| Ich habe Angst • Hallo, ich bin neu hier |
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Barbara Gast
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Verfasst am: 04.08.2005, 22:16 Titel: Hallo, möchte mich kurz vorstellen |
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Hallo zusammen,
ich habe schon vor knapp zwei Monaten ein Posting in diesem Forum verfaßt (im geschützten Bereich), in welchem ich meine Problematik geschildert habe.
Bin 31 Jahre, habe schon lange ein Alkoholproblem- bereits mit 18 habe ich angefangen, regelmäßig zu trinken, damals aber nur geringe Mengen.
Das steigerte sich aber die darauffolgenden Jahre immer mehr, sodass die Jahre 1996-1999 sehr von meiner Sucht geprägt waren. Die anschließenden Jahre waren durch monatelange
Phasen ohne Alkohol gekennzeichnet, die aber immer wieder für ganz kurze Zeit durch Trinken unterbrochen wurden (stets ausgelöst durch Frust, Ärger oder Enttäuschungen). Richtig eingebrochen bin ich dann ab
Februar diesen Jahres, d.h. ich trank immer häufiger und die letzten Monate sogar regelmäßig. Habe mittlerweile eingesehen, dass ich das Problem alleine
nicht in den Griff bekomme und habe vor einer Woche eine Suchtberatungsstelle aufgesucht. Im Moment soll ich Protokoll führen, um herauszufinden, in welchen Situationen das Verlangen nach Alkohol
vorwiegend auftritt. Es zeigt sich diesbezüglich tatsächlich ein bestimmtes Muster; dennoch finde ich es irrsinnig schwierig, dem "Saufdruck" standzuhalten. Habe vorgestern und gestern relativ problemlos durchgehalten (d.h. es war nur ein leichtes Verlangen nach Alkohol zu spüren). Aber heute war es echt wahnsinnig schwer, dem
Verlangen nach Alkohol etwas entgegenzusetzen; ich habe den Tag
dennoch ohne Bier durchgestanden, aber es war ein harter Kampf.
Würde mich interessieren, wie andere mit diesem Druck umgehen (der bei mir beinahe "anfallartig" kommt)?
Viele Grüße,
Barbara |
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| Barbara hat zum Thema: Hallo, möchte mich kurz vorstellen geschrieben
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Teddy neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 17.07.2005 Beiträge: 145 Wohnort: Freistaat Bayern
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Verfasst am: 05.08.2005, 01:04 Titel: Re: Hallo, möchte mich kurz vorstellen |
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Hallo Barbara,
gute Entscheidung von Dir.
Das mit dem Protokoll führen ist schon mal gut weil Du dann erkennst in welchen Situationen Du zu trinken beginnst, dann kannst Du lernen das von vornherein mal abzublocken und Dich in den Griff zu bekommen, aber wenn Du aufhören willst zu trinken mußt Du ohnehin vollkommen trocken bleiben. Du beschreibst selbst was die letzten Jahre mit Dir durch den Alkohol geschah. So geht es leider meistens bis man dann vollends abhängig ist und überhaupt nicht mehr davon wegkommt ohne Hilfe.
Es müßten jetzt drei oder schon vier Tage sein daß Du nicht mehr trinkst, der Saufdruck ist am schlimmsten in den ersten 5 bis 6 Tagen des Entzuges. Dem Saufdruck standhalten, da muß jeder selbst wissen wie er das machen will, der eine fährt mit dem Fahrrad, der andere geht schwimmen, Bootfahren, Training, Lesen, Fernsehen und alles was einen ablenkt vom Trinken halt.
Den Saufdruck kann Dir niemand abnehmen, das Verlangen nach Alkohol, also das "mich gelüstet nach einem Schluck", das hat man lebenslang, bloß nach einiger Zeit kann man sehr gut damit klar kommen und lacht dann eines Tages über sich selbst, aber das dauert. Wichtig ist das erste Glas stehenlassen, dann geht alles andere auch besser von statten.
