Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Anfrage - Alkohol: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Anfrage

 
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Co-Abhängige und Angehörige von Alkoholikern -> Seite 51
Immer wieder Rückfälle   •    Mein Vater  
Autor Nachricht
lilly 50
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.04.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 27.04.2007, 07:11    Titel: Anfrage Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallöchen alle zusammen:

ich habe dieses Forum soeben gefunden, weil ich sehr verunsichert bin.
Ich selber trinke und rauche nicht, ich bin nicht gesund.
Nun habe ich einen lieben Freund kennengelernt, mit dem ich schon eine zeitlang zusammenbin (trotz meiner Krankheit, was toll ist)
Leider habe ich nun festgestellt, dass er gerne Alkohol trinkt. Oft ein Bierchen, Radler, mit der Begründung: wir sind ja hier in Bayern.
Da habe ich immer ein Auge zugedrückt. Aber: er trinkt auch Orangensaft mit Alkohol, meistens Wein, im Winter mit Glühwein gemischt und das fast täglich. Er meinte, der O-Saft schmecke ihn nun mal nur mit Alkohol so gut, er trinke es gerne.
Ich habe die Befürchtung, dass er, wenn er so weitermacht, dem Alkoholismus zusteuert, denn erst gestern war er kurz in seiner Wohnung, er wohnt nicht weit von mir weg, hat sich schnell seinen "O-Saft" hinter die Binde gekippt und ist dann zu mir. Ich finde das nicht normal , ehrlich gesagt. Ich denke, mal zwischendrin ein Bierchen im Biergarten oder ein gutes Glas Wein zum Essen langsam getrunken, finde ich ja o.k, aber so schnell: zack und weg ists, oder auch wenn er am PC sitzt, dann wird nebenbei gebechert....er meinte, das wäre doch nichts.
ich hatte schon öfters deswegen eine grosse Diskussion, gestern hab ich im gesagt, ob er es schaffe, mal keinen "O-Saft mit Alkohol" zu trinken, er könne ja mal zwischendurch, aber doch nicht jeden Tag.
Doch er würde es schaffen, aber er will nicht, meinte er, warum denn, das schmecke ihm doch soooooo gut. Und es sei ja nicht viel, was er da trinke.
Ich finde, das ist eine Ausrede meiner Meinung nach oder nicht?
Er begreift einfach nicht, dass er meiner Meinung nach schon nach dem Zeugs bald süchtig ist oder übetreibe ich mit meiner Ängstlichkeit????
Ich bin leider mit Alkohol-Eltern aufgewachsen, das war für mich die absolute Hölle. Ich habe mir geschworen, ich trinke im Leben keinen Alkohol. Gut in der Jugend habe ich auch mal gelegentlich was getrunken, aber gemerkt, der bekommt mir überhaupt nicht, zudem ich Angst hatte, dass mir das gleiche Schicksal blüht und so trinke ich seither überhaupt keinen Alkohol mehr, obwohl ich immer drauf angesprochen werde......na das gibts doch nicht, so ein bischen schadet doch nicht. Doch mir schon, zudem ich wie gesagt krank bin und Medikamente nehmen muss.
Ich kann auch ohne Alkohol, und vor allem will ich nicht in der Birne blöd werden und was sonst noch auf einen zukommt.
Nun : ich habe sehr Angst um meinen Freund, er erkennt seine Lage nicht, er hatte mir im Winter schon mal versprochen, damit aufzuhören, da hat er den Glühwein mit O-Saft gemischt. Nun macht er weiter mit Wein, gestern hab ich das deutlich gerochen, daraufhin hatten wir Zoff.
Ich denke, entweder ist er schon süchtig oder er ist nahe dran. Er meinte, das stimme nicht und überhaupt : soooooviel trinke er ja nicht.
Ich meine aber, es geht doch nicht um die Menge, sondern um die Regelmässigkeit, dass man es fast schon braucht und die Ausreden: Es schmeckt mir ja so gut. Mensch aber auch, es gibt jede Menge Getränke, die einem gut schmecken oder nicht??? Und eben das "Schnell-Hinter -die Binde -kippen " finde ich auch nicht normal!
Ne der Mann will das nicht verstehen oder wahrhaben.
Was meint ihr denn dazu? Liege ich richtig oder übertreibe ich mit meiner Ängstlichkeit?? Ich will ihn nicht an den verdammten Alkohol verlieren, ich weiss, wie sich die Psyche verändert, ich kenne das zur Genüge.

Ich hoffe auf eine Antwort und Rat von euch.
ganz lieben dan
lilly
Nach oben
lilly 50 hat zum Thema: Anfrage geschrieben
Lilly12
Gast






BeitragVerfasst am: 27.04.2007, 07:55    Titel: Re: Anfrage Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo lilly

Herzlich Willkommen hier im Forum, schön, das Du hergefunden hast.

