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meine mama

 
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nelke
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.05.2007
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 01.06.2007, 12:00    Titel: meine mama Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo....
ich habe mich schon vor zwei Wochen vorgestellt, aber bisher nicht mehr den Mut gefunden, wieder zu schreiben.
Es ist jetzt über einen Monat her, dass meine Mama gestorben ist. Sie hatte zu Hause einen Unfall, ist gestürzt und hat sich den Kopf geschlagen. Sie ist an den inneren Blutungen im Kopf gestorben. Schon während der Tage im Krankenhaus hat uns der behandelnde Arzt gesagt, dass die Blutungen im Gehirn deswegen nicht aufhören, weil meine Mutter so extrem schlechte Leberwerte hat. Nach ihrem Tod wurde ihre Leiche aufgrund des Unfalls auch obduziert. Man hat dabei eine Leberzirrhose festgestellt.

Ich war erst zwei Monate vor ihrem Unfall bei einer Beratungsstelle für Angehörige von Alkoholikern. Ich wußte einfach nicht mehr, wie ich meiner Mama helfen soll, habe sowieso erst letztes Jahr im Sommer so richtig kapiert, dass sie wirklich alkoholkrank ist, und nicht eben nur eine "g`standne Bayerin", die ihr Weißbier liebt. Bei der Beratungsstelle hat man mir gesagt, ich kann sie nicht zwingen aufzuhören, sie muss selber wollen etc., alles, was ich hier auch gelesen habe. Ich habe also in einem ruhigen Moment nochmals mit Mama geredet, sie war auch nicht sauer wie sonst oder hat geheult - aber natürlich hat sie wieder gesagt, sie braucht keine Hilfe und sie hat das mit dem Bier im Griff. Sie hat mir auch gesagt, ihre Leberwerte, die sie letzten Herbst untersuchen ließ, wären wieder besser und ich brauche mir gar keine Sorgen machen.

Im Zuge ihres Todes hat sich beim Gespräch mit unserem Hausarzt gezeigt, dass sie ihre Werte überhaupt nicht mehr prüfen hat lassen, dass sie gar nicht mehr bei ihm war. Sie hat mich und alle einfach angelogen.

Ich fühle mich einfach nur schrecklich verzweifelt, ich kann nicht aufhören darüber nachzudenken, dass ich ihr zu wenig geholfen habe, dass ich zu spät kapiert habe, was los ist. Ich weiß zwar, ich hätte sie nicht zwingen können, aber ich kann das nicht akzeptieren.

Ich habe meine Mutter wirklich sehr geliebt und es ist mir die letzten Jahre so schwer gefallen, immer zu sehen, wie schlecht es ihr geht und so hilflos zu sein. Ich habe immer mit ihr gesprochen, über ihre Depressionen, Einsamkeiten, Eheprobleme - alles, es war mir oft zuviel, aber ich wollte einfach da sein, schließlich bin ich ihre Tochter. Aber wieso habe ich nie gemerkt, dass der Alkohol das eigentliche Problem ist???? Das muss er doch gewesen sein, sonst hätte meine Mutter doch nicht mit 54 schon eine Leberzirrhose gehabt, oder????????

Jetzt ist sie für immer fort, ich kann sie nie weider fragen und ich kann auch nichts mehr besser machen, das zerreisst mir das Herz.

Ich bin 30, verheiratet und wohne sehr weit weg von zu Hause. Ich habe nach meiner Ausbildung noch ein Studium begonnen und dies gerade abgeschlossen und war auf Jobsuche. Seit das mit Mama passiert ist, bekomme ich nicht mehr viel auf die Reihe und fühle mich wie gelähmt. Ich bin sonst ein organisierter Mensch, der gerne plant und gerne arbeitet - und plötzlich ist mir alles irgendwie egal und ich fühle mich so schrecklich hilflos. Es ist, als hätte man mich entwurzelt.

es grüßt euch die nelke
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nelke hat zum Thema: meine mama geschrieben
Tochter123
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 31.05.2007
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 01.06.2007, 12:18    Titel: Re: meine mama Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo!
Zuerst möcht ich Dich mal drücken und Dir sagen, dass es mir leid tut, dass Deine Mutter gestorben ist.
Und dann glaub ich, dass es völlig normal ist, dass es Dir jetzt schlecht geht - schließlich hast Du wirklich allen Grund zur Trauer! Am besten versuchst Du im Moment nur das Nötigste zu erledigen und nimmst Dir viel zeit um traurig zu sein - das ist ok und muss sein!
Allerdings solltest Du wirklich aufhören Dir Vorwürfe zu machen! Ich denke, Du hast getan was in Deiner Macht stand und wolltest ihr ja helfen. Sie war aber erwachsen und auch für sich selbst verantwortlich! Und genau so bist Du für Dich selbst verantwortlich und musst Dich jetzt um Dich kümmern und schauen, dass Du Dich irgendwann wieder gut fühlst - und vor allem trauern!
Liebe Grüße und alles erdenklich Gute!
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Tochter123 hat zum Thema: Re: meine mama geschrieben
summerdream
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 6713

BeitragVerfasst am: 01.06.2007, 13:04    Titel: Re: meine mama Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

liebe nelke

auch von mir erstmal mein beileid zum tod deiner mutter, fühl dich umarmt.

