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sungold
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 30.06.2006
Beiträge: 17
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 30.04.2007, 19:29    Titel: Innere Leere Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo!

Zu allererst möchte ich sagen, dass ich in letzter Zeit kaum im Forum geschrieben habe. Lesen tu ich die Beiträge aber fast täglich. Habe mir nun vorgenommen auch regelmässig zu schreiben. Schliesslich hat mir NUR dieses Forum den Weg in meine Trockenheit gegeben. Ich habe meine Entgiftung hinter mir und bin heilfroh darüber.

Ich habe bereits einige threads im Forum geschrieben. Habe auch berichtet, dass ich nun endlich trocken bin. Jeden abend danke ich für einen wieder trocken erlebten Tag.

Ich habe versucht, meinen Freundeskreis, der sehr viel mit Alkohol zu tun hat, zu ändern. Man hat mir geraten, dieses Umfeld zu meiden. Ich habe meinen Freunden erzählt, dass ich Alkoholkrank bin und sie haben es akzeptiert. Nun aber stehe ich an einer - wie ich meine - gefährlichen Stelle. Ich denke manchmal, naja so ein Gläschen.... Aber ich bleibe standhaft und hart. Ich möchte mein Leben lang nie wieder diesen Alptraum Alkohol mitmachen.

Das Problem welches ich habe ist aber folgendes: meine Freunde sind keine Alkoholiker. Sie trinken ab und an mal ein Gläschen und können damit umgehen. Filmrisse oder Kontrollverlust kennen die nicht, denn sie haben ihren Alkoholkonsum im Griff.

Wenn wir beisammen sind trinke ich Mineralwasser, Kaffee, oder sonst was "Bleifreies". Wenn ich aber meinen Freundeskreis der trinkt meiden soll, dann bin ich fast ganze Zeit alleine. Denn kaum jemand von ihnen ist absolut trocken.

Ich fühle mich zur Zeit etwas schwach und habe mich daher in den letzten Tagen auch etwas von meinen Freunden distanziert. In mir kommt eine innere Leere auf und ich komme mir vor wie eine Aussetzige. Ich arbeite täglich an meiner Trockenheit und umso mehr kommen mir Gedanken über mich und mein künftiges Leben ohne Alkohol. Ich weis, das sollt man nicht denken, aber ich möchte ehrlich sein und mein Problem aussprechen: manchmal denke ich, die sind alle so lustig und feiern, nur ich kann nicht mit tun denn ich bin ja Alkoholkrank und darf nur Wasser geniessen. Diese Schwäche kommt nun in mir auf und ich fühle mich komisch. Eigentlich sollte es mir gut gehen, denn ich bin schon wochenlang trocken. Anstatt stolz auf mich zu sein habe ich derart komische Gedanken.

Bitte verzeiht mir meine Offenheit, ich werde selbstverständlich weiterhin trocken bleiben und es geniessen.

Liebe Grüße, Sungold.
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sungold hat zum Thema: Innere Leere geschrieben
Andi
Gast






BeitragVerfasst am: 30.04.2007, 19:52    Titel: Re: Innere Leere Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo sungold,
Offenheit ist immer gut,egal wie es andere auffassen,sie hilft Dir,und das ist wichtig Ausrufezeichen

Sungold,Du strukturierst gerade dein Leben neu,und steckst noch in den Anfängen!


Zitat:
Ich fühle mich zur Zeit etwas schwach und habe mich daher in den letzten Tagen auch etwas von meinen Freunden distanziert. In mir kommt eine innere Leere auf und ich komme mir vor wie eine Aussetzige


Du bist keine Aussätzige,wie oben schon gesagt,Du strukturierst dich,und das ist wichtig.Deine Freunde,kennen deine Abhängigkeit,und wären es gute Freunde,würden sie auch darauf Rücksicht nehmen,und in deiner Gegenwart,nicht's trinken!

Jetzt kommt natürlich wieder der Gedanke"Ich kann denen doch nicht verbieten,in meiner Gegenwart nicht's zu trinken"Nein,kannst Du nicht!
Aber wären es "gute Freunde" würden sie es akzeptieren,und in deiner Gegenwart,darauf verzichten,und deshalb,ist es doch völlig legitim,daß Du dich von Ihnen fernhältst!