Fängst Du wieder an geht´s gleich wieder von vorne los. Laß Dich nicht drauf ein. Zieh Deine Sache durch und bleib bei der Beratungsstelle wenn Dir das hilft, dann schaffst Du es auch konsequent Alkohol zu vermeiden.
Wir sind da und helfen Dir wenn Du was brauchst.
Gute 24Std.
LG
Teddy |
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| Teddy hat zum Thema: Re: Hallo, möchte mich kurz vorstellen geschrieben
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Rainer Gast
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Verfasst am: 05.08.2005, 06:28 Titel: Re: Hallo, möchte mich kurz vorstellen |
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Hallo Barbara,
herzlich Willkommen hier im Forum.
Ich finde das toll. Du hast Dir vorgenommen, mit dem Trinken aufzuhören, warst schon zur Suchtberatung und bist schon drei Tage trocken. Kompliment!!!
Dass die ersten Tage besonders hart sind, weiß ich nur zu gut. Komisch, wenn man sonst mal einen Tag nichts getrunken hat, weil man z.B. keine Zeit hatte, ist einem das nicht schwer gefallen. Aber jetzt, wo man sich sagt "Ich will nicht", macht einem das Probleme, weil man sich einfach zu sehr darauf konzentriert. Und das ist eigentlich schon die Lösung, den Saufdruck zu verringern.
Wie Teddy schon geschrieben hat, da hilft Ablenkung, egal in welcher Form. Dem Alkohol aus dem Weg gehen und sich mit Dingen beschäftigen, bei denen man früher auch keinen Alkohol getrunken hat.
Mir persönlich hat dieses Forum geholfen. Es war meine erste Anlaufstelle und ich habe mich hier gleich geborgen gefühlt. Hier sind Freunde, die mich verstehen. Ein gesunder Mensch kann sich in das, was wir durchmachen, gar nicht reinversetzen. Wenn ich Saufdruck hatte, war ich hier, denn hier ist praktisch eine 24-Stunden-SHG, die eben nicht nur einmal pro Woche für 2 Stunden tagt. Hier ist die Gruppe, wenn ich sie brauche. ( SHG = Selbsthilfegruppe )
Wichtig ist, dass Dein zu Hause alkoholfrei ist ( Vorräte wegschmeißen ), denn der Weg zur Hausbar / Kühlschrank ist kurz.
Du hast sicherlich schon gelesen, dass Du Dir immer nur für heute vornehmen sollst, stark zu bleiben. Morgen ist ein neuer Tag.
Schreib doch mal ein bisschen mehr von Dir, was Du so machst, ob Du Familie hast, wie Dein Umfeld mit Alkohol umgeht.
Ich wünsche Dir dass Du heute wieder stark bleibst. Und denk dran, wenn Du Probleme hast, wir sind hier und dann gehen wir das gemeinsam an.
liebe Grüße,
Rainer |
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| Rainer hat zum Thema: Re: Hallo, möchte mich kurz vorstellen geschrieben
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Udo neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 31.07.2005 Beiträge: 3 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 05.08.2005, 23:12 Titel: Re: Hallo, möchte mich kurz vorstellen |
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Hallo Barbara
Ich kann mich den anderen nur anschliessen.Die ersten Tage sind sehr hart,ich kenn das.Versuch Dich abzulenken mach irgend was,was Dir Spass macht.Denke immer nur von Tag zu Tag.Abends freust Du Dich dan wieder ein Tag geschaft.Und Du wirst merken es werden immer mehr Tage ohne Alkohol,auf die Du stolz sein kannst.Du kannst den 10 Schritt nicht vor dem 1.2.und3.machen es ist schwer und braucht Zeit.
Mir hat sehr geholfen,das ich von Anfang an offen damit umgegangen bin(Familie,Bekannte,Arbeit).
Ich hab mich damit selbst unter Druck gesetzt.
Jetzt bin ich schon fast 2 Jahre trocken und bin Stolz drauf.
Um so mehr Tage die Du schafst,um so mehr kannst Du dem Druck entgegen setzen.
Ich wünsche Dir alles Gute Bleib stark.