Zitat:
Jetzt ist sie für immer fort, ich kann sie nie weider fragen und ich kann auch nichts mehr besser machen, das zerreisst mir das Herz.

du konntest nix mehr besser machen, du hast nämlich scho verdammt viel getan. du warst immer für sie da, wenn sie reden wollte, sogar wenn es dir zuviel war.

du hast ja versucht, deiner mutter auch in bezug auf den alkohol geholfen, wie hat sie es dir gedankt? sie hat dich schamlos angelogen, um dich zu beruhigen und in ruhe weitertrinken zu können. selbst wenn du zum arzt gegangen wärst und nachgefragt hättest, hätte er dir net mal sagen dürfen, ob deine mutter ihre leberwerte hat testen lassen oder net. solange deine mutter ihn net von der schweigepflicht entbindet, muss er sich an diese halten, auch wenn er es dir bestimmt gern gesagt hätte.

das is etz alles leicht dahergeredet, ich weiß, verständlich das du dir sagst, hätte ich doch nur mehr unternommen. wie tochter scho schrieb, nimm dir die zeit zum trauern, die du brauchst, dann wird es auch nach und nach besser werden und deine gedanken werden klarer.

ganz liebe grüße aus dem frankenland *g*
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summerdream hat zum Thema: Re: meine mama geschrieben
Honey 3
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2007
Beiträge: 615

BeitragVerfasst am: 01.06.2007, 14:40    Titel: Re: meine mama Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo liebe Nelke,

ich musste weinen als ich Deinen Beitag gelesen habe, deswegen umarme ich Dich jetzt erstmal ganz fest.

Und mein beileid zum tod Deiner Mutter.

Ich kann mir vorstellen wie es Dir ergeht.

Es ist immer schlimm wenn man einen geliebten Menschen verliert, doch wenn man seine Mutter wegen dieser Krankheit verliert finde ich es noch viel trauriger. Weil man es gewusst hat und doch nix tun konnte. Weinen
Du warst zwar immer für sie da, trotzdem hilflos und genau so fühlst Du Dich jetzt auch, dass kann ich sehr gut nachempfinden.

Und Du darfst Dir keine Schuld geben dafür, das Du nicht früher erkannt hast, dass Deine Mutter ein Alk-Problem hat, sie hat es eben versucht zu verheimlichen so wie viele das auch tun! Sie wusste selbst, dass ihr Bier Konsum nicht normal ist und wollte es aber nicht ändern, sonst hätte sie Dich nicht angelogen. Auch wenn Du früher ihr Problem bemerkt hättest, ändern hättest Du es eh nicht können.

Weisst Du, Nelke, bei meiner Mama ist das so ähnlich, sie trinkt auch schon lange, sie ist gesunheitlich auch nicht mehr auf dem Damm, und anderst wie bei Dir, weiss ich genau wenn sie nicht bald damit aufhört, nimmt mir ihr Bier, sie mir weg oder sie bringt sich selbst um. Weinen
Sie ist alleine, hat nur noch mich, sonst niemand. Ich will, kann aber auch nicht immer für sie da sein. Sie will sich auch nicht helfen lassen obwohl sie letztens zugegeben hat das sie ein Problem hat.
Jeden Tag habe ich Angst davor sie zu verlieren...
Jeden Tag überlege ich ob ich ihr nicht mehr helfen kann...
Jeden Tag das schlechte gewissen ihr gegenüber weil ich ich gerade versuche mein eigenes Leben in den Griff zu bekommen.

Es ist einfach traurig und zum verzweifeln!!!

Verstehst Du, was ich Dir damit sagen will? Es ist leider nun mal so, dass man machtlos ist und einfach überhaupt gar nix tun kann.

Auch wenn Deine Mum jetzt noch am Leben wäre, Du könntest ihr trotzdem nicht helfen, weil sie es nicht wollen würde.

Es ist verdammt schwer, aber bitte versuche Dich von Deinen Schuldgefühlen zu befreien! Du hast wirklich, aber auch wirkich alles getan um ihr zu helfen.

