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Tochter sucht Hilfe - KB

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Bin für Tips dankbar, Tochter einer alkoholkranken Mutter   •    Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ...  
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BeitragVerfasst am: 03.04.2007, 15:30    Titel: Tochter sucht Hilfe - KB Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallöchen an alle,
hatte meinen Beitrag an falscher Stelle eingeschrieben und möchte dies hiermit korrigieren.
Mein Name ist Katrin, ich bin 40 Jahre alt, verheiratet und habe Zwillinge im Alter von 17,5 Jahren. Ich selbst habe kein Alkoholproblem, aber meine Eltern. Leider starb meine Mutter im vergangenem Jahr an Ihrer Alkoholsucht. Nun ist da noch mein Vater. Ich kümmere mich einwenig um ihn (soweit möglich, denn ich gehe in Vollzeit arbeiten). Zuerst habe ich mal den Haushalt soweit in Schuss gebracht, da der Vermieter bereits mit "Kündigung" (Beschwerden anderer Mieter) drohte.
Über Weihnachten hatten wir ihn bei uns, allerdings hätte ich ihn auch nicht so schnell wieder heim bringen können, da er kaum gehen geschweige denn sich selbst betun konnte. Silvester versprach er dann, sich seinem Problem zu stellen, aber daraus wurde nicht´s. Natürlich lasse ich die Zeiträume für Besuche bei ihm auch mal größer werden, aber Resultat daraus - es wird immer schlimmer. Die Wohnung riecht sehr unangenehm und er tut auch nicht´s dagegen. Er lebt so in den Tag hinein und läßt sich gehen.
Ich finde, es ist leicht gesagt, einen Alk. sich selbst zu überlassen - ich kann es einfach nicht - er ist doch mein Vater. Wie verhalte ich mich richtig? Was kann ich machen? Was passiert, wenn er seine Wohnung verliert? Wohin mit ihm?...Villeicht hat jemand ein paar Tipps!
LG Katrin
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summerdream
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BeitragVerfasst am: 03.04.2007, 22:46    Titel: Re: Tochter sucht Hilfe - KB Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo katrin

ja er ist dein vater, aber verhält er sich auch so wie ein vater es tun sollte? anscheinend nicht. nur jetzt mal so als überlegung.

ich kann verstehen, dass du ihm helfen willst, meine mutter hat auch getrunken, ich kann mir vorstellen wie du dich fühlst. aber du musst in erster linie an dich denken, denn nur an dir kannst du etwas verändern, kannst mit oder ohne hilfe dafür sorgen, dass es dir besser geht, bei deinem vater kannst du das nicht.

hm... was kannst du tun? eigentlich wenig bis gar nix. solange dein vater keine hilfe möchte, kannst du nix machen. und solange du ihn noch bei seiner trinkerei unterstützt und das tust du (wenn auch unbewußt), indem du seine wohnung aufräumst usw. warum soll er denn da aufhören? er hat ja alles was er braucht, denn du machst das ja für ihn. klingt jetzt hart, ist aber so.

es gibt noch die möglichkeit ihn entmündigen zu lassen, aber einfach ist das nicht. das geht dann übers gesundheitsamt, müsstest dich am besten da erkundigen und/oder mal mit dem hausarzt über die ganze situation sprechen. genaues weiß ich auch nicht.

was mich aber viel mehr interessieren würde ist, wie is dir geht? du leidest doch schon jahrelang unter dieser situation, hast deine mutter deswegen verloren. hast du für dich schon mal hilfe gesucht bei nem therapeuten, suchtberatung oder selbsthilfegruppe?