Gruss Udo |
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| Udo hat zum Thema: Re: Hallo, möchte mich kurz vorstellen geschrieben
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Rainerreeiner Gast
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Verfasst am: 06.08.2005, 08:11 Titel: Re: Hallo, möchte mich kurz vorstellen |
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Hallo Barbara,
wie geht es Dir?
Am 04.08. warst Du schon drei Tage trocken. Hast Du durchgehalten???
lieben Gruß,
_______
Saufdruck
Zwangseinweisung |
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| Rainerreeiner hat zum Thema: Re: Hallo, möchte mich kurz vorstellen geschrieben
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Barbara Gast
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Verfasst am: 06.08.2005, 12:33 Titel: hab leider nicht durchgehalten- neuer Anlauf |
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Hallo zusammen,
erst einmal vielen Dank für die aufmunternden Beiträge.
Leider habe ich tatsächlich nur die ersten drei Tage durchgehalten.
Gestern bin ich wieder etwas "abgestürzt" (allerdings stand da ein
sehr belastendes Ereignis im Hintergrund- in Zukunft sollte ich natürlich
lernen, mit Frustration besser umzugehen).
Ich schäme mich sehr, dass ich trotz bester Vorsätze wieder schwach
geworden bin; damit enttäusche ich nicht nur mich selbst, sondern auch
mein Umfeld. Momentan bin ich sehr niedergeschlagen, weil ich dem
Saufdruck nachgegeben habe, den ich diesmal als sehr extrem empfunden habe. Am liebsten würde ich noch einen Anlauf wagen, um
mein Ziel (endlich die Finger von dem Zeug zu lassen) zu erreichen.
Momentan haben mich dummerweise die Schuldgefühle voll im Griff.
Ich weiß, dass der Inhalt dieses Beitrags wenig erfreulich ist, aber ich denke, dass ich bei einem derart schwerwiegenden Problem wie Alkoholismus überhaupt nicht weiterkomme, wenn ich nicht ehrlich bin.
Deprimierte Grüße,
Barbara |
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| Barbara hat zum Thema: hab leider nicht durchgehalten- neuer Anlauf geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32811 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 06.08.2005, 12:50 Titel: Re: Hallo, möchte mich kurz vorstellen |
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Hallo Barbara,
wenn man schwach wird und wieder zum Alkohol greift, darf man auch deprimiert sein, wenn man es eingesehen hat und einen Neuanfang macht.
Gravierende Ereignisse können einen schon in seiner Entscheidung schwächen. Nur sollte es nicht die Regel sein. Dann belügt man sich selbst. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Hallo, möchte mich kurz vorstellen geschrieben
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Martin Gast
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Verfasst am: 06.08.2005, 12:56 Titel: keine Scham |
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Hallo Barbara.
Schäm Dich nicht, sondern betrachte diesen Rückfall und Deinen Umgang damit genau:
Du bleibst nicht sitzen im Rückfall und trinkst nicht einfach stumpf weiter.
Du schreibst hier, fällst also nicht in die Lähmung und Hoffnungslosigkeit.
Du siehst die Zusammenhänge mit dem belastenden Ereignis.
Du hast bereits begonnen, Dein Leben anders zu managen, als einfach nur weiter zu trinken. Das sich schämen ist ein Teil Deiner Persönlichkeitsstruktur, der Dich nur wieder hinein zieht in den Strudel der Trinkens. Das ist oft so bei uns Süchtigen - und der Ausstieg dementsprechend schwer. Ein Kreislauf der sich immer selbst erneuert. Erkenne, daß sich die Scham Dir selbst in den Weg stellt und nicht wirklich objektiv begründet ist - erkenne, daß Du krank bist und der Rückfall zu Deinem/Unserem Krankheitsbild hinzugehört. Wenn mann/frau den Rückfall aber (wie Du es bereits tust) beginnt zu managen, ist er auf Dauer gut zu vermeiden.
Es gibt keinen Grund, daß Du Dich selbst fertig machst. Du machst Deine Sache bereits gut. Und - weiter so.
Herzlichen Gruß, Martin |
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| Martin hat zum Thema: keine Scham geschrieben
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