Diese innere Leere gilt es zu füllen,in dem Du Dir,andere Aktivitäten suchst,Sportverein etc.Hierzu gibt es viele Möglichkeiten,Du musst sie nur erkennen!Du bist in keinem Fall eine Aussätzige,nur weil Du dich von trinkenden Leuten fernhältst!Nun mach dich mal nicht kleiner wie Du bist Winken

Gruß Andi
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Andi hat zum Thema: Re: Innere Leere geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


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Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32811
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 30.04.2007, 19:57    Titel: Re: Innere Leere Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sungold,

sicherlich ist die Veränderung des Umfeldes keine leichte Angelegenheit und vor allem auch nicht von heut auf morgen erledigt.
Was mir aber an Deinem Beitrag auffällt ist, dass Du einen Unterschied machst, zwischen Menschen die öfter trinken und alkoholabhängige Menschen.
Die dritte Gruppe ( in meinen Augen gibt es eigentlich sogar nur zwei ) sollte Dein neuer Freundeskreis sein.
Es gibt Millionen von Menschen, die mal zu Sylvester oder eben nur ein oder zwei mal im Jahr Alkohol trinken.
Wer jede Woche oder gar jeden Tag Alkohol trint, hat wohl selbst ein Problem mit seinem Alkoholkonsum.
Zitat:

meine Freunde sind keine Alkoholiker. Sie trinken ab und an mal ein Gläschen und können damit umgehen


haben wir das von uns nicht auch immer behauptet? Können Deine Freunde denn nicht ohne Alkohol etwas zusammen machen?
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Karsten hat zum Thema: Re: Innere Leere geschrieben
Andi
Gast






BeitragVerfasst am: 30.04.2007, 19:59    Titel: Re: Innere Leere Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Nachtrag:

Zitat:
manchmal denke ich, die sind alle so lustig und feiern, nur ich kann nicht mit tun denn ich bin ja Alkoholkrank und darf nur Wasser geniessen. Diese Schwäche kommt nun in mir auf und ich fühle mich komisch


Auch Du kannst lustig sein ohne Alkohol,glaube mir,es geht Ausrufezeichen

Das was dich jetzt so schwach auszusehen scheint,sind meines Erachtens Verzichtsgedanken,die immer wiederkehren werden,sofern Du dein Umfeld nicht änderst!

Gruß Andi
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Andi hat zum Thema: Re: Innere Leere geschrieben
Blizzard
aktiver Teilnehmer


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Beiträge: 649
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Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 30.04.2007, 20:01    Titel: Re: Innere Leere Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo sungold,

ich denke, jeder hier weiß, wie es dir geht und viele von uns haben ab und an noch ähnliche Gefühlszustände.

Dagegen hilft nur die Zeit. Du solltest dich aber auch aktiv darum bemühen, positive Gedankenmuster zu entwickeln, um solche Situationen in Zukunft gelassener meistern zu können. Dazu ist es wohl zu allererst von Nöten, den von dir angesprochenen "Verzichtsgedanken" zu "bearbeiten". Versuch doch einfach mal den Gedanken umzudrehen: Wenn du nicht trinkst, dann verzichtest du auf nichts - wenn du aber wieder rückfällig wirst in einer solchen Situation, dann verzichtest du auf vieles: körperliche und psychische Gesundheit, die Chance auf dauerhafte Zufriedenheit u.v.m.

Was ich jetzt noch schreibe, ist vielleicht nicht "politisch korrekt", aber es ist doch in der Tat so, dass wir Alkoholkranken nicht die einzigen sind, die auf dieser Welt auf irgendetwas verzichten müssen! Zehntausende Menschen in diesem Land müssen ohne gesunde Beine oder Arme auskommen, Millionen von Menschen in diesem Land haben diverse Pollen-Allergien, weswegen sie keinen Frühlingsspaziergang genießen können; Millionen von Menschen haben zu wenig Geld, um sich wenigstens gelegentlich einen Auslandsurlaub leisten & genießen zu können;

Was ich damit sagen will: Verzicht gehört für jeden Menschen irgendwie zum Leben - ich bin sicher, dass es keinen Menschen (selbst unter den reichsten der Reichen) gibt, der nicht auf irgendwas "verzichten" muss. Selbst Millionäre und Stars müssen verzichten - zb. auf ihre Freiheit, überall und jederzeit ohne Personenschutz hingehen zu können.

Diese Gedanken können einem helfen, den eigenen "Verzicht" in eine gesunde Relation zu setzen - und damit nicht im Selbstmitleid zu versinken.

