| Bachblüten in Salzsole • sogenanntes ''alkoholfreies Bier'' |
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liv sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.05.2007 Beiträge: 4042 Alter: 38 Wohnort: CH
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Verfasst am: 16.05.2007, 20:16 Titel: Bin nun auch mit an Bord |
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Hi zusammen,
tja, was schreibt man jetzt hier .... ?
Ich bin süchtig. Früher war ich abhängig von Heroin, Kokain, Benzodiazepinen, ... naja in etwa von allem, was man auf dem Drogenmarkt bekam (auch Magersucht war und ist bei mir immer wieder ein Thema). Nebenbei trank ich schon immer. Alkohol ist/war für mich immer die "Ausweichdroge" schlechthin. Seit zwei Jahren bin ich absolut drogenfrei .... wäre da nicht der Alkohol. Damit kämpfe ich mich immer wieder herum. Gerade bin ich wieder drei Wochen trocken. Ich war im 2005/2006 schon mal 9 Monate trocken; damals mit einer enormen (aber ich denke, nicht übertriebenen) Begeisterung und Überzeugung. Doch dieses mal empfinde ich es als sehr mühsam, schleppend, zermürbend, ... einfach schwierig.
Bei meinem letzten "Entzug" ging es mir psychisch sehr schnell viel besser - es war, als würde die Sonne endlich nach einer langen Nacht wieder aufgehen. Dieses mal aber fällt mir jeder Tag sehr schwer und die typischen Suchtgedanken und "Schnippchen", die mir die Sucht zu schlagen versucht, hauen mich oft beinahe aus der Bahn (wie vor drei Wochen). Ich weiss ja genau, dass ICH nicht kontrolliert trinken kann und doch kommen mir momentan täglich die Gedanken, dass ich es vielleicht doch könnte. Mich hält dann nur die Vorstellung von den mistigen Gefühlen, der Reue und den Schuldgefühlen am Tag danach, davon ab, ein Bier ( als könnte ich ein Bier trinken ... ) zu trinken.
So, ich denke das reicht - möchte Euch ja nicht schon bei meinem ersten Post total zutexten.
gruss liv |
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| liv hat zum Thema: Bin nun auch mit an Bord geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 16.05.2007, 20:32 Titel: Re: Bin nun auch mit an Bord |
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Hallo Liv ...
und herzlich willkommen im Forum,
deine 9-monatige "Trockenheit" war eine körperliche, keine geistige, - eine Trinkpause.
Wie gestaltest du dein Leben ? Was macht dein Alkoholumfeld ?
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Bin nun auch mit an Bord geschrieben
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liv sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.05.2007 Beiträge: 4042 Alter: 38 Wohnort: CH
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Verfasst am: 16.05.2007, 21:28 Titel: Re: Bin nun auch mit an Bord |
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hi Freund (klingt gut ... ),
| Zitat: |
und herzlich willkommen im Forum, |
Danke!!
| Zitat: | | deine 9-monatige "Trockenheit" war eine körperliche, keine geistige, - eine Trinkpause. |
Ja, natürlich war es eine Trinkpause, da ich es ja leichtsinnig damals wieder beendet habe; also die Sucht nicht aus dem Kopf "raus" hatte. Somit sind wir aber doch alle irgendwie in einer Trinkpause, da wir ja nie eine Garantie darauf haben können/geben können, dass es für alle Zeiten so bleiben wird, oder?!? Kann man denn zu Lebzeiten von einer Trockenheit sprechen? Sind nur so Gedanken, die sich mir dazu aufdrängen. Ist aber ja eigentlich eh nur Theorie und Haarspalterei .... .
Ich weiss, ich bin süchtig und werde das mein Leben lang bleiben. So spreche ich auch z.B. beim Heroin (wovon ich 10 Jahre clean bin) niemals davon "es geschafft zu haben", wie es von Aussenstehenden so gerne genannt wird.
| Zitat: | | Wie gestaltest du dein Leben ? Was macht dein Alkoholumfeld ? |
An der Lebensgestaltung beisse ich mir gerade die Zähne aus. Aber da müsste ich jetzt weit ausholen. Mein Alkoholumfeld ...? Naja, ich trinke am liebsten alleine zuhause und habe von daher keine "Saufkumpanen". Mein Umfeld trinkt im allgemeinen "normal" - und ich kann ja keinem verbieten zu trinken, wenn ich in der Nähe bin (darum bitten natürlich schon). Was für mich momentan gerade ein Problem darstellt, ist, an gewissen Aktivitäten aus Selbstschutz nicht teilnehmen zu können - weil mir einfach das Risiko, meiner Sucht da nachzugeben, zu gross ist. Gerade heute mal wieder *schnief*
gruss liv |
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| liv hat zum Thema: Re: Bin nun auch mit an Bord geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 16.05.2007, 21:51 Titel: Re: Bin nun auch mit an Bord |
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Hallo Liv,
dein *schnief* zeigt mir Verzicht.