Vielleicht habe ich gar nicht das recht, Dir solche Ratschläge zu geben, denn wenn es bei mir heut so wäre, würde es mir genauso gehen wie Dir jetzt und würde erstmal auch nicht damit zurecht kommen.

Aber ich meins Dir wirklich nur gut mitdem was ich schreibe.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du für Dich einen Weg findest damit fertig zu werden!!!

Tut mir leid, dass ich Dir nix aufbauenderes sagen konnte.

Umarm Dich nochmal, Mandy
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Honey 3 hat zum Thema: Re: meine mama geschrieben
hestia2312
Gast






BeitragVerfasst am: 01.06.2007, 22:27    Titel: Re: meine mama Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Nelke,
auch ich hatte Tränen in den Augen beim Lesen deines Beitrages. Deine Geschichte könnte auch bald meine werden. Meine Eltern geht es gesundheitlich wegen des Alkohols auch sehr schlecht, aber sie gehen nicht zum Arzt. Also kann ich mir denken worauf es hinausläuft. Auch ich habe wahnsinnige Angst die beiden zu verlieren. Aber ich weiß ich kann nix dagegen tun.

Als allererstes versuche dich von deinen Schuldgefühlen zu befreien. Ich weiß leicht geschrieben, schwer getan. Du bist die Tochter. Du bist nicht verantwortlich für das Leben deiner Mutter. Sie ist eine erwachsene Frau und hätte ihre Probleme selber angehen müssen, bzw. den ersten Schritt auf einen langen Weg machen müssen. Ich denke ihre Einsamkeit, Depressionen und Eheprobleme könnten einer der Gründe dafür gewesen sein, dass sie trinkt. Aber diese Probleme hast du nicht verursacht. Ich denke als Tochter bei solchen gravierenden Problemen zu helfen, würde deine Fähigkeit überschreiten. Das hättest du auch nicht alleine geschafft. Du hast ihr nicht die Flasche an den Hals gesetzt, sondern sie hat jeden Tag auf neues sich für den Alkohol und gegen das Leben entschieden. Und der einzige Mensch, der sie hätte retten können, wäre sie selber gewesen. Du hättest ihr "Krückstock auf den Weg" sein können, nicht aber der Rettungsanker.

Traust du dir zu professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen? Wenn ja, mache es bitte. Hast du gute Freunde? Rede, Schreibe dir alles von der Seele, was dich belastet. Zieh dich nicht zurück. Ich denke hier findest du immer ein offenes Ohr.

lg
hestia
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hestia2312 hat zum Thema: Re: meine mama geschrieben
nelke
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.05.2007
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 03.06.2007, 14:03    Titel: danke Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo summerdream, tochter, mandy und hestia,
ich danke euch für eure Antworten sehr.

Ich habe mich entschieden, eine Therapie zu machen. Ich glaube, ich kann all diese Gefühle und Gedanken im Bezug auf meine Mutter nicht alleine bewältigen.
Es entsetzt und erschreckt mich, wie sehr Alkohol Leben beeinflussen und zerstören kann. Das ist schrecklich. Aber die Teilnehemer dieses Forums mit ihen Beiträgen machen auch Mut.

Ich wünsche euch allen weiterhin viel Kraft und Stärke für euren ganz persönlichen Weg. Ich will hier mit keinen "ratschlägen" anfangen, denn ich glaube nicht, dass ich euch gerade wirklcih helfen kann.
Ich kann nur sagen, ich finde es toll, dass ihr den Mut habt, über all eure Proböeme zu sprechen!
Nochmals ganz lieben Dank für eure Antworten. Grüße von der Nelke
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nelke hat zum Thema: danke geschrieben
Honey 3
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2007
Beiträge: 615

BeitragVerfasst am: 03.06.2007, 14:11    Titel: Re: meine mama Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Nelke,

ich finde gut das Du Dich für eine Therapie entschlossen hast und ich wünsche Dir dabei von Herzen alles Gute.

Falls Dir aber mal wieder zum reden zu mute ist und Du nicht weiter weisst. wirst Du hier immer ein offenes Ohr finden.

Liebe Grüsse, Mandy
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Honey 3 hat zum Thema: Re: meine mama geschrieben
summerdream
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 6713

BeitragVerfasst am: 03.06.2007, 19:41    Titel: Re: meine mama Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hey nelke

kann mich mandy nur anschließen (wie immer halt grrrr Winken )

auch ich wünsche dir viel glück auf deinem lebensweg.

und du weißt ja, wenn du was auf dem herzen hast, wir sind gerne für dich da!

*grüßle*
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summerdream hat zum Thema: Re: meine mama geschrieben

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