| Gordon:21 Jahre Suff sollten reichen • Freunde, ich begrüße euch. |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
Rosamunde Gast
|
Verfasst am: 23.04.2007, 12:36 Titel: Vergangenheitsbewältigung |
|
|
Hallo an Alle,
Das Thema des Themenchats am So. heißt:
" Vergangenheitsbewältigung, muß das wirklich sein ? "
" Oder sollte ich mich auf meine Zukunft konzentrieren ? "
Für mich ist der Blick in die Vergangenheit wichtig, damit ich daraus für die Zukunft lernen kann.
Verdrängung ist nicht mehr meine Sache, das habe ich lange genug in meiner nassen Zeit getan.
Vergangenheitsbewältigung heißt für mich, HINSCHAUEN und nicht WEGSCHAUEN.
Ich lebe im HEUTE, konzentriere mich auf die Zukunft, verliere aber nicht den Blick zurück.
Liebe Grüße, Rose |
|
| Nach oben |
|
| Rosamunde hat zum Thema: Vergangenheitsbewältigung geschrieben
|
|
 |
Inseläffchen sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.03.2006 Beiträge: 2125 Alter: 40
|
Verfasst am: 23.04.2007, 12:59 Titel: Re: Vergangenheitsbewältigung |
|
|
Hallo!
Das ist auch ein Thema, das mich viel beschäftigt muss ich zugeben.
Auf der einen Seite wird hier oft gesagt, dass man im Heute leben soll und dass man ja an der Vergangenheit nichts mehr ändern kann, warum sollte man sich also damit quälen.
Für mich holt mich meine Vergangenheit oft in meinen Gedanken ein. Vergangenhaltsbewältigung ist für mich auch darüber zu sprechen, auch wenn’s manchmal wehtut. Nur danach fühl ich mich wieder besser und leichter und kann mich wieder auf das Heute und manchmal sogar auf’s Morgen konzentrieren.
Auch ich lerne aus meiner Vergangenheit. Manche Situationen in die ich jetzt komme, erinnern mich aufeinmal an Situationen in meiner Vergangenheit....wenn ich das erkenne, dann trete ich einen Schritt zurück und erinner mich, wie hab ich da früher drauf reagiert und wie reagiere ich heute darauf.
Früher habe ich viel runtergeschluckt und es hat sich viel in mir angestaut. Viele Gefühle habe ich dann versucht wegzusaufen...na ja, dass das nicht klappt, das wissen wir alle. Nüchtern und trocken sind die Gefühle noch da....manche tief vergraben, manche kommen wieder an die Oberfläche. Anstatt mir diese Gefühle wegzusaufen oder zu unterdrücken, rede ich lieber darüber und lass manchmal auch meine Tränen fliessen...alles muss raus in dem Moment....und wenn’s mir dann wieder besser geht, dann kann ich mich wieder auf mein Heute konzentrieren, um halt meine Zukunft zu planen.
Also mir ist klar, dass ich meine Vergangenheit nicht mehr ändern kann, aber ich kann lernen sie zu akzeptieren und aus Fehlern zu lernen.
Oh....hab ich jetzt zu durcheinander geschrieben?
Also für mich ist Vergangenheitsbewältigung wichtig.
LG und allen ein trockenes Heute
Tanja |
|
| Nach oben |
|
| Inseläffchen hat zum Thema: Re: Vergangenheitsbewältigung geschrieben
|
|
 |
pauly aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.11.2006 Beiträge: 950 Alter: 50 Wohnort: BaWü, LB/HN
|
Verfasst am: 23.04.2007, 13:03 Titel: Re: Vergangenheitsbewältigung |
|
|
Hallo Ihr,
die Vergangenheit kann ich nicht mehr ändern. Ich kann versuchen sie zu vergessen. Das will ich aber nicht, denn dann fehlten mir die Beweggründe, warum ich nie wieder Alkohol trinken will!
Ich möchte mir jederzeit (besonders wenn es mal brenzlig werden sollte) die für mich zum Horror gewordenen durchlebten Situationen ins Gedächtnis zurückrufen können, um immer deutlicher sehen zu können, wie gut es mir JETZT geht und wie zufrieden ich bin. Ich möchte in Erinnerung behalten, was ich gegen meine jetzige Zufriedenheit eintauschen würde. Ich möchte, dass es mich insgeheim gruselt, wenn ich an die besagten Momente zurückdenke.