liebe grüße
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summerdream hat zum Thema: Re: Tochter sucht Hilfe - KB geschrieben
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sehr aktiver Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 04.04.2007, 07:23    Titel: Re: Tochter sucht Hilfe - KB Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo summerdream,
vielen Dank für Deine Antwort. Du hast ja recht. In letzter Zeit habe ich wohnungstechnisch fast nicht´s mehr gemacht - eben mal das Bad und die Toilette, ansonsten habe ich ihm nur gesagt "er müßte bitte mal wieder...". Naja, keine Lust. Man lebt eben so in den Tag hinein.
Gestern abend bekam ich einen Anruf von einem netten Hausmitbewohner und er teilte mir mit, das der Vater zusammengerutscht ist und man den Notdienst verständigt hat. Ich hab mich gleich auf den Weg gemacht, da ich dachte, eine Chance zu haben, ihn in eine Klinik zu bekommen - aber er war zu klar bei Besinnung und hat alles abgelehnt. Ich habe mit Hilfe der Sanitäter um Vernunft gebeten - brachte nicht´s. Nun habe ich mich erst mal bis auf weiteres verabschiedet! Mir geht es nun ganz bescheiden auch wenn ich weiss, es muss sein.
Seit ca. 6 Wochen gehe ich in eine SHG. Leider hat es mir noch nicht sehr geholfen. Hier lesen und Meinungen hören bringt mir im Moment mehr.
Tja, viel Zeit zum Verarbeiten habe ich nicht. Ich gehe in Vollzeit arbeiten, habe nach langen Reden meine 85jährige Großmutter im Pflegeheim untergebracht (gehe jede Woche mind. 2x hin und hole sie mal am Wochenende zu mir), na und Familie hab´ich ja auch noch. manchmal möchte ich alles einfach hinschmeissen, mich verdrücken und alle sich selbst überlassen. Na ja, aber ansonsten geht es mir recht gut. Wie sagt man: "Kopf hoch und durch!"
Unser Hausarzt ist leider in Bezug auf Alk. nicht so der rechte Ansprechpartner. Ich glaub manchmal, dem geht es nur noch um´s Geldverdienen. Nun muss ich erstmal abwarten, was so noch kommt. Also bis bald mal wieder
LG Katrin
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KB hat zum Thema: Re: Tochter sucht Hilfe - KB geschrieben
summerdream
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BeitragVerfasst am: 04.04.2007, 21:35    Titel: Re: Tochter sucht Hilfe - KB Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hi katrin

das kenne ich, red auch net gern mit fremden leuten in ner gruppe drüber, weiß net warum. mit freunden fällts mir leicht, aber auch hier lesen und scheiben find ich echt gut.

das mit dem hausarzt ist schade, aber letztendlich kann er deinen vater auch nicht zwingen. is halt leider so.

egal wie fertig alkoholiker sind, letztendlich nein sagen können sie immer, wenn die sanitäter da sind.

auch wenn dir gar nicht viel zeit für dich bleibt, findest hier bestimmt noch einige sachen, die dir helfen, wünsche dir viel glück dabei.

und wenn du fragen hast oder einfach nur deine gedanken aufschreiben willst, tu das, wir lesen hier gerne
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summerdream hat zum Thema: Re: Tochter sucht Hilfe - KB geschrieben
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sehr aktiver Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 05.04.2007, 09:28    Titel: Re: Tochter sucht Hilfe - KB Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hi summerdream,
lieb von Dir, dass Du wieder so schnell geantwortet hast.
Na mit dem Reden in einer Gruppe hab ich nicht so das Problem auch wenn es stimmt, mit Freunden ist einfacher. Mein Problem ist mehr, in der Gruppe sind Eltern oder Lebensgefährten. Ich aber bin Tochter, da sieht manches doch anders aus. Als Eltern oder LP kann man schon gewissen Zwang ausüben, aber die T. wurde erzogen und hat mehr oder weniger "zu gehorchen" - was Eltern machen ist richtig und da lässt man sich kaum reinreden.
Eigentlich hatte ich meinem Vater auch versprochen, ihn morgen zu holen (Mittag und so). Nun habe ich ein sehr schlechtes Gewissen, da ich dies nicht tun kann. Aussage ist Aussage und ich hab mittlerweile begriffen, das man sich dran halten muss. Blöde Situation. Vielleicht hätte ich mich doch zurückhalten sollen - wenigstens bis nach Ostern.!???
LG Katrin
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KB hat zum Thema: Re: Tochter sucht Hilfe - KB geschrieben
summerdream
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BeitragVerfasst am: 05.04.2007, 17:25    Titel: Re: Tochter sucht Hilfe - KB Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hi katrin

naja grad an den feiertagen merkt man, wie einem die familie geht. aber so wie dir geht es auch deinem vater, vielleicht wird ihm gerade dadurch bewußt, dass du es ernst meinst und fängt an zu überlegen. wer weiß...