Viele Grüße,

Blizzard
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Blizzard hat zum Thema: Re: Innere Leere geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32811
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 30.04.2007, 20:12    Titel: Re: Innere Leere Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sungold, ,

neue Freunde finden und damit auch das Selbstbewußtsein steigern zu können, weil man seiner selbst wegen gemocht wird und nicht weil man mittrinken kann, kannst Du aber nur, wenn Du für neue Dinge offen bist.
Jedes festhalten an das alte Leben und die alten Gewohnheiten, sind nicht nur ein Risiko, sondern behindern Dich auch in der weiteren Entwicklung.

Vielleicht ist es sogar möglich hier im Forum, wenn auch erstmal nur virtuell, neue Menschen kennen zu lernen, die Dich mögen und die Du magst?
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Karsten hat zum Thema: Re: Innere Leere geschrieben
horst1
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 17.10.2006
Beiträge: 493
Wohnort: Baden-Württemberg

BeitragVerfasst am: 30.04.2007, 20:58    Titel: re. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sungold


Ich habe mir in der nähe wo ich wohne eine SHG gesucht.
Dort kann man auch kontakte knüpfen.
Ich fühle mich dort sehr wohl, unter Menschen die mich verstehen
und die das gleiche Problem haben.
Es werden gemeinsame Ausflüge angeboten usw.
In den Sommerferien gibt es sogar eine Campingfreizeit.
Habe Geduld mit dir.

Grüssle von Horst Winken
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horst1 hat zum Thema: re. geschrieben
linuxgeek81
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 24.02.2007
Beiträge: 239

BeitragVerfasst am: 30.04.2007, 21:37    Titel: Re: Innere Leere Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi Sungold,

ich denke, die meisten hier koennen Dich verstehen und haben aehnliches durchgemacht. Ich selber war auch vollkommen durch den Wind nach meiner Entgiftung, ich wuerde sagen: instabil und labil. Aber das ist wohl ganz normal: Du hast einen grossen Schritt getan und jetzt gilt es, das ganze zu festigen und zu verinnerlichen. Du kannst Dir sicher sein, dass es immer besser wird und auch diese Zweifel und stoerenden Gedanken werden irgendwann verschwinden. Konzentriere Dich auf das Heute und Jetzt! Sage Dir: Heute werde ich nicht trinken -- der Rest ergibt sich schon.

Zitat:

Ich habe versucht, meinen Freundeskreis, der sehr viel mit Alkohol zu tun hat, zu ändern. Man hat mir geraten, dieses Umfeld zu meiden. Ich habe meinen Freunden erzählt, dass ich Alkoholkrank bin und sie haben es akzeptiert. Nun aber stehe ich an einer - wie ich meine - gefährlichen Stelle. Ich denke manchmal, naja so ein Gläschen.... Aber ich bleibe standhaft und hart. Ich möchte mein Leben lang nie wieder diesen Alptraum Alkohol mitmachen.


Zuerst solltest Du einmal genau ueberlegen, wie Du das Wort "Freund" definierst. Kann denn jemand, mit dem Du hauptsaechlich das Saufen gemein hattest, Dein Freund sein? Und wenn die nur noch Spass haben koennen, wenn sie abgefuellt sind, dann mache Dir mal klar, wie erbaermlich das eigentlich ist. Und wenn Du da nicht aufpasst und konsequent bist werden die Dich wieder mit runter ziehen. Also Augen zu und durch. Du wirst neue Leute kennenlernen.

Du scheinst im Alkohol noch einen Verzicht zu sehen, das ist gefaehrlich, aber sicher auch normal, wenn man erst so kurz trocken ist. Ich sehe darin immer weniger irgendeinen Verzicht, da ich viel darueber nachgedacht habe. Denke mal darueber nach, was Alk mit Deinem Leben gemacht hat. Also bei mir hat er vieles, sehr vieles zerstoert. Das letzte mal als ich Mist mit Alk im Blut getrieben habe hab ich 1 Jahr auf Bewaehrung bekommen -- um Dir mal einen Eindruck zu geben. Ohne Alk waere mir das (und vieles andere) nie passiert. Verdeutliche Dir das. Und dann frag Dich: worin besteht der Verzicht?


greets,
Michael
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linuxgeek81 hat zum Thema: Re: Innere Leere geschrieben

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