Dein Freund zeigt alle Anzeichen einer Alkoholabhängigkeit, aber ob er alkoholabhängig ist, kann nur er selber wissen.

Erst einmal, eine Alkoholabhängigkeit ist nicht von der getrunkenen Menge und Häufigkeit abhängig, sie kann auch bei geringen Mengen und Unregelmäßigkeit vorhanden sein.

Dein Freund aber scheint ja schon täglich das Zeug zu brauchen, ich schliesse daraus, das er sonst auf Entzug kommt, sehr unangenehm. kann bis zu Panikattacken, Schweissausrüchen, Zittern etc. kommen. Das will er damit vermeiden.

Ich denke, ALLE Alkoholiker werden sich in Deinem Bericht wieder erkennen, es sind ganz typische Verahaltensweisen. Das Abwiegeln des Problems, das hastige Trinken, um nicht auf Entzug zu kommen, die Ausreden, es schmecke ja, obwohl es das schon lange nicht mehr tut, er wird sicher auch lügen, um an Alk zu kommen und evtl. auch heimlich trinken, wovon Du gar nix weißt.
Auch wir haben wohl alle zu lange die Augen fest verschlossen, wollten lange Zeit unser Problem nicht sehen. Wir werden dann auch ungerecht bis aggressiv, wenn uns jemand unsere Droge Alkohol vorenthalten oder wegnehmen will. Kannst es ja mal versuchen,wie er darauf reagiert, ich vermute mal, das er SEHR sauer darüber wird und sagen wird: Du spinnst.

Liebe lilly, wenn er Alkoholiker ist, dann kommt er aus dieser Sache nicht mehr ohne Hilfe raus. Dann braucht er auch ärztliche Unterstützung, eine Entgiftung, ne SHG etc. Das ist aber erst ab dann möglich, wenn er selber sein Problem erkennt und Hilfe WILL. Vorher ist leider gar nix zu machen. Er muß erst seinen persönlichen Tiefpunkt erreichen, bis dahin muss er leider weiter saufen Traurig

Du schreibst, das der Alkohol auch die Psyche verändert, ich denke, das hat bei ihm schon lange stattgefunden. Denn unsere Krankheit, denn das ist die Alkoholsucht, eine anerkannte Krankheit, ist auch immer psychisch, wir sind nie nur körperlich abhängig. Und unsere Krankheit ist unheilbar, nur durch absolute Abstinenz zu stoppen.
Ein Glas, ein einziger Schluck Alkohol wird uns rückfällig werden und wir sind schnell wieder auf unserem alten Level.
Dein Freund würde also, sollte er trocken werden wollen, nie wieder Alkohol trinken dürfen. Auch "dürfen" ist in diesem Zusammenhang das falsche Wort, denn es würde nach Verzicht klingen. Wirklich trocken kann man nur werden und bleiben, wenn es zu einer Lebenseinstellung wird, die aus Kopf und Bauch kommt.

Nur mal so am Rande, alles, was Du da beschrieben hast, habe ich auch getan und es wird noch viel schlimmer, das ist erst der Anfang.

Du wirst vielleicht wissen wollen, was Du für ihn tun kannst, ihm helfen kannst ? Das kann ich Dir gern sagen: GAR NICHT(S) ! Die einzige Hilfe ist die Nicht-Hilfe für einen nassen Alkoholiker. Mach nichts mehr für ihn, keine Ausreden, keine Lügen etc.
Das einzige, was Du versuchen kannst, ist, ihn in einem nüchternen Moment auf sein Problem ansprechen, aber er wird wohl alles abstreiten und abwiegeln und Dich als etwas dumm dastehen lassen.
Ansonsten bleibt nur die Trennung, evtl. mit einem vorher gestelltem Ultimatum, sich Hilfe zu suchen. Kann helfen, muß aber nicht.
Ich denke, er ist noch meilenweit davon entfernt, sein Problem überhaupt selber zu sehen, ihm geht es noch nicht schlecht genug.
Solange das nicht der Fall ist, kannst Du nix machen.

Und er müßte auch für sich trocken werden wollen, wollte er das für Dich tun, würde auch das nicht funktionieren.

lilly, die Alkoholsucht ist stärker als alles andere, auch stärker als die Liebe. Man möchte gern gegebene Versprechen halten, so isses nich,aber man kann es nicht mehr.

ABER ES GIBT WEGE AUS DER SUCHT. UND HILFE ! Man muss es aber selber wollen.

Lieben Gruß an Dich
Lilly Winken
Nach oben
Lilly12 hat zum Thema: Re: Anfrage geschrieben
blondie
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 09.03.2007
Beiträge: 98

BeitragVerfasst am: 27.04.2007, 07:59    Titel: Re: Anfrage Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo lilly 50,

erstmal herzlich willkommen hier im Forum! Ich glaube nicht das Du mit deiner Befürchtung falsch liegst. Auch falls er noch nicht davon abhängig sein sollte (denke aber schon das er es schon ist), so wird er es irgendwann durch die Regelmäßigkeit sein. Wie viel trinkt er denn so jeden Tag? Hast Du darüber einen Überblick?
Auch bei meinem Mann fing es mit 1 Flasche Bier am Abend an, weil es ja soooo schmeckt. Heute, 25 Jahre später, liegt er bei 6 -7 Flaschen pro Tag und schafft es nicht länger als 2 Tage ohne aus zukommen.

Dein Freund hat also ein Problem und umso früher er das einsieht, umso besser. Sei hartnäckig und lass dich nicht mit fadenscheinigen Ausreden abfertigen.

LG blondie
Nach oben
blondie hat zum Thema: Re: Anfrage geschrieben
Whitewolf
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 03.09.2006
Beiträge: 1204
Alter: 44
Wohnort: Homburg/Saar

BeitragVerfasst am: 27.04.2007, 09:02    Titel: Re: Anfrage Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo Lilly 50,

auch von mir noch ein herzliches Willkommen bei uns im Forum.

Da spricht wohl schon einiges dafür das Ihm der Alkohol mehr bedeutet als er sollte. Dann kommt dazu das Du ein gebranntes Kind bist und doppelt scharf beobachtest.

Es geht jetzt eigentlich weniger darum ob er schon ein Alkoholiker ist. Das können wir hier sowiso nicht abschliessend beurteilen.

Die Tatsache das Du mit seinen Trinkgewohnheiten nicht zurechtkommst ist in diesem Fall viel gravierender. DAS ist doch der Punkt. Du solltest ihm unmissverständlich darlegen wie Du darunter leidest. Deine Vorgeschichte berechtigt Dich doppelt dazu. Zeigt er kein Einsehen und lässt Dich offenen Auges weiter leiden ohne etwas zu tun dann solltest Du wirklich die Beziehung beeenden.

DAS kann es doch wohl nicht sein.

Überleg in Ruhe ob Du evtl. nicht mit aller Konsequenz Deinen Standpunkt dargelegt hast aus Angst Ihn wieder zu verlieren. Das wäre nämlich der Fall wenn er sich entscheiden müsste und der Alkohol stärker ist.

Viele Grüsse

White
Nach oben
Whitewolf hat zum Thema: Re: Anfrage geschrieben
lilly 50
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.04.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 28.04.2007, 14:42    Titel: Re: Anfrage Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

ganz ganz vielen Dank an euch.
Ich werde nochmal in einem ruhigen Moment mit ihm reden, ihm meine Ängste, Verzweiflung mitteilen und kann nur hoffen, dass er es einsieht. Ich habe ihm schon gesagt, ich werde ihn verlassen, wenn er ein Alkoliker ist, denn ich habe nicht die Kraft dafür, ihn mitzutragen, bin ich doch selber krank und muss selber mit meiner Krankheit Tag-täglich kämpfen.
Ich kann nur sagen: Mistalkohol, warum fällt die Menschheit nur auf so ein Zeugs rein? Genau, weil es ja soooooo harmlos dargestellt wird in den Medien, fast in jedem Film trinkt man doch mal zwischendrin ein Gläschen.

Alles gute für euch und viel Kraft, ich werde gerne mal hier zwischendrin lesen.
Nach oben
lilly 50 hat zum Thema: Re: Anfrage geschrieben
Whitewolf
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 03.09.2006
Beiträge: 1204
Alter: 44
Wohnort: Homburg/Saar

BeitragVerfasst am: 28.04.2007, 16:27    Titel: Re: Anfrage Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Lilly,

schreib uns gerne wie das weiterläuft wenn Du magst.
Weiterhin viel Kraft für Dich.

Viele Grüsse

White
Nach oben
Whitewolf hat zum Thema: Re: Anfrage geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Co-Abhängige und Angehörige von Alkoholikern Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1


Ähnliche Beiträge
Thema Forum
Keine neuen Beiträge Anfrage zu hellweg- Klinik Oerlinghausen Hilfe bei Alkohol durch die Schulmedizin
Keine neuen Beiträge Warum nach 2 Jahren Abstinenz Rückfal... Alkoholsucht bzw. Alkoholabhängigkeit im Alkoholiker Forum

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Chronischer Alkoholismus
Chronischer Alkoholismus
Endlich Schluss
Endlich Schluss
Folgekrankheiten Alkohol
Folgekrankheiten Alkohol
Angststörung
Angststörung
Risikoverhalten
Risikoverhalten


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de