unter diesem aspekt kann ich es wirklich verstehen, dass du dich nicht so wohl fühlst. vielleicht gibts ja auch ne gruppe für kinder in deiner nähe. könntest dich ja mal umhören. ich denke auch als kind kann man einen gewissen zwang ausüben, zumindest ab einem gewissen alter. wenn man noch minderjährig ist, hat man leider wenig möglichkeiten und erkennt oft gar nicht, was mit einem selber alles passiert.

denke besonders bei beiden eltern ist es schwer, da man da ja wirklich keine ansprechperson innerhalb der familie hat, zumindest keine erwachsene. manche kennen ein "normales" familienleben überhaupt nicht. wie war das denn bei dir? wie alt warst du als du begriffen hast, dass deine eltern ein alkoholproblem haben? wie hast du das alles empfunden bzw. empfindest es heute noch?

liebe grüße

p.s. falls es dir zu anstrengend is, das wieder hervor zu holen, auch kein problem, aber vielleicht hilft es dir ja.
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summerdream hat zum Thema: Re: Tochter sucht Hilfe - KB geschrieben
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sehr aktiver Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 05.04.2007, 18:15    Titel: Re: Tochter sucht Hilfe - KB Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi summerdream,
also als Kind war es bei meinen Eltern noch nicht so schlimm. Getrunken wurde mal am Wochenende, dann nicht gerade wenig, aber es hielt sich in Grenzen. Mit 22 habe ich meine Zwillinge bekommen und bin dann auch ausgezogen. Schlimm wurde es erst mit der Wende. Geburtstage und Feiertage fielen immer öfter aus. Entweder blieb die Tür meiner Eltern verschlossen (was sehr häufig der Fall war) oder man konnte sich dann das Elend ansehen. Auch bei geplanten Feierlichkeiten gab es da keine Ausnahme. Man gewöhnt sich an alles. Voriges Jahr, kurz vor Weihnachten ist mein Vater dann kreislauftechnisch zusammengebrochen und irgendwie hat meine Mutter (sicher zu diesem Zeitpunkt recht nüchtern) es geschafft, ihn in die Diagonie (Entzug) einweisen zu lassen. Diesen Zeitraum habe ich dann genutzt meiner Mutter wieder etwas näher zu kommen. Wir haben gemeinsam Weihnachtseinkäufe gemacht, die Großmutter in der Klinik besucht, natürlich meinen Vater besucht und etliches mehr. Es war eine herrliche Zeit. Weihnachten haben wir dann bei uns verbracht (ohne Alkohol, denn meine Mutter war die ganze Zeit trocken - denke ich) und es war seit langem ein super Weihnachtsfest. Zu diesem Zeitpunkt dachten wir, nun haben sie das Schlimmste hinter sich, aber der Rückfall lies nicht lange auf sich warten. Es wurde teilweise schlimmer als vorher. Kurz vor dem Tod meiner Mutter, ich habe die Wohnung der Großmutter leergeräumt (sie ist jetzt im Pflegeheim - mit 85Jahren konnte sie ihren Haushalt beim besten Willen nicht mehr schaffen, auch nicht mit meiner Hilfe) bin ich natürlich auch bei meinen Eltern gewesen (wohnten einen Hauseingang weiter) und da lag meine Mutter ganz aphatisch auf dem Sofa. Den Hinweis, einen Arzt zu holen ignorierte man dann nur. Wenige Tage drauf ging es wohl nicht anders und sie kam ins Krankenhaus, was uns jedoch erstmal verschwiegen wurde. Kam nur durch dummen Zufall raus. Erst wollte ich stur sein und dies ignorieren, aber ich konnte einfach nicht. Wir haben sie dann doch besucht und eigentlich ging es ihr dem Anschein nach super, eben den Umständen entsprechend gut. Nur 2Tage später hat man sie dann wohl in die Diagonie verlegt, wo sie dann wiederum 2Tage später einschlief. Als mein Vater anrief, wollte ich es erst gar nicht glauben. Ich dachte, der hat bloss wieder gesoffen und was falsch verstanden. Aber nein. Wir haben ihn dann in seinem Zustand abgeholt und sind ins Krankenhaus gefahren. Es stimmte tatsächlich. Ich weiss gar nicht, was der Arzt alles erzählt hat ... es tut weh.
Sie wurde für uns nochmal aufgebahrt und da konnte wenigstens ich abschied nehmen. Mein Vater hatte mit sich zu tun. Man besorgte ihm erst mal nen Stuhl, denn stehen konnte er mit seinen wackligen Beinen beim Besten Willen nicht.
Tja und seit dem Tod der Mutter will er wohl nur hinterher. Da helfen auch keine guten Worte.
Entschuldige, ich breche hier erst mal ab - ich kann nicht