„Es geschafft zu haben“ vom Alkohol weg kann ich von meiner geistigen Loslösung dennoch behaupten, der Weg zum Alkohol zurück würde Vernachlässigung meiner Prioritäten und meines Lebensgenusses voraussetzen.
Es kommt ja gerade auf die Lebensgestaltung und Neustrukturierung an. Ein alkoholfreies Zuhause und als Refugium dienend ist Voraussetzung. Neue Freizeitgestaltungen fern der Assoziationen zum Alkohol, auch hier im Forum regelmäßig möglich.
Du hast also ein Umfeld, das trinkt. Ob normal ist dabei unerheblich.
Du kannst keinem verbieten in deiner Nähe zu trinken, aber bestimmen, wer sich in deiner Nähe aufhält.
Du willst also immer noch an Aktivitäten teilnehmen, bei denen der Alkohol präsent ist.
Das war auch ein Grund deines Rückfalles.
Du musst dir ein neues Umfeld suchen, fern des Alkohols und der Menschen, die ihn konsumieren. Ich mache es. Er hat keine Bedeutung mehr in meinem Leben. Aktivitäten MIT Alkohol sind für mich unbedeutend.
Diese Verinnerlichung musst du in einem langen Prozeß erreichen und kannst dich vom Alkohol geistig loslösen.
Gruß, Freund.
P.S. Habe deinen threat mal in >Alkoholsucht< verschoben. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Bin nun auch mit an Bord geschrieben
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liv sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.05.2007 Beiträge: 4042 Alter: 38 Wohnort: CH
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Verfasst am: 17.05.2007, 16:11 Titel: Re: Bin nun auch mit an Bord |
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hi Freund,
| Zitat: | | dein *schnief* zeigt mir Verzicht. |
Ja, Verzicht auf eine Veranstaltung, auf die ich echt Lust gehabt hätte. Aber das sollte aussagen, dass ich es als nicht so tragisch empfinde.
Darf ich fragen, wie lange Du denn schon trocken lebst? Obwohl das ja grundsätzlich nicht soo wichtig ist, weil es, meiner Meinung nach, nicht viel über das "wie weit" man schon ist, aussagt, oder?! Ich weiss es nicht.
| Zitat: | Du hast also ein Umfeld, das trinkt. Ob normal ist dabei unerheblich.
Du kannst keinem verbieten in deiner Nähe zu trinken, aber bestimmen, wer sich in deiner Nähe aufhält..........Du willst also immer noch an Aktivitäten teilnehmen, bei denen der Alkohol präsent ist. |
Ich bin auch sicher, dass jeder meiner Bekannten für mich an dem gewissen Abend auf das trinken verzichten würde, wenn ich das wünschen würde. Aber ist das wirklich eine "Lösung"? Oder kann ich in Zukunft nur noch mit alkoholabstinenten Leuten verkehren? Ich müsste ja meinen ganzen Bekanntenkreis aufgeben, weil wahrscheinlich alle hin und wieder mal ein Glas Wein trinken.
Klar im Moment vermeide ich es, mich irgendwohin zu begeben, wo ich allzu sehr mit Alkohol konfrontiert werde. Doch geht das auf Dauer, respektive ist das erstrebenswert, wenn ich mich "abschotte".
Welchen Freizeitaktivitäten gehst denn, z.B. Du nach? Ich müsste z.B. mein Hobby aufgeben.
| Zitat: | | Du musst dir ein neues Umfeld suchen, fern des Alkohols und der Menschen, die ihn konsumieren. Ich mache es. Er hat keine Bedeutung mehr in meinem Leben. |
Aber räumst Du damit dem Alkohol nicht gerade wieder grosse Bedeutung ein, indem Du Dich diesem fern hälst. Wäre das Ziel nicht, (locker) neben dem Alkohol leben zu können und nicht nur "fern des Alkohols"? (ich meine solche Fragen absolut werfrei und möchte Deine Meinung/Einstellung keineswegs in Frage stellen oder jemanden hier gar provozieren - im Gegenteil!! Nicht, dass hier was falsch rüberkommt ... )
Ich danke Dir für Deine Antworten, wünsche Dir einen schönen Feiertag und grüsse Dich, liv |
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| liv hat zum Thema: Re: Bin nun auch mit an Bord geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32811 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 17.05.2007, 16:24 Titel: Re: Bin nun auch mit an Bord |
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Hallo und Willkommen Liv,
| liv hat Folgendes geschrieben: |
Aber räumst Du damit dem Alkohol nicht gerade wieder grosse Bedeutung ein, indem Du Dich diesem fern hälst. Wäre das Ziel nicht, (locker) neben dem Alkohol leben zu können und nicht nur "fern des Alkohols"? (ich meine solche Fragen absolut werfrei und möchte Deine Meinung/Einstellung keineswegs in Frage stellen oder jemanden hier gar provozieren - im Gegenteil!! Nicht, dass hier was falsch rüberkommt ... )
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Diese Frage stellen sich sicherlich ganz viele Betroffene.