Das kann mich vor Fehlern schützen! Daher will ich die vergangenheit nicht bewältigen im Sinne von vergessen, sondern im Sinne von als Mahnmal in Erinnerung behalten.
Genau so wichtig für mich aber ist der Blick auf die Gegenwart und auf die Zukunft: Ich sehe und fühle, wie viel besser es mir jetzt geht und wie viel mir daran liegt, dies auch weiterhin zum Mittelpunkt meiner Bestrebungen zu machen. Dies ist der Schlüssel zum zufriedenen Leben, ja - vielleciht sogar zum Glück? (will mir jetzt nicht zu große Hosen anziehen... )
In diesem Sinne...
Liebe Grüße
pauly[/b] |
|
| Nach oben |
|
| pauly hat zum Thema: Re: Vergangenheitsbewältigung geschrieben
|
|
 |
Inseläffchen sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.03.2006 Beiträge: 2125 Alter: 40
|
Verfasst am: 23.04.2007, 13:18 Titel: Re: Vergangenheitsbewältigung |
|
|
| Zitat: | | Daher will ich die vergangenheit nicht bewältigen im Sinne von vergessen, sondern im Sinne von als Mahnmal in Erinnerung behalten. |
Nur als Zusatz und weil ich mich manchmal vielleicht etwas quer und umständlich ausdrücke ....also mit bewältigen meine ich nicht vergessen...und das was ich bewältigen will bezieht sich auch nicht nur auf Situationen mit Alkohol...also eher auf Gefühle, die ich in der Vergangenheit mit Alkohol vergessen/unterdrücken wollte.
LG
Tanja |
|
| Nach oben |
|
| Inseläffchen hat zum Thema: Re: Vergangenheitsbewältigung geschrieben
|
|
 |
maria44 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.03.2006 Beiträge: 2106 Alter: 47
|
Verfasst am: 23.04.2007, 13:32 Titel: Re: Vergangenheitsbewältigung |
|
|
Hallo,
ja die Vergangenheit, zu meiner Vergangenheit zählt ja nicht nur die Zeit als ich getrunken habe sondern die fängt ja schon irgendwo in der Kindheit an, also so weit wie ich mich erinnern kann. Es sind viele Erinnerungen da die mich über Jahre sehr belastet haben, in meiner Trinkzeit habe ich sie versucht zu ertränken was ja nicht funktionierte aber einiges konnte ich verdrängen als ich aufhörte zu trinken kam alles sehr schnell auf die Oberfläche und hätte ich nicht dagegen gesteuert, das heißt die erste Zeit gedanklich auf die Seite geschoben wäre ich wahrscheinlich heute immer noch nicht trocken. Nur an Heute denken hat mir die erste Zeit sehr geholfen, irgendwann kam der Zeitpunkt wo ich sagen konnte ich habe abgeschlossen dass heißt für mich ich habe meine Vergangenheit nicht vergessen weil dass ja denke ich gar nicht geht, ich habe sie angenommen, akzeptiert, so wie sie eben ist, ändern kann ich sie nicht aber jetzt und Heute und vor allem meine Nüchternheit ist mir wichtig.
Ich kann heute über meine Vergangenheit schreiben, ohne dass ich ein verlangen an Alkohol habe, ohne Wut oder Hass oder dass ich in eine Depressive Stimmung reinrutsche ich denke für mich ein guter und wichtiger Schritt nach vorne.
LG Maria |
|
| Nach oben |
|
| maria44 hat zum Thema: Re: Vergangenheitsbewältigung geschrieben
|
|
 |
Annika sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.12.2005 Beiträge: 3847 Wohnort: NRW
|
Verfasst am: 23.04.2007, 13:53 Titel: re |
|
|
Hallo alle
| Zitat: | Vergangenheitsbewältigung heißt für mich, HINSCHAUEN und nicht WEGSCHAUEN.
|
Ja rose, früher dachte ich Vergangenheitsbewältigung bedeutet Therapie.
Je länger ich in diesem Forum bin weiß ich aber, die Arbeit an sich selbst ist eine Art eigene Therapie, wofür ICH persönlich niemanden brauche außer mich und selbstbetroffene alkoholkranke Menschen.
Für mich heißt das in mich hineinschauen, in mich hineinhören und nicht weglaufen.
Gefühle zulassen statt sie auszuhalten.