Bis später
Katrin
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KB hat zum Thema: Re: Tochter sucht Hilfe - KB geschrieben
summerdream
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BeitragVerfasst am: 06.04.2007, 01:45    Titel: Re: Tochter sucht Hilfe - KB Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hey katrin

ich glaube eher muss ich mich entschuldigen, ich hatte den eindruck, dass du ziemlich gefasst gewirkt hast, aber anscheinend habe ich mich da getäuscht. kann ich total verstehen, wenn es dir zuviel wird. wahrscheinlich werden dir jetzt auch gedanken durch den kopf schießen, die du vorher verdrängt hast.

würde dir mal den besuch eines psychologen empfehlen. dein eintrag eben macht auf mich den eindruck als hättest du vieles verdrängt, aber noch nicht verarbeitet. dir spucken jetzt sachen durch den kopf, an die du vorher gar nicht gedacht hast, die dich verwirren und deprimieren, ein psychologe kann dich da wieder auffangen. das können wir hier nicht, zumindest nicht sofort, weil es doch öfters mal länger dauert, bis jemand antwortet. das heißt jetzt aber nicht, dass ich dich verjagen will, finds toll das du hier bist.

also falls du angst hast, dass dich die antwort auf eine frage zu sehr aufwühlt, dann sag das einfach, is absolut kein problem, du musst nicht antworten. oder halt stück für stück ans problem heranwagen, du hast ja zeit. so wie du meinst, die kraft zu haben.

ansonsten geh ich jetzt mal nur auf deine mutter ein:
du hast noch die möglichkeit gehabt, eine schöne zeit mit deiner mutter zu verbringen, habt bestimmt auch noch viel geredet. finde ich toll, dass du den mut hattest, deiner mutter wieder näher zu kommen, dazu erstmal aller respekt. da gehört auch einiges dazu. auch wenn der alkohol deine mutter letztendlich besiegt hat, so konntet ihr immerhin noch frieden schließen und du kannst frische schöne erinnerungen an sie in deinem herzen tragen. sie war krank und letztendlich hat ihr die kraft gefehlt, diese krankheit dauerhaft zu besiegen.
vielleicht machst du dir vorwürfe, weil du nicht gleich darauf bestanden hast, dass deine mutter ins krankenhaus kommt, aber ich denke das hätte wohl auch nicht viel geändert bzw. hätte das ende nur noch etwa hinausgeschoben.

liebe grüße, ich hoffe ich hab dir jetzt nicht ostern verdorben Traurig
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summerdream hat zum Thema: Re: Tochter sucht Hilfe - KB geschrieben

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