Meiner Meinung nach ist sehr wichtig, den Zeitfaktor dabei im Auge zu behalten.
Die erste Zeit geht es darum, sich ein neues Leben aufzubauen und da ist es wichtig, dass man jedes Risiko minimiert und dem Alkohol weit aus dem Bogen geht. Jeder Kontakt kann bei einem schwachen Moment einen Rückfall auslösen.
Hat man sich in Jahren ein nüchternes Leben und Umfeld erarbeitet, wird man automatisch kein alkoholtrinkendes Umfeld mehr haben, wenn man es richtig gemacht hat.
Wenn man sich dann mal in ein Kaffee oder eine Gaststätte begibt, wird man mit dem eventuell am Nachbartisch weintrinenden Besucher umgehen können.
Dies ist aber eine Frage von Jahren.
Gruß
Karsten
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andere Beiträge:
nüchternes Umfeld
Kompromisse |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Bin nun auch mit an Bord geschrieben
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Rosamunde Gast
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Verfasst am: 17.05.2007, 16:39 Titel: re. |
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Hallo,
| Zitat: |
Hat man sich in Jahren ein nüchternes Leben und Umfeld erarbeitet, wird man automatisch kein alkoholtrinkendes Umfeld mehr haben, wenn man es richtig gemacht hat.
Wenn man sich dann mal in ein Kaffee oder eine Gaststätte begibt, wird man mit dem eventuell am Nachbartisch weintrinenden Besucher umgehen können.
Dies ist aber eine Frage von Jahren. |
Ich denke, das es nicht auf die Anzahl von Jahren ankommt, sondern wie weit ich geistig mich vom Alkohol distanziert habe, ein vollkommen ! alkoholfreies Umfeld finde ich gibt es nicht, aber ich kann heute ohne Probleme in einem Cafe meinen Capucciono trinken, auch wenn am Nebentisch jemand ein Glas wein trinkt.
Liebe Grüße, Rose |
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| Rosamunde hat zum Thema: re. geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 17.05.2007, 16:44 Titel: Re: Bin nun auch mit an Bord |
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Hallo liv,
du schreibst: … weil es, meiner Meinung nach, nicht viel über das "wie weit" man schon ist, aussagt, oder?!
Da hast du Recht.
Ich habe vor kurzem aufgehört, die Jahre zu zählen.
Alkoholabstinent lebe ich schon viele Jahre, geistig trocken einige Jahre.
Du schreibst: … oder kann ich in Zukunft nur noch mit alkoholabstinenten Leuten verkehren? Ich müsste ja meinen ganzen Bekanntenkreis aufgeben, weil wahrscheinlich alle hin und wieder mal ein Glas Wein trinken.
Ich habe es getan und mich von jenem Bekanntenkreis getrennt.
Ich habe seinerzeit für mich erkannt, dass diese Menschen mich zeitlebens nicht vom Alkohol loslassen werden, d.h. der Alkohol immer in meinem Leben eine Rolle spielen wird, auch wenn ich ihn über den Willen nicht trinken möchte/werde. Dieser Weg letztendlich immer eine Trinkpause sein und mit einem Rückfall enden wird.
Ich hatte von Langzeittrockenen die räumliche Distanz vom Alkohol und die geistige Abstinenz und Loslösung vermittelt bekommen, die notwendig ist, um sein Suchtgedächtnis zu überschreiben bzw. zu bereinigen.
Ich habe seinerzeit mit jenen „Freunden“ versucht ohne Alkohol meine Freizeit zu gestalten, nur wenige sind geblieben, die dazu bereit waren.
Die Gesundheit und Suchtfreiheit hatte bei mir oberste Priorität, ich war nicht mehr bereit zu Eigenversuchen mit Alternativmöglichkeiten aus nassem Denken.
Gehst du diesen Weg akribisch, wirst du andere Wertschöpfung erfahren, du dieses Umfeld nicht mehr vermissen.
Bei geistiger Distanz zum Alkohol, die einen längeren Prozeß voraussetzt, kannst du nach Jahren sicherlich einmal neben alkoholtrinkenden Menschen verweilen und kommunizieren, du suchst dieses Umfeld aber nicht.
“Locker neben dem Alkohol leben zu können“ ist ein Wunsch aus nassem Denken wie der des kontrollierten Trinkens, NICHT möglich, aber aus meiner heutigen Sicht auch nicht erstrebenswert.
Ich hoffe, dir einige Antworten gegeben zu haben …
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Bin nun auch mit an Bord geschrieben
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