, in dem Sie auch alle möglichen Getränke aufbewahren, unter anderem den Schnapps, den mein Vater selber brennt. Ich habe also angefangen die Spielsachen durchzusehen, einiges aussortiert usw... Und dann stand ich vor dem Regal mit dem Schnapps und der kleine Teufel auf der einen Schulter sagte: "einen Schluck kannst du ja machen, passiert schon nix" Ich stand da einige Minuten, hab keine Annung wie lang genau... Irgendwie wollte ich schon nachgeben, bin dann aber in die Küche zurück, hab noch ein paar Worte mit meiner Mutter gewechselt, meine Kinder "eingepackt" und bin ab nach Hause.
Doch auch als ich schon zu Hause war, wäre ich am liebsten gefahren und hätte mir Alk besorgt...
Ich hab dann einfach versucht mich mit irgendwelchen Arbeiten im Haus abzulenken. Dann bin ich ab ins Forum und hab mal angefangen zu lesen.... das war meine Rettung und ich habe gerade noch mal die Kurve gekriegt.
Was ich mich nun frage: bin ich die Spielsachen nur aussortieren gegangen, weil ich ja wusste, dass dort der ganze alk ist? Ich frage mich das immer wieder, aber um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht.
Nur macht mir das Angst, warum habe ich mich selbst und meine Nüchternheit so einfach in Gefahr gebracht?
Ich bin enttäuscht von mir und stinksauer auf mich. Was mich am meisten ärgert, es gab so gar keinen Grund um zu trinken, es war ein guter Tag, es ging mir gut... keine Probleme..
Dass ich nicht getrunken habe, habe ich nur euch hier zu verdanken, wäre ich auf mich alleine gestellt gewesen, ich hätte alle guten Vorsätze über Bord geworfen und mich wieder mal zugesoffen.
Also danke, dass es euch gibt - und morgen versuche ich mich von allen Gefahren fernzuhalten!!
LG
Chelsea |
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| chelsea hat zum Thema: Re: mir zu liebe - ein neues leben ohne alkohol geschrieben
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