Ich kann jetzt Nein sagen. Wenn ich körperlich erschöpft bin, lege ich mich heute eine halbe Stunde hin, füher hätte ich weiter meinen Trott gemacht bis zum umfallen.
Früher hätte ich nicht zu meinen Eltern gesagt, ich kann nicht mehr, heute geht das wie von selbst
Gesunder Egoismus, die Gedanken sind der Anfang der Taten, achtsam sein,Gelassenheit, nicht zuviele Baustellen, sich nicht überfordern, sehen dass es mir gut geht, auch wenn nicht immer alles gut ist, schwarz/weiß Denken.
Für mich waren das früher Worte, die Bedeutung kannte ich nicht.
Alles habe ich hier gelernt.
Ich habe hier Erkenntnisse gesammelt die mir aufzeigten warum ich getrunken habe. Ich werde meine Saufzeit mit Sicherheit nicht vergessen, sie gehört zu meiner Vergangenheit.
Aber dass es mir jeden Tag gut geht das verdanke ich der täglichen Arbeit an mir in meinem HEUTE.
Das gewesene annehmen, mit sich selbst Frieden schließen und zufrieden im Heute leben. So sehe ich es inzwischen nach 17 Monaten Trockenheit.
Das war nicht von Anfang an so, ganz sicherlich nicht.
Annika |
|
| Nach oben |
|
| Annika hat zum Thema: re geschrieben
|
|
 |
Micha sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.07.2006 Beiträge: 4371
|
Verfasst am: 23.04.2007, 14:31 Titel: Re: Vergangenheitsbewältigung |
|
|
Hallo liebe Leute,
wir haben ja als Menschen die Chance - oder die Last, wie man will - die Zeit und damit unser Dasein in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einzuteilen.
Ich sehe meine Heute mittlerweile als Schnittstelle, wo ich das Gestern mit dem Morgen in Einklang bringen kann. Und je nachdem wie mir das glückt, fühle ich mich ausgeglichen.
Ich versuche eine Waage zu finden, nach der ich mir mal eine Reise in die Vergangenheit erlaube und mal einen Ausflug in die Zukunft, aber mein großer Schwerpunkt soll für immer HEUTE sein und bleiben.
Ich finde es genial, dass ich jetzt lerne, Erkenntnisse aus gestrigen Erfahrungen mit ins heutige Denken und Handeln einfließen zu lassen und damit vertrauensvoller und entspannter in die Zukunft sehen kann.
Seit ich nicht mehr trinke, gefällt mir auch das Älterwerden, weil es einen Sinn bekommen hat. Dadurch, dass meine Erfahrungen - egal welcher Art - nicht vergeblich waren.
Der Alkohol hatte bei mir Barrieren zwischen gestern, heute, morgen geschaffen, die nun - da ich langsam trocken werde - falllen und alle drei miteinander versöhnt werden.
Sicher ein lebenslanger Prozess, den intensiv begonnen zu haben, ich als sehr zufriedenstellend empfinde. Es gibt allerdings noch viel für mich zu tun, um dieser Waage näher zu kommen.
Micha |
|
| Nach oben |
|
| Micha hat zum Thema: Re: Vergangenheitsbewältigung geschrieben
|
|
 |
Spedi Gast
|
Verfasst am: 23.04.2007, 14:35 Titel: Re: Vergangenheitsbewältigung |
|
|
"...und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern..."
Ich für mich habe meine "Vergangenheitsbewältigung" abgeschlossen. Die Menschen, denen ich durch meine Sauferei Leid zugefügt hatte, habe ich um Verzeihung gebeten und versucht, die Schäden wieder gut zu machen - wo dies möglich war und wo dies auch von den Betroffenen zugelassen wurde.
Damit ist für mich das Kapitel abgeschlossen.
Viel wichtiger ist für mich: zu wissen, wo und wie ich wieder in ein falsches Fahrwasser abdriften könnte, wo und wie eine neue Sucht Angriffspunkte haben könnten. Und diese im Vorfeld so sichtbar zu machen (für mich!), dass ich meine "Baustellen" immer im Blick haben kann, ohne ständig "nur damit" beschäftigt zu sein (=gesunde Wachsamkeit).
LG
Spedi |
|
| Nach oben |
|
| Spedi hat zum Thema: Re: Vergangenheitsbewältigung geschrieben
|